Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Grundlagen 6
2.1 Medien Kommunikationsmittel der Menschen 7
2.1.1 Bedeutung von Medien für die Demokratie 9
2.1.2 Neue Medien 11
2.1.3 Medienkompetenz 13
2.2 Exkurs: Kindheit und Jugend 15
2.2.1 Kindheit und Jugend im geschichtlichen Kontext 17
2.2.2 Bunter Vogel Jugend 19
2.2.3 Das Verschwinden der Kindheit 21
2.3 Generation in Zahlen 24
2.3.1 Verfügbarkeit neuer Medien 24
2.3.2 Nutzung neuer Medien 27
2.3.3 Einstellungen zu neuen Medien 30
3 Risiken 34
3.1 Gefahren durch Gewalt 34
3.1.1 Definition 35
3.1.2 Wirkungstheorien 36
3.1.3 Gewalt in den verschiedenen Medien 41
3.1.4 Fazit. 48
3.2 Gefahren durch Pornographie 50
3.2.1 Definition 50
3.2.2 Zugang 51
3.2.3 Wirkungsweise 53
3.2.4 Fazit. 55
3.3 Medienkonsum als Ursache für Schulversagen 57
3.4 AD(H)S als Ausdruck einer medialen Gesellschaft 61
3.4.1 Definition 61
3.4.2 Ursachen 62
3.5 Second Life Multiple Identität- Entfremdung 67
3.5.1 Gesellschaftliche Hintergründe 67
3.5.2 Psychologische Sichtweise 70
3.5.3 Fazit. 78
3.6 Die ewig neuen Neuen Medien Resümee Risiken 79
4 Chancen. 81
4.1 Exkurs: Wissensgesellschaft 82
4.1.1 Wissensmanagement 85
4.1.2 Neue Kompetenzen 90
4.2 Lernen im Netz 91
4.2.1 E-Learning 91
4.2.2 Schule 96
4.3 Wissen im Netz 98
4.3.1 Jedermann-Enzyklopädie 98
4.3.2 Wikis überall 101
4.4 Leben im Netz 105
4.4.1 Soziale Netzwerke 106
4.4.2 Chat 108
4.4.3 Shopping 109
4.5 Leben im Web 2.0 110
4.5.1 Online-Software 111
4.5.2 GoogleEarth 113
4.5.3 Geocaching 114
4.5.4 Blogs 116
4.6 Chancengleichheit im Netz 119
4.7 Resümee Chancen 123
5 Empfehlungen 125
5.1 0-3 Jahre 125
5.2 4-6 Jahre 126
5.3 7-11 Jahre 128
5.4 12-15 Jahre 130
5.5 16-18 Jahre 132
6 Schluss 134
7 Literaturverzeichnis 136
8 Abbildungsverzeichnis 144
9 Tabellenverzeichnis 145
1 Einleitung
Ohne Frage ist Informations- und Telekommunikationstechnik in verbraucherfreundlicher Verbindung mit den neuen Medien die Zukunft; das begründet ihre wachsende Bedeutung. Egal, ob im Freizeitbereich, in der Schule oder im beruflichen Kontext, die zunehmende Nutzung ist in einer globalisierten Wissensgesellschaft unumgänglich. Dabei gibt es abseits allen Fortschritts wie schnelleren Geschwindigkeiten, neuen Funktionen und jederzeit höherer Verfügbarkeit von Angeboten Gefahren und Risiken. Im besonderen Maße gilt dies für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, welche die neuen Möglichkeiten, oft schutzlos und als erste, voller Begeisterung nutzen.
Diese Arbeit stellt Risiken und Chancen der neuen Medien gegenüber. Gerade in diesen Tagen entlässt ± so Horst W. Opaschowski ± die neue Medienwelt die erste Generation von jungen Erwachsenen ± die Generation @, welche geprägt von diesen aufgewachsen ist, ins Erwachsensein. Während Ä6FKZDU]PDOHU³EHZLHVHQGXUFK]DKOUHLFKH8QWHUVXFKXQJHQQXQ sicher den schädlichen Einfluss von Medien auf Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene kundgeben können, sehen Visionäre einen neuen Menschen, welcher in einer Art Symbiose mit der Technik das ÄTotal Digitale Zeitalter³ einläutet. Als Ausdruck dieser Zeit werden die neuesten Entwicklungen mit der %H]HLFKQXQJ ij HUJlQ]W ,P :HE VFKHLQW QXQPHKU DOOHV möglich und bald sogar der PC überflüssig. Das Internet mit seiner netzförmigen Struktur verändert nicht mehr nur unsere Arbeitswelt. Auch Kindheit und Jugend sind heute stark davon beeinflusst. Bereits während des Aufwachsens werden Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, die heute im Berufsleben jeder Branche notwendige Basics darstellen. Doch was steht abseits der Chancen?
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Eine normale Entwicklung, auf dem stets schmalen Grad zwischen Medienkompetenz und ADHS, zwischen Produzent und Konsument, zwischen dem freiesten Menschen aller Zeiten und dem Sklaven seiner Möglichkeiten, zwischen beruflichem Erfolg und modernem Nomadendasein, scheint immer schwieriger zu werden. Wer schützt die Generation @ vor Gefahren der neusten der neuen Medien und von wem lernen sie den Umgang mit diesen, wenn Eltern und Lehrer mit der fortschreitenden Technisierung des Alltags nicht Schritt halten können? Wenn Gesetze in einem globalen Netz an lokalen Grenzen scheitern!
Zu Beginn dieser Arbeit wird beleuchtet, was Medien sind und wie sie sich geschichtlich entwickelt haben. Die Frage, was die neuen Medien auszeichnet, wird beantwortet. Weiterhin werden Kindheit und Jugend, als sie prägendsten zeitlichen Abschnitte im Leben der Generation @ in ihrer Entwicklung betrachtet. Im Kapitel Risiken und Chancen folgen in logischen Argumentationsketten die positiven und negativen Auswirkungen der neuen Medien auf Kinder und Jugendliche. Die hier angesprochenen einzelnen Bereiche stellen jedoch keine abschließende Betrachtung aller Risiken und Chancen dar. Am Ende der Arbeit folgen, komprimiert aus den Schlussfolgerungen der Risiken und Chancen, Empfehlungen im Umgang mit Medien für fünf Lebensabschnitte eines Kindes auf dem Weg zum Erwachsenwerden.
