Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Definition Verhalten 4
3 Definition Emotion und Angst 7
4 Definition ängstliches Verhalten 8
4.1 Beispiel: Ängstlich-Vermeidendes Verhalten im Alltag 8
5 Basic Miss-Modell 10
6 Wissenschaftliche Erklärungsansätze zur Entstehung von ängstlichem Verhalten
11
6.1 Psychoanalytische Angsttheorie 11
6.2 Lerntheorien 13
6.2.1 Klassisches Konditionieren nach Pawlow 13
6.2.2 Operantes Konditionieren nach Skinner 14
6.2.3 Zwei-Faktoren Theorie nach Mowrer (Vermeidungsverhalten) 16
6.2.4 Sozial-kognitive Lerntheorie nach Bandura 16
6.3 Kognitive Angsttheorie 18
6.4 Psychophysiologische und neuro-physiologische Ansätze 19
7 Fallbeispiel 20
7.1 Die Krankheitsgeschichte 20
8 Klassifizierung 24
9 Therapieansätze 25
9.1 Diagnostik 25
9.2 9 2. S-O R-K C-Modell nach Kanfer Saslow 25
9.3 S- R K- Schema nach Leidig/ Glomp am Fallbeispiel 27
9.4 Die Angsthierarchieliste des Fallbeispiels am Basic-Miss(id) Modell 28
9.5 Kognitive Verhaltenstherapie 30
9.6 Die Flooding-Methode 31
9.7 Systematische Desensibilisierung/Gegenkonditionieren nach Wolp 32
9.8 „III Systematische Messung des relativen Erfolges dieser Techniken“ 33
10 Schlusswort 34
11 Quellenangaben 35
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1 Einleitung
Dieses Referat widmet sich der zentralen Fragestellung, wie ängstliches Verhalten entsteht, wie es aufrechterhalten wird, und wie eine Veränderung herbeigeführt werden kann. Um diese Sachverhalte zu klären und zu erklären ist es nötig, näher auf die Gesichtspunkte der Lerntheorien einzugehen und diese kritisch hinsichtlich ihres Nutzens zu untersuchen. Die Lerntheoretiker beschäftigen sich mit der Kernfrage: „Wie erarbeitet der Mensch sich bestimmte Verhaltensmuster und in wiefern sind diese änderbar?“ Um die Änderbarkeit von komplexen Verhaltensmustern kümmerten sich Psychoanalytiker wie Freud, Psychologen wie Lazarus, die Modelle zur Veränderung von unangepassten ängstlichen Verhaltensweisen entwickelten. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Emotionen und den daraus resultierenden Verhaltensarten keinerlei Wertung aufzuerlegen ist, Gefühle kommen niemals grundlos auf, sie geben Hinweise. Wobei diese Hinweise im Bezug auf ängstliches Verhalten im Alltag öfter als falsch angesehen werden, als irreführend und behindernd. Oft ist die Ursache von ängstlichem Verhalten auf den ersten Blick nicht erkennbar. Von dieser These geht Sigmund Freud aus und leitet ein psychoanalytisches Verfahren ein. Die Lerntheoretiker sehen für Reaktionen einer Person eine unmittelbare Ursache, was von vielen praktizierenden Therapeuten angezweifelt wird.
Das Referat gibt einige Einblicke in mögliche Erklärungsansätze, die weder vollkommen noch verallgemeinerbar sind. Diese Einblicke geben einen groben Überblick über einen Bruchteil der von der Psychologie und Medizin erforschten Gebiete, es zeigt anhand von mehreren Beispielen, wie Angst erlebt und ängstliches Verhalten nach außen transferiert wird, jedoch immer nah an der betreffenden Person des Fallbeispiels. Die Theorie gibt wertvolle Hinweise ängstliches Verhalten zu erklären. Die theoretischen Ansätze sind Grundlage der Behandlungsmöglichkeiten von ängstlichen Verhaltensweisen. Viele Menschen behandeln ihre Ängste intuitiv richtig: „Augen zu und durch“. Erst beim Ausbleiben dieser Mechanismen greifen die therapeutischen Ansätze zur Angstbewältigung.
Das Referat besteht aus zwei wesentlichen Komponenten, der Theorie mit den dazugehörigen Beispielen aus dem alltäglichen Leben. Erst die Übertragung in die Praxis macht eine Theorie zu einer Methode und gibt ihr durch Erfolg oder Misserfolg Recht oder widerlegt sie.
Auch in der Praxis der sozialen Arbeit ist ängstliches Verhalten ein Arbeitsfeld. Zwar werden hier die Klienten keiner Therapie unterzogen, wie in der Psychologie aber
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Flooding-Expositionen oder Desensibilisierung finden statt. Oft sind es die Sozialarbeiter die Exkursionen vorbereiten und durchführen. Um an dieser Stelle in der Therapie seine Arbeit beginnen zu können ist es von Nöten zu wissen, was der behandelnde Therapeut bisher getan hat.
