Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb ________________________________________________________________________
Vorwort
Dieses Buch entstand im Rahmen eines Projektes in meinem Masterstudium (Automatisierungs- und Energietechnik“) in dem Fachgebiet „Autonome Mobile Roboter“ im Fachbereich Informatik der Hochschule Mannheim.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Prof. Dr. T. Ihme für die Abnahme dieser Arbeit und für die Realisierungsmöglichkeit bedanken.
Mein besonderer Dank gilt allen, die mich bei der Anfertigung dieser Arbeit unterstützt haben. Sei es durch ihr Praxiswissen oder das konkrete Beantworten von Fragen zur Regelungs- und Antriebstechnik.
Vor allem möchte ich mich bei meinem Projektmitarbeiter und Co-Autor MSc Dipl.-Ing (FH) Y. Todorov für die intensive Mitarbeit, Anregungen und die vielen Diskussionen bedanken.
i
im Bereich der Quantitativen Risikoanalysen.
Spezialgebiete: Regelungstechnik, Robotik, Statistik, Stochastische Modellierung und Simulationen sowie Risiko- und Zuverlässigkeitsanalysen .
ii
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb ________________________________________________________________________
Abstract
The progress of research in the field of robotics is continuously increasing during the last years and now it is nearly impossible to imagine a modern life and industry standard without robots. Industrial robots are the type of robot which are used the most at the time. The aim and the endeavors of today’s research is the integration of autonomous robotic systems in places where the human being should be replaced. Typical examples of service applications are hospitals or logistics.
In contrast to stationary working industrial robots with a defined sphere of action autonomous robotic systems need to be operative in a permanent mutating environment. This Adaptation and Navigation in different environments demand a high standard of requirements on the control, steering and adjustment level and also on the Sensor Systems in use.
This work deals with an example of a six-leg walking robot and investigates the control of an artificial leg - joint. In the beginning the reader gets a short but compact introduction into the theory of Cybernetics. Industrial robots and walking robots both have joints. So there must be found some parallels in the control systems of these two. The various and permanent changing environments these autonomous robots are operating in demand a variable and dynamic control for the joints. The basics needed for these control systems will be given in this work. You will be made familiar with different control systems which are exemplary modeled and simulated in Simulink. The results of the simulation are shown and explained afterwards. The cascade control will represent the standard control system and "ReDus" stands for a solid control system. Adaptive Control is a synonym for intelligent control systems and requires a complete chapter. This type of control system features the self adaptation of control parameters based on the change of the control path. For example the Adaptive Control "MRAC" with the adaptation based on the MIT-Rule or on "Lyapunov" is introduced, modeled and simulated in Simulink and followed by an analysis.
For a successful integration of autonomous systems in the human environment selflearning and self-adaptive systems are needed. Focus in this area of scientific research is set in Japan at the moment, especially in Neuro-Control. But this shall not be part of this work any more.
iii
Die Forschung auf dem Gebiet der Robotik macht seit Jahren kontinuierlich Fortschritte und Roboter sind bei unserem heutigen Lebens- und Industrie-standard nicht mehr wegzudenken. Die Industrieroboter sind momentan die meist verwendeten Roboterformen. Ziel und Bestrebungen der Forschung sind die Integration von autonomen Robotersystemen in das menschliche Umfeld, überall dort, wo der Mensch ersetzt werden sollte. Typische Beispiele für Serviceanwen-dungen wären beispielsweise Krankenhäuser oder die Logistik.
Im Gegensatz zu Industrierobotern mit einem definierten örtlichen Arbeitsraum müssen autonome Robotersysteme sich in ständig ändernden Umgebungsbeding-ungen zurechtfinden. Diese Anpassung und das Agieren in ständig wechselnden Umgebungen stellen an eine Steuerung und Regelung sowie deren Sensoren hohe Anforderungen.
Diese Arbeit befasst sich beispielhaft mit einem sechsbeinigen Laufroboter und betrachtet die Regelung eines Beingelenkes. Zu Beginn erhält der Leser eine kurze Einführung in die Regelungstechnik. Da Industrieroboter äquivalent aus Gelenken bestehen, existiert eine Parallelität zwischen der reinen Gelenkregelung eines Industrieroboters und der eines Beines eines Laufroboters. Hierfür benö-tigen Grundlagen werden in dieser Arbeit ausführlich erläutert. Die unter-schiedlichen Umgebungsbedingungen, in welchem sich ein solches Bein eines Laufroboters zurechtfinden können muss, erfordern eine entsprechend dynamische und variable Regelung. Deshalb werden dazu unterschiedlichste Regelungskonzepte vorgestellt und beispielhaft in Simulink modelliert, simuliert und die Ergebnisse exemplarisch erläutert. Als Regelungskonzepte wird zum einen als Standardregelung die Kaskadenregelung und zum anderen als robuste Regelung der ReDus-Regler erklärt. Adaptive Regelungen bilden ein ausge-wähltes Beispiel für intelligente Regelungen. Diese Regelungsart zeichnet sich hauptsächliche durch die selbständige Adaption der Reglerparameter an sich ändernde Streckenverhalten aus. Als Beispiel wird die adaptive Regelung MRAC nach der MIT-Rule und nach Lyapunov modelliert und die Ergebnisse werden im Anschluss analysiert.