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2 Grundlagen
Ä# N|QQWH GDV Mc GHV QlFKVWHQ -DKUKXQGHUWV ZHUGHQ³ (Coupland, Douglas)
68er, Generation Golf, 89er-Generation, MTV-Generation, Cyberkids ± sind nur einige wenige Beispiele für prägnante Begrifflichkeiten, mit welchen auf kürzeste Weise eine Vielzahl von Personen mit einer Gemeinsamkeit beschreiben werden ± so auch die Generation @. Heute kennt annähend jeder das Symbol @ (gesprochen: ett), welches erst mit der Entwicklung des Internets Einzug auf der Tastatur hielt. Ohne dass die entstehungsgeschichtliche Bedeutung des Zeichens klar ist, wird es geradezu synonym für alles Moderne eingesetzt. In diesem Kapitel wird die Frage, wer die Generation @ ist und was sie so besonders macht, im Vordergrund stehen. Hier wird vorrangig die Frage gestellt, was die Generation @ mit den Medien macht, während in den nachfolgenden Kapiteln die Frage lautet, was die Medien mit der Generation @ machen. Horst W. Opaschowski schildert diese Generation in seinem gleichnamigen Buch folgendermaßen: ÄSo gesehen beschreibt Generation @ ein Lebenskonzept und keine -XJHQGSKDVH >«@. Generation @ ist also kein neues etikettierendes Schlagwort für die Jugend von heute. Generation @ hat vielmehr die meist jüngeren PC-Pioniere im Blick, für die das Lernen und Leben im Informationszeitalter alltäglich ist. Sie sind in den siebziger bis neunziger Jahren aufgewachsen und in ihren Lebensgewohnheiten durch elektronische Medien nachhaltig JHSUlJW >«@ ,Q GHU ,QIRUPDWLRQVJHVHOOVFKDIW GHV -DKUHV werden die dann 25- bis 40jährigen den Ton angeben³ (Opaschowski 1999, S. 20).
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2.1 Medien ± Kommunikationsmittel der Menschen Ä'DV0HGLXPLVWGLH%RWVFKDIW³0F/XKDQ
Wenn wir an die Generation @ denken, so denken wir an Medien ± Medien wie Internet und Computer, wie Handy und Web 2.0 1 . Doch dies greift zu kurz, denn die benannten Beispiele für neue Medien sind der nachfolgenden Definition nach zwar eindeutig Medien, dennoch unterscheiden sie sich deutlich von klassischen Medien (vgl. Phase A-C in Tabelle 1). Ä0HGLHQVLQGGHPWUDGLWLRQHOOHQ:RUWVLQQHQDFK0LWWHORGHU0LWWOHU In der Pädagogik wird der Begriff derzeit zusammenfassend für DOOH 7UlJHU XQG 9HUPLWWOHU YRQ ,QIRUPDWLRQHQ JHEUDXFKW³ (Kreft et al. 1996, S. 393). Die Unterscheidung von alten (traditionellen) und neuen Medien ist nicht eindeutig. Werner Faulstich nutzt genau aus dem Grund eine Unterteilung, welche bezüglich der jeweiligen Eigenschaften schlüssiger ist. Tabelle 1: Phasenhafte Entwicklung von Medien
Ä'DV HUVWH 0HGLXP GHU *HVFKLFKWH ZDU GHPQDFK GLH )UDX lebensspendende Mutter und soziales Organisationsprinzip der Horden und Stämme. Sie fungiert zugleich als sakrales Kommuni- NDWLRQVSULQ]LS>«@ *HJHQOlXILJ HQWVWDQG DOV ]ZHLWHV 6FKOVVHO- medium,das patriarchale Opferritual mit seinen Aus- 1 NeueBegrifflichkeit für Internetanwendungen die den Benutzer interaktiv einbeziehen
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differenzierungen und seinem Verbund mit den Gestaltungs- und Schreibmedien. Medienkultur der damaligen Zeit war bestimmt von einer primär kultischen Funktion³ (Faulstich 2000, S. 32). Von dieser religiösen Basis der kultischen Funktion haben wir uns seither zumindest in unseren Gesellschaften weit entfernt. Nichts desto trotz haben Medien eine kulturelle Funktion bzw. stehen gewisse Medien für Kulturen und andersrum. Der unentbehrliche Modus der Kommunikation ist die Sprache, welche sich bald in sofern weiterentwickeln sollte, dass die Menschen auch dann noch mit ihr arbeiten bzw. sie verstehen konnten, wenn sie nicht als Instrument der mündlichen Kommunikation eingesetzt wurde. Der erste folgenschwere Medienwandel erfolgte mit der Entwicklung der Schrift. Hier sah bereits Platon, der sehr viel schrieb, ein Problem. Als Philosoph seiner Zeit verstand er, dass GLH Ä(UILQGXQJ³ GHV $OSKDEHWV GLH Wahrnehmung so verändern sollte, dass Sprachverarbeitung nun nicht mehr nur Aufgabe des Ohres sein würde, sondern vielmehr des Auges (vgl. Postman 2006, S. 22). Heute ist völlig klar, dass weder das Auge noch das Ohr das Organ der Sprachverarbeitung sind, sondern das Gehirn diese Aufgabe erfüllt. Seine Befürchtungen äußerte er folgendermaßen Ä'LH 6FKULIW OlVVW GDV gesprochene Wort erstarren und ruft damit den Grammatiker, den Logiker, den Rhetoriker, den Historiker, den Wissenschaftler auf den Plan ± all jene, die sich die Sprache vor Augen führen müssen, um sie zu erkennen, was sie bedeutet, wo sie irrt und ZRKLQVLHIKUW³(Postman 2006, S. 22).
In Phase B kam es mit der Erfindung des Buchdrucks zu einer für uns heute noch nachhaltigeren Veränderung. Die ersten Drucke waren vor allem Flugblätter, die nun nicht mehr handschriftlich und deshalb in wesentlich größerer Auflage und Häufigkeit unter das Volk, das von Kirche und Adel beherrscht wurde, gebracht wurden. In Angst vor dieser Bedrohung durch das Massenmedium verhängten die Machthabenden 1487 das erste Zensurgesetz. Was heute oftmals in Vergessenheit geraten iVW Ä'LH SULPlUH
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Funktion der Medien dieser Zeit war agitatorisch: Die Medien der IUKHQ 1HX]HLW ZDUHQ ]XDOOHUHUVW .DPSIPHGLHQ³ (Faulstich 2000, S. 35).
