Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung 01
2.Theoretische Vorüberlegungen 02
2.1 Erfolgskontrolle vs. Leistungsmessung 02
2.2 Mündliche Leitungsmessung 03
2.2.1 Problematik 03
2.2.2 Durchführung mündlicher Leistungsmessung 04
2.3 Klassenarbeiten 06
2.3.1 Problematik 06
2.3.2 Aufstellen einer Klassenarbeit 07
2.3.3 Durchführung der Klassenarbeit 09
2.3.4 Bewertung der Klassenarbeit 10
2.4. Tests 12
2.4.1 Standardisierte Tests 12
Bsp. DEMAT 4
2.4.2 Informelle Tests 13
3.Planung des Seminars 13
4.Umsetzung des Seminars 15
5.Reflexion 16
6.Literaturverzeichnis 18
7. Anhang 19
1. Einleitung
Der Begriff der Leistungsmessung bezeichnet einen elementaren Teil des Schulunterrichts der Mittelschule, sowohl für den Lehrer als auch für die Schüler. Wir haben uns dieses Thema für die Gestaltung eines Seminars ausgewählt, weil wir uns der Relevanz dieses Themas als zukünftige Lehrerinnen bewusst sind. Da dieses Thema in unserem bisherigen Studium noch nicht explizit behandelt wurde, wollten wir nun die Chance nutzen, es schon einmal im Rahmen des Mathematikseminars näher zu beleuchten. Dabei stellten wir fest, dass es sich hierbei noch immer um ein sehr kontroverses Thema handelt. Es stellt auch heute noch eine Schwierigkeit für einige Lehrer dar und erzeugt teilweise Unsicherheit, weshalb es von jedem unterschiedlich gehandhabt wird.
Als wir das Thema Leistungsmessung ausgewählt haben, waren uns weder der Begriffs-, noch der Bedeutungsumfang dessen klar. Außerdem interessierte uns vor allem in zukunftsperspektivischer Sicht, wie wir als angehende Grundschullehrerinnen an dieses Thema am besten herangehen sollten und wie wir am Beispiel des Mathematikunterrichts Leistungsmessung vornehmen.
Daraus ergaben sich für uns folgende Fragestellungen, die im Seminar für die Studenten geklärt werden sollten: Was ist Leistungsmessung in Abgrenzung zu dem Begriff Erfolgskontrolle? Welche wichtigen Formen gibt es im Unterricht und wodurch sind diese gekennzeichnet? Außerdem sollten die Studenten am Beispiel einer Klassenarbeit praktisch arbeiten und Anregungen erhalten, wie sie Leistungsmessung planen und durchführen können. Dies soll in in Form von Hinweisen zum Aufstellen und Bewerten einer Klassenarbeit erfolgen.
Zunächst werden wir in dieser Arbeit auf ausgewählte Theorie des behandelten Themas eingehen um eine gewisse Verständnisgrundlage zu schaffen. Anschließend soll von der Planung und der letztendlichen Umsetzung im Seminar berichtet werden. Am Ende dieser Arbeit werden wir noch einmal über das Thema und vor allem über das gehaltene Seminar reflektieren. In unserem zweiten Gliederungspunkt „Theoretische Vorüberlegungen“ beziehen wir uns hauptsächlich (weshalb wir auf eine Quellenangabe mittels Fußnoten verzichten wollen) auf J. Lauter „Fundament der Grundschulmathematik. Pädagogisch-didaktische Aspekte des Mathematikunterrichts in der Grundschule“. Eine Ausnahme bildet der Beobachtungsbogen, dieser ist aus H. Radatz und W. Schipper „Handbuch für den Mathematikunterricht an Grundschulen“(siehe Literaturverzeichnis).
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2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Erfolgskontrolle vs. Leistungsmessung
Für das Verständnis von dem Begriff Leistungsmessung ist es von Vorteil, ihn im Vergleich mit dem der Erfolgskontrolle zu sehen.