Um autonome Systeme erfolgreich in einem menschlichen Umfeld einsetzen zu können, bedarf es einer Lernfähigkeit von Systemen. Diese Lernfähigkeit wird zurzeit hauptsächlich in Japan erforscht.
iv
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS : V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS : IX
TABELLENVERZEICHNIS : XII
FORMELZEICHEN. XIII
1 EINLEITUNG. 1
1.1 DAS THEMENUMFELD. 1
1.2 ERGEBNISSE AUS DER DIPLOMARBEIT VON DIPL. ING. (FH) R. TROILO 3
1.3 GLIEDERUNG 6
2 DIE GRUNDLAGEN. 8
2.1 EINFÜHRUNG IN DIE GRUNDLAGEN DER REGELUNGS-TECHNIK. 8
2.1.1 Der Regelkreis nach DIN 19226. 8
2.1.2 Grundsätzliche Anforderungen an eine Regelung. 9
2.1.3 Die wichtigsten Übertragungsglieder 11
2.1.4 Der offene Regelkreis 13
2.1.5 Der geschlossene Regelkreis 14
2.1.6 Die Standard-Regler. 15
2.1.6.1 Der P-Regler 15
2.1.6.2 Der PI-Regler. 16
2.1.6.3 Der PID-Regler 17
2.2 EINFÜHRUNG IN DAS THEMA BEINREGELUNG 18
2.3 DIE BESCHREIBUNG EINES INDUSTRIEROBOTERS 20
2.4 DIE GEOMETRISCHE BESCHREIBUNG VON ROBOTERLAGE. 22
2.4.1 Homogene Koordinaten. 22
2.4.2 Der Übergang zwischen Koordinatensystemen. 24
2.4.3 Mathematische Beschreibung von Rotationen. 25
2.4.4 Die Kinematische Beschreibung nach Denavit - Hartenberg. 28
2.4.5 Die Vorwärtstransformation. 31
2.4.5.1 Die Roll-, Nick-, Gear - Winkeldefinition (Roll, Pitch, Yaw) 31
2.4.5.2 Alternative: Die EulerWinkel. 33
2.4.6 Die Rückwärtstransformation. 33
v
Vorspann
2.4.6.1 Die Analytische Lösung. 34
2.4.6.2 Die Differentielle Lösung. 34
2.5 DAS INVERSE MODELL UND BEWEGUNGSGLEICHUNGEN 36
2.6 DAS NEWTON-EULER-VERFAHREN. 38
2.6.1 Die Beschreibung des Antriebsstrangs eines Roboters 39
2.6.2 Das Modell der Antriebsmotoren und zugehörende Elektronik 39
2.6.3 Die Bestimmung des Modells 4 41
3 DIE REGELUNG. 43
3.1 DIE DEZENTRALE GELENKREGELUNG IN KASKADEN-STRUKTUR 4 43
3.2 DER GESCHWINDIGKEITSREGELKREIS 45
3.2.1 Die Geschwindigkeitsregelung mit PI-Regler 45
3.2.2 Der ReDuS - Geschwindigkeitsregler 4 7 8 9 46
3.2.3 Berechnungsbeispiel bei Vernachlässigung der Reibung 51
3.3 DER ENTWURF DER LAGEREGELUNG 52
4 DIE KASKADENREGELUNG 56
4.1 DER PRINZIPIELLE AUFBAU EINER KASKADE 10 56
4.1.1 Auslegung des Strom- bzw. Momentenreglers 10 57
4.1.2 Die Auslegung des Drehzahlregelkreis 10 58
4.1.3 Der Lageregelkreis 10 60
4.2 DIE KASKADENREGELUNG FÜR DEN LAUFROBOTER LAURON IVB 61
4.2.1 Der Stromregler. 62
4.2.2 Der Drehzahlregler 62
4.2.3 Der Lageregler 63
4.3 DIE SIMULATION DER REGELKONZEPTE 63
4.3.1 Kaskadenregelung. 63
4.3.1.1 Der Stromregelkreis bzw. Momentenregelkreis 63
4.3.1.2 Der Geschwindigkeitsregelkreis 64
4.3.1.3 Der Lageregelkreis. 65
4.3.1.4 Der resultierende Kaskadenregelkreis. 66
4.3.1.5 Zusammenfassung 67
4.3.2 Der ReDuS - Regler 67
4.3.3 P-Lageregler und ReDuS - Geschwindigkeitsregler. 68
4.4 ZUSAMMENFASSUNG „REGELKONZEPT KASKADE“ 69
vi
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb
5 ADAPTIVER ANSATZ FÜR EINE GELENKREGELUNG. 71
5.1 EINFÜHRUNG IN DAS THEMENGEBIET DER ADAPTIVEN REGELUNG. 71
5.1.1 Die Adaptive Regelung und ihre Anwendung. 71
5.1.2 Die Gesteuerte Adaption (Gain - Scheduling) 72
5.1.3 Die geregelte Adaption in MIAS - Struktur 73
5.1.3.1 Der explizite MIAS - Regelkreis 73
5.1.3.1.1 Die Identifikation des Prozessverhaltens 74
5.1.3.2 Der implizite MIAS - Regelkreis 75
5.1.4 Die geregelte Adaption mit Referenzmodell (MRA)C 76
5.1.5 Zusammenfassung 77
5.2 KONZEPTAUSWAHL: DIE GEREGELTE ADAPTION MIT REFERENZMODELL (MODEL
REFERENCE ADAPTIVE CONTROLLER /MRA)C 78
5.3 DAS REGLEREINSTELLVERFAHREN NACH DER MIT - RULE. 79
5.3.1 Das Gradientenabstiegsverfahren 79
5.3.2 Die MIT - Rule 80
5.4 DAS EINSTELLVERFAHREN NACH LYAPUNOV 80
5.4.1 Die Zustandsraumdarstellung (ZRD) 81
5.4.2 Allgemeine Berechnung nach Lyapunov für Systeme 1. Ordnung 82
5.4.3 Allgemeine Berechnung nach Lyapunov für Systeme 2. Ordnung 86
5.5 ADAPTIVE AUSLEGUNG FÜR DIE ZU REGELNDE ROBOTERSTRECKE. 91
5.5.1 Die Strecke der dezentralen Lageregelung 91
5.5.2 Berechnung nach der MIT - Rule 92
5.5.2.1 Berechnung nach MIT mit einem PT2 - Referenzmodell. 92
5.5.2.2 Berechnung nach MIT mit einem PT1 - Referenzmodell. 94