2.1.1 Bedeutung von Medien für die Demokratie Ä8QVere Nachrichten gehen mit den Tatsachen genauso XP ZLH GDV 6SLHO >«@ WULYDO SXUVXLW IUHL EHUVHW]W WULYLDOHU =HLWYHUWUHLE >«@ ± sie benutzen sie zum Amüsement³ (Postman, Niel)
Nach der Verabschiedung des Reichspressegesetzes 1874 wurde die Präventivzensur aufgehoben und die Entwicklung von Zeitungsverlagen begünstigt Ä'LH =HLWXQJ JHSUlJW YRQ Merkmalen wie Periodizität, Aktualität, Publizität und Universität, ZXUGH ]XP Ã*HEXUWVKHOIHU GHU 'HPRNUDWLHµ HUNOlUW ]XU ÃYLHUWHQ MacKWµ³ (Faulstich 2000, S. 36). Seither gab es in dieser Entwicklung zwar auch Rückschritte, z.B. in der Weimarer Republik. Jedoch führten die Entwicklungen insgesamt zu einem freiheitlichen Denken, welches in Deutschland bis heute gesetzlich YHUDQNHUW LVW ÄIm politischen Prozess nimmt die Freiheit der Meinungsbildung und -kundgabe eine Schlüsselstellung ein. Erst durch das Grundrecht der Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) kann sich öffentliche Meinung bilden und Einflussnahme auf politische Entscheidungen ² auch außerhalb der Wahlen ± entfalten. Die Freiheit der Meinungsäußerung und der geistigen Einflussnahme und die Freiheit der Information bilden die Grundlage für den Ã.DPSIGHU0HLQXQJHQµ. Sie sind konstituierend für die freiheitlichdemokratische Staatsordnung, denn, µ'HPRNUDWLH .) lebt vom Kampf der MeiQXQJHQµ³ (Harth 1999, S. 9). Um Meinungen in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken zu können braucht es in modernen Gesellschaften ein Instrument, das diese Kommunikation ermöglicht. Massenmedien können diese Funktion einnehmen und den Prozess der politischen Willensbildung
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Wirklichkeit werden lassen. Aus dieser Möglichkeit ergeben sich jedoch auch Pflichten und eine Verantwortung der Medien in einer pluralistischen Gesellschaft (vgl. Harth 1999, S. 2). Laut Harth lässt sich die politische Funktion aus folgenden sechs Aufgaben ableiten:
1. Reduktion der Komplexität, um für Akteure als auch für Bürger eine fassbare Wirklichkeit zu schaffen 2. Bildungsfunktion, indem sie Kenntnisse und Wissen weltweit verfügbar machen
3. Informationsfunktion über Ereignisse, die von politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Relevanz sind 4. Sozialisationsfunktion zur Einübung von Toleranz 5. Artikulationsfunktion, da sie relevanten Gruppen Möglichkeit zur Äußerung ihrer Meinung und Standpunkte geben
6. Kritik- und Kontrollfunktion, die sich auf Sach-, Personal-und Verfahrensfragen richtet (vgl. Harth 1999, S. 2)
Es gibt nicht wenige Wissenschaftler, welche diese Aufgaben und damit die eigentliche politische Funktion als gefährdet sehen und Alarm schlagen. Nicht ohne Grund ist dieses Kapitel mit einem Zitat einer der größten Kulturkritiker unserer Zeit überschrieben. Wobei Postman klar macht, dass diese demokratiegefährdende Tendenz, wie Aldous Huxley sie bereits beschrieben hat, unbemerkt und unbekümmert am Publikum vorbeigeht. Die Sorge sollte in erster Linie einem der neuen Medien, dem Fernseher, gelten. Dieser weist bereits an sich innere gefährliche Tendenzen auf, entscheidend jedoch ist, was wir aus dem Medium machen. Ä'LH Technik verhält sich zu Medium wie das Gehirn zum Verstand RGHU ]XP 'HQNHQ >«@ ,Q YLHOHQ /lQGHUQ GHU (UGH XQWHUVFKHLGHW sich das Medium Fernsehen, obwohl die Technik überall die gleiche ist wie in Amerika, ganz erheblich von dem, was wir NHQQHQ >«@ :HQQ PDQ VDJW GDV )HUQVHKHQ VHL XQWHUKDOWVDP dann ist das zunächst noch nichts weiter als eine Banalität³
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(Postman 2006, S. 106ff). Postman geht es jedoch nicht darum, dass )HUQVHKHQ XQWHUKDOWVDP LVW ÄVRQGHUQ GDUXP GDVV HV GLH Unterhaltung zum natürlichen Rahmen jeglicher Darstellung von (UIDKUXQJ JHPDFKW KDW³ (Postman 2006, S. 110). Auch Nachrichten haben scheinbar den Anspruch der o.g. sechs politischen Aufgaben von Medien verloren. Es erscheint der Eindruck, dass Nachrichten in erster Linie zur Erlangung hoher Einschaltquoten ausgestrahlt werden. Erst in zweiter Linie kommen sie ihrer Kritik-und Kontrollfunktion nach. Die immer größer werdende Schwierigkeit liegt für den Benutzer darin zu erkennen, wo genau das ÄSchaugeschäft³ aufhört und relevante Informationen anfangen (vgl. Postman 2006, S. 122).
3RVWPDQ LQWHUSUHWLHUW +X[OH\ IROJHQGHUPDHQ Ä'LH 0HQVFKHQ LQ Schöne neue Welt leiden nicht daran, dass sie lachen, statt nachzudenken, sondern daran, dass sie nicht wissen, worüber sie ODFKHQXQGZDUXPVLHDXIJHK|UWKDEHQQDFK]XGHQNHQ³(Postman 2006, S. 198). Die Massenmedien haben zwar der Demokratie auf die Beine geholfen; ihr Einfluss auf die Sicherung demokratischer Systeme hat aber an Bedeutung verloren.
2.1.2 Neue Medien
ÄIn einer Wissensgesellschaft aufzuwachsen und zu leben bedeutet nicht, mehr Wissen als je anzusammeln oder auswendig zu lernen, sondern es intelligent zu nutzen." (Heckt, Dietlinde H.)
Radio und Fernseher zählten anfangs zu den neuen Medien. Mit dem Beginn der Phase D (vgl. Tabelle 1) und dem Aufbruch ins digitale Zeitalter übernahmen Internet und Computer und damit die Quartärmedien die Rolle der neuen Medien im Sprachgebrauch. Im 21. Jahrhundert ist der nächste Wandel bereits eingeläutet. In dieser rasenden Zeit ist sogar längst das Symbol jener Medien überholt, welche diese Zeit eingeläutet haben ± das Internet. Dank
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neuester Entwicklungen braucht das Medium Internet heute einen neuen Namen, um alle seine Möglichkeiten zu beschreiben. ÄWeb 2.0³ hat das Potential seine Wegebener wie Computer gänzlich überflüssig zu machen. Das gedruckte Buch wird zum Elitemedium, da sein Preis durch die immer geringer werdenden Auflagen immens gestiegen ist. Im Web 2.0 werden eben E-Books genutzt. Bei einem Definitionsversuch zu Web 2.0 führt Tom Alby eine zu Beginn schwerfällig anmutende Voraussetzung für seine Entwicklung an. Er zeigt auf, dass die Nutzung der meisten Funktionen bereits im Web 1.0 möglich gewesen wäre, da sie bereits vorhanden waren. Das Einzige, woran es für eine Weiterentwicklung mangelte, waren die Erfahrungen und das :LVVHQGHU%HQXW]HUÄ'LH6\VWHPDQIRUGHUXQJHQDQGDV:HE 2.0 waren der Benutzer 2.0, der selbst Zugangsgeschwindigkeit 2.0 und Zugangskosten HUIRUGHUWH³(Alby 2007, S. 12). In Kapitel 3 Chancen und 4 Risiken wird darauf eingegangen. Abbildung 1: Mindmap Web2.0
Ä=XP DXVJHKHQGHQ ]ZDQ]LJVWHQ -DKUKXQGHUW ODVVHQ VLFK GLH enormen Auswirkungen dieses Wandels, der real gerade erst einzusetzen beginnt, und die Gesamtbedeutung noch sehr schwer abzuschätzen ist; deshalb überwiegend spekulative Verklärungen
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und kulturkritische Klagen, wie sie bislang noch bei jedem mediengeschichtlich KHUYRUJHUXIHQHQ Ã.XOWXUVFKRFNµ VSlWHVWHQV VHLW3ODWRQXQGGHPJULHFKLVFKHQ7KHDWHUEOLFKZDUHQ³(Faulstich 2000, S. 40). Die Unsicherheit im Umgang mit neuen Medien führt nicht selten zur Ablehnung, zur ÄVerteufelung³ und daraus resultierend zu völlig überspitzten Verboten.
