Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS III III
1. EINLEITUNG 1
2. NON PROFIT ORGANISATIONEN IN DER MANAGEMENTLEHRE 1
3. SITUATIONSANALYSE 2
3.1. EKD ALS ORGANISATION 2
3.2. AUFGABEN DER EVANGELISCHEN KIRCHE 3
3.3. LEISTUNGSPORTFOLIO DER EKD 4
3.4. ZIELE UND VISION DER EKD 5
3.5. FINANZ UND MITGLIEDERENTWICKLUNG 5
3.5.1. Finanzielle Entwicklung der EKD 5
3.5.2. Mitgliederentwicklung 7
3.5.3. Mitgliederstruktur Cluster Analyse 8
4. DISKURS MARKTORIENTIERTE STRATEGIE ALS LÖSUNGSANSATZ 9
4.1. PROBLEMDARSTELLUNG 9
4.2. MARKETING ALS STRATEGISCHER LÖSUNGSANSATZ 10
4.3. THEOLOGISCHE ASPEKTE 11
4.4. KULTURELLE UND ORGANISATORISCHE ASPEKTE 13
4.5. FAZIT ZUM DISKURS 15
5. DIE VISION ALS MEDIUM ZUR GEMEINSAMEN STRATEGISCHEN AUSRICHTUNG 15
ANHANG 17
DAS DIAKONISCHE WERK UND DER EVANGELISCHE ENTWICKLUNGSDIENST 17
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 18
TABELLENVERZEICHNIS 23
LITERATURVERZEICHNIS 26
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Aufbau, Organe und Amtsstellen der EKD 18
Abbildung 2 Gottesdienstbesucher/innen an den Zähltagen 19
Abbildung 3 Einnahmen der EKD und ihrer Gliedkirchen nach Einnahmearten 19
Abbildung 4 Ausgaben der EKD und ihrer Gliedkirchen nach Aufgabenbereichen 20
Abbildung 5 Kirchenaustritte in Deutschland 1990 1999 21
Abbildung 6 Lebensstile evangelischer Kirchenmitglieder (Kluster) 22