5.5.3 Berechnung nach dem Einstellverfahren nach Lyapunov. 95
5.6 DIE SIMULATION DER ADAPTIVEN KONZEPTE 97
5.6.1 Simulation der adaptiven Positionsregelung nach MIT. 97
5.6.2 Simulation der adaptiven Positionsregelung mit PD-Anteil 98
5.6.3 Adaptive Regelung der Lage und Geschwindigkeit nach MIT. 100
5.6.4 Adaptive Positionsregelung nach Lyapunov. 102
5.7 ZUSAMMENFASSUNG „ADAPTIVE GELENK-REGELUNG“ 104
6 AUSBLICK 105
7 LITERATURVERZEICHNIS. 106
vii
Vorspann
8 ANHANG/ AUSWERTUNG DER SIMULATIONEN 108
8.1 AUSWERTUNG DER SIMULATION FÜR KAPITEL 4.3.1 (KASKADE) 108
8.1.1 Auswertung für den Stromregelkreis (Kapitel 4.3.1.1) 108
8.1.2 Auswertung für den Drehzahlregelkreis (Kapitel 4.3.1.2) 116
8.1.3 Auswertung für den Lageregelkreis (Kapitel 4.3.1.3) 118
8.2 AUSWERTUNG DER SIMULATION FÜR KAPITEL 4.3.2 (REDUS) 121
8.2.1 Das Konzept ReDuS 121
8.2.2 Der ReDuS - Geschwindigkeitsregler 122
8.2.3 Lageregelung und ReDuS - Geschwindigkeits-regler 126
8.3 AUSWERTUNG DER SIMULATION ADAPTIVE REGELUNG (KAP.5.6) 128
8.3.1 Auswertung MIT 128
8.3.1.1 Auswertung der adaptiven Positionsregelung (Kap.5.6.1) 128
8.3.1.2 Auswertung der adaptiven Regelung mit PD-Anteil (Kap. 5.6.2) 134
8.3.1.3 Adaptive Regelung der Geschwindigkeit und der Position
(Kap. 5.6.3) 139
8.3.1.4 Adaptive Regelung der Geschw., Position mit PD-Anteil
(Kap 5.6.3) 144
8.3.2 Auswertung der Adaptiven Regelung nach Lyapunov (Kap5.6.4) 150
8.3.3 Auswertung der Adaption mit Lyapunov und PD-Anteil (Kap 5.6.4) 154
viii
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Gliederungsübersicht
Abbildung 2: Regelkreis im Wirkplan nach DIN 19226.
Abbildung 3: Typisches Aussehen einer Führungsübertragungsfunktion hw 10 (t )
hz 10 (t )
Abbildung 4: Typisches Aussehen einer Störsprungantwort
Abbildung 5:Übergangsfunktion eines PT2-Gliedes abhängig von der Dämpfung
( d ˆ ϑ )
Abbildung 6: Der „offene Regelkreis“
Abbildung 7: Der „geschlossene Regelkreis.
Abbildung 8:Der P-Regler im Regelkreis
Abbildung 9: Industrieroboter mit 3 rotatorischen Gelenken.
Abbildung 10: Prinzipieller Aufbau einer Roboterregelung 4
Abbildung 11: Gerade im zweidimensionalen.
Abbildung 12: Translation des Punktes P um einen Vektor ( , , ) x y z Δ Δ Δ T
Abbildung 13: Rotation um die Z-Achse
Abbildung 14: Rotation um die X-Achs.
Abbildung 15: Rotation um die Y-Achse
Abbildung 16: Die offene Kinematische Kette nach Denavit-Hartenberg 14
Abbildung 17: Darstellung der Roll-, Nick-, Gear - Winkeldefinition
Abbildung 18: Krafteinwirkung auf einen Körper nach Newton 4
Abbildung 19: Roboter mit einem rotatorischen Gelenk und einem Schubgelenk 4
Abbildung 20: Roboter mit drei rotatorischen Gelenken 4
Abbildung 21: Ablaufschema des Newton - Euler- Verfahren 4
Abbildung 22: Modell einer Gelenkachse 4
Abbildung 23: Vereinfachter Aufbau eines Gelenkarms als PT1 - Glied.
Abbildung 24: Wirkplan der Stromregelung eines Gleichstromantriebs 4
Abbildung 25: Schematische Darstellung der Gesamtregelstrecke eines Roboterarms nach
Gl (2.19) 4
Abbildung 26: Die prinzipielle Struktur einer Robotergelenkregelung
Abbildung 27: Blockschaltbild der vereinfachten DGL nach Gl(3.2)
Abbildung 28: Wirkplan des Geschwindigkeitsregelkreis der Gelenkregelung mit PI -
Regler 4
Abbildung 29: Wirkplan: Geschwindigkeitsregelkreis mit PI - Regler
Abbildung 30: Wirkplan: ReDuS - Regler und Strecke 4 7 8 9
Abbildung 31: Regelkreisstruktur für oben genanntes Beispiel
Abbildung 32: PT2- und PT1-Sprungantwort
Abbildung 33: Bestimmung der Dämpfung und Zeitkonstante aus einer Sprungantwort.
Abbildung 34: Wirkplan der Lageregelung 4
Abbildung 35: Die allgemeine Struktur einer Kaskade in der Antriebstechnik 10
Abbildung 36: Die Struktur des Momentenregelkreis 10
Abbildung 37: Der Wirkplan des Drehzahlregelkreis.
Abbildung 38: Führungsübertragungsfunktion als Wirkplan 10
Abbildung 39: Pol - Nullstellen - Plan 10
Abbildung 40: Der Wirkplan des Lageregelkreis 10
Abbildung 41: Aufbau der Kaskadenregelung für den Laufroboter
Abbildung 42: Der Stromregelkreises als Simulinkmodell
Abbildung 43: Drehzahlregelkreis im Simulinkmodell
Abbildung 44: Der Lageregelkreis dargestellt in Simulink.
