Inhaltsverzeichnis
S. 1
1. Einleitung
S. 1
2. Leo Perutz
2.1 Biografie 1
2.2 Werke 2
S. 3
3. Der Identitätstausch
3.1 Der schwedische Reiter - Inhalt 3
3.2 Der schwedische Reiter - Identitätstausch 5
3.3 Turlupin - Inhalt 8
3.4 Turlupin - Identitätswechsel 10
3.5 Vergleich der Punkte 3.2 und 3.4 13
S. 15
4. Fazit
II
1. Einleitung
Anlässlich des Seminars „Leo Perutz“ handelt diese Hausarbeit von zwei seiner Werke: „Der schwedische Reiter“ und „Turlupin“. Die beiden Romane weisen den Klappentexten nach zu urteilen auf den ersten Blick inhaltlich keine großen Gemeinsamkeiten auf. Im schwedischen Reiter täuscht ein ehemaliger Dieb jahrelang seine Familie und Angestellten und erfährt dafür letztendlich doch noch seine „gerechte“ Strafe, während im Turlupin ein närrischer Perückenmacher „versehentlich“ die Französische Revolution um 150 Jahre nach hinten verschiebt.
Allerdings durchzieht die Handlung in beiden Fällen ein interessanter Identitätstausch. Beide Male auf eine unterschiedliche Art und Weise, aber beide Male faszinierend und wirkungsvoll. Die Vergleichbarkeit, die Gemeinsamkeiten und auch die Unterschiede sollen in dieser Hausarbeit ausgearbeitet und besprochen werden.
Die Arbeit ist so aufgebaut, dass in Punkt 2 zunächst ein Hintergrundwissen in Form einiger biografischer Informationen zum Autor Leo Perutz geschaffen wird. Mit dem Rollen/Identitätstausch befasst sich dann Punkt 3. Hier wird jeweils der Inhalt des schwedischen Reiters und Turlupins zusammengefasst, um das zentrale Thema des Identitätstauschs in einen Kontext einzubetten. Außerdem wird das Thema des Tausches für beide Romane zunächst getrennt besprochen, um sie dann im Unterpunkt 3.3 einander direkt gegenüber zu stellen und zu vergleichen.
Ein abschließendes Fazit wird in Punkt 4 stattfinden.
2. Leo Perutz
2.1 Biografie
Leopold Perutz wurde am 02.11.1882 als ältestes von vier Kindern in Prag geboren. Seine Eltern Benedikt und Emilie waren geborene Österreicher und gingen 1899 mit ihren Kindern Leopold, Paul, Charlotte und Hans wieder zurück nach Wien.
Leo galt in seiner Familie als schwieriges Kind und entsprach damit dem Bild seiner Eltern, als er das Gymnasium ohne Abschluss verließ. Allerdings war Leopold Perutz keineswegs faul, sodass er die Universität und Technische Hochschule der Stadt Wien regelmäßig als Gasthörer besuchte und später Versicherungsmathematiker wurde. Er hatte zunächst eine Anstellung in Triest und nach zwei Jahren dann bei der „Anker-Versicherung“ in Wien. Dort
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arbeitete er 15 Jahre lang, stand aber finanziell gesehen trotz der Zusatzeinkünfte durch seine erfolgreichen Romane sein Leben lang nicht auf eigenen Beinen, sodass er der dauerhaften Unterstützung seiner Familie bedurfte. Während seiner Arbeitszeit in Wien verliebte er sich in Ida Weil und heiratete sie 1918. Mit ihr hatte er drei gemeinsame Kinder. Trotzdem und vielleicht gerade deswegen traf ihn der Tod seiner Frau kurz nach der Geburt ihres dritten Kindes im Jahre 1928 so hart, dass er von seinem erfolgreichen Weg abkam. Zeitgleich mit dieser persönlichen Krise verlief die politische Krise in Österreich, während der er sich zeitweilig für die Sozialdemokratie engagierte. Außerdem zog er selbst in den Krieg, wo er am 04.07.1916 eine lebensgefährliche Verletzung erlitt, weil ihn an der galizischen Ostfront ein Schuss direkt in die Lunge traf.
Trotz alledem heiratete er erneut und nahm 1935 Grete Humburger zur Frau. 1938 emigrierte Perutz nach Palästina, wo er sein Leben als freier Schriftsteller aufgab und wieder in seinen alten Beruf des Versicherungsmathematikers zurückkehrte, da ihm in Haifa das Wiener Caféhausmilieu fehlte, das ihm bisher immer geholfen hatte, seine Romanideen erzählend weiter zu entwickeln. So kam er evtl. auch dazu jeweils ein halbes Jahr in Israel und im Salzkammergut in Oberösterreich zu verbringen.
