

Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Die Anfänge und der Weltkrieg (1895 1919 ) 4
2.1 Die ersten Filme 5
2.2 Die Filme bis zum 1. Weltkrieg 6
2.3 Die Filme während des 1. Weltkriegs 7
3 Der Weimarer Film (1919 1933 ) 8
3.1 Die 1920er Jahre 8
3.2 Die 1930er Jahre vor der NSDAP 11
4 Der nationalsozialistische Film (1933 1945 ) 12
4.1 Propagandafilm 13
4.2 Unterhaltungsfilm 14
5 Filme im Nachkriegs-Deutschland (1945 1961 ) 15
6 Der geteilte Film (1961 1989 ) 16
6.1 Film in der DDR 16
6.1.1 Die 1960er Jahre 17
6.1.2 Die 1970er Jahre 17
6.1.3 Die 1980er Jahre 18
6.2 Film in der BRD 18
6.2.1 Die 1960er Jahre 18
6.2.2 Die 1970er Jahre 19
6.2.3 Die 1980er Jahre 20
2
7 Der Film im wiedervereinigten Deutschland (1989 2008 ) 21
7.1 Die 1990er Jahre 21
7.2 Filme im 21. Jahrhundert 22
8 Schluss 23
9 Quellenverzeichnis 25
10 Anhang 29
3
1 Einleitung
Zu Beginn ist es nötig einige Definitionen hinsichtlich des weiteren Inhalts dieser Filmgeschichte zu geben. Für diese Arbeit möchte ich als Bedeutung des Wortes „Film“ den narrativen Kinofilm zu Grunde legen. Dies soll den Spielfilm nicht über den Dokumentar-oder Experimentalfilm, um nur zwei weitere Filmarten zu nennen, erheben sondern lediglich einen Focus für meine Arbeit setzen.
Weiterhin entschied ich mich die Geschichte des Films auf den deutschen Film einzugrenzen. Dies schien mir sinnvoll, da ich selbst in der deutschen Gesellschaft geboren und aufgewachsen bin und somit zu Filmen aus Deutschland einen persönlicheren Zugang habe als zu Filmen aus anderen Ländern. Selbstverständlich soll das ausländische Filme und Entwicklungen weder als unwichtig deklarieren noch unterschlagen sondern stellt einzig und allein den für die vorliegende Arbeit gesetzten Focus. Schwerpunktmäßig werde ich zu jeder Epoche Beispielfilme herausgreifen um an ihnen die teilweise enge Verknüpfung des deutschen Films mit der deutschen Geschichte herauszuarbeiten. Dabei müssen zwangsläufig viele wichtige Filme unbeschrieben oder sogar ungenannt bleiben. Alles andere aber würde den Rahmen dieser Arbeit deutlich sprengen. Die Exilfilme der vor dem Nazi-Regime geflohenen Filmkünstler werden in dieser Arbeit nicht behandelt, da sie nicht direkt im Umfeld der deutschen Gesellschaft entstanden sind.
2 Die Anfänge und der Weltkrieg (1895-1919)
Das 19. Jahrhundert war geprägt von tief greifenden Veränderungen innerhalb der Gesellschaft und ihrer etablierten Strukturen. Die Industrialisierung hatte zu einer Massenabwanderung der Landbevölkerung in die Städte geführt. 1 Dort erfuhren die Menschen zunehmend Anonymität, Fremdbestimmung und Orientierungslosigkeit. Der Umbruch im zuvor
1 vgl. Geschichte Attendorn, Industrialisierung, Datum unbekannt
4
gekannten sozialen wie gesellschaftlichen Gefüge führte zu einem Verlangen nach „… Visualisierung, nach Sinnlichkeit, nach Anschaulichkeit.“ 2 . Diese Wünsche schienen der technischen Entwicklung Vorschub zu leisten und die Entwicklung des Kinos zu beschleunigen.