2.1.3 Medienkompetenz
Ä'DV GHPRNUDWLVFKH 1HW] DQ GHP DOOH WHLOKDEHQ XQG ]X GHPDOOHEHLWUDJHQ³6SLHJHO2QOLQH
Zwar ist Medienkompetenz das Schlagwort des eingehenden 21. Jahrhunderts, dennoch ist es keineswegs eine neue Erfindung. Diese Begrifflichkeit existiert spätestens, seitdem es Massenmedien gibt, aber auch davor wurden durchaus gewisse Kompetenzen benötigt, um mit Medien umzugehen. Bereits Hans Magnus Enzensberger sah verbunden mit den Anfängen dieses Begriffs Aufgaben für unsere Gesellschaft. Warum braucht es aber heute mehr denn je einen Begriff, der beschreibt, dass man die Kompetenz braucht, also fähig sein muss, mit Medien umzugehen? Und was beinhaltet diese Fähigkeit? Enzensberger prangerte bereits 1972, als er seine Theorie des Medienbaukastens vorstellte, die vorrangig repressive Funktion der Medien an (vgl. Enzensberger 1997, S. 132). Er hatte, ohne dass eine Umsetzung mit zu dieser Zeit alltäglichen Medien realistisch gewesen wäre, Vorstellungen von einem emanzi-patorischen Mediengebrauch (vgl. Tabelle 2). Enzensberger sah bereits in diesen Anfangsjahren des Fernsehers verbunden mit der Typologie des Mediums Gefahren für die Demokratie. Besonders das zentralgesteuerte Programm, beeinflusst von einer Minderheit und der Tendenz weg von einem Aufklärungs- und Nachrichtenverbreitungsmedium hin zu einem machterhaltenden Medium, war für ihn problematisch.
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Tabelle 2: Unterscheidungen Mediengebrauch
Dieter Baacke, dessen Verständnis von der Bedeutung der Medienkompetenz heute am meisten zitiert wird, baut mit seinem Wissen auch auf die neusten neuen Medien auf, welche wie oben bereits beschrieben, wieder Individualisierungstendenzen aufweisen und in besonderer Weise zu einem Tätigwerden in der Medienwelt aufrufen (vgl. Tabelle 1). Baackes Begriff der Medienkompetenz unterteilt sich in vier Einzelkompetenzen wie in Abbildung 2 zu sehen.
Abbildung 2: Operationalisierung von Medienkompetenz
(vgl. Baacke 1997, S. 98ff)
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In der Praxis haben sich folgende fünf Fähigkeiten unter dem Begriff Medienkompetenz durchgesetzt: 1. Medien (Bücher, Zeitschriften, Internet, Hörfunk, Fernsehen etc.) kennen und nutzen können ± beispielsweise ein Buch in der Bibliothek suchen und entleihen 2. sich in der Medienwelt orientieren können ± beispielsweise unter den verschiedenen Fernsehangeboten eine Nachrichtensendung finden
3. an medial vermittelten Kommunikationen teilnehmen können ± beispielsweise einen Leserbrief verfassen 4. eine kritische Distanz zu Medien halten ± beispielsweise kommerzielle oder politische Interessen in journalistischen Beiträgen erkennen können 5. selbst kreativ in der Medienwelt tätig werden ± beispielsweise in einer Schülerzeitung zu einem offenen Kanal oder der Wikipedia etwas beitragen (vgl. Baacke 1997, S. 98ff)
Diese zu kennen und zu beherrschen sind, wie noch im Punkt 4.1 zur Wissensgesellschaft zu sehen sein wird, basale Entwicklungs-anforderungen an Kinder und Jugendliche im heutigen Informationszeitalter.
2.2 Exkurs: Kindheit und Jugend
ÄWenn die Jugend nur wüsste, Alter nur könnte!" (Etienne, Charles-Guillaume)
Die Diskussion um die Generation @ macht es notwendig, den Begriff Generation zu definieren. Kurzum bezeichnet Generation Aggregat von benachbarten Altersgruppen bzw. Äein
Geburtsjahrgängen, die sich a) in ihren charakteristischen Verhaltensmustern zu einem bestimmten Zeitpunkt von anderen Altersgruppen und b) von der gleichen Alterskategorie früherer oder späterer Zeitpunkte unterscheiden³ (Fuchs-Heinritz et al.
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1994, S. 1394). Dieses gemeinsame charakteristische Verhaltensmuster vereinigt die Generation @ in besonderem Maße in Bezug auf ihr selbstverständliches Aufwachsen in einer elektronisierten Welt umgeben von Internet, Computern, Fernseher, Handy usw. Gleichsam vereinigt sie ein Lebensgefühl ± z.B.: online zu leben (vgl. Opaschowski 1999, S. 18). Ä,QPLWWHQHLQHUPXOWLPHGLDOHQ:HOW aufgewachsen, verfügt die Generation der unter 30jährigen heute über mehr Medienerfahrungen und mehr mediales Expertenwissen als ihre Elterngeneration, die kaum mehr Schritt halten NDQQXQGVLFKWHLOZHLVHVRJDUYHUZHLJHUW³ (Opaschowski 1999, S. 10). Dieser Fakt markiert eine weitere mit dieser Generation verbundene Besonderheit. Niemals seit der Entwicklung von Kindheit und Jugend ist es vorgekommen, dass der Wissensvorsprung von Eltern und Lehrern abnimmt bzw. in gewissen Gebieten sich sogar umkeKUW Ä:HGHU /RFNH QRFK Rousseau, welche unterschiedliche Auffassungen der Aufgaben von Kindheit hatten, wären je auf den Gedanken gekommen, dass es Kindheit ohne zukunftsorientierte Anleitung durch Erwachsene JHEHQN|QQWH³(Postman 2006, S. 73). Aus dem Grund der hohen geschichtlichen Bedeutung dieses Wandels wird, bevor auf diesen genauer eingegangen wird, die Entstehung der Kindheit und der Jugendphase kurz umrissen. Die Mediensozialisation beginnt mit der Geburt des Kindes und nimmt entscheidende Prägungen im Kindes- und Jugendalter. Eine scharfe Trennung dieser Phasen ist nicht möglich. Diese Tatsache macht eine Betrachtung beider Phasen im Zusammenhang und gleichermaßen notwendig.