Nach dem Krieg begang er noch einen Versuch, sich in der deutschen Literatur wieder ein Standbein zu verschaffen, allerdings scheiterte er wie die meisten seiner Schriftstellerkollegen.
Am 25.08.1957 starb Leopold Perutz schließlich in Bad Ischl in Oberösterreich. (Vgl. Bolbecher/Kaiser, 2000; Lehmann, 1989; Mandelartz 2001; www.biblint.de)
2.2 Werke
In Bezug auf seine Werke kann man sagen, dass Perutz zwischen 1918 und 1933 einer der „meistgelesenen Erzähler deutscher Sprache“ war. (Lehmann, 1989, S.XII) Allerdings erfreut er sich trotzdem bis heute keiner großen Popularität. Und das obwohl man ihm vielseitige Fähigkeiten zusprechen kann. Carl von Ossietzky formulierte es 1925 so: „Er ist ein Dichter mit der Fähigkeit, ungewöhnlich fesselnde Romane zu schreiben, ich betone: ein Dichter“. (Lehmann, 1989, S.XII)
Typisch für Perutz´ Werke war der Bezug auf realistische politische Begebenheiten, die er als Hintergrund für seine Romane verwendete. In „der schwedische Reiter“ nutzt er den schwedischen Krieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts, im „Turlupin“ verwendet er das 17. Jahrhundert in Frankreich als Hintergrundkulisse. Weitere Beispiele sind das Prag unter
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Rudolf II in „Nachts unter der steinernen Brücke“ oder die Eroberung Mexikos durch Cortez in „Die dritte Kugel“.
Wie es sich damals für österreichische Autoren gehörte, gab er niemals ein Interview mit dem Hintergedanken, dass er schließlich mit seinen Werken und nicht mit seiner Person Aufmerksamkeit erregen wollte.
Diese Aufmerksamkeit ebbte ab, als in Deutschland durch das nationalsozialistische Regime die Verbreitung von Perutz´ Büchern verboten wurde. Dies schlug sich vor allem in seiner finanziellen Lage wieder, da ihm sowohl die Nachfrage als auch die Einnahmen aus Deutschland fehlten, wie er selbst in einer Notiz Ende 1936 vermerkte: „Kein gutes Jahr. Kein Geld verdient, alle Film- und anderen Chancen zerronnen. [...] Der einzige Lichtblick: Der >schwedische Reiter< ist fertig geworden. Aber er trägt mir kein Geld und wenig Ruhm. Deutschland fehlt.“(Lehmann, 1989, S.235)
Neben seinen zeitgenössischen Romanen (weitere Beispiele neben den bereits aufgeführten sind „Wohin rollst du Äpfelchen“ von 1928 oder „St.Petri -Schnee“ von 1933) erschienen auch einige Gemeinschaftsarbeiten mit anderen Autoren, Übersetzungen und beruflich bedingt einige versicherungswissenschaftliche Veröffentlichungen. (Vgl. Bolbecher/Kaiser, 2000; Lehmann, 1989; www.biblint.de)
3. Der Identitätstausch
3.1 Der schwedische Reiter -Inhalt
Der Roman „Der schwedische Reiter“ spielt in Schlesien vor der Kulisse des Krieges zwischen August dem Großen und Karl XII von Schweden und erzählt von einem Dieb, der eine falsche Identität annimmt, um eine Frau, eine Adlige, für sich gewinnen zu können und ihr Gut zu übernehmen.
Der Roman ist in fünf Teile untergliedert. Der erste Teil heißt „Vorbericht“ und dient dem Leser als Einführung in die betreffende Zeit. Zunächst bleibt der inhaltliche Zusammenhang mit dem Rest des Romans verborgen, klärt sich aber später auf. Im ersten Teil „Der Dieb“ geht es um einen Dieb, den Hahnenschnapper, der gemeinsam mit einem jungen Adligen, Christian von Tornefeld, der eigentlich auf dem Weg in den Krieg ist, durch die Wälder zieht. Beide haben weder Geld noch etwas zu essen. Der adlige Bursche ist durch sein Alter bedingt
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Arbeit zitieren:
Julia Patricia Kluth, 2008, Der Identitätstausch in "Der schwedische Reiter" und "Turlupin", München, GRIN Verlag GmbH
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