INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung 3
1. CHRISTOPH KOLUMBUS (CHRISTÓBAL CÓLON) 4
2. BARTOLOME DE LAS CASAS 4
3. HERNAN CORTES 5
4. Beziehungen zwischen Eroberern und Eroberten 6
4.1. Die Beziehungsebenen bei KOLUMBUS und CORTÉS 7
4.2. Wandel der Beziehung bei LAS CASAS 9
5. Typologie der Beziehungen 12
6. Bibliographie 14
2
Einleitung
TZVETAN TODOROVS Abhandlung Die Eroberung Amerikas – Das Problem des
Anderen, die Arbeitsgrundlage der vorliegenden Hausarbeit ist, beschäftigt sich ausgiebig mit drei bedeutenden Männern des 15., bzw. 16. Jahrhunderts: Es handelt sich um den großen Eroberer CHRISTOPH KOLUMBUS (span.: CHRSTÓBAL COLÓN), den Entdeckungsreisenden HERNÁN CORTÉS und den Missionar BARTOLOMÉ DE LAS CASAS.
Die Eroberung Amerikas ist für TODOROV vor allen Dingen deshalb ein einmaliges Ereignis in der Geschichte, weil es – auf europäischer und amerikanischer Seite – die intensivste Begegnung von Menschen mit dem Fremden
darstellte 1 . Die Reise zum wesentlich weiter entfernten Mond im Apollo-Programm der USA des 20. Jahrhunderts ist dagegen relativ unspektakulär und auch sonst gab es keine vergleichbare Begegnung mit einer den Menschen völlig unbekannten Welt. Dass diese Begegnungen alles andere als einen interkulturellen Dialog zwischen den Einheimischen und den Eroberern bedingten, mag zunächst in der Natur der Sache gelegen haben: Von vornherein waren die Expeditionen auf die Bereicherung der Europäer ausgerichtet, wenn auch der Entdecker KOLUMBUS keinesfalls aus bloßer Habgier zu seinen Abenteuern aufbrach. Zwar bezog sich das Wort Erobern zunächst auf die Landnahme der entdeckten Gebiete, doch sollte im nächsten Schritt auch der Mensch auf dem neuen Kontinent zum Objekt degradiert werden (sofern er damals überhaupt je als Mensch angesehen wurde). Seit KOLUMBUS’ Überquerung des atlantischen Ozeans und seiner Ankunft in Amerika 1493 hat der Zusammenprall zweier grundverschiedener Kulturen unterschiedliche Beziehungsebenen hervorgerufen. Die vorliegende Arbeit möchte einige dieser Ebenen aufzeigen, diskutieren und sodann auf die in TODOROVS Kapitel Typologie der Beziehung zu
anderen aufgeführten „drei Achsen der Alterität“ 2 eingehen. Zuvor gibt sie einen kurzen biographischen Einblick in das Leben und Wirken der drei genannten historischen Persönlichkeiten, die exemplarisch für das Phänomen der Fremdheitsproblematik bei der Eroberung Amerikas angeführt werden.
1 TODOROV, TZVETAN. Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1982:
13 f.
2 TODOROV, 1982: 221 f.
3
1. CHRISTOPH KOLUMBUS (CHRSITÓBAL COLÓN)
CHRISTOPH KOLUMBUS, der 1451 in Genua geboren wurde, wollte im Auftrag
der spanischen Krone einen möglichst kurzen Seeweg nach Asien finden und geriet dabei irrtümlich in die Karibik, wo er Mittelamerika entdeckte. Wenngleich der aus einer Weberfamilie stammende kaufmännische Angestellte schon öfters beruflich zur See gefahren war, so ist seine gefahrvolle Überfahrt über den atlantischen Ozean wohl nicht in erster Linie aus beruflichen und damit materiellen Interessen motiviert, sondern entspringt eher einer wissenschaftlichen Neugierde, die sich auf die Lektüre von STRABO, ARISTOTELS und SENECA gründete. Die antiken Autoren sprachen bereits von einer Westfahrt in Richtung Indien, die Kolumbus nun in die Tat umsetzen
wollte 3 . Bestärkt von den Aufzeichnungen des Astronomen TOSCANELLI (der die Entfernungen zwischen dem Westen Europas und dem Osten Asiens in seinem Kartenmaterial völlig falsch angab), warb KOLUMBUS um die Unterstützung der portugiesischen und der spanischen Regierung. Am 17. April 1492 gelang es ihm, die spanische Krone für die Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrages zu gewinnen. Für die Reise wurden ihm drei Schiffe, die Würden eines Großadmirals, sowie des Vizekönigs der zu entdeckenden Länder und ein Zehntel aller Einnahmen aus den neuen Gebieten zugesichert. Obwohl also das wissenschaftliche Interesse und die Neugierde Antriebsfeder für die Unternehmungen des KOLUMBUS waren, stand dieser unter dem Erfolgsdruck seiner Geldgeber, die sich Gold und Besitztümer von der Reise versprachen.