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2.2.1 Kindheit und Jugend im geschichtlichen Kontext Ä'HU :eg ist nicht das Ziel. Was wir W eg nennen ist ]|JHUQ³.DIND, Franz)
Die Herausbildung der eigenen Identität ± die Individuation ± Äwird seit ERIKSON (1974) als eine zentrale Entwicklungsaufgabe im Jugendalter angesehen. Der Jugendliche muss zu sich selbst, zum anderen Geschlecht, zu den Werten seiner Kultur und *HVHOOVFKDIWHLQHQ6WDQGSXQNWJHZLQQHQ³ (Fix 2001, S. 64). Dabei sind seine Aufgaben im Konkreten, der Übergang in den Beruf, der Auszug aus dem Elternhaus und das Gründen einer eigenen Familie. Ähnlich wie Kindheit ist Jugend ein Phänomen und geschichtlich gesehen nicht selbstverständlich. So gibt es diese besonderen Phasen, welche Kinder von Pflichten in der Familie und der Erwerbsarbeit freistellt, erst seit ca. 250 Jahren und sie waren keineswegs so ausgeprägt wie wir sie heute kennen (vgl. Reinders 2004, S. 3).
Ä,Q GHU DOWHQ 6WlQGHJHVHOOVFKDIW ZDU GHU (LQ]HOQH 7HLO HLQHU IHVW gefügten, eindeutigen und überschaubaren Umwelt, in der sein Platz bereits mit der Geburt festgelegt war. Das galt prinzipiell für Bauern und Handwerker ebenso wie für den Adel. Im ganzen +DXV ELOGHWHQ $UEHLW XQG /HEHQ QRFK HLQH (LQKHLW³ (Grundwissen Soziologie 1999, S. 67). So wurden Kinder als kleine Erwachsene RKQH NLQGOLFKH Ä6FKRQUlXPH³ ZDKUJHQRPPHQ XQG GDV Übergangsalter Jugend existierte gleich gar nicht. Warum auch? Wenn überhaupt von Kindheit gesprochen wurde, so endete sie mit sieben JahrenÄ:DUXPPLWVLHEHQ":HLOdie Kinder in diesem Alter die Sprache beherrschen. Sie sind fähig zu sagen und zu verstehen, was die Erwachsenen sagen und versWHKHQ³(Postman 2006, S. 24) Ä'DV :LVVHQ XP EHUXIOLFK QRWZHQGige Fertigkeiten wurde durch die Zusammenarbeit von Eltern und Kindern bereits in jungen Jahren weiter gegeben (etwa im Handwerk) bzw. Kinder mussten bereits früh Arbeiten ausführen, die wenig Wissen und YLHO .|USHUNUDIW YHUODQJWHQ )HOGDUEHLW %HUJEDX HWF³ (Reinders
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2004, S. 3). Kinder- und Jugendzimmer gab es schlichtweg aus platz- und finanziellen Gründen nicht. Dementsprechend fehlte die Privatsphäre gänzlich wie eben auch die der Eltern im Bezug auf die Sexualität im gemeinschaftlichen Schlafraum. Auch die Idee GHV 6FKDPJHIKOV ZDU QRFK QLFKW JHERUHQ Ä'LH 6LWWH PLW GHP Geschlechtsteil des Kindes zu spielen, gehörte zu einer ZHLWYHUEUHLWHWHQ7UDGLWLRQ³(Ariès 1998, S. 179). Ä.XU]XP LQ GHU :HOW GHV 0LWWHODOWHUV LVW GLH .LQGKHLW XQVLFKWEDU >«@ Von allen Eigenheiten, in denen sich das Mittelalter von der heutigen Zeit unterscheidet, ist keine so auffallend wie das IHKOHQGH,QWHUHVVHDQ.LQGHUQµ³(Postman 2006, S. 29). Im Mittelalter konnten weder Kinder noch Eltern lesen. Sie waren in ihrer Wissens- und Erfahrungswelt auf das Unmittelbare und Lokale gerichtet. Wenn sich Menschen jedoch nicht unterscheiden, dann braucht es auch keinen eigenen Lebensabschnitt ± der .LQGKHLW Ä$OV DEHU GLH 'UXFNHUSUHVVH ]XU :LUNVDPNHLW gelangt war, da zeigte sich, dass mit ihr eine neue Art von Erwachsenheit auf den Plan getreten war. Seit der Erfindung des Buchdrucks musste die Erwachsenheit erworben werden. Sie wurde zu einer symbolischen Leistung, die nicht länger Resultat einer biologischen Entwicklung war. Seit der Erfindung des Buchdrucks mussten Kinder Erwachsene werden, und dazu mussten sie lesen lernen, der Welt der Typographie beitreten. Damit ihnen das gelang, brauchten sie Erziehung. Deshalb erfand die europäische Zivilisation die Schule von neuem. Und damit PDFKWHQ VLH DXV GHU .LQGKHLW HLQH ,QVWLWXWLRQ³ (Postman 2006, S. 48). Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Kinder in den Schulen endgültig in altershomogene Gruppen zusammengeschlossen. In diesen Gruppen, in der heutigen Zeit als Peer-Groups bezeichnet, glichen sich nicht nur der Alters- und Entwicklungsstand, sondern und das ist das Besondere daran, die Interessen und Kompetenzen der jeweils gleichaltrigen Kinder und Jugendlichen (Reinders 2004, S. 3)Ä(VHQWVWDQGHLQ8QWHUVFKLHG
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zwischen Kinder- XQG (UZDFKVHQHQNOHLGXQJ³ (Postman 2006, S. 55).
Um 1800 kam es durch die Industrialisierung zur Auflösung der Ständegesellschaft und somit zu einer funktionalen Differenzierung der gesamten Gesellschaft bis hinein in die Familie. Doch damit wurden natürlich nicht alle alten tradierten Gesellschaftsverhältnisse aufgehoben. So blieb beispielsweise der Mann oberstes Familienoberhaupt und Kinder waren weiterhin in der Produktionsgemeinschaft Familie eingebunden. Außerdem hatten die Familien bzw. die Eltern eine weitere Aufgabe hinzube- NRPPHQGLH (U]LHKXQJ Ä'LH )lKLJNHLW ]XU 6HOEVWEHKHUUVFKXQJ und zur Überwindung der eigenen Natur wurde zu einem bestimmenden Merkmal von Erwachsenheit und deshalb auch zu einem zentralen Erziehungsziel, für einige sogar zu dem (U]LHKXQJV]LHOVFKOHFKWKLQ³ (Postman 2006, S. 59). Während die Kindheit die Phase markiert, in der wie o.g. Lesen und Selbstbeherrschung gelernt werden müssen, wird die Jugendphase zum Symbol der Erlangung eines gewisses Grades an sozialer Reife, z.B.: der Fähigkeit zu eigenständigem Denken, der Ausbildung eines kohärenten Wertesystems und des Erlangens von sozialer Verantwortung. Kurzum, die Jugendphase ist seit dem 19. spätestens aber seit dem 20. Jahrhundert eine weitere Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein.
2.2.2 Bunter Vogel Jugend
Ä(V JLEW KHXWH VR YLHOH -XJHQGHQ ZLH HV -XJHQGOLFKH JLEW³ (Vogelgesang, Waldemar)
Auf dem Weg zum Heute kam es durch die Pluralisierung der Lebenswelten im Zusammenhang mit der Modernisierung der Gesellschaft zum Zerfall von Sinnwelten, Traditionen und ganzen Weltbildern.