Die erste öffentliche Filmvorführung in Deutschland fand am 1. November 1895 im Rahmen einer Varieté-Show in Berlin im Varieté Wintergarten statt. Max Skladanowsky präsentierte mit dem von ihm entwickelten Bioscop Aufnahmen aus den Bereichen Tanz und Akrobatik. Auch seine weiteren Filme waren dokumentarischer Natur und zeigten unter anderem alltägliche Szenen aus Berlin. 3
2.1 Die ersten Filme
Die Filme, die ab 1895 auf Jahrmärkten, im Zirkus und im Varieté dargeboten wurden waren in der Regel nur wenige Minuten lang. Die Vorführdauer blieb unter 15 Minuten. 4 Dabei stand nicht ausschließlich der Inhalt der Filme im besonderen Interesse der Zuschauer sondern gleichwertig auch die Faszination an der neuen Technik, die diese Filme präsentierten. Gezeigt wurden häufig die Darstellung von Alltäglichem oder Komischem. 5 Feste Spielstätten für Filme entstanden nach und nach. 1905 gab es in Berlin bereits 165 Kinos. Das Programm spielte in der Regel von morgens bis nachts und erfreute sich größter Beliebtheit bei den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen. Trotzdem erfuhr das Kino schon früh Kritik als „… Bedrohung bürgerlicher Kultur und Gesellschaft …“ 6 und 1906 wurde die erste staatliche Vorzensur geschaffen. 7 Ab 1907 benötigte jeder Film eine Zensurkarte wenn er in den Kinos gezeigt werden sollte. 8
2 Faulstich, W., Filmgeschichte, 2005; S. 17
3 vgl. Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 29
4 vgl. Jacobsen, W., Frühgeschichte, 2004; S. 19
5 vgl. Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 28 ff
6 Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 32
7 vgl. Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 31 - 32
8 vgl. Kinematographie, Filmzensur, Datum unbekannt; Ein Beispiel für eine Zensurkarte liegt im Anhang bei.
5
2.2 Die Filme bis zum 1. Weltkrieg
In den Filmen vor dem Krieg waren Kriminalfilme wie die Stuart-Webb-Serie von Joe May beliebt. 9 Auch Komödien erfreuten sich einem treuen Publikum. Durchaus kritisch betrachtete Ernst Lubitsch in seinen Filmen tradierte Geschlechterrollen (Don Juan heiratet; 1909) ohne Rücksicht auf die herrschenden gesellschaftlichen Konventionen und verwischte dabei die Grenzen zwischen weiblichem und männlichem („Hosenrollen-Komödie“ 10 Ich möchte kein Mann sein; 1918).
Auch Melodramen und soziale Dramen als erste Frauenfilme spiegelten die damals typisch weiblichen Probleme wie Emanzipation und Selbständigkeit wider. Die Heldinnen werden in all ihrer häuslichen Enge dargestellt. 11 Der Ausbruch daraus geht immer mit großem Verzicht oder Scheitern bis hin zum Tod einher, wie in Der fremde Vogel (1911) von Urban Gad in dem eine junge Frau sich in den „falschen“ Mann verliebt, mit ihm vor der Verlobung mit einem anderen flieht und schließlich im Spreewald ertrinkt. 12 Diese tragischen Filme stellten für das Kinopublikum dieser Zeit eine wichtige Projektionsfläche dar um die gesellschaftlichen Umbrüche und die Veränderungen der typischen Geschlechterrollen aus sicherer Entfernung betrachten zu können. 13 Vor allem das stetige Scheitern der selbst bestimmten Frauenfiguren in den Melodramen „… versöhnte letztlich wieder mit den gesellschaftlich dominanten Moral- und Lebensformen.“ 14 . Weitere bekannte Filme hierzu waren Die Sünden der Väter (1913) von Urban Gad und Abseits vom Glück (1916) von Rudolf Biebrach. 15
Neben den dramatischen Filmen wurden auch viele phantastische Filme gedreht, die sich inhaltlich eher an den Wünschen der männlichen Bevölkerung orientierten. Der phantastische Film lebte von der Kombination der noch immer neuen Technik „Film“ und dem ständigen Rückgriff auf aus Mythen und Märchen bekannte Inhalte und gab „… dem zeitgenössischen Publikum ein Instrument an die Hand, mit dessen Hilfe sie ihre ambivalente
9 Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 43 ff
10 Schlüpmann, H., feministischer Blick, 2004; S. 518
11 vgl. Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 41 ff
12 vgl. Jacobsen, W., Frühgeschichte, 2004; S. 26
13 vgl. Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 45 und S. 46
14 Faulstich, W., Filmgeschichte, 2005; S. 44
15 The Internet Movie Database, Sünden, Datum unbekannt und The Internet Movie Database, Abseits, Datum unbekannt
6
Haltung gegenüber Errungenschaften der Moderne artikulieren konnten.“ 16 . Ein Beispiel für die Verfilmung eines mythologischen Themas ist Golem (1914) von Paul Wegener. Ein weiterer Film dieser Art war Der Student von Prag (1913) von Stellan Rye, in dem der Student Balduin sein Spiegelbild verkauft, drückte die „… zumindest so erfahrene Überfremdung bzw. Verfremdung der gesellschaftlichen Wirklichkeit…“ 17 an Hand eines Doppelgängers des Protagonisten aus und stellte damit die empfundene innere Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne der Zuschauer in den Mittelpunkt.
