INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung 3
Was ist das eigentlich Lernen? 4
Wie man lernt Grundsstzliches 5
Lernen lernen aus dem Workshop 6
Gegenkonditionierung als Ausgangspunkt 7
Assoziation und Umgebung 8
Werkzeugg und Ordnung 9
Die drei Lerntypen 9
Durch sinnvooes Portionieren motivieren 11
Strategien des Einprrgens 12
Lernen im Erwachsenenalter 14
Abnehmende Leistungsffhigkeit 14
Kognitive Plastizittt 14
Integratives Lernen im Alter? 14
Selbststtndiges Lernen und Eektivittt 15
Schlusswort 17
18
Eektives Lernen 2
Einleitung
In einer Zeit, in der Lerninhalte bereits in vorschulischen Bereichen thematisiert werden und die Komplexittt des benntigten Wissens in den verschiedenen Lebenssituationen und Lebensabschnitten rasant zunimmt, ist die Eektivittt des Lernens, also der Erfolg der Vermittlung und besonders der Selbstvermittlung von Lernstooen, mehr und mehr eine formulierte, grundsstzliche Voraussetzung, um insbesondere die in der schulischen Bildung vorgegebenen und in der beruuichen Aus und Weiterbildung erwwnschten Ziele erreichen zu kknnen. Durch meine TTtigkeit in einer Lerntherapeutischen Praxis habe ich hhuug Kontakt mit Kindern, die bereits an den Vorgaben der zu erreichenden Ziele durch die Schule zu scheitern drohen. Nicht etwa, weil diese Ziele nicht dem individuell len intellektuellen Leistungsvermmgen entsprechen, sondern weil die Masse und Komplee xittt der Lerninhalte die durch die zuvor oder zeitgleich erworbenen FFhigkeiten der eii genverantwortlichen Strukturierung und Methodik des Lernens bedingten, tatsschliche Quantittt des Erreichbaren bersteigt. Von der Qualittt des Erreichten ganz zu schweii gen. In einem Gesprrch mit einem verzweifelten Elternpaar el ein Satz, der mich stutt zen liee und dessen tiefere Bedeutung ich seither immer wieder vor Augenn habe: Es wird nur gesagt, was gelernt werden soll aber keiner sagt uns wie!!
Mit diesem Satz verbinde ich seither zwei ffr mich relevante Erkenntnisse:
Zum Einen die relative Hillosigkeit der Kinder, die sich oft genug mit ihren Lernschwiee rigkeiten und deren Folgen z.B. Prfungsangst oder Lernblockadenn alleingelassen ffhh len. Auch, oder grade, zu Hause, da die Eltern den Lernstooen zumeist gleichermaaen machtlos gegennberstehen. Zum Anderen brachte mich die Reaktion der Eltern zu der Frage, wie es wohl generell bei Erwachsenen um die FFhigkeiten des eeektiven,selbstt strukturierten Lernens steht. Wer selbst nicht in der Lage ist, sich erfolgreich Wissen ann zueignen, von dem kann sicherlich nicht erwartet werden, diesen Prozess anderen wie den eigenen Kindernn zu vermitteln.
Zu dieser Zeit war ich im Begrii, auf mehrfache Nachfrage seitens einiger Eltern einen Workshop ffr den selbstgesteuerten, eeektiven Erwerb von Wissen mit dem Titel Lerr nen lernenn zusammenzustellen, den ich mit Erfolg durchgeffhrt habe und auf den ich im weiteren Verlauf noch eingehen werde. Grundsstzliche Erkenntnis aber, was meine Deee nition ffr Eektivittt anbelangt war, dass nach meinem Daffrhalten viele kleine ndee rungen Grooes bewirken. Je umsichtiger, strukturierter und personenbezogener ein Lernprozess ist, umso besser sind seine Chancen, den Lerner zufrieden zu stellen also eeektiv zu sein. RRckblickend auf die gesamten, aus der Arbeit an dem Workshop gee wonnenen Erkenntnisse und eingedenk einiger Vertretungsstunden, in denen ich mit eii ner Gruppe Erwachsener der Breklumer Reha Klinik gearbeitet habe und zahlreicher Stunden der Arbeit mit lerngesttrten Kindern, werde ich zum Ende dieser Ausarbeitung den Versuch unternehmen, von der Methodik meines Workshops, der ja ffr Kinder und Jugendliche konzipiert ist, einen Bogen zu eeektiven Lernstrategien ffr Erwachsene zu schlagen.
