Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Prestige- und Boulevardpresse. 4
2.1 Prestigepresse 4
2.2 Boulevardpresse 5
3 Presse in Spanien 6
3.1 Entwicklung der Presse in Spanien 6
3.1.1 Von den Anfängen bis zu Francos Pressegesetz 6
3.1.2 Entwicklung seit 1938 bis heute 6
3.2 Presse heute 7
3.2.1 Zeitungen 7
3.2.1.1 Die erfolgreichsten allgemein informierenden Zeitungen 8
3.2.1.1.1 El País 8
3.2.1.1.2 El Mundo 9
3.2.1.1.3 ABC 9
3.2.1.2 Misserfolge. 9
3.2.1.2.1 Diario 16 10
3.2.1.2.2 El Sol 10
3.2.1.2.3 Claro 10
3.2.2 Zeitschriften 11
3.2.2.1 Zeitschriftenkategorien in Spanien 11
3.2.2.2 Intervíu 12
3.2.2.3 Hola 12
3.3 Unterschiede am Beispiel El País - Hola 12
3.3.1 Allgemeine Unterschiede 12
3.3.2 Spezielle Unterschiede 13
3.3.3 Unterschiedliche Verwendung der finanziellen Mittel? 13
4 Überlebt die Tageszeitung den Medienwettbewerb? 14
5 Anhang: Literaturverzeichnis 15
Geht man in Deutschland an einen Kiosk um sich eine Zeitung zu kaufen, springt einem meist schnell das Titelblatt der BILD-Zeitung in die Augen. Möchte man sich hingegen in Spanien eine solche Zeitung kaufen, steht man vermutlich ratlos vor der Auslage und sucht vergeblich. Schweift der Blick weiter, findet man zwar das Gesuchte, jedoch eher bei den Zeitschriften. Sucht man jedoch ein Magazin wie den Spiegel oder Focus, wird man hier Misserfolg haben. Gibt es in Spanien also keine Boulevardzeitungen, sondern nur Prestigepresse? Oder ist die Regenbogenpresse nur nicht in Zeitungen zu finden, sondern in Zeitschriften? Diesen Fragen möchte ich in dieser Arbeit auf den Grund gehen und einen Überblick über die spanische Presselandschaft geben.
Zunächst muss die Frage geklärt werden, worum es sich bei Prestige und worum bei Boulevardpresse handelt. Hierzu möchte ich kurz die Begriffe Seriosität und Sensation klären. Etwas gilt gemeinhin als seriös, wenn es ernsthaft gemeint oder vertrauenswürdig ist wohingegen eine Sensation ein Aufsehen erregendes Ereignis oder ein überraschend eingetretenes Ereignis meint. 1
Interessant ist auch, dass es in Spanien wie auch Italien und Frankreich keine Boulevardpresse à la BILD-Zeitung gibt. In diesen Ländern wird das Fehlen der Regenbogenpresse durch ein entsprechendes Angebot an Boulevardzeitschriften sowie Fernseh- und Radiosendungen ausgeglichen. 2
Zielgruppe der Prestigepresse, in Spanien z. B. El País, sind hauptsächlich elitäre Leser, die sich mit den zentralen Problemen ihrer Zeit auseinandersetzen. Sie ist kosmopolitisch orientiert. Die wahren Berichte in ihr sind eingebettet in eine seriöse Diskussion mit intellektuellem Anspruch. Es erfolgt eine strikte Trennung von Information und Meinung. Die Meinungsbeiträge sind ihrerseits gut recherchiert, ausgewogen und enthalten einen gewissen moralischen Anteil, wobei natürlich die individuelle und freie Gedankenäußerung nicht auf der Strecke bleibt. 3 Jedoch ist anzumerken, dass zwischen der prensa de calidad und der prensa de prestigio unterschieden werden muss. Erstere meint die völlig unabhängige Presse während letztere die Presse einer politisch gebundenen Elite meint. Inwiefern also die Meinungsberichte in der prensa de prestigio wirklich frei sind bleibt fragwürdig. Um nicht den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen, wird nicht genauer auf den eben genannten Unterschied eingegangen und verallgemeinernd von Prestigepresse gesprochen. 4 Das Layout der Prestigepresse ist meist nicht so ansprechend wie das der Boulevardpresse, sondern mit Absicht relativ schlicht gehalten. Ihre Leser sind eher an glaubwürdigen Berichten aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Bildung, Sozialem und Politik auf nationaler und internationaler Ebene interessiert als an einer tollen Aufmachung. 5
1 Vgl. http://wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1239866.html und
http://wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1239614.html.
2 Vgl. http://download.aimc.es/aimc/02egm/resumegm307.pdf (2).
3 Vgl. BEAUMONT (1987: 19).
4 Vgl. MERRILL (1968: 15 f).
5 Vgl. BEAUMONT (1987: 20).
- 5 -Die Kriterien der Prestigepresse sind u. a. laut Merrill und einer von ihm weltweit durchgeführten Befragung zahlreicher Herausgeber von Prestigepresse die Analyse der Nachrichten im akademischer Stil, eine würdige Typographie und Gliederung, das Vermeiden von Hysterie und Sensation in Berichten, ein hoher kultureller Anspruch, eine anspruchsvolle und stilvolle Sprache, die sich an einen intellektuellen Leser richtet, Unabhängigkeit, finanzielle Stabilität, gut ausgebildetes und vorbereitetes Personal im technischen sowie wissenschaftlichen Bereich. Auch soll eine gewisse Heterogenität durch Äußerung verschiedener Meinungen gewahrt werden. 6
Eine Erläuterung der Boulevardpresse gestaltet sich als weitaus schwieriger, da es wie zuvor erwähnt, kaum Sensationszeitungen in Spanien gibt. Auch wird weniger über die Kriterien der Boulevardpresse diskutiert, da es sich eher um einen Vergleich mit den Kriterien der Prestigepresse handelt. Freilich wird ein Großteil der unter 2.1 erläuterten Merkmale bei der Boulevardpresse eben gerade nicht eingehalten. Die erste Seite wird mit interés humano, erfundenen oder anderen ungewohnten Artikeln gestaltet, wobei häufige Themen Krisen, Trauer o. ä. sind. Der Leser kann nicht eindeutig zwischen Information und Meinung unterscheiden, da diese in der Boulevardpresse ineinander übergehen. Das Layout beinhaltet Fantasie-Überschriften, aufreißerische Bilder und Grafiken. Die Artikel sind offen angeordnet und meist nach ihrer Aktualität sortiert. Diese Anordnung ist jedoch von Ausgabe zu Ausgabe unterschiedlich wodurch die Ordnung der Artikel eher befremdlich wirkt. Anzumerken ist ferner, dass die Boulevardpresse lediglich den gesellschaftlichen Teil des Journalismus abdeckt. 7
6 Vgl. MERRILL (1968: 28 ff.) und BEAUMONT (1987: 21-22).
7 Vgl. BEAUMONT (1987: 34).
Arbeit zitieren:
Sandra Holte, 2007, Presse zwischen Seriosität und Sensation, München, GRIN Verlag GmbH
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