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In der modernen Gesellschaft ist der Mensch dazu gezwungen, sehr schnell zwischen möglichst unterschiedlichen und teilweise sogar widersprüchlichen Bedeutungs- und Erfahrungswelten hin und her zu wechseln. Nur durch Flexibilität ist es ihm möglich, in einer höchst fragmentierten Welt angestrebte Ziele zu erreichen. $XV GLHVHU 3HUVSHNWLYH LVW GLH ,GHQWLWlW RGHU GDV Ä6HOEVW³ DOV multidimensional aufzufassen, d.h. eine Person hat nicht nur eine ÄZDKUH ,GHQWLWlW³ VRQGHUQ RSHULHUW PLW PXOWLSOHQ 7HLO-Identitäten (z.B.: Familien-Identität, Geschlechts-Identität, Sexuelle-Identität, Fan-Identität), die schließlLFK HLQH $UW Ä3DWFKZRUN³ ELOGHQ (vgl. Döring 1999, S. 325). Nach dieser Theorie sind immer eine oder mehrere dieser Identitäten aktiv je nach Situation, sozialem Kontext, Raum oder Zeit. Dabei sind die von Döring angesprochenen Teil-Identitäten als Rollen zu verstehen, die nach der Rollentheorie stets und ständig eine Rolleninterpretation nötig machen und selbst dann Rollenkonflikte nicht verhindern können. In dem anonymen Medium Internet lassen sich beliebig viele Identitäten aus vorhandenen Teil-Identitäten oder gar neuen Identitäten schaffen. Jugendliche können sich im Umgang mit den neuen Medien oder eben gerade durch das neue Medium DXVSURELHUHQ Ä$XVSURELHUHQ $XVWHVWHQ ([SHULPHQWLHUHQ XQG Aushandeln sind essentielle Handlungsprozesse im Kontext von Entwicklung, die die Ausbildung von Autonomie und Identität unterstützen und etwa den Ablösungsprozess von den Eltern HUOHLFKWHUQN|QQHQ³(Reinders et al. 2003, S. 70). ERIKSON ging bei der oben zitierten Beschreibung von Individuation allein im Jugendalter aus, was für seine Zeit (1959) durchaus richtig war. Doch in Anbetracht des technischen Fortschritts ist es möglich, innerhalb fast aller Sprachen, Kulturen und Ländern der Welt binnen weniger Stunden zu wechseln. Das Internet lässt diesen Austausch praktisch in Echtzeit stattfinden; völlig gelöst von Raum, Zeit und teilweise sogar von Personen. Ä'LH Pluralisierung der Lebenswelten im Zuge der gesellschaftlichen Modernisierung war begleitet von einem Zerfall
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GHUDOWHQVLQQVWLIWHQGHQ7UDGLWLRQHQXQG:HOWELOGHU³ (Grundwissen Soziologie 1999, S. 68). Damit ist das Individuum heute im Alltagsleben unzähligen höchst fragmentierten Welten ausgesetzt und die Herausbildung des Ichs ist zu einer Art lebenslangem Prozess geworden. Ä>«@ ,m Sog gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse verlieren vormals verbindliche Rollen und /HEHQVSOlQHDQ3UlJHNUDIW'LH'HYLVHODXWHWÃ$Q\WKLQJJRHVµ>«@ Es ist das Individuum selbst, das ]XP%DVWOHUVHLQHV/HEHQVZLUG³ (Vogelgesang 2002, S. 1). Modernität heißt im Umkehrschluss DEHU DXFK ÄÃ0DQ KDW NHLQH :DKO DXHU ]X ZlKOHQµ 'HQQ GLH expandierenden Ansprüche sind schnell zu enttäuschen und es N|QQHQ 'HVRUJDQLVDWLRQHQ XQG 6WDELOLWlWVYHUOXVWH HQWVWHKHQ³ (Vogelgesang 2002, S. 2). Vor der Bewältigung dieser zentralen Entwicklungsaufgabe stehen heute nicht nur Jugendliche. Auch im Erwachsenenalter müssen die eigenen Ziele ständig neu ausgerichtet, reflektiert und in Angriff genommen werden.
2.2.3 Das Verschwinden der Kindheit
Ä«HV LVW IU GLH HOHNWURQLVFKHQ 0HGLHQ XQP|JOLFK irgendwelche Geheimnisse zu bewahren. Ohne Geheim - QLVVHDEHU NDQQ HV VR HWZDV ZLH .LQGKHLW QLFKW JHEHQ³ (Postman, Neil)
Philippe Ariès bedauert, was auf den ersten Blick schwer zu verstehen ist, die Entstehung von Kindheit und zwar nicht aus den Gründen der Schutzbedürftigkeit, sondern aus erzieherischer Hinsicht. Er kritisiert das Kontrollieren von kindlichem Überschwang, weil das seiner Meinung nach den Kern der Kindheit ausmacht. Sie in der Lebhaftigkeit zu beschränken und DQ GHQ Ä6WXKO ]X ELQGHQ³ QHKPH LKQHQ GLH EHVWHQ (QWIDO- tungsmöglichkeiten(vgl. Ariès 1998, S. 211ff). Der geschichtliche Vergleich der heutigen Kindheit mit der im Punkt 2.2.1 beschriebenen, macht deutlich, dass das Verständnis
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und die Fürsorge für Kinder stark zugenommen haben. In den modernen Gesellschaften werden den Kindern ausreichend Zeiträume zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit zugestanden. Das sich anschließende Jugendalter verkörpert einen zusätzlichen Schonraum, welcher tendenziell die Erwerbsfähigkeit weiter verzögert. Auf diese Entwicklung hat sich die Wirtschaft eingestellt und ganze Branchen an speziellen Produktpaletten für Kinder, Jugendliche und deren Eltern hervorgebracht. So hat manche Werbung nicht nur eine spezielle Ausrichtung auf Kinder, sondern vielmehr auf differenzierte Altersgruppen von Kindern und Jugendlichen, je nach Konsumentenzielgruppe. Da Kinder erst lernen müssen ihre Affekte zu steuern, lässt sich leicht vorstellen, wie schwierig das Widerstehen für sie sein muss. Medien unterscheiden bei der Werbung ganz bewusst zwischen Kindern und Erwachsenen jedoch nicht aus schutzzwecken sondern um ihre Produkte Zielgruppengerecht anzupreisen. Eine Unterscheidung zum Wohle der Kinder ist in unserer modernen Medienwelt nicht selbstverständlich ± im Gegenteil. Postman prangert eben diese Eigenschaft am Beispiel eine Metapher des Fernsehers an. Fernsehen ist ein Fenster zur Welt. Doch er stellt folgerichtig die Frage, wo darin ein Fortschritt zu erkennen wäre. Es bedeutet schließlich nichts weiter, als dass Kinder ebenso viel von der Welt mitbekommen wie Erwachsene (vgl. Postman 2006, S. 114). Wie oben bereits beschrieben, wurde in über 200 Jahren ein kindlicher Schonraum ausgebildet, der bewusst Geheimnisse schuf; Geheimnisse über unsere Welt, über Menschen, über Nachrichten, über Kriege, über Gewalt usw. Eine Aufgabe der Erziehung in Elternhaus und Schule ist es, diese Geheimnisse nach und nach individuell angepasst an die Verarbeitungsmöglichkeiten der Kinder zu enthüllen und ihnen somit die Möglichkeit zu eröffnen, nur langsam und ohne Entwicklungsprobleme erwachsen zu werden. Märchen erfüllen die Funktion, Kindern diesen Horizont Stück für Stück zu öffnen. Ä6R VFKLOGHUW auch das Märchen die Welt; sein Gestalten sind entweder
