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Reisende und Entdecker

Das Problem des Anderen in Tzvetan Todorovs "Die Eroberung Amerikas"

Title: Reisende und Entdecker

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan H. Hauptmann (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

TZVETAN TODOROVS Abhandlung Die Eroberung Amerikas – Das Problem des
Anderen, die Arbeitsgrundlage der vorliegenden Hausarbeit ist, beschäftigt sich ausgiebig mit
drei bedeutenden Männern des 15., bzw. 16. Jahrhunderts: Es handelt sich um den großen
Eroberer CHRISTOPH KOLUMBUS (span.: CHRSTÓBAL COLÓN), den Entdeckungsreisenden
HERNÁN CORTÉS und den Missionar BARTOLOMÉ DE LAS CASAS.
Die Eroberung Amerikas ist für TODOROV vor allen Dingen deshalb ein einmaliges
Ereignis in der Geschichte, weil es – auf europäischer und amerikanischer Seite – die
intensivste Begegnung von Menschen mit dem Fremden darstellte. Die Reise zum wesentlich
weiter entfernten Mond im Apollo-Programm der USA des 20. Jahrhunderts ist dagegen
relativ unspektakulär und auch sonst gab es keine vergleichbare Begegnung mit einer den
Menschen völlig unbekannten Welt. Dass diese Begegnungen alles andere als einen
interkulturellen Dialog zwischen den Einheimischen und den Eroberern bedingten, mag
zunächst in der Natur der Sache gelegen haben: Von vornherein waren die Expeditionen auf
die Bereicherung der Europäer ausgerichtet, wenn auch der Entdecker KOLUMBUS keinesfalls
aus bloßer Habgier zu seinen Abenteuern aufbrach. Zwar bezog sich das Wort Erobern
zunächst auf die Landnahme der entdeckten Gebiete, doch sollte im nächsten Schritt auch der
Mensch auf dem neuen Kontinent zum Objekt degradiert werden (sofern er damals überhaupt
je als Mensch angesehen wurde). Seit KOLUMBUS’ Überquerung des atlantischen Ozeans und
seiner Ankunft in Amerika 1493 hat der Zusammenprall zweier grundverschiedener Kulturen
unterschiedliche Beziehungsebenen hervorgerufen. Die vorliegende Arbeit möchte einige
dieser Ebenen aufzeigen, diskutieren und sodann auf die in TODOROVS Kapitel Typologie der
Beziehung zu anderen aufgeführten „drei Achsen der Alterität“ eingehen. Zuvor gibt sie
einen kurzen biographischen Einblick in das Leben und Wirken der drei genannten
historischen Persönlichkeiten, die exemplarisch für das Phänomen der Fremdheitsproblematik
bei der Eroberung Amerikas angeführt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. CHRISTOPH KOLUMBUS (CHRISTÓBAL CÓLON)

2. BARTOLOME DE LAS CASAS

3. HERNAN CORTES

4. Beziehungen zwischen Eroberern und Eroberten

4.1. Die Beziehungsebenen bei KOLUMBUS und CORTÉS

4.2. Wandel der Beziehung bei LAS CASAS?

5. Typologie der Beziehungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Tzvetan Todorovs Werk "Die Eroberung Amerikas – Das Problem des Anderen" die unterschiedlichen Begegnungs- und Beziehungsebenen zwischen europäischen Eroberern und den Ureinwohnern Amerikas im 15. und 16. Jahrhundert.

  • Analyse der historischen Figuren Christoph Kolumbus, Hernán Cortés und Bartolomé de Las Casas.
  • Untersuchung der Mechanismen der "Alterität" und Fremdheitserfahrung.
  • Kritische Reflexion der Projektion europäischer Wertesysteme auf fremde Kulturen.
  • Diskussion von Todorovs "drei Achsen der Alterität" als Modell zur Typologisierung interkultureller Beziehungen.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Beziehungsebenen bei KOLUMBUS und CORTÉS

KOLUMBUS ging es zunächst vorrangig um die Entdeckung und Eroberung des Landes als solches, wobei es ihm kaum möglich war, die dort ansässigen Menschen als Subjekte wahrzunehmen. Sie hatten für ihn anfangs Objektstatus, wie auch das Gold und die anderen Reichtümer, welche das spanische Königshaus als Lohn für die Expedition erwartete. Außerdem dienten sie dem naturwissenschaftlich interessierten Reisenden als Forschungsgegenstände. TODOROV schreibt in seiner Abhandlung u.a. auch über die besondere Bedeutung der Eigennamen für KOLUMBUS. Letzterer kam nämlich überhaupt nicht auf den Gedanken, dass die von ihm benannten Inseln auch vorher schon Namen getragen haben könnten und war stets bestrebt, jedem Ding die „richtige“ Bezeichnung (in der „richtigen“ Sprache Spanisch) zuzuordnen. Wörter galten ihm als das „Abbild der Dinge“, weshalb es im Laufe der Entdeckungsreise zu einer wahren Benennungswut kam.

