Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
S. 2 - 4
II. Die Verfassungsrechtliche Ausgangslage im
Hochstift Bamberg
S. 5 - 6
III. Das Domkapitel
1. Die Geistliche Weltanschauung des Domkapitels 7
2. Das Domkapitel erbittet Hilfe und Unterstützung
beim Schwäbischen Bund S. 8 - 9
3. Das Verhalten des Domkapitels während der
Aufst ände im Hochstift Bamberg S. 9 - 13
IV. Bischof Weigand von Redwitz
1. Der Charakter und die geistliche Weltanschauung
Weigands von Redwitz S. 14 - 15
2. Die Kontakte des bambergischen Bischofs Weigand
von Redwitz zum Schwäbischen Bund S. 15 - 16
3. Das Verhalten des Bischofs während des
Bauernaufstandes in seinem Hochstift S. 16 - 18
V. Schlussbetrachtung
S. 19 - 20
VI. Literatur- und Quellenverzeichnis
S. 21 - 22
1
I. Einleitung
Donnerstag Corporis Christi oder Veitstag, 15. Junij, zog der Marggrav mit dem Bund ins Stift Bamberg, denen der Bischof mit weinenden Augen entgegen gezogen und vermeint, den Bund wider wentig zu machen, weil er seinen Underthanen selbst gern geschützt hette. 1
Michel Groß von Truckau beschreibt mit diesen Worten den Einmarsch des Schwäbischen Bundes mit Markgraf Kasimir von Brandenburg in den Hochstift Bamberg. Es handelt sich hier um den Auszug eines äußerst langen Berichtes über den Rachefeldzug des Bundes in Gemeinschaft mit dem Markgrafen.
Erstaunlicher Weise tritt der Bischof dem Tross entgegen und verlangt die Umkehr. Er wolle seine Untertanen vor Übergriffen des Bundes schützen und selber über sie Recht sprechen. Hierbei tritt die Frage auf, wer aus dem Hochstift Bamberg hätte Interesse daran haben können, die militärischen Kapazitäten des Schwäbischen Bundes nach Bamberg zu rufen. Sicherlich hatte der benachbarte Markgraf auch seine Gründe, den geistlichen Nachbarfürsten in die Schranken zu verweisen. Schließlich wurden ihm von aufrührerischen Bauern aus dem Hochstift Bamberg einige Burgen in Brand gesteckt und verwüstet. Allerdings zerstörten die Bauern die Burgen versehentlich, da ihnen die territoriale Zugehörigkeit nicht bewusst war. Ohne den Bund wäre Kasimir aber vermutlich nicht nach Bamberg gezogen. Ebenso wäre der Schwäbische Bund an dem Hochstift vorbeigezogen, wenn er nicht nach Bamberg gerufen worden wäre. Wer aber hatte ein Interesse an den Truppen des Bundes? Der Bischof scheint laut der Aussage von Michel Groß von Truckau den Einmarsch verhindern zu wollen. Vielleicht handelt es sich aber nur um Maskerade oder er hatte um Hilfe gebeten und versuchte nach dem Ende des Aufstandes die gerufene Hilfe wieder abzubestellen. Vielleicht gab es in Bamberg noch andere Akteure, die mit dem Schwäbischen Bund ihre Interessen wahren wollten. Mit diesen Fragen soll sich die Arbeit beschäftigen.
2
Um eine Antwort auf die Fragen zu erhalten, muss zuvor die verfassungsrechtliche Struktur des Bistums Bamberg geklärt werden. Damit befasst sich der erste Teil der Arbeit. Allerdings handelt es sich um einen äußerst kurzen und rudimentären Abriss der Struktur des Bistums. Es soll damit die Regierungsverantwortung geklärt und erläutert werden. Die dabei festgestellten Parteien, um sie hier schon vorwegzunehmen, das Domkapitel und der Bischof, stellen nicht die einzigen Interessensverbände dar, die ihre Lobbyarbeit betreiben. Allerdings sind es die einzigen Parteien, die in einer aktiven Regierungsverantwortung stehen. 2 Daher konzentriert sich die Arbeit auf diese beiden Akteure. Die anderen Akteure sind für die Fragestellung nicht relevant.
Im Weiteren wird jeweils für das Domkapitel, wie auch für den Bischof ihre geistliche Weltanschauung dargelegt. Für die Gesamtbeurteilung ist es durchaus wichtig, zusätzlich noch den Charakter des Bischofs Weigand von Redwitz zu untersuchen. Bei dem Domkapitel wird darauf verzichtet, da es als Einheit untersucht wird und nicht jedes der 34 3 Mitglieder einzeln.
Die Arbeit untersucht außerdem, inwieweit die einzelnen Akteure in Kontakt mit dem Schwäbischen Bund standen und wie sie sich während des Bauernkrieges in Bamberg verhielten. Um keinen chronologischen Teil über die Abläufe des Bau-ernaufstandes im Bistum einfügen zu müssen, ist dieses im Abschnitt über das Verhalten des Domkapitels während der Aufstände eingebunden. Daher ist dieser Abschnitt wesentlich länger als sein Pendant über den Bischof.
Die Arbeit basiert auf den Quellenmaterialien von Wilhelm Vogt Die Correspondenz des schwäbischen Hauptmanns Ulrich Artzt von Augsburg, Anton Chroust Chroniken der Stadt Bamberg, Günther Franz Quellen zur Geschichte des Bauernkrieges sowie Adam Das Tagebuch des Herolds Hans Lutz von Augsburg. Die
1 Franz; Quellen zur Geschichte des Bauernkrieges; Bd. 2; München 1963; S. 398.
2 Zu den anderen Parteien siehe Michel; Der Gang der Reformation in Franken; Erlangen 1930; S. 20 - 21.
3 Eine Liste aller Mitglieder des Domkapitels findet sich bei Kist; Ein Beitrag zur Geschichte seiner Verfassung, seines Wirkens und seiner Mitglieder; Historisch-Diplomatische Forschungen; Bd. 7; Weimar 1943; S. 124 - 125.
3
für die Arbeit wichtigste Literatur stammt von Rudolf Endres Probleme des Bauernkrieges im Hochstift Bamberg, Johann Looshorn Die Geschichte des Bisthums Bamberg, den Werken von Johannes Kist Fürst und Erzbistum Bamberg, Leitfaden durch die Geschichte von 1007 bis 1960, Die Matrikel der Geistlichkeit des Bistums Bamberg 1400-1556. Für den verfassungsrechtlichen Teil und die Struktur des Bistums Bamberg sind die Arbeiten von Hans-Jürgen Schmitt Die geistliche und weltliche Verwaltung der Diözese und des Hochstiftes Bamberg zur Zeit des Bischofs Weigand von Redwitz und Alwin Reindl Die vier Immunitäten des Domkapitels zu Bamberg maßgebend.
4
II. Die verfassungsrechtliche Ausgangslage im Hochstift
Bamberg
An der Spitze der Bistums Bamberg stand der jeweilige Bischof. Während des Bauernkrieges im Jahre 1525 war es Bischof Weigand von Redwitz, der erst seit drei Jahren den Bischofsstuhl inne hatte.
Der Bischof verfügte über die Kirchengüter und Domänen und besaß damit die niedere und mittlere oder vogteiliche Gerichtsbarkeit. Weiterhin besaß er die Polizeigewalt über das Bistum und deren Einwohner. Der Bischof war zudem Träger der Regularien wie Zölle, Judenschutz, Münzen, Wildbann, Bergwerke und Geleit. Er war als Bischof Dienstherr der Beamten im Bistum, Inhaber der Klostervogteien und oberster Richter im Bistum Bamberg. Für alle Gerichte im Bistum war der Bischof die oberste Instanz. Neben den aufgeführten Rechten beruhte seine Herrschaft außerdem auf dem Recht der Steuererhebung.
Dem schon in der Einleitung erwähnten Mitregenten, dem Domkapitel, war er theoretisch vorgestellt und hatte die Aufsicht über das Kapitel und deren Kapitulare zu führen. Das Kapitel war den Vorschriften des Bischofs theoretisch Gehorsam schuldig. In den wichtigsten Entscheidungen sollte der Bischof das Domkapitel zu Rate ziehen, ohne es zu beeinflussen oder zu bedrängen. 4
Das Domkapitel hatte aber im Laufe der Zeit immer ein bisschen mehr Rechte und mehr Macht für sich beanspruchen können. Bei jeder Wahl eines neuen Bischofs gewann des Domkapitel mehr an Bedeutung.
Schon seit 1487 besaß das Domkapitel volles Mitspracherecht bei der Besetzung der Amtsstellen in Bamberg sowie in allen wichtigen Belangen der Hauptstadt. Der 1501 zum Bischof gewählte Veit I. Truchseß von Pommersfelden musste in
4 Schmitt, Hans-Jürgen; Die geistliche und weltliche Verwaltung der Diözese und des Hochstiftes Bamberg zur Zeit des Bischofs Weigand von Redwitz (1522 - 1556); in Historischer Verein Bamberg; 106. Bericht; Bamberg 1970; S. 45.
5
Arbeit zitieren:
Thomas Löwer, 2002, Der Schwäbische Bund im Hochstift Bamberg 1525 - Gründe für sein Einschreiten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die territorialen Regelungen des Westfälischen Friedens - Das Ringen u...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 22 Seiten
"Unsere Macht ist nichts; denn wir sind geblieben die wir waren&q...
Eine überkommene Lebens- und H...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Magisterarbeit, 157 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Referat / Aufsatz (Schule), 7 Seiten
Militärischer Widerstand von 1944
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Referat / Aufsatz (Schule), 10 Seiten
Thomas Löwer's Text Der Schwäbische Bund im Hochstift Bamberg 1525 - Gründe für sein Einschreiten ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Thomas Löwer hat den Text Der Schwäbische Bund im Hochstift Bamberg 1525 - Gründe für sein Einschreiten veröffentlicht
Thomas Löwer hat einen neuen Text hochgeladen
Die Reorganisation des Hochstifts Eichstätt unter Fürstbischof Marquar...
Wiederaufbau und Verwaltungsst...
Genoveva Rausch
0 Kommentare