Abbildung 45: Die Kaskadenregelung in Simulink
ix
Vorspann
Abbildung 46: ReDuS - Geschwindigkeitsregelkreis in Simulink.
Abbildung 47: P-Lageregler und ReDuS - Geschwindigkeitsregler
Abbildung 48: Struktur der gesteuerten Adaption
Abbildung 49: Allgemeine Struktur des expliziten MIAS-Regelkreis
Abbildung 50: Identifikation über Auswertung der Sprungantwort.
Abbildung 51: Allgemeine Struktur des impliziten MIAS-Regelkreis.
Abbildung 52: Struktur des adaptiven PID Reglers nach Ziegler Nichols
Abbildung 53: Allgemeine Struktur des MRAC-Regelkreis.
Abbildung 54: Das Gradientenabstiegsverfahren graphisch veranschaulicht
Abbildung 55: MRAC nach Lyapunov für System 1-ter Ordnung Blockschaltbild.
Abbildung 56: MRAC Lyapunov System 2-ter Ordnung Blockdiagramm
in Matlab.
Abbildung 57: Die Strecke der Gelenkregelung.
Abbildung 58: Regelkreisstruktur für die Berechnung nach MIT - Rule
Abbildung 59: Regelkreisstruktur der adaptiven Regelung nach MIT.
Abbildung 60: Struktur der adaptiven Regelung nach MIT mit PD-Anteil.
Abbildung 61: Struktur der adaptiven Lage- und Geschwindigkeitsregelung nach MIT mit
PD -Anteil
Abbildung 62: Modell der adaptiven Regelung nach Lyapunov in Simulink.
Abbildung 63: Der Stromregelkreis als Modell in Simulink
Abbildung 64: Führungsverhalten der Stromregelung bei Sprungantwort
Abbildung 65: Störverhalten der Stromregelung bei Störsprung.
Abbildung 66: Sprungantwort und Störsprungantwort der Stromregelung.
Abbildung 67: Verhalten der Stromregelung mit einem zufälligen Rauschen als Störung
Abbildung 68: Verhalten des Stromregelkreises bei PWM - Signal als Sollwertvorgabe.
Abbildung 69: Verhalten des Stromregelkreises bei PWM - Signal als Sollwertvorgabe
und Störung
Abbildung 70: Führungssprungantwort der Stromregelung.
Abbildung 71: Störsprungantwort der Stromregelung.
Abbildung 72: Sprungantwort und Störsprungantwort der Stromregelung.
Abbildung 73: Verhalten der Stromregelung bei zufälligem Rauschen
Abbildung 74: Verhalten des Stromregelkreises bei PWM - Signal als Sollwertvorgabe
und Störung
Abbildung 75: Modell der Drehzahlregelung in Simulink
Abbildung 76: Führungssprungantwort der Drehzahlregelung
Abbildung 77: Störsprungantwort der Drehzahlregelung
Abbildung 78: Modell der Lagerregelung in Simulink
Abbildung 79: Führungssprungantwort der Lageregelung
Abbildung 80: Störsprung auf die Lageregelung
Abbildung 81: Führungssprungantwort der Lageregelung
Abbildung 82: Der ReDuS - Regler als Modell in Simulink
Abbildung 83: Führungssprungantwort der Regelung
Abbildung 84: Führungssprungantwort der Regelung bei eingeprägtem PT2 - Verhalten
Abbildung 85: Der ReDuS - Geschwindigkeitsregler im Simulationsmodell
Abbildung 86: Führungsverhalten der Geschwindigkeitsregelung mit ReDuS
Abbildung 87: Störsprungantwort der Geschwindigkeitsregelung mit ReDuS
Abbildung 88: Störverhalten der Regelung bei überlagertem PWM - Signal
Abbildung 89: Führungsverhalten der Regelung bei Änderung der Strecke
Abbildung 90: Lageregelkreis und ReDuS - Regler
Abbildung 91: Verhalten der Drehzahlregelung mit ReDuS.
Abbildung 92: Verhalten der Lageregelung.
Abbildung 93: Verhalten der Drehzahl bei Verwendung eines PI - Reglers als
Geschwindigkeitsregler.
x
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb
Abbildung 94: Verhalten der Lageregelung mit PI - Geschwindigkeitsregler
Abbildung 95: Adaptive Regelung nach dem MRAC Konzept mit MIT - Rule.
Abbildung 96: Sprungantwort der zu regelnden mechanischen Strecke.
Abbildung 97: Führungssprungantwort des gewählten PT2 - Referenzmodells.
Abbildung 98: Führungssprungantwort des Adaptiven Regelkreis.
Abbildung 99: Führungssprungantwort bei Änderung der Streckenparameter.
Abbildung 100: Führungssprungantwort bei zu starker Änderung der Streckenparameter.
Abbildung 101: Führungssprungantwort der Regelung bei Erniedrigung der
Streckenparameter.
Abbildung 102: Regelkreisstruktur der Adaptiven Regelung mit PD-Anteil in Simulink.
Abbildung 103: Führungssprungantwort der adaptiven Regelkreisstruktur mit PD-Anteil
Abbildung 104: Führungssprungantwort bei zufälliger Änderung der Streckenparameter
Abbildung 105: Führungsverhalten bei starker Änderung der Streckenparameter.
Abbildung 106: Führungsverhalten bei Erniedrigung der Streckenparameter
Abbildung 107: Modell der Adaptiven Positions- und Geschwindigkeitsregelung.
Abbildung 108: Sprungantwort der Strecke für die Geschwindigkeitsregelung
Abbildung 109: Führungssprungantwort der adaptiven Geschwindigkeitsregelung.
Abbildung 110: Führungssprungantwort der adaptiven Positionsregelung.