Die Erfolgskontrolle hat im Vergleich zur Leistungsmessung primär die Funktion der Rückkopplung. Das heißt, es wird sowohl dem Lehrer als auch dem Schüler Auskunft darüber gegeben, was gelehrt und gelernt wurde. Eine der wichtigsten Formen, die dabei im Unterricht umgesetzt wird, ist das Stellen von Wiederholungs- und Verständnisfragen. Es gibt aber auch andere bekannte Formen, wie das Überprüfen von Hausaufgaben und Arbeitsblättern.
Kommen wir nun im Vergleich dazu zur Leistungsmessung oder auch Leistungsüberprüfung. Diese hat im Gegensatz zur Erfolgskontrolle ihren Schwerpunkt auf der Selektionsfunktion und dient der Zensurengebung, in der Regel für mündliche und schriftliche Einzelleistungen, Zeugnisnoten in den einzelnen Fächern und Zensuren für Betragen und Mitarbeit. Im Fach Mathematik bezieht sich der Begriff nicht nur auf inhaltliche Leistungen bezüglich des „Lehrstoffes“, sondern auch auf kognitive Leistungen wie z.B. das Kombinieren, Interpretieren und Fähigkeiten wie Eigeninitiative, Engagement, Genauigkeit und Arbeitstempo, um nur ein einige zu nennen. Im Allgemeinen bilden die Grundlagen der Leistungsmessung in einem Unterrichtsfach, wie in diesem Fall Mathematik, alle erbrachten schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen. Die Zensurengebung folgt einem verbindlichen Notenschlüssel der die Noten 1 bis 6 (sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft und ungenügend) umfasst.
Die Leistungsbeurteilung wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Drei wichtige und bekannte sollen an dieser Stelle genannt und kurz erläutert werden: Zum einen handelt es sich dabei um die Normfestlegung. Dies bedeutet, dass jeder Lehrer eine mehr oder weniger selbst festgelegte Norm hat, mit der er die Schülerleistung, die zu beurteilen ist, vergleicht. Diese divergiert von Lehrer zu Lehrer, da die einen zum Beispiel auf die reine Rechenleistung, andere dagegen auf die Denkleistung beim Lösen der Aufgabe stärkeren Wert legen. Außerdem kann sich der Lehrer bei der Beurteilung zudem entweder auf die Klassennorm oder auf einen individuellen Maßstab beziehen. Ein weiterer Faktor ist die Lehrerpersönlichkeit. Der Lehrer ist wie jeder Mensch täglich
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unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt, die sich auf seine Leistungsbeurteilung auswirken können. Dazu gehören: Umwelteinflüsse, wie z.B. das Wetter, die individuelle Situation des Lehrers, dabei insbesondere die aktuelle „Laune“ oder aber auch das Verhältnis, welches der Lehrer zu dem Schüler oder dessen Eltern hat. Nicht selten ist zu erleben, dass bei Schülern, mit dessen Eltern der Lehrer vielleicht sogar befreundet ist, „ein Auge zugedrückt“ wird, was natürlich dem Grundsatz widerspricht, jeden Schüler als gleich anzusehen. Es kommt aber dennoch in den heutigen Grundschulen leider vor.
Ein letzter, nicht außer Acht zu lassender Einflussfaktor, ist die Schülerpersönlichkeit. Häufig ist es so, dass der Lehrer in Bezug auf seinen Schüler schon im Vorhinein eine bestimmte Einstellung über dessen Leistungsfähigkeit hat. Das führt teilweise dazu, dass er bei Schülern die z.B. in der Vergangenheit immer leistungsstark waren dazu neigt, mehr Fehler zu übersehen als z.B. bei Schülern, die sonst auch schon schwächere Leistungen erbrachten. Leider spielen bei manchen Lehrern teilweise auch die äußere Erscheinung eines Schülers und die soziale Stellung der Eltern mit in die Leistungsbeurteilung hinein. Nachdem nun der Begriff Leistungsmessung und dessen Einflussfaktoren näher erklärt wurden, sollen nun die drei wichtigsten Formen der Leistungsmessung betrachtet werden. Diese sind die mündliche Leistungsmessung, die Klassenarbeit und die Tests.