CORTÉS wollte Menschen und Land erobern und sah die Indianer tatsächlich auch als Subjekte an, die ihm jedoch vorrangig als Produzenten von Objekten dienen sollten. Nicht genug damit, dass er verfeindete Stämme als Informanten und Verbündete gegen MOCTEZUMA nutzte – er scheute auch nicht davor zurück, die aztekischen Gefangenen zu versklaven. STEPHEN GREENBLATT schildert die Besitzergreifungszeremonien des HERNÁN CORTÉS wie folgt: [Er] ging auf dem besagten Lande hin und her, schleuderte Sand von einem Ende zum anderen und haute mit seinem Schwert in einige umstehende Bäume, und er befahl den Anwesenden, dass sie ihm als Gouverneur Ihrer Majestät über jene besagten Länder [anzunehmen] hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der zentralen Fragestellung und der drei behandelten historischen Persönlichkeiten im Kontext von Todorovs Abhandlung.

1. CHRISTOPH KOLUMBUS (CHRISTÓBAL CÓLON): Biografische Skizze des Entdeckers und Untersuchung seiner wissenschaftlichen sowie materiellen Motivationen.

2. BARTOLOME DE LAS CASAS: Darstellung des Lebensweges des Missionars und seines Einsatzes gegen die Missstände in der neuen Welt.

3. HERNAN CORTES: Analyse des Eroberungszuges gegen die Azteken und der Grausamkeiten, die mit der Expansion verbunden waren.

4. Beziehungen zwischen Eroberern und Eroberten: Untersuchung der verschiedenen Rollenmodelle der Europäer und die Kritik an der einseitigen kulturellen Projektion.

4.1. Die Beziehungsebenen bei KOLUMBUS und CORTÉS: Analyse der Objektivierung der Ureinwohner und der bürokratisch-administrativen Inbesitznahme.

4.2. Wandel der Beziehung bei LAS CASAS?: Diskussion des Einflusses christlicher Ethik auf das Verhältnis zu den Indianern und das Dilemma der Assimilation.

5. Typologie der Beziehungen: Anwendung des Todorov-Modells zur Einordnung der Fremdheitsbeziehungen anhand von Werturteil, Annäherung und Kenntnisstand.

Schlüsselwörter

Eroberung Amerikas, Tzvetan Todorov, Fremdheit, Alterität, Christoph Kolumbus, Hernán Cortés, Bartolomé de Las Casas, Kolonialismus, Interkulturelle Begegnung, Subjekt-Objekt-Verhältnis, Missionierung, Identitätsbildung, Aztekenreich, Indianer, Kulturkontakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Fremdheitsbeziehungen zwischen Europäern und den Völkern Amerikas im Zuge der Entdeckung und Eroberung, basierend auf Tzvetan Todorovs theoretischem Ansatz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Rolle der Wahrnehmung des Anderen, die Mechanismen kolonialer Herrschaft, die Bedeutung kultureller Identität und die Transformation moralischer Vorstellungen durch Missionare.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Beziehungsebenen von Entdeckern, Eroberern und Missionaren zu analysieren und Todorovs "drei Achsen der Alterität" auf diese historischen Akteure anzuwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse des Werkes von Tzvetan Todorov, ergänzt durch historische Biografien der drei untersuchten Schlüsselfiguren.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebensläufe von Kolumbus, Cortés und Las Casas sowie deren jeweilige Strategien im Umgang mit den Einheimischen, von der bloßen Inbesitznahme bis hin zum missionarischen Assimilationsdruck.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Alterität, Fremdheit, Kolonialismus, Subjekt-Objekt-Verhältnis und kulturelle Projektion.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Cortés von der des Kolumbus?

Während Kolumbus die Ureinwohner eher als wissenschaftliche Objekte oder leibeigene Subjekte betrachtete, erkannte Cortés die strategische Nützlichkeit der Einheimischen als Informanten an, blieb jedoch in einem ausbeuterischen Herrschaftsverhältnis verhaftet.

Was ist das Paradoxon bei Las Casas' Einsatz für die Indianer?

Obwohl er gegen Sklaverei kämpfte, forderte er die vollständige Assimilation der Indianer an das christliche europäische Wertesystem, was de facto eine systematische Zerstörung der indianischen Identität bedeutete.

Was besagt Todorovs Modell der "drei Achsen der Alterität"?

Das Modell misst Beziehungen nach Werturteil, Grad der Annäherung und Kenntnis des Anderen; es verdeutlicht, dass diese Faktoren unabhängig voneinander variieren können.

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Details

Title
Reisende und Entdecker
Subtitle
Das Problem des Anderen in Tzvetan Todorovs "Die Eroberung Amerikas"
College
University of Heidelberg
Course
„Fremdheit, Kultur und Differenz in der neueren Philosophie“
Grade
1,0
Author
Jan H. Hauptmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V118344
ISBN (eBook)
9783640215065
ISBN (Book)
9783640215164
Language
German
Tags
Reisende Entdecker Kultur Differenz Amerika Christoph Columbus Bartolomé de las Casas Fremdheit Eroberung Philosophie Hernán Cortéz Neue Welt Tzvetan Todorov spanisches Kolonialreich Missionierung Kolonialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan H. Hauptmann (Author), 2005, Reisende und Entdecker , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118344
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