Abbildung 111: Führungssprungantwort der adaptiven Positionsregelung
Strecken änderung.
Abbildung 112: Führungssprungantwort der adaptiven Positionsregelung
Strecken änderung.
Abbildung 113: Modell der Adaptiven Lage- und Geschwindigkeitsregelung mit PD-Anteil
Abbildung 114: Führungssprungantwort der adaptiven Drehzahlregelung mit PD-Anteil.
Abbildung 115: Führungssprungantwort der adaptiven Positionsregelung mit PD-Anteil.
Abbildung 116: Führungssprungantwort der adaptiven Drehzahlregelung
Strecken änderung
Abbildung 117: Führungssprungantwort der adaptiven Positionsregelung bei Änderung der
Strecke
Abbildung 118: Führungssprungantwort der adaptiven Geschwindigkeitsregelung
Strecken änderung
Abbildung 119: Führungssprungantwort der adaptiven Positionsregelung bei Änderung
der Strecke
Abbildung 120: Modell der adaptiven Regelung nach Lyapunov in Simulink.
Abbildung 121: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung.
Abbildung 122: Führungssprungantwort der Adaptiven Regelung bei Änderung der Strecke.
Abbildung 123: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung bei Änderung der Strecke
Abbildung 124: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung bei Änderung der Strecke
Abbildung 125: Modell der adaptiven Regelung mit Lyapunov und PD-Anteil.
Abbildung 126: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung nach Lyapunov und PD-
Anteil
Abbildung 127: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung mit PD-Anteil und
Änderung der Strecke.
Abbildung 128: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung mit PD-Anteil und
Änderung der Strecke.
Abbildung 129: Führungssprungantwort der adaptiven Regelung mit PD-Anteil und
Änderung der Strecke.
xi
Vorspann
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Messergebnisse aus der Diplomarbeit von R. Troilo 11 5
Tabelle 2: Der Laufroboter Lauron IVb 11 5
Tabelle 3: Das Beingelenk des Lauron IVb 11 5
Tabelle 4: Übersicht P-Glied 11
Tabelle 5: Übersicht I-Glied 11
Tabelle 6: Übersicht D-Glied. 12
Tabelle 7: Übersicht PT1-Glied. 12
Tabelle 8: Übersicht PT2-Glied. 12
Tabelle 9: Übersichtstabelle für den P-Regler. 15
Tabelle 10: Übersichtstabelle für den PI-Regler 16
Tabelle 11: Übersichtstabelle für den PID-Regler 18
Tabelle 12: Übersicht der Regelungen in Abhängigkeit von Prozessstruktur und Parameter 72
xii
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb ________________________________________________________________________
Formelzeichen
xiii
Regelungskonzepte - Beinregelung für den Laufroboter Lauron IVb ________________________________________________________________________
xv
1 Einleitung
1.1 Das Themenumfeld
Die Tatsache, dass Roboter aus unserer Industriegesellschaft nicht mehr wegzudenken sind, wurde bereits genannt. Die ersten Entwicklungen auf diesem Gebiet liegen schon weit in der Vergangenheit. Konjunktur erhält diese Entwicklung erst in den Siebzigern.
Im Jahr 1973 wird durch den deutsche Robotikpionier KUKA der weltweit erste Industrieroboter mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen gebaut. Zurzeit sind Industrieroboter die meist verwendeten Roboterformen. Die Raumfahrt ist letztendlich der Initiator für die ersten Entwicklungen von frei beweglichen Robotersystemen zur Entnahme und Analyse von Bodenproben sowie zur Erkundung von anderen Planeten. Ziel und Bestrebung der Forschung sind die Integration von autonomen Robotersystemen in Industrieproduktion aber auch im Alltag. Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Entwicklung mobiler Serviceroboter im Bereich Logistik und in Krankenhäusern sowie der humanoiden Robotik. Japan ist der absolute Vorreiter auf dem Gebiet der Robotik. In der militärischen Forschung liegt der Schwerpunkt eher auf der Entwicklung unbemannter Aufklärungssysteme.
Im Gegensatz zu Industrierobotern mit einem definierten örtlichen Arbeitsraum müssen autonome Robotersysteme sich in ständig ändernden Umgebungs-bedingungen zurechtfinden. Diese Anpassung und das Zurechtfinden in unterschiedlichen Umgebungen stellen hohe Anforderungen an eine Steuerung und Regelung sowie an deren Sensoren.
Ein Mensch kann mit Hilfe seiner Beine ohne Probleme einen Ortswechsel vornehmen. Diese Bewegungsfreiheit kann auch nicht durch kleinere Hindernisse wie Unebenheiten oder kleine Gräben eingeschränkt werden. Außerdem haben sie einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Somit können sie sich mit ihrem Koordinationsvermögen an veränderte Umgebungsbedingungen anpassen. Der Bewegungsmechanismus „Bein“ kann mühelos gesteuert und bedient werden. Ins technische übersetzt wird eine Bewegung zu Lande entweder als „Rollen“ oder „Laufen“ beschrieben. Die Rollbewegung wird technisch gut beherrscht und wird bisher für jede Art von Bewegung verwendet. Mit Hilfe der „Laufbewegung“ können aber viel größere Bewegungsradien realisiert werden und mögliche Hindernisse mühelos bewältigt werden. Allerdings ist sie sehr viel komplizierter zu erschaffen und zu steuern. Aber man könnte damit an Orte gelangen, die mit der Rollbewegung nicht erreicht werden können.