2. BARTOLOMÉ DE LAS CASAS
Der aus Sevilla stammende BARTOLOMÉ DE LAS CASAS wurde im August 1447 als Sohn eines Händlers geboren und begleitete KOLUMBUS auf seiner zweiten Reise nach Amerika. 1502 war der gelernte Jurist Berater des kolonialen Gouverneurs auf einer der Westindischen Inseln, bevor er 1512 zum Priester geweiht wurde. Die nach der Eroberung vorherrschenden Missstände in der neu entdeckten Welt veranlassten ihn dazu, sich gezielt für die Abschaffung der Sklaverei und die Verbesserung der
3 zu Biographie vgl. BITTERLI, URS. Die Entdeckung Amerikas: Von Kolumbus bis Alexander von Humboldt.
München: Beck, 1999.
4
indianischen Lebensbedingungen einzusetzen. Die von seinen Landsleuten an den Indianern verübten Misshandlungen und Massaker waren dem Missionar aus eigener Erfahrung wohl bekannt. Nicht zuletzt bekam er selbst zum Dank für seine Dienste im Auftrag der spanischen Krone Land geschenkt, das von Zwangsarbeitern bewirtschaftet wurde. 1514 entschloss sich LAS CASAS, seine Besitztümer in Amerika zu verlassen und nach Spanien zurück zu kehren, um am königlichen Hof weiterhin für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Indianer zu kämpfen, kehrte aber ein Jahr später wieder zurück nach Hispaniola (das damals von KOLUMBUS La Isla Española genannt wurde).
3. HERNÁN CORTÉS
HERNÁN CORTÉS, geboren im Jahre 1485 in Medellín, eroberte das gesamte Aztekenreich, ließ 1521 dessen Hauptstadt Tenochtitlán am Ende seines
Siegeszuges vollständig zerstören und errichtete an derselben Stelle Mexiko Stadt 4 . Diese Eroberung konnte ihm nur gelingen, da er sich das Wissen der Einwohner der zuvor (im Jahre 1519) eroberten Stadt Tabasco zunutze machte. Im Laufe seines Feldzuges, welcher u.a. zur Errichtung der Stadt Veracruz (vormals: La Villa Rica de la Vera Cruz) führte, verbündete sich CORTÉS mit den von ihm bezwungenen Stamm der Tlaxcalteken. Diese zogen mit ihm gegen MOCTEZUMA, dem König der Azteken, zu Felde. In der Folge der sog. Noche Triste am 30. Juni 1520, in der alle Spanier und ihre Verbündeten von den Azteken aus ihrer Hauptstadt vertrieben wurden, ging CORTÉS mit großer Grausamkeit gegen die einheimische Bevölkerung vor. Wegen seiner erbeuteten Reichtümer genoss der Eroberer allerdings ein gutes Ansehen in seinem Heimatland und wurde 1522 zum Statthalter von Neuspanien ernannt.
4 zu den biographischen Daten vg. HARTAU, CLAUDINE. Hernando Cortés. Reinbek: Rowohlt, 1994.
5
Arbeit zitieren:
Jan H. Hauptmann, 2005, Reisende und Entdecker , München, GRIN Verlag GmbH
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