2.3 Die Filme während des 1. Weltkriegs
In den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen politische Vereinigungen den Film als propagandistisches Medium zu testen. Nationalismus, Militärverherrlichung und die Verbreitung von rassistischen, imperialistischen und patriotischen Inhalten erreichten via Kinofilm ein breites Publikum. 18 Trotzdem waren Filme, die Kriegsthemen behandelten auch nach Ausbruch des 1. Weltkriegs eher selten. 19 Solche Ausnahmen sind beispielsweise Hurra! Einquartierung! (1913) und Weihnachtsglocken (1914), beide von Franz Hofer. Hauptsächlich wurden in den Kinos immer noch unterhaltende Filme gezeigt, die „… das Bedürfnis nach Flucht aus der Wirklichkeit …“ 20 der Bevölkerung befriedigten. Die Einflussnahme des Krieges auf die Filmwirtschaft in Deutschland zeigte sich eher an anderer Stelle. Hatten noch vor dem Krieg ausländische Produktionen in den Kinos vorgeherrscht, so kehrte sich das schnell zum Gegenteil. So kamen 1918 auf jeden ausländischen Film 13 deutsche. 21
16 Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 47
17 Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 48
18 vgl. Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 34
19 vgl. Elsaesser, T., Weimar, 2006; S. 133
20 Hake, S., Film in Deutschland, 2004; S. 52
21 vgl. Elsaesser, T., Weimar, 2006; S. 133
7
3 Der Weimarer Film (1919-1933)
Der Traum der deutschen Bevölkerung vom Sieg im 1. Weltkrieg war geplatzt. Kaiser Wilhelm II. floh in die Niederlande und die Friedensverhandlungen des Jahres 1919 gipfelten in der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, der Deutschland horrende Reparationszahlungen abverlangte und Teile des Gebietes sowie alle Kolonien anderen Nationen übereignete. Eine rasende Inflation brach über die junge Republik herein, die vor allem die Mittelschicht in Angst und Schrecken versetzte. Gleichzeitig hatte sich die Bevölkerung seit Beginn des Krieges enorm gewandelt. Der Tod von über zwei Millionen 22 Soldaten wollte verarbeitet werden. Die Heimkehrer mussten sich, egal ob versehrt oder nicht, wieder in die Gesellschaft eingliedern, Kinder sich an den Vater gewöhnen, Frauen sich entscheiden ob sie weiterhin selbstständig sein oder sich wieder unter das Patriarchat des, wenn nicht physisch dann doch psychisch, verwundeten Kriegsheimkehrers begeben wollten. Das Chaos in Gesellschaft, Politik und sozialem Gefüge der beginnenden Weimarer Republik schlug sich auch in den Spielfilmen nieder.
3.1 Die 1920er Jahre
Zwei bedeutende Arten des deutschen Films zwischen den Weltkriegen waren der expressionistische Film und der Horrorfilm. Auf den ersten Blick scheint der expressionistische Film Spiegel der verletzten Seele der Deutschen zu sein. „Schräge Linien, schiefe Wände, geneigte Ebenen, verzerrte Perspektiven ...“ 23 sind das optische Markenzeichen des ersten expressionistischen Films Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) von Robert Wiene. Auch inhaltlich zeigen sich Verbindungen zu der zutiefst verunsicherten Gesellschaft. Die Figur Caligari ist eine Vielschichtige und tritt als „… Psychiater, Mörder und Schausteller …“ 24 auf. Somit verteilt sich die Titelfigur des Films auf das gehobene Bürgertum, das kriminelle Milieu sowie das Proletariat gleichermaßen und verwischt damit traditionellen Grenzen der deutschen Gesellschaft. Caligari lässt den Zuschauer an der gehobenen Klasse ebenso
22 Scriba, A., Verwundung, Datum unbekannt
23 Sannwald, D., Caligari, 2006; S. 50
24 Kaes, A., Weimarer Republik, 2004; S. 48
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Quote paper:
Nadine Müller, 2008, Die Geschichte des deutschen Kinos und seiner Filme, Munich, GRIN Publishing GmbH
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