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DEJUXQGWLHI E|VH RGHU YRQ VHOEVWORVHU *WH >«@ -HGH *HVWDOW LVW im Grunde Eindimensional, so dass das Kind ihre Handlungen und 5HDNWLRQHQOHLFKWEHJUHLIHQNDQQ>«@'DV0lUFKHQYHUPLWWHOWGHP Kind eine Vorstellung davon, wie es Chaos in seinem Inneren RUGQHQNDQQ³(Bettelheim 2006, S. 88). Genau hier jedoch kommt die Typologie des Fernsehens und anderer neuer Medien jeglicher Erziehung zuvor. Zum einen ist die Verfügbarkeit nicht kindgerechter Inhalte in den neuen Medien problematisch und zum anderen die Nutzbarkeit dieser bereits ab dem frühesten Kindesalter möglichÄWie die alphabetische Schrift und das gedruckte Wort eröffnet auch das Fernsehen Geheimnisse, macht öffentlich, was zuvor privat war. Aber anders als die Schrift und das Buch hat das Fernsehen keine Möglichkeit, Dinge ]XYHUVFKOLHHQ>«@)UGLH*HKHLPQLVVHGHV%XFKHVPXVVPDQ sich erst qualifizieren, indem man sich den Härten der schulischen Er]LHKXQJ XQWHUZLUIW >«@ 'DV )HUQVHKHQ GDJHJHQ LVW HLQH Technologie des freien Eintritts, die keine praktischen, ökonomischen, wahrnehmungs- oder vorstellungsspezifischen Schranken kennt³ (Postman 2006, S. 100). Margaret Mead spricht von einer Glaubenskrise, in der ältere Menschen keine Autorität mehr vor jüngeren haben können. Heute Ämachen junge Menschen überall plötzlich Erfahrungen, wie sie kein älterer je gemacht hat oder je machen wird. Entsprechend wird die ältere Generation im Leben der Jungen nie ihre eigene, ebenfalls beispielslose Erfahrung einer unaufhörlichen Folge von :DQGOXQJVSUR]HVVHQ ZLHGHUKROW VHKHQ >«@ .LQGHU VLQG KHXWH LQ einer Welt aufgewachsen, die die Älteren nicht gekannt haben >«@³ (Mead 2003, S. 96). In Folge dessen, ist die Kluft JHVFKORVVHQ ÄXQG DOOH JHK|UHQ GHU JOHLFKHQ *HQHUDWLRQ DQ >«@ :HQQ 0HGLHQ EHLGH :HOWHQ³ GLH .LQGHUZHOW XQG GLH (UZDFKVHQHQZHOW ÄPLWHLQDQGHU YHUVFKPHO]HQ ZHQQ GLH YRP noch ungelüfteten Geheimnis ausgehende Spannung abnimmt, verändert sich das Staunen selbst. An die Stelle der Neugier tritt Zynismus oder, schlimmer noch, Arroganz. Wir haben dann
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Kinder, die sich nicht mehr auf die Erwachsenen und deren Wissen verlassen, sondern auf NDFKULFKWHQDXV GHP 1LUJHQGZR³ (Postman 2006, S. 107). Die Bedeutung dessen ist bei weitem noch nicht konkret abschätzbar und es lässt sich nur hoffen, dass die Ängste ungerechtfertigt sind.
2.3 Generation @ in Zahlen
Im diesem Teil der Arbeit geht es darum aufzuzeigen, wie eine Generation die für sie zur Verfügung stehenden Medien nutzt und wie ihre Einstellungen zu diesen sind. Hier werden heute als sicher geltende Grundlagen für spätere Ausführungen im Kapitel Risiken und Chancen geschaffen. Es muss klar sein, dass verschiedene Studien, welche im Folgenden Verwendung finden, in gewissem Maße zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangt sind. Dies geschieht durch unterschiedliche Studiendesigns und deren unterschiedliche Zielsetzung. Eine altersspezifische Betrachtung ist an vielen Stellen unumgänglich. Opaschowski schließt in seiner Definition der Generation @ ausschließlich die erste Generation die in dem Informationszeitalter aufgewachsen ist ein. Hier jedoch werden auch die nachfolgenden Generationen betrachtet.
2.3.1 Verfügbarkeit neuer Medien
Ä(fast) alle nutzen (fast) alles zu (fast) jeder Tageszeit ³ (Vogelgesang, Waldemar)
Heute leben knapp 99 % der Deutschen in einem Haushalt mit Fernsehapparat und Radio, wobei den meisten gleich mehrere Geräte zur Verfügung stehen (vgl. Meyen 2004, S. 43). Die voranschreitende Entwicklung der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik wirkt sich natürlich auf die Verfügbarkeit
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und den Besitz dieser bei Jugendlichen aus. Dazu kommt, dass Jugendliche heute über beträchtliche finanzielle Mittel, die sie in ihrer Freizeitgestaltung ausgeben können, verfügen (vgl. Jugend 2006: 15. Shell Jugendstudie 2006, S. 77). Nahezu jeder Haushalt, in dem 12- bis 19- Jährige aufwachsen, hat nicht nur o.g. Fernseher zur Verfügung, sondern ebenso Mobiltelefon oder Computer. In 95% der Haushalte ist ein Internetzugang vorhanden (2004: 85%). Mobiltelefone sind nicht nur in 100% der Haushalte existent, jeder Haushalt verfügt im Durchschnitt über 3,8 Geräte. Auch kommt ein Haushalt im Schnitt auf 2,6 Fernsehgeräte, 2,2 Computer, 2 MP3-Player und 1,5 Digitalkameras sowie eine Spielkonsole (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2007). Diese genannten Angaben der JIM-Studie 2007 für die 12- bis 19- Jährigen unterscheiden sich grundsätzlich nicht sonderlich von denen der KIM-Studie 2006 (6- bis 13- Jährige), da hier der Gerätebesitz im Haushalt und nicht nach dem Alter erfragt wurde. Das bedeutet, dass unabhängig vom Alter fast alle Medien samt Risiken und Chancen nutzbar sind. In Abbildung 3 steht die *HUlWHDXVVWDWWXQJ YRQ +DXVKDOWHQ ELV XQWHU ¼ Monatseinkommen anderen Einkommensgrößen gegenüber. Abbildung 3: Gerätebesitz Jugendlicher 2007 nach Haushaltseinkommen
(Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2007, S. 10) Deutlich wird, dass zwar mit steigendem Einkommen die Verfügbarkeit aller Medien im Haushalt steigt, jedoch im
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Umkehrschluss das Gefälle bei geringerem Einkommen nicht proportional für alle Medien gleich gilt. So sind passive Medien in geringverdienenden Haushalten etwa ebenso häufig Verfügbar (FernseKHU ZLH LQ +DXVKDOWHQ PLW PHKU ¼ (LQNRPPHQ SUR Monat. Bei klassischen Medien wie der Zeitung wird zuerst gespart.
