Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Theoretische Vorüberlegungen 2
2.1 Kooperationen und Netzwerke 2
2.2 Regionale Kooperationen und Netzwerke. 5
3. Regionale Wirtschaftscluster und Netzwerkansätze 8
3.1 Produktionscluster und Industrielle Distrikte. 9
3.2 Der Milieu-Ansatz und die lernende Region. 11
3.3 Regionale Innovationsnetzwerke und -systeme 13
4. Regionalpolitik und Wirtschaftsförderung 15
5. Zusammenfassende Schlussfolgerungen 16
Literaturverzeichnis 18
Anhang 23
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Kooperation, strategisches Netzwerk und regionales Seite 23 Netzwerk
Abb. 2: Regionale versus strategische Netzwerke Seite 23
Abb. 3: Diamantenmodell nach Porter Seite 24
Abb. 4: Innovative Netzwerke und Regionalentwicklung: Seite 25 Wirkungskette
III
Abkürzungsverzeichnis
et. al. und andere Hrsg. Herausgeber hrsg. v. herausgegeben von KMU klein- und mittelständige Unternehmen o.V. ohne Verfasser
1
1. Einleitung
In Anbetracht des schnellen technologischen Wandels, dem damit einhergehenden verschärften Innovationsdruck, der Verkürzung von Produkt- und Technologielebenszyklen und der Globalisierung der Wirtschaft, sehen sich Unternehmen veränderten Wettbewerbsbedingungen gegenüber gestellt. Dabei gewinnen Kooperationen in Regionen zunehmend an Bedeutung. Immer häufiger tauchen Begriffe wie regionale Netzwerke, lernende Region, innovative Netzwerke, kreatives Milieu und Cluster auf. Verbergen sich nun hinter diesen Begriffen Modebezeichnungen der Wissenschaft oder liegen in regionalen Kooperationen unausgeschöpfte Potentiale gerade für kleine und mittlere Unternehmen? Welche Vorteile haben Unternehmen durch Kooperationen in den Regionen? Werden die Vorteile gegebenenfalls mit Nachteilen an anderer Stelle erkauft? Welchen Vorteil haben die Regionen und welche Rolle spielt die regionale Wirtschaftsförderung?
Aber auch die Zusammenarbeit mit staatlichen und privaten Institutionen, wie beispielsweise Universitäten oder Forschungseinrichtungen, wird häufig mit dem Wachstum und der Prosperität in einer Region in Verbindung gebracht. Hier wird vor allem die „Radarfunktion“ dieser Institutionen angeführt, die das externe Wissen „aufsaugt“ und für die Unternehmen der Region nutzbar macht. Welche Beziehungen haben sich hier entwickelt und wie können diese Netzwerke aufgebaut und gefördert werden? Welche Funktionen haben jene Institute überhaupt in einer Region?
Bei der Betrachtung dieser Sachverhalte kommt stark die Interdisziplinarität der Wissenschaftsbereiche zum Ausdruck. So sind Überschneidungen von Inhalten der Wirtschaftswissenschaften, der Wirtschaftsgeographie, der Regionalökonomie und der Politikwissenschaften zu beobachten.
In der vorliegenden Arbeit werden Netzwerkstrukturen von regionalen Kooperationen und Cluster näher beleuchtet. Dazu werden im Kapitel 2 theoretische Vorüberlegungen getroffen, um im Kapitel 3 regionale Wirtschaftscluster und Netzwerkansätze näher zu erläutern. Inwiefern die Regionalpolitik und die Wirtschaftsförderung positiv auf Kooperationen in Regionen einwirken können, wird im Kapitel 4 kurz angesprochen. Im
2
Anschluss daran werden im Kapitel 5 zusammenfassende Schlussfolgerungen und Ausblicke gegeben.
2. Theoretische Vorüberlegungen
In den nun folgenden theoretischen Vorüberlegungen wird im Kapitel 2.1 auf Kooperationen und Netzwerke allgemein eingegangen und anschließend im Kapitel 2.2 Bezug auf regionale Kooperationen und Netzwerke genommen.
2.1 Kooperationen und Netzwerke
Aufgrund der in der Einleitung genannten veränderten Wettbewerbsbedingungen sehen sich Unternehmen einem zunehmenden
Anpassungsdruck ausgesetzt. Dies betrifft besonders kleine und mittlere Unternehmen, denn sie verfügen im Gegensatz zu Grossunternehmen oftmals nicht über die notwendigen Ressourcen, die zur Erschließung neuer Märkte, zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren oder zur Vermarktung ihrer Produkte notwendig sind. Um den erhöhten Anforderungen aus dem Wettbewerbsdruck dennoch Stand zu halten, können Kooperationen zwischen Unternehmen eine geeignete Form der Anpassung darstellen.
Unter Kooperationen versteht man verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Unternehmen bzw. Institutionen, die ihre Entscheidungen unter Beachtung betriebsinterner Interessen zur Erreichung gemeinsamer Ziele treffen. 1 Eine Unterscheidung kann hinsichtlich der beteiligten Wirtschaftsstufen (horizontale, vertikale Kooperation), nach betrieblichen Funktionen (z.B. FuE-Kooperation, Produktionskooperation) und nach dem Zeithorizont (kurz-, mittel-, langfristige Kooperation) vorgenommen werden. 2 Dabei besteht in Bezug auf die Kooperationsbereiche eine gegenseitige Abhängigkeit der kooperierenden Unternehmen. 3 In kooperativen Beziehungen agieren die Unternehmen selbständig nach bewussten