Bei schreitender Fortbewegung sind die Anforderungen an die natürliche oder vorhandene Infrastruktur der Umgebung wesentlich geringer als bei der rollenden Fortbewegung. Dies betrifft sowohl das Bodenrelief als auch die physikalischen Eigenschaften des Untergrundes. Die besonderen Vorteile von Laufmaschinen sind nach [15]:
1
• hohe Beweglichkeit und Manövrierfähigkeit,
• Überwindung von Hindernissen bis etwa der Beingröße,
• Fähigkeit zum Treppensteigen und zum Durchqueren enger Durchbrüche,
• Möglichkeit der Arbeit in unstrukturiertem (z.B. zerklüfteten) Gelände,
• diskontinuierliche Spur, wählbare Stützstellen auf dem Untergrund,
• Adaptionsfähigkeit an Untergründe mit unbekannter und wechselnder Tragfähigkeit,
• Nutzung einzelner Beine als Manipulator und
• Nutzung des Körpers als frei positionierbare Trägerplattform für Instrumente.
Diese Vorteile bedürfen jedoch eines weit komplexeren Systems wie es bisher für rollende Systeme nötig war. Dieses Gesamtsystem erhält erst dann seine Funktionsfähigkeit, wenn alle Teilkomponenten wie Mechanik, Elektronik und Informationsverarbeitung aufeinander abgestimmt sind.
Die Robotikforschung ist stark interdisziplinär und die Realisierung eines erfolgversprechenden autonomen Systems ist nur dann möglich, wenn Verfahren und Techniken aus verschiedenen Forschungsgebieten kombiniert werden. Einige der wichtigsten Gebiete sind dabei die Regelungstechnik, Kinematik, Dynamik, Sensorik, Aktorik, Sicherheitstechniken, Verlässlichkeit, Bild- und Signal-verarbeitung, Soft -Computing, Echtzeitprogrammierung und viele mehr.
In dieser Arbeit wird der Aufbau eines sechsbeinigen Laufroboters verwendet. Sechsbeinige Konstruktionen sind ideale Grundlagen für statisch stabile Laufroboter und damit für die Bewegung in unebenem Gelände bestens geeignet. Als „Laufalgorithmus“ wird der „Tripod-Gang“ verwendet. Beim Tripod-Gang sind zu jedem Zeitpunkt drei Beine am Boden.
„Die theoretische Betrachtungsweise verschiedener umsetzbarer Regelungskonzepte für die Gelenkregelung eines Beines des Laufroboters Lauron IVb“ bildet die Aufgabenstellung für dieses durchgeführte Projekt.
Die in diesem Buch behandelte Thematik der Robotik beschränkt sich ausschließlich auf das Gebiet der Regelungstechnik. In Kompakter Form erfolgt die Vorstellung und Analyse möglicher Regelungskonzepte für die Gelenkregelung eines Beingelenkes für einen sechsbeinigen Laufroboter. Hierbei wird die Analogie der Theorie der Industrieroboter herangezogen und ausgeführt.
2
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
1.2 Ergebnisse aus der Diplomarbeit von Dipl. Ing. (FH) R. Troilo
Als Beispiel werden in der Tabelle 1: Messergebnisse aus der Diplomarbeit von R. Troilo [11]Tabelle 1 aus der Diplomarbeit von Dipl. Ing. (FH) R. Troilo aufgenommen Regelkurven eines Beingelenkes dargestellt und bewertet.
3
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
Aus der Betrachtung der dargestellten Ergebnisse ist zu erkennen, dass die Regelung unter den realen Bedingungen für unsere Problemstellung eines sich ständig ändernden physikalischen Untergrunds nicht ausreichend ist. Als Lageregler ist ein P-Regler verwendet worden und für die Regelung der Geschwindigkeit ein PI-Regler. Auf einen Stromregler ist in der Diplomarbeit an dieser Stelle verzichtet worden.
In den Kapiteln 3, 4 und Kapitel 5 werden neue bzw. erweiterte Regelverfahren vorgestellt, um ein effizienteres Regelverhalten zu erreichen. Hierbei ist ein Hauptaugenmerk auf das Störverhalten der zu entwerfenden Regler zu richten.
1.3 Gliederung
Abbildung 1 gibt einen kurzen Überblick über die Thematik dieser Arbeit
In Kapitel 1 werden die Sprungantworten aus der Diplomarbeit von Dipl. Ing(FH) R. Troilo vorgestellt und für dieses Projekt aufgearbeitet.
Für die spätere Modellierung der Regelstrecke finden sie die Grundlagen dafür in Kapitel 2. Hier wird direkt Basisbezug auf Industrieroboter genommen, die dieselben mechanischen Grundvoraussetzungen aufweisen wie das beschriebene Beingelenk. Zu Beginn erfolgt eine kurze Einführung in die Grundlagen der Regelungstechnik und es werden anschließend die mathematischen Grundlagen der Robotik gelegt. Hierbei werden die Themen Homogene Koordinaten, die mathematische Beschreibung von
6
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
Rotationen, die kinematische Beschreibung nach Denavit Hartenberg, die Vorwärtstransformation und die Rückwärts-transformation eingeführt. Auf Basis der allgemeinen Theorie der Industrieroboter erfolgt die Beschreibung des Antriebstranges, die Modellierung der Antriebsmotoren und der Elektronik. Am Ende erfolgen die Gesamtmodellbildung und damit die zu regelnde Strecke in allgemeiner Form.
Kapitel 3 führt uns zu unserem Hauptthemengebiet, der Regelung. Ausgeführt wird dabei die dezentrale Kaskadenregelung, die das Modell in einem Arbeitspunkt linearisiert und stark vereinfacht. Dem folgt der Entwurf der Geschwindigkeitsregelung mit den Konzepten PI-Regler und ReDuS - Regler und der Entwurf der Lageregelung wird mit genügend Hintergrundtheorie eingeführt.
Kapitel 4 betrachtet eine Antriebseinheit aus dem Blickwinkel der Antriebstechnik. Sie ist in einer Kaskadenregelung ausgeführt. Es erfolgt der komplette theoretische Entwurf einer Kaskade mit Stromregler, Drehzahlregler und Lageregler. Dieses theoretische Konzept wird dann auf eine Beinregelung des Laufroboters übertragen. Am Ende von Kapitel 4 werden die einzelnen Regelkreise in Simulink modelliert, simuliert und zu einer Kaskadenregelung zusammengesetzt. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung des Regel-konzepts „Kaskadenregelung“.