2.2 Mündliche Leistungsmessung
2.2.1 Problematik
Ein großes Problem hierbei ist, dass unter Lehrern weithin Unklarheit darüber herrscht, was mündliche Leistungen eigentlich sind und welche davon beim Schüler bewertet werden sollten. Eine Umfrage von einem gewissen Herr Bong (1983) zu diesem Thema ergab, dass ca. 10 % der Lehrer mündliche Leistungen gar nicht beurteilen und ungefähr die Hälfte lediglich einen allgemeinen Gesamteindruck oder die Häufigkeit des Meldens bewerten. Es wurden 46 Lehrer gefragt, welche Kriterien sie zur mündlichen Leistungsmessung heranziehen, worauf sie, nach Häufigkeit des Genannten, wie folgt antworteten: Vorrechnen an der Tafel (23); Abfragen von Regeln (19); andere Arten wie z.B. Lösungsvorschläge, richtige Antworten, Stellungnahmen zu Lehrer-/Schüleraussagen, Qualität der Beiträge, Beiträge, die den Unterricht bereichern; Kombinationsvermögen (17); Hausaufgaben (12) und häufiges Melden (6). Weiterhin ist festzustellen, dass sich sehr viele Lehrer beim Beurteilen mündlicher Leistungen unsicher oder sogar sehr unsicher fühlen.
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Mündliche Überprüfungen folgen der so genannten klinischen Methode (nach Piaget). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, dass vor allem dabei helfen soll, die Fortschritte in der Entwicklung des mathematischen Denkens des einzelnen Schülers beurteilen zu können. Die klinische Methode ist als eine Art Interview zu sehen, das der Lehrer mit seinem Schüler führt. Es handelt sich um ein geistiges Abhorchen, bei dem der Lehrer versucht, den Gedankengängen des Kindes zu folgen und auf diese Weise ihre Struktur zu erkennen. Im Vergleich zu schriftlichen Verfahren ist die Gefahr, die Leistung der Schüler falsch zu beurteilen größer. Aus diesem Grund geht diese in der Praxis mit einem schwächeren Gewicht in die Gesamtnote ein. Ein Vorschlag von Herr Bong ist es, die mündlichen Leistungen mit maximal einem Drittel einfließen zu lassen. Darin birgt sich in der Praxis aber auch die Gefahr, dass die Schüler im Unterricht weniger aufmerksam sind, da ihnen die mündliche Note in diesem Fall nicht allzu sehr schaden kann.
2.2.2 Durchführung mündlicher Leistungsmessung
Mündliche Leistungsmessung kann vom Lehrer verschiedenartig durchgeführt werden: Zum einen kann sich der Lehrer nach dem Unterricht Notizen über die Leistungen der Schüler machen, die ihm in der vorangegangenen Stunde positiv oder negativ aufgefallen sind. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Mitarbeit im Unterricht. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Schüler selbst von der Leistungsüberprüfung nichts bemerken. Das verhindert die Entstehung von Prüfungsangst und das Gefühl, sich vor ihren Mitschülern zu blamieren. Die Überprüfung erfolgt jedoch zufällig, was sich nachteilig auswirkt, da die aktiven Schüler häufiger auffallen und die zurückhaltenden Kinder zu wenig Beachtung erhalten. Dadurch werden sie eventuell falsch bewertet. Außerdem ist es für den Lehrer schwierig nach jeder Unterrichtsstunde über die Leistungen jedes einzelnen Schülers Buch zu führen.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass sich der Lehrer vor der Stunde zwei bis drei Schüler aussucht, auf welche er dann während des Unterrichts besonders achtet. Somit wird hier die Zufälligkeit der Leistungsmessung mit der vorherigen Schülerauswahl weitgehend vermieden. Auch hier liegt der Vorteil darin, dass die Überprüfung den Schülern nicht bewusst ist und keine Prüfungsangst entsteht. Der Nachteil bei dieser Variante ist jedoch, dass die Leistungen zwischen den einzelnen Schülern nicht vergleichbar sind.
Als letzte Form der mündlichen Leistungsüberprüfung soll an dieser Stelle das Diagnostische Prüfungsgespräch genannt werden. Dieses erfolgt mit einem einzelnen Schüler, also wenn
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Arbeit zitieren:
Sophie Männel, 2007, Möglichkeiten der Leistungsmessung im Mathematikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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