Gliederung
1 Einleitung 4
2 Begriffsbestimmungen 4
2.1 Wissenschaftliches Konstrukt. 4
2.2 Metatheoretisches Modell und Sozialisationstheorie. 4
2.3 Sozialisation 5
2.4 Individuum und Persönlichkeit. 5
2.5 Identität. 6
3 Das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung. 6
3.1 Innere Realität. 6
3.2 Äußere Realität 7
3.2.1 Zentrale Sozialisationsinstanzen 7
3.2.2 Andere soziale Organisationen und Systeme. 7
3.3 Produktive Auseinandersetzung mit der inneren
und der äußeren Realität. 8
3.4 Entwicklungsaufgaben 9
4. Identität im Modell der produktiven Realitätsverarbeitung 9
4.1 Aufbau von Identität 10
4.1.1 Handlungskompetenzen. 10
4.1.2 Selbstbild 11
4.1.2.1 Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion. 11
4.1.2.2 Selbstbewertung 12
4.2 Funktionale Bedeutung von Identität. 13
4.3 Entwicklung von Identität 15
5. Diskussion über Identität 16
6 Zusammenfassung 18
Literaturverzeichnis 20
Abbildungsverzeichnis 21
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1 Einleitung
Gesellschaft ist möglich. Dies können wir täglich feststellen. Eine wesentliche Erklärung für diese Tatsache liefert das sozialwissenschaftliche Konstrukt Sozialisation.
Hurrelmann (2002) bezeichnet Sozialisation als produktive Verarbeitung der Realität und legt damit ein aktuelles und über knapp zwei Jahrzehnte gewachsenes sozialisationstheoretisches Modell vor. Darin kommt der Identität des einzelnen Menschen eine zentrale Bedeutung zu. Was in diesem Modell unter Identität verstanden wird, wie sie entsteht und warum ihr diese fundamentale Bedeutung zukommt, möchte ich in dieser Hausarbeit (Kap. 4) erläutern. Hierfür werde ich das erwähnte Sozialisationsmodell in Kapitel 3 anhand seiner zentralen Begriffe darlegen. Vor dem zusammenfassenden Schlusskapitel 6 erfolgt eine bruchstückhafte und knappe Einführung in die aktuelle soziologische Diskussion über Identität (Kap. 5). Beginnen möchte ich mit der Bestimmung wichtiger Grundbegriffe.
2 Begriffsbestimmungen 2.1 Wissenschaftliches Konstrukt
Ein wissenschaftliches Konstrukt bezeichnet in beschreibender und analytischer Absicht einen nicht dinghaft greifbaren und folglich nicht unmittelbar beobachtbaren Ausschnitt der Realität (Hurrelmann 2002, S. 19). In den Sozialwissenschaften werden häufig wissenschaftliche Konstrukte verwendet. Identität, Sozialisation, Persönlichkeit, Aggression und Motivation sind einige Beispiel hierfür.
2.2 Metatheoretisches Modell und Sozialisationstheorie
Bei einem wissenschaftlichen Modell handelt es sich um die „Darstellung, die einen bestimmten Sachverhalt unter vereinfachten Annahmen konstruiert, um eine Analyse zu erleichtern“ (Recker 2000a, S. 441). Dieser bestimmte Sachverhalt bzw. Untersuchungsgegenstand ist in dieser Arbeit hauptsächlich das wissenschaftliche Konstrukt der Sozialisation und das der Identität. Da in dem noch vorzustellenden Sozialisationsmodell Basistheorien der Soziologie (Systemtheorien, Gesellschaftstheorien, Handlungstheorien) und Psychologie (Persönlichkeitstheorien, Lerntheorien, Entwicklungstheorien) eingehen, kann von einem metatheoretischen Modell gesprochen werden. „Das
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Gesamtgefüge der Aussagen dieses Modells wird als Sozialisationstheorie“ (Hurrelmann 2002, S. 8) bezeichnet.
Zum Einstieg in die entsprechende sozialwissenschaftliche Theoriediskussion möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit lediglich auf Tillmann (2001, S. 22 -34) verweisen.