Als abschließendes Regelungskonzept wird in Kapitel 5 die Adaptive Regelung ausgeführt und abgeleitet. Beginnend mit einem Überblick über das Gebiet der Adaptiven Regelungen geht es nun zum Konzept der Aufgabenstellung. Als Konzept wird die geregelte Adaption mit Referenzmodell gewählt (MRAC Modell Reference Adaptive Controller), die von einem Prozess mit bekannter Struktur, aber unbekannten Parametern ausgeht. Die Adaption nach der MIT - Rule und nach Lyapunov werden hierbei als unterschiedliche Einstellverfahren präsentiert. Hierbei wird die Adaptive Regelung mit Lyapunov exemplarisch für ein System 1-ter und 2-ter Ordnung mathematisch durchgerechnet. Es erfolgt eine erneute Modellbildung, Simulation und Verbesserung der Regelung. Am Ende steht eine kurze Zusammenfassung des Regelkonzepts „Adaptive Gelenkregelung“
Kapitel 6 bildet den Abschluss der Arbeit und gibt einen Ausblick auf alternativen Möglichkeiten.
Im Anhang (Kapitel 7 & 8) befinden sich die Quellenangaben sowie alle nötigen Details der Simulation der Konzepte und die Auswertung. Hinzu kommen verschiedene Tests, die sich auf das Störverhalten bzw. Robustheit gegenüber Änderung der Streckenparameter beziehen.
7
2 Die Grundlagen
In diesem Grundlagenkapitel findet eine kurze Einführung in die Grundlagen der Regelungstechnik. Gleichzeitig werden die mathematischen Grundlagen der Robotik und die Grundlagen des Industrieroboters dargestellt. Die Begriffe
„Bewegungsgleichungen“ und „inverses Modell“ werden erläutert. Eine kurze Beschreibung des Newton-Euler-Verfahrens, die Beschreibung des Antriebstrangs eines Roboters und die Bildung des inversen Modells eines Industrieroboters schließen dieses Grundlagenkapitel ab.
2.1 Einführung in die Grundlagen der Regelungs-technik
Zum besseren Verständnis werden an dieser Stelle die am häufigsten in dieser Arbeit verwendeten Grundlagen der Regelungstechnik näher erläutert. Themen die tief greifendes Wissen der Regelungstechnik voraussetzen wird an dieser Stelle auf Zusatzliteratur die [10] und [3] verwiesen.
Bei Regelungen wird die zu regelnde Größe ständig gemessen und mit dem Sollwert verglichen. Eine Definition für den Begriff „Regelung“ lässt sich nach [10] folgendermaßen formulieren:
„Unter einer Regelung versteht man einen Vorgang, bei dem eine Größe, die Regelgröße, fortlaufend gemessen wird und mit einer anderen Größe, der Führungsgröße, verglichen wird. Mit dem Vergleichsergebnis wird die Regelgröße so beeinflusst, dass sich die Regelgröße der Führungsgröße angleicht. Der sich ergebende Wirkungsablauf findet in einem geschlossenen Kreis, dem Regelkreis statt“. [10]
2.1.1 Der Regelkreis nach DIN 19226
Nach DIN 19226 lässt sich der Regelkreis im Wirkplan wie in Abbildung 2 darstellen.
8
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
W: Führungsgröße oder Sollwert (engl.: set point)
e: Regeldifferenz (engl.: control error) y: Stellgröße (engl.: manipulated variable) Z: Störungen (engl.: disturbance) x: Regelgröße (engl.: process value) r: Rückführungsgröße
x = und das Meistens wird eine ideale Messung betrachtet. Demnach gilt dann r
Messglied ist vernachlässigbar bzw. wird zu 1 angenommen. Die Strecke (engl.: plant) ist ein Teil des technischen Prozesses, in dem die Regelgröße gebildet wird. Der Regler ist ein Block im Regelkreis.
Man spricht dann von einer Steuerung und nicht von einer Regelung, wenn keine ständig wirksame Rückführung vorhanden ist und somit kein Soll-Ist-Vergleich gebildet wird. Im Folgenden sollen einige grundsätzliche Anforderungen an eine Regelung formuliert werden.
2.1.2 Grundsätzliche Anforderungen an eine Regelung
Das Verhalten einer Regelung ist am besten aus „Sprungantworten“ zu erkennen. Speziell wird dies auch als „Übergangsfunktion h(t)“ bezeichnet. Diese charakteristischen Funktionen erhält man durch Reaktionen von x auf einen σ (Sigma) am Eingang. Einheitssprung ) (t
In einem Regelkreis können sich insgesamt zwei Eingangsgrößen ändern
• Führungsgröße
• Störgröße.
Man unterscheidet deshalb in zwei Arten der Verhaltensweisen einer Regelung:
a) Führungsverhalten:
Das Führungsverhalten beschreibt die Reaktion des Regelkreises auf Änderungen vom Eingang w(t) und wird in der Führungsübergangsfunktion
Abbildung 3 stellt das typische Aussehen von
9
b) Störverhalten:
Das Störverhalten beschreibt die Reaktion des Regelkreises auf eine Störung z und wird in einer Störübergangsfunktion
des Ausgangs x(t) bei einem Einheitssprung z= σ (t). Ein Beispiel einer Störübertragungsfunktion ist in Abbildung 4
10
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
Es können einige grundlegende prinzipielle Anforderungen an eine Regelung formuliert werden:
• Stabilität ( Ausgangsgröße x geht auf festen Sollwert)
• Möglichst kein oder nur kleiner bleibender Regelfehler
• Schnelles Erreichen des Sollwertes
• Geringe Schwingungen (gute Dämpfung)
Aus den oben genannten beiden Verhaltensweisen lassen sich somit zwei grundsätzliche Regelungsarten ableiten. Zum einen eine Festwertregelung bei der das Störverhalten der Regelung sehr wichtig ist, da der Sollwert w(t) konstant ist und somit nur Störungen auszuregeln sind. Zum anderen die Folgeregelung bei der das Führungsverhalten von Bedeutung ist, da sich der Sollwert w(t) verändert und die Störungen z=0 sind.