Auch der Internetanschluss scheint 2008 alltäglich geworden zu sein. Zwar unterscheiden sich hier die Zahlen der Zugangsart zum Internet zwischen der JIM-Studie 2006 und der (N)Onliner-Studie, jedoch lässt sich konstatieren, dass über zwei Drittel der Internethaushalte einen modernen Breitbandinternetanschluss haben (vgl. Abbildung 4). Genauer noch ist aus der JIM-Studie 2006 ersichtlich, dass 65 % der Haushalte nutzungsdauerunabhängige Verträge für das Internet haben, was sich mit Sicherheit auch auf Einstellung und Nutzung auswirkt.
Abbildung 4: Breitbandnutzug in den Jahren 2005 bis 2007
Ä-XQJHQ XQG 0lGFKHQ XQWHUVFKHLGHQ VLFh hinsichtlich der Geräteausstattung in einigen Punkten. Ein eigenes Handy und auch Musikabspielgeräte wie MP3-Player, Radio, CD-Player, Kassettenrekorder und Walkman sind bei Mädchen häufiger zu
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finden. Auch Digitalkameras sind mehr eine Sache der Mädchen. Jungen haben dagegen häufiger einen eigenen Fernseher. Mehr Jungen als Mädchen haben einen Computer und Internetzugang im eigenen Zimmer. Und Jungen sind deutlich besser mit Spielkonsolen ausgestattet >«@ % beziehen regelmäßig zumindest eine Zeitschrift und 60 % der Haushalte haben eine Tageszeitung abonniert. Allerdings haben Jugendliche, die auf das Gymnasium gehen, deutlich häufiger Zugang zu aktuellen Zeitungen und Zeitschriften: Während 68 % der Gymnasiasten angeben, in ihrem Haushalt eine Tageszeitung abonniert zu haben, bestätigen dies nur gut jeder zweite Haupt- und Realschüler.³ (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2007, S. 9).
Abgesehen von Bildung und Einkommen der Eltern bleibt festzustellen, dass die Verfügbarkeit verschiedenster Medien für Jugendliche, aber auch für Kinder hoch ist. Ohne Frage gibt es jedoch Abhängigkeiten von Schulform und Bildung. Diese Betrachtung ist Bestandteil der Kapitel Nutzung und Einstellungen.
2.3.2 Nutzung neuer Medien
Ä0HGLHQQXW]XQJ6FKODIHQ$UEHLWHQ³0H\HQ , Michael)
ÄWie Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren mit dem breiten Medienangebot in ihrer Freizeit umgehen, ist ein zentraler Aspekt der JIM-Studie. Am häufigsten wird immer noch der Fernseher genutzt, 92 Prozent sitzen mindestens mehrmals pro Woche davor. Bereits an zweiter Stelle kommt der Computer, den 84 Prozent der Jugendlichen regelmäßig verwenden. Den dritten Platz teilen sich der MP3-Player und das Handy, die jeweils von 82 Prozent mehrmals pro Woche genutzt werden. Über drei Viertel (77 %) wählen sich regelmäßig ins Internet ein. Musikkassetten oder -CDs (75 %) und Radio hören (74 %) sind für drei Viertel der Jugendlichen eine regelmäßige Beschäftigung. Fast jeder Zweite
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(48 %) nutzt regelmäßig eine Zeitung, Bücher werden von 37 Prozent, Zeitschriften von 31 Prozent mit dieser Häufigkeit gelesen. Ein Viertel macht regelmäßig digitale Fotos (23 %). Ein Fünftel (21 %) schaut mehrmals pro Woche Filme auf DVD. Etwas weniger nutzen regelmäßig eine Spielkonsole am Fernseher (19 %). Hörspielen lauschen 19 Prozent und Videos sehen 18 Prozent der 12- bis 19- Jährigen mehrmals pro Woche. Sieben Prozent lesen regelmäßig Comics und sechs Prozent beschäftigen sich mehrmals pro Woche mit der Produktion digitaler Filme oder 9LGHRV³ (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2007, S. 12).
Abbildung 5: Medienbeschäftigung in der Freizeit 2007
(Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2007, S. 12) Die Nutzung der Spielkonsole ist nicht nur im Vergleich zwischen den Geschlechtern interessant, sondern auch in Verbindung mit dem Bildungsniveau der Familie. Die Abbildung 6 Äzeigt, dass Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau erheblich stärker mit Bildschirmgeräten ausgestattet sind als die Vergleichsgruppe. Besonders deutlich fällt hier auf, dass Kinder, deren Eltern ein hohes Bildungsniveau haben, erheblich seltener über eine Spielkonsole verfügen als solche aus einem Elternhaus PLWQLHGULJHUIRUPDOHU6FKXOELOGXQJ]X³(Mößle et al. 2007, S. 3).
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Abbildung 6: Geräte im eigenen Zimmer (4. Klasse)
(Mößle et al. 2007, S. 4)
Es wird nachgewiesen, dass die deutlich vielfältiger nutzbaren Medien Computer und Internet im Gegensatz zum Medium TV von Jugendlichen mit höherem Bildungsniveau wesentlich mehr genutzt werden. Sie fordern zur Mitgestaltung und Kommunikation auf, während dem Medium TV vorrangig passiv gefolgt wird. Die Folgen dieser, heute als absolut sicher geltenden, Fakten herauszustellen, wird vor allem Inhalt der Kapitel Risiken und Chancen sein.
Während bei der Nutzung von Medien wie Computer und der zuvor erwähnten Spielkonsole, aber auch beim Schauen von DVDs und Videos, die Jungen deutlich vorn liegen, besitzen die Mädchen den Vorsprung beim Hören von Musik-CDs und Radio und der Nutzung von Handy und der Digitalkamera. Besonders drastisch ist der unterschiedliche Gebrauch von Büchern. Fast die Hälfte der Mädchen, jedoch nur 28 % der Jungen, lesen regelmäßig in der Freizeit ein Buch. Natürlich lassen sich auch anhand des Alters Unterschiede aufzeigen. So ist es auffällig, dass mit steigendem Alter das Lesen der Zeitung, die Nutzung des Computers und des Internets zunimmt und das Lesen von Büchern und Comics und das Spielen an Spielkonsolen abnimmt. (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2007, S. 13) Hier lassen sich anbahnende Veränderungen feststellen, denn schon jüngste Nutzer, als nachkommende Generation @, Ädie noch nicht lesen und schreiben, aber sehr wohl mit der Maus
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Arbeit zitieren:
Steffen Otto, 2008, Risiken und Chancen der Generation @, München, GRIN Verlag GmbH
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