Auch in anderen sozialarbeiterischen Kontexten wird ängstlichem Verhalten begegnet. Gerade im Bereich der gesundheitlichen Betreuung kann es passieren, dass ein Klient anfangs das Haus nicht verlässt und es unabdinglich ist, zu dem Klienten nach Hause zu gehen.
2 Definition Verhalten
Allgemein wird Verhalten als sichtbare (also beobachtbare oder messbare) Aktivität in Folge eines Reizes definiert. Als Aktivitäten werden sowohl Bewegungen, wie Mimik und Gestik, als auch innerkörperliche Vorgänge wie beschleunigter Herzschlag, chemisch bedingte Veränderungen oder Gehirnaktivitäten gesehen. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 498)
John B. Watson, Gründer des klassischen Behaviorismus, übertrug das Pawlow’sche Reiz-Reaktions-Konzept auf den Menschen (s. Little Albert - Lerntheorien S. 7). Der strenge klassische Behaviorismus unterteilt zwischen OFFENEM UND VERBORGE-NEM VERHALTEN, da der klassische Behaviorismus die theoretische Position vertritt, die offenen Reaktionen, also die, die durch den Betrachter beobachtbar sind, festzuhalten, zu analysieren und für Erkenntnisse zu nutzen. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 498;
http://de.wikipedia.org/wiki/John_B._Watson)
Das VERSTECKTE VERHALTEN, dass vom klassischen Behaviorismus ausgegrenzt wird, bezieht sich auf innerphysische und innerpsychische Vorgange, die für somatische Abweichungen sorgen aber nicht unmittelbar durch Beobachtung feststellbar sein müssen. Diese nicht nach außen tretenden Erscheinungen werden mithilfe technischer Apparaturen wie dem Blutdruckmessgerät gemessen. Eine wissenschaftlich umstrittene Methode der Verhaltensreaktionsmessung ist der in den USA eingesetzte Lügendetektor, der aufgrund mehrerer Messungen wie Puls, Atmung, Blutdruck und psychogalvanische Reaktion (Abk.:PGR, heute elektrodermale Reaktion, misst minimale Senkungen des Hautwiderstandes) Veränderungen festhalten soll, die in einem Gespräch (Verhör) nicht sichtbar wären. Ausgegangen wird hierbei von einem „Gewissen“ und allgemeiner Ruhe während des Tests.
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Der klassische- und der Neo-Behaviorismus klassifiziert Verhaltensweisen, von den Fröhlich 17 Verhaltensweisen genannt und beschrieben hat. Abweichendem Verhalten, dem DEVIANCE BEHAVIOR werden verschiedene Maßstäbe zur „Normermittlung“ angesetzt. Im menschlichen Bereich spiegelt es die Norm- und Wertevorstellungen einer bestimmten Kultur wieder. In Italien z.B. ist es üblich Singvögel zu essen, im asiatischen Sprachraum sind Katzen eine Delikatesse. Für einen Großteil der Kulturen gilt Barbarismus als deviantes Verhalten, genauso wie Pädofilie. In den beiden letzten Fällen wurden abweichende Verhaltensweisen gesetzlich festgehalten und diese Abweichungen werden strafrechtlich verfolgt. Ob diese Abweichungen vom „Normalverhalten“ erworben oder angeboren sind, ist umstritten, ebenso in Folge die Möglichkeiten der Rückführung zum „Normverhalten“. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 36 und 499)
INGRATIATION wird mit einschmeichelndem Verhalten in die deutsche Sprache übersetzt und bezeichnet Handlungen eines Einzelnen um seine Stellung und seine Attraktivität zu verbessern. Gerade bei ängstlichem Verhalten im Umgang mit Mitmenschen wird Ingratiation oft beobachtet. Oft passiert dies unbewusst und ist dennoch aus den gewonnen Erfahrungen in Interaktionen herausgebildet, da eine Bestärkung wie Lob eines anderen Menschen zu weniger Widerständen als bei z.B. Kritik führt. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 257 und 499) IMITATIVES VERHALTEN ist Lernen durch Beobachtung (s. auch sozialkognitive Lern-theorie nach A. Bandura S. 11) bei welchem die klassischen soziologischen und sozialpsychologischen Theorien einen sozialen Trieb annehmen, „der als Grundlage der Gleichförmigkeit und Übertragung von Verhaltensweisen angesehen wurde“. Bei der Übertragung von ängstlichen Verhaltensweisen spielt imitatives Verhalten eine große Rolle, da ein Kleinkind, dessen Mutter immer einen großen Bogen um Hunde macht davon ausgehen wird, dass ALLE Hunde böse sind und dass eine Flucht, bzw. ein Vermeiden nötig sei. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 499)