2.1.3 Die wichtigsten Übertragungsglieder
Eine Regelstrecke setzt sich meistens aus verschiedenen Übertragungsgliedern zusammen. Diese Glieder weisen ein bestimmtes Übertragungsverhalten zwischen ihrer Ein- und Ausgangsgröße auf und werden entsprechend ihrem Zeitverhalten charakterisiert. Die Tabelle 4, Tabelle 5, Tabelle 6, Tabelle 7 und Tabelle 8 zeigen die wichtigsten Übertragungsglieder.
• Proportionalglied (P-Glied)
Die Eingangsgröße stellt sich über den Faktor K am Ausgang ein.
• Integrator (I-Glied)
Übertragungsglied mit integrativem Übertragungsverhalten.
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
(schwingungsfähig). Allgemein gilt: Je kleiner ϑ ist umso schlechter ist die Schwingung gedämpft. Ist ϑ =0 ist das Verhalten eine Dauerschwingung mit der Kennkreisfrequenz 0
ϑ = ˆ d Abbildung 5:Übergangsfunktion eines PT2-Gliedes abhängig von der Dämpfung ( ) [13]
2.1.4 Der offene Regelkreis
Der „offene Regelkreis“ wird für den Nachweis der Stabilität und für die Konstruktion der Wurzelortskurve benötigt. Die Abbildung 6 stellt diesen graphisch dar.
13
In den meisten Fällen wird von einer idealen Messung ausgegangen und das Messglied wird somit vernachlässigt. Aus der Abbildung 6 ergibt sich als Übertragungsfunktion
= ) ( G s G
v O
2.1.5 Der geschlossene Regelkreis
Aus dem geschlossenen Regelkreis wird die Führungsübertragungsfunktion berechnet, aus der direkt das Führungsverhalten des Regelkreises ersichtlich ist. Die Abbildung 7 stellt diesen graphisch dar.
Anhand der Abbildung 7 ergibt sich für die Berechnung der Führungsübertragungsfunktion
14
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
= ) ( s G
W
2.1.6 Die Standard-Regler
Im Folgenden wird der P-Regler, PI-Regler und PID-Regler als die Standardregler näher erläutert.
2.1.6.1 Der P-Regler
Der P-Regler besteht aus einem einfachen Proportional-Glied. Die Abbildung 8 zeigt den Regler im Regelkreis mit Störgröße. Die Störgröße wirkt hier am Eingang der Strecke. Dies ist der „worst-case“, da die Störung somit die ganze Strecke durchläuft, bevor diese am Ausgang bemerkt wird und der Regler gegensteuert.
Die Tabelle 9 gibt eine Übersicht über den P-Regler.
Reglergleichung im Zeitbereich
Übertragungsfunktion Struktur
Parameter
Reglerübergangsfunktion
Der fehlende I-Anteil des P-Reglers führt in der Regel zu bleibenden Regelfehlern d.h. K wird der die Regeldifferenz verschwindet nicht. Mit wachsender Regler-verstärkung P bleibende Regelfehler kleiner.
2.1.6.2 Der PI-Regler
Der PI-Regler besteht aus einer Parallelschaltung von einem P- und einem I-Glied. Die Tabelle 10 gibt eine Übersicht über den PI-Regler.
Zeitbereich Übertragungsfunktion
Struktur
Parameter
Reglerübergangsfunktion
16
Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ________________________________________________________________________
Der PI-Regler verhindert durch den I-Anteil strukturell einen bleibenden Regelfehler unabhängig von einwirkenden Störungen und der Strecken-verstärkung. Der I-Anteil ist ein instabiles Übertragungsglied, deshalb muss ein unkontrolliertes Hochlaufen des I-Anteils über einen Anti-Wind-up-Reset (AWR) verhindert werden. Ein solches unkontrolliertes Hochlaufen kann eintreten, wenn der das Stellglied an die Stellgrenzen gerät, oder wenn der Regler offline arbeitet. Deshalb muss als Konsequenz der I-Anteil begrenzt werden, da in beiden Fällen der Regler nicht ausregeln kann.
2.1.6.3 Der PID-Regler
Der PID-Regler besteht aus einer Parallelschaltung von einem P-, I- und einem D-Glied. Die Tabelle 11 gibt eine Übersicht über den PID-Regler.
Struktur
Parameter
Reglerübergangsfunktion
Arbeit zitieren:
Dipl. Ing (FH) Martin Pfrommer, MSc Dipl-Ing(FH) Yordan Todorov, 2008, Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Mathematische Positionsbestimmung anhand des GPS
Mathematik - Angewandte Mathematik
Facharbeit (Schule), 28 Seiten
Realisierung der Regelung eines Laborversuchs mit einem flexiblen Arm
Diplomarbeit, 76 Seiten
Martin Pfrommer's Text Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Pfrommer hat den Text Regelungskonzepte für die Beinregelung des Laufroboters Lauron IVb veröffentlicht
Martin Pfrommer hat einen neuen Text hochgeladen
The Revelation of the Glory: Part IVB: The Genealogy of Depravity: Liv...
Frans Jozef van Beeck, Frans Jozef Van Beeck
Inorganic Reactions and Methods, the Formation of Bonds to Elements of...
J. J. Zuckerman, Ben Ed. Zuckerman
Inorganic Reactions and Methods, the Formation of Bonds to Elements of...
J. J. Zuckerman, Ben Ed. Zuckerman
0 Kommentare