2.3 Sozialisation
Geprägt wurde dieser Begriff von Durkheim (1903). Er verstand in der Tradition von Hobbes (1651) Sozialisation als Unterwerfung des triebhaften und egozentrischen Menschen unter die Gesellschaft. Diese Vorstellung von Sozialisation beherrschte „die Diskussion in den Geistes- und Sozialwissenschaften bis in die 1970er-Jahre hinein“ (Hurrelmann 2002, S. 12). Aktuell wird Sozialisation als „die Aneignung von Werten, Normen und Handlungsmustern, durch die der weitgehend ohne natürliche Instinkte geborene Mensch seine Handlungsfähigkeit und persönliche Identität erwirbt“ (Recker 2000b, S. 604) definiert. Weiter fährt Recker fort, dass neuere Konzepte der Sozialisation den Begriff vor allem als einen Prozess beschreiben, „der das Entstehen der menschlichen Persönlichkeit in Abhängigkeit und Auseinandersetzung von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt betrachtet“ (ebd.). Der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung eines Individuums kann also synonym für dessen Sozialisation gesehen werden. Eines der erwähnten neueren Konzepte des sehr interdisziplinären, vorwiegend von Psychologie, Soziologie, Erziehungswissenschaft und Philosophie beschriebenen, Unter-suchungsgegenstandes Sozialisation bzw. Persönlichkeitsentwicklung wird in Kapitel 3 dargelegt.
2.4 Individuum und Persönlichkeit
Der Mensch wird in der Sozialisationstheorie von Hurrelmann (2002) als ein Individuum beschrieben, dass heißt er ist prinzipiell einzigartig und selbstbestimmt.
„Mit Persönlichkeit wird das unverwechselbare Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen“ (Hurrelmann 2002, S. 16) eines Menschen bezeichnet. Die Persönlichkeit eines Menschen stellt das vorläufige Bewältigungsergebnis von Entwicklungsaufgaben (Kap. 3.4)
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dar. Grundlage für die Persönlichkeit ist die biologische Ausstattung des Menschen. Der Begriff Handlungskompetenz wird in Kapitel 4.1.1 erläutert.
2.5 Identität
Fröhlich definiert Identität als „Bezeichnung für eine auf relativer Konstanz von Einstellungen und Verhaltenszielen beruhende, relativ überdauernde Einheitlichkeit in der Betrachtung seiner selbst“ (2000, S. 233). Grundsätzlich entspricht diese Kurzdefinition auch den Arbeiten von Hurrelmann (2001 und 2002). Wie Hurrelmann sich genau den Aufbau und die Entwicklung von Identität vorstellt, werde ich, wie bereits erwähnt, in Kapitel 4 erläutern.
3 Das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung
Hurrelmann (2002) definiert Sozialisation als Entwicklung eines menschlichen Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit. Dieser lebenslange Prozess geschieht in produktiver Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität. Dieses Wechselspiel von Anlage und Umwelt vollzieht sich in Sozialisationsinstanzen und anderen sozialen Systemen und besteht aus der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben. Anhand dieser zentralen Begriffe und der damit verbundenen Zusammenhänge werde ich jetzt das metatheoretische Sozialisationsmodell der produktiven Realitätsverarbeitung darlegen.
3.1 Innere Realität
Unter innerer Realität versteht Hurrelmann (2002, S.26) die Gesamtheit der natürlichen Anlagen eines Menschen. Hierunter fallen das jeweils einzigartige psychische Temperament, die körperliche Konstitution, die Intelligenz und die genetische Veranlagung. Diese Gesamtheit bildet die Grundstruktur der Persönlichkeit und ist die Basis der gesamten Persönlichkeitsentwicklung. Die potentiellen Entwicklungsmöglichkeiten über den gesamten Lebenslauf legt diese biologische Verankerung individueller Merkmale fest. Insgesamt stellen die natürlichen Anlagen „einen Möglichkeitsraum dar, aus dem einzelne Elemente aktiviert werden“ (Hurrelmann 2002, S.24). Welche Elemente dies sind, hängt stark von der äußeren Realität ab.
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Arbeit zitieren:
Hendrik Besserer, 2003, Identität in der Sozialisationstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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