SYMBOLISCHES VERHALTEN ist Synonym des VERBALEN VERHALTENS ODER -DENKENS, es lässt aufgrund von Äußerungen oder Ausdrücken Schlüsse bezüglich des Zustandes des Individuums ziehen. Bei dem symbolischen Denken ersetzt das Gedachte den normalerweise üblichen externen Reiz, ist für die darauf folgende Handlung ausschlaggebend und für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar. Das symbolische Verhalten spielt bei der posttraumatischen Belastungsstörung eine große Rolle,
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bei welcher einer Vielzahl von internen Vorgängen aufgrund von, für den Außenstehenden nicht verknüpfbaren Reizen, das Trauma wieder aufbrechen lässt (Flashbacks). Ebenso äußern sich durch symbolisches Verhalten momentane Gefühlszustände wie Trauer oder Depressionen. Das Verhalten ist für Außenstehende sichtbar und einzuordnen aber die Ursache ist durch diesen Verhaltensausdruck nicht erklärt. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 499) Das VERMITTELNDE VERHALTEN umfasst die Verhaltensschritte, die nötig sind um an ein Ziel zu gelangen, dass auf einfachem Wege nicht zu erreichen ist. Es sind dazwischengeschaltete Verhaltensweisen, die zwischen Stimulus und Reaktion stattfinden. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 499) Im Gegensatz zum vermittelnden Verhalten steht das ZIELGERICHTETE VERHALTEN, dass durch das Verhalten hinsichtlich eines bestimmten Zieles geprägt ist. (s. auch: Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 500)
In diesem Auszug der von Fröhlich genannten Verhaltensweisen kann sich auch ängstliches Verhalten abspielen, so ist zum Beispiel eine Flucht ein zielgerichtetes Verhalten die Angst zu mindern. Das vermittelnde Verhalten ist im Bereich der Interaktionen oft zu beobachten, wenn Personen sehr nachgiebig sind, weil sie sich vor den Konsequenzen fürchten, wenn sie auf ihr Recht beharren.
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3 Definition Emotion und Angst
Emotion kommt aus dem lateinischen und wird mit „Aufwühlen“ oder „Herhaustreiben“ übersetzt und beinhaltet alle durch Reize hervorgerufenen Gefühlszustände. Gefühlsauslösende Reize können äußerliche Sinnesempfindungen, innerliche Körperempfindungen oder kognitive Prozesse wie Bewertungen, Vorstellungen oder Erwartungen sein, die mit emotionaler Erregung einhergehen, die nicht immer für Außenstehende sichtbar sein muss. Gefühle sind durch „Desorganisation“ des Verhaltens gekennzeichnet und leiten den Übergang zu Annäherung oder Vermeiden ein. (Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 159)
Ist dieser Zustand nur kurzfristig wird das Verhalten als Affekt gekennzeichnet. Darwin und Watson erarbeiteten „Zuwendung zu Artgenossen, Liebe, Angriff bei Gefahr bzw. Wut, sowie Rückzug bzw. Angst“ als sog. Grundemotionen hervor, auf deren Grundlage durch Konditionieren weitere, differenziertere Emotionen entstehen können, wie „Situationsbewertungen und Bewertungen im Selbstbezug“ (Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 159)
Wundt sieht Gefühle in einem „Dreidimensionalen Bezugssystem angenehmunangenehm, Beruhigung-Erregung und Lösung-Spannung“. (Fröhlich Wörterbuch Psychologie 2005; S. 160)
Angst ist ein emotionaler Erregungszustand der durch (An-) Spannung gekennzeichnet ist und mit einer potentiellen phyischen oder psychischen Bedrohung einhergeht. Angst vor Schmerzen oder lebensbedrohlichen Situationen gehen mit überwiegend körperlichen (somatischen) Symptomen einher, die sich durch Schwitzen, Übelkeit oder Kälteempfindungen äußern können. Nicht lebensbedrohliche Stimuli sind kognitive Bewertungsprozesse, die sich auf ein mögliches Versagen beziehen. Je geringer die Möglichkeit ist eine Situation zu meistern (z.B. Klausur) desto größer ist die damit verbundene Angst. Die Angst vor einer Prüfung wird als „Zustandsangst“ bezeichnet im Gegensatz zu der „Eigenschaftsangst“, die sich nicht auf einen bestimmten Auslöser bezieht, sondern die „Zeitlich überdauernde Bereitschaft eines Menschen mit erhöhter Angst zu reagieren“ (Fachlexikon der sozialen Arbeit 2007: S.36) ausmacht.
Die klassische Psychologie unterscheidet zwischen Angst und Furcht, wobei sich die Furcht auf bestimmte Objekte, Personen, Orte etc. bezieht, während die Angst eher diffus ohne reellen Objektbezug einhergeht. Angst entsteht aufgrund der Ungewiss-
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Arbeit zitieren:
Angelika Stopp, 2007, Verhalten am Beispiel Angst, München, GRIN Verlag GmbH
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