Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung 3
2 Das 4 C/ID-Modell 4
2.1 Hierarchische Analyse der Kompetenz 5
2.2 Aufgabenklassen 7
2.3 Lernaufgaben 9
2.4 Unterstützende Informationen 10
2.5 Just-in time-Informationen 11
3 Das 4 C/ID-Modell in der Theorie 12
3.1 Lerntheoretischer Rahmen 12
3.2 Didaktische Szenarien 13
3.3 Das 4 C/ID-Modell und Medien 15
4 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick 16
Literaturverzeichnis 17
Erklärung 19
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1 Einleitung
Bereits in der frühen Kindheit wird in der heutigen Zeit die Gesundheit von Kindern durch ungesunde Nahrungsmittel, Übergewicht, Reizüberflutungen, Allergien etc. beeinträchtig. Auch psychische Belastungen, die nicht selten familiär bedingt sind, treten immer häufiger auf und können bei Kindern Störungen im Sozialverhalten hervorrufen. Erzieherinnen und Erzieher obliegt daher - besonders in Kindertagesstätten- die Aufgabe, die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder zu fördern, was in erster Linie durch aktives Lernen sowie Lernen an beispielhaftem Verhalten praktiziert wird. Der Bildungswissenschaftler für Gesundheitserziehung und -förderung erstellt in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Jugend- und Gesundheitsämtern usw. kindgerechte Konzepte, um Kinder und Jugendliche durch aktive Teilnahme an ein Gesundheitsbewusstsein heranzuführen. Neben der erzieherischen Betreuung, die pädagogisches Geschick und Geduld voraussetzt, erfordert die Gesundheitserziehung eine große Sach- und Fachkenntnis auf Seiten des Bildungswissenschaftlers.
Diese Arbeit wird sich mit dem 4C/ID-Modell von Jeroen J. G. van Merriënboer beschäftigen und hat zum Ziel, einen Lehrplan-Entwurf für angehende Bildungswissenschaftler für Gesundheitserziehung zu entwickeln. Parallel dazu werden die einzelnen Komponenten dieses Modells vorgestellt.
Der 2. Teil dieser Arbeit beinhaltet einige lerntheoretische Überlegungen sowie Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das 4C/ID-Modell. Des Weiteren werden didaktische Szenarien für die Integration dieses Modells und zur Unterstützung geeignete Medien vorgestellt.
Natürlich lassen sich in dieser Arbeit nicht sämtliche Kompetenzen und Einsatzbereiche eines Bildungswissenschaftlers für Gesundheitserziehung berücksichtigen. Bezüglich des Begriffs „Gesundheitserziehung“ wird folgende Definition von Laaser/Hurrelmann/Wolters (1993) zu Grunde gelegt:
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„Der gemeinsame Nenner ist das Verständnis, dass hiermit Aktivitäten von Personen und Institutionen zu bezeichnen sind, die auf die Verhütung von Krankheit und die Förderung von Gesundheit gerichtet sind.[…] Gesundheitserziehung und Gesundheitsbildung sind auf Aktivitäten bezogen, die vor allem in Familien und in Erziehungseinrichtungen ablaufen […]“
Sofern geschlechtsneutrale Formulierungen nicht möglich sind, werden männliche und weibliche Form unsystematisch verwendet. Selbstverständlich ist immer auch das jeweils andere Geschlecht gemeint.
2 Das 4C/ID-Modell
Das 4CID-Modell ist ein Instruktionsdesign-Modell und basiert auf den Arbeiten von Jeroen J. G. van Merriënboer, der sich seit den 1980er Jahren im Rahmen seiner Forschungsarbeiten mit Strategien zur Unterstützung komplexer Lernmethoden beschäftigt. Komplexes Lernen ist dabei als die Koordinierung von konstituierenden Fertigkeiten, die Integration von Fertigkeiten, Wissen und Einstellungen in professionelle Kompetenzen und die Unterscheidung verschiedener Arten von Kompetenzen zu verstehen (Jochems, van Merriënboer und Koper, 2004). Die Gestaltung von Lernsituationen lässt sich in 4 Komponenten unterteilen: An Hand von Lernaufgaben (learning tasks), die in wirklichen oder simulierten Aufgabenumgebungen zu bewältigen sind, wird das ausgewählte Wissen vermittelt.
Durch unterstützende Informationen (supportive information) oder Just-In-Time-Informationen (procedural information) werden vorab oder parallel die für die Wissensvermittlung benötigten Kenntnisse angeboten. Parttask Practices dienen dem Training von wiederkehrenden Grundfertigkeiten, für die bei dem Lernenden eine Automatisierung erreicht werden soll.
Die Komponenten des 4C/ID-Modells, das in einer detaillierteren Sichtweise auch in 10 Schritten darstellbar ist, sollen im Folgenden an Hand des Beispiels „BildungswissenschaftlerIn im Bereich der Gesundheitserziehung/-förderung“ näher erläutert werden.
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Abbildung 1: Die vier Komponenten des 4C/ID-Modells
2.1 Hierarchische Analyse der Kompetenz
Die Komplexität der zu vermittelnden Kompetenzen ergibt sich aus der Darbietung authentischer Lernsituationen, die die Umsetzung des Gelernten in der Realität ermöglichen und einen möglichst hohen Lernerfolg erzielen sollen. Das 4CID-Modell soll dabei - geht man nach van Merriënboer, Kirschner und Kester,2003 - diese Komplexität bestmöglich reduzieren, um eine Überforderung des Lernenden zu vermeiden. Um die Leistungsziele des Lehrplanentwurfs zu definieren wird zunächst die Kompetenz analysiert und in ihre konstituierenden Fertigkeiten zerlegt. Hieraus ergibt sich - wie in Abb. 1 zu sehen - eine hierarchische Darstellung der Fertigkeiten und Teilfertigkeiten. Temporäre Relationen (horizontal) beziehen sich auf den Zeitpunkt an
dem die Fertigkeiten ausgeübt werden. Dies kann gleichzeitig, in beliebiger zeitlicher Abfolge oder sequenziell der Fall sein. (van Merriënboer et al., 2002, S. 40f). Die Grafik zeigt, dass - bezogen auf das Beispiel
- zunächst die Zielgruppe erfasst werden muss, um dann die Themenbereiche festzulegen und ein Konzept zu erstellen, Vorbereitungen zu treffen und anschließend erzieherische Maßnahmen durchführen zu können. Anschließend müssen Analysen durchgeführt und per Evaluation die Erfolge der Arbeit ausgewertet werden.
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Timo Nause, 2008, Das 4CID-Modell am Beispiel , Munich, GRIN Publishing GmbH
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