1 Gablers Wirtschaftslexikon (1997), Sp. 2245.
2 Vgl. Komar (2005), S. 6f.
3 Vgl. Rotering (1995), S. 6-8.
3
formellen oder informellen Vereinbarungen, sind gleichberechtigt und streben einer gemeinsamen Zielerreichung entgegen. Des Weiteren ist die Mitgliedschaft der Kooperationspartner freiwillig. 4 Historisch gesehen sind Kooperationsbeziehungen keine neue Organisationsform ökonomischer Aktivitäten. Solche Beziehungen existieren schon so lange, wie es Unternehmen gibt. Das Römische Recht kannte z. B. die Partnerschaft zur Realisierung eines bestimmten Vorhabens oder einer Transaktion. 5
Motive für das Eingehen von unternehmerischen Kooperationen beruhen meist auf Kapazitätsdefiziten, wie fehlendem Finanzkapital, fehlendem technologischen Know-how, fehlenden Marketing- und Vertriebskapazitäten oder fehlenden Zugang zu komplementären oder neuen Technologien. Die Partner erwarten dabei aus kooperativen Beziehungen verbesserten Markteintritt sowie Stärkung der Marktposition, Erhöhung des Ressourcenpotentials durch Größendegression, Zeitersparnis bei Innovation, vermehrte und unterstützende Aktivitäten in Forschung und Entwicklung, die Entwicklung neuer Produkte und Technologien, eine Risikominderung oder Kapitalzufuhr. 6 Die Akteure zielen dabei auf das Ausnutzen von Kostensenkungspotentialen, der Realisierung qualitativer Wettbewerbs-vorteile und der Veränderung von Markt- und Mobilitätsbarrieren ab. 7
Innovation, Produktion und Vermarktung lassen sich in einer arbeitsteiligen Wirtschaft nicht mehr ausschließlich durch ein einzelnes Unternehmen realisieren, sondern nur in Zusammenarbeit mit und in Wechselwirkung zwischen unterschiedlichen Akteuren. HÅKANSSON und SNEHOTA haben diesen Zusammenhang mit dem vielzitierten Satz „No business is an island“ umschrieben. 8 Für diese Form der Zusammenarbeit hat sich der Begriff Netzwerk durchgesetzt. Von einem Netzwerk wird dann gesprochen, wenn in der Regel mehr als zwei Akteure über strukturierte Beziehungen miteinander verknüpft sind und dabei in rechtlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht über Autonomie verfügen. 9 Die in Netzwerken organisierten Akteure sind loser gekoppelt als in einer (idealtypischen)
4 Vgl. Dörsam/ Icks (1997), S. 4.
5 Vgl. Balling (1998), S. 29.
6 Vgl. Dörsam/ Icks (1997), S. 41.
7 Vgl. Schilde et. al. (2002), S. 8.
8 Vgl. Håkansson/ Snehota (1989).
9 Vgl. Backhaus/ Meyer (1993), S. 330.
4
Hierarchie, aber fester als in einem (idealtypischen) Markt. Die Organisation des Netzwerkes versucht, die Koordination über die Hierarchie und jene über den Markt intelligent miteinander zu einer strategischen Organisationsform zu verbinden. 10 Diese Netzwerkorganisation entsteht dabei nicht nur infolge der Funktionsexternalisierung, die durch eine Konzentration auf die Kernkompetenzen motiviert ist, sondern durch das Vermeiden einer vollständigen Integration. Stattdessen wird auf Unternehmenskooperationen gesetzt. Die durch die Externalisierung betrieblicher Funktionen entstehende Netzwerkorganisation wird auch als Unternehmensnetzwerk bezeichnet. 11
Netzwerkorganisationen stellen in idealtypischer Form mittel- bis langfristig angelegte Kooperationen dar, die über rein marktliche Austauschbeziehungen hinausgehen und auf eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Netzwerk abzielen. 12 Eine Unterscheidung zu rein marktlichen Beziehungen kann in der Qualität der Interaktionen zwischen den Netzwerkpartnern gesehen werden. 13 Als Merkmale von Unternehmensnetzwerken werden in der Literatur auf Vertrauen basierte Reziprozität, die Interdependenz und günstige Bedingungen für den Transfer von Wissen genannt. 14 Neben den bereits genannten Chancen gehen aber auch Risiken für die Akteure des Netzwerkes einher. Die wichtigsten Risiken, die sich daraus ergeben können, sind zum einen das Risiko der nur partiellen Systembeherrschung, zum anderen das Risiko des Kompetenzverlustes und auch das Risiko der Abhängigkeit soll nicht unerwähnt bleiben. 15
Erklärungsansätze für das Zustandekommen von Kooperationen und Netzwerken liefern die Theorie der Kernkompetenzen und die Transaktionskostentheorie. 16 Dabei sind Kernkompetenzen unternehmensspezifische Fähigkeiten, die einen hohen strategischen Wert für das
10 Vgl. Sydow (1995), S. 630.
11 Vgl. Sydow (2003), S. 296.
12 Vgl. Rosenfeld (2004), S. 75.
13 Vgl. Heimpold (2005), S. 118.
14 Grabher (1993), S. 8-12.
15 Vgl. Sydow (2003), S. 306.
16 Weitere Erklärungsansätze für Kooperationen und Netzwerke sind neben den bereits
genannten auch in der Theorie des Monopols, in der Produktionskostentheorie und in
strategischen Ansätzen zu finden, vgl. dazu Ausführungen von Dörsam/ Icks (1997), S. 17-
24.
Arbeit zitieren:
Torsten Linnenbrügger, 2006, Regionale Kooperationen: Netzwerke und Cluster, München, GRIN Verlag GmbH
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