Eektives Lernen 3
Was ist das eigentlich Lernen?
Lernen…
...ist eine Verrnderung im Erleben und Verhalten eines Individuums, die durch iederholte Erfahrung in der Interaktion mit der Umwelt zustande kommtt Schaub,H. u.a.,1995,S.2300.
Oder etwas ausffhrlicher:
Der Prozess des Lernens ffhrt zu dem Produkt des Neuerwerbs oder Verrnderung psychii scher Dispositionen,d.h. zur Bereitschaa und FFhigkeit, bestimmte seelische oder kkrr perliche Leistungen zu erbringen. Manchmal spricht man in diesem Zusammenhang auch om Erwerb eines Verhaltenspotentialss. Lernen ist durch relativ berdauernde Verrnddd rungen im Organismus gekennzeichnet, wwhrend die Leistung Performanzz von momeee tanen Bedingungen z.B. Ermmdung usw.. abhhngt. Das eigentliche Lernen besteht also ii Erwerb von Dispositionen, d.h. von Verhaltenss und Handlungsmmglichkeiten. Dies bedeutet, das der Lerner nach Abschluss des Lernprozesses sich anders verhalten, anders denken, anders wooen, anders handeln kann.
Der psychologische Begrii des Lernens schlieet nicht nur das durch Unterricht absichtlich und planvoo organisierte Lernen ein. Lernen ist auf keinen Entwicklungsabschnitt bbb schrrnkt. Sowohl der SSugling als auch der alte Mensch verrndern laufend ihren Erfahh rungsschatz. Lernen meint nicht nur den Erwerb einzelner, isolierter Dispositionen, sooo dern auch den Auau einer komplexen Perssnlichkeit durch die Aneignung der menschlii chen Kultur in einem individueeen Lebenswegg Edelmann,W. 2000,S.2788.
Lernen ist also ein Vorgang, der unter Anderem der Identitttsbildung dient und dessen jeweilige Abschnitte neu erworbenen Wissens und erlernter FFhigkeiten das Individuum in die Lage versetzen, sich in seinem jeweiligen Umfeld freier bewegen zu kknnen. Da das Lernen als lebenslanger Prozess angesehen werden kann, ziehe ich den Schluss, dass auch im Erwachsenenalter auftretende Schwierigkeiten mit der Bewwltigung von Lernstooen negative Einnnsse auf das Selbstwertgeffhl und somit auf die Stabilittt des Identitttss emppndens haben kknnen.
Eektives Lernen 4
Wie man lernt Grundsstzliches
Auf die gesamte Vielfalt der verschieden Lernprozesse einzugehen, wwrde sicherlich den Rahmen dieser Arbeit sprengen und mmglicherweise die Sicht auf das von mir angestrebb te Ziel, nnmlich die Eektivittt des Lernens, trrben. Ich werde daher versuchen, mich auf die ffr meine Ausffhrungen relevanten Einsichten in dieses weite Feld zu beschrrnn ken.
Um verrnderte Verhaltensformen als Folge eines Lernprozessen begreifen zu kknnen, bee nennt W. Correll in seiner Einffhrung in die PPdagogische Psychologiee drei Elemente des Lernprozesses: die Assoziation, die Motivation und die Versttrkung vergl. Correll,W. 1972, S.411544.
Bei der Assoziation handelt es sich im weitesten Sinne um das Reiz Reaktions Lerr nen SSRLernenn, d.h., dass sich bei einer entsprechenden Wiederholung von Ereignissen Stimuluss eine mit diesem Reiz assoziierte Reaktion einstellt. Dabei wwre es noch wichh tig, zu erwwhnen, dass bei dem wiederholten Auftreten verschiedener Reize deren Reakk tionen wiederum miteinander verknnpft werden kknnen, so das mit dem Reiz S1 neben der Reaktion R1 auch die Reaktion R2 hervorgerufen werden kann vergl. Correll,W. 1972, S.433444. Ein Umstand, der sich in meinen sppteren Ausffhrungen noch als durchaus hilfreich erweisen wird.
Am Beginn eines jeden Lernprozesses steht jedoch die Motivation, das Streben nach Befriedigung eines Beddrfnisses. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Fortbestand der Motivation sehe ich in W.Corrells Hinweis auf Thorndikes Eektgesetzz, in dem dieser die Verbindung zwischen einem Stimulus und einer Reaktion durch einen positii ven NacheeektttErfolgg als gesttrkt betrachtet, sowie er eben diese Verbindung durch einen negativen NacheeektttMisserfolgg geschwwcht sieht vergl. Corell,W.1972, S.477. Dies wwrde wiederum bedeuten, das die Eektivittt einer Lernmethode unmittelbare Auswirkungen auf die Qualittt der Motivation hhtte. Das dem so ist, hat sich in meiner Arbeit mit Kindern mehrfach gezeigt,z.B. hatte ein Nachhilfeschhler trotz zeitaufwwndii gen Lernens von Vokabeln ein schlechtes Ergebnis im darauf folgenden Test. Dieser Misserfolg war auf unwirksame Lernstrategien zurrckzuffhren, hatte aber zur Folge, das der Schhler keinen Grund sah, sich auf weitere Stunden des Lernens einzulassen, da der erwwnschte Eekt eine gute Notee ausblieb. Ein Erfolg durch bessere Lernmethoden bei gleichem Arbeitseinsatz hhtten sicherlich eher einen Motivationszuwachs bedeutet.
Eektives Lernen 5
In enger Verbindung mit der Motivation steht das dritte Element, die Versttrkung. Die Versttrkung an sich ist ein nicht beobachtbarer Prozess, der nur an seinen jeweiligen Foll gen erkennbar ist. Erhhlt z.B. ein Schhler ffr eine gelungene Klassenarbeit ein Lob von einer ihm wichtigen Person Mutter/Vaterr, wirkt sich dies positiv versttrkend auf die dem Erlangen des Lobes vorausgegangenen Verhaltensweisen eeektives Lernen souvee rrner Umgang mit dem Lerninhalt gute Zensur Lobb aus. Eine positiv versttrkte Verhaltensform tritt also hhuuger oder intensiver auf, als eine nicht versttrkte. Der Um kehrschluss wwre hier eine negative Versttrkung, also z.B. Tadel bei einer schlechten No te. Liegt nun der Grund ffr den Misserfolg am Anfang der vorausgegangenen Verhaltenss weise nicht bewusste, ineeektive Lernstrategien llckenhaftes Versttndnis der Lerninn halte schlechte Zensur Tadell, so tritt eine gegenlluuge Versttrkung ein, die Auswirr kungen von mangelnder Motivation bis sogar zur Selbstaufgabe Ich bin eben zu blld!!! haben kann. Man spricht in diesem Zusammenhang von negativer oder positiver Versttrr k u n g .
Die Wechselwirkung von Assoziation, Motivation und Versttrkung kann man sich nun auf den verschiedenen Ebenen der sensorischen Wahrnehmung ffr den Prozess des Lerr nens zu Nutze machen, sie kann aber auch usserst schhdlich ffr jedweden Bildungsproo zess sein.
Im nun Folgenden mmchte ich kurz auf den von mir zusammengestellten Workshop Lernen lernenn eingehen, da ich in diesem u. A. die zuvor gewonnen Erkenntnisse ber Assoziation, Motivation und Versttrkung umzusetzen versuche. Konzipiert ist diese Auswahl verschiedener Lernstrategien ursprrnglich ffr Kinder und Jugendliche, ich halte sie aber ffr beispielhaft vorstellbar, da sie in der Praxis grade von Erwachsenen, denen ich mich sppter noch zuwenden werde, sehr positiv aufgenommen wurde.
Lernen lernen aus dem Workshop
Die typischen Teilnehmer solcher Intensivmaanahmen, ob jung oder bereits etwas lter, haben erfahrungsgemmm oft bereits eine Karrieree hinter sich, in deren Verlauf sie mehrr fache Frustration und eigenes Versagen hinnehmen mussten. Einem auf diese Weise negaa
Eektives Lernen 6
Arbeit zitieren:
Christoph Bachmann, 2006, „Was das Hänschen nicht lernt..." , München, GRIN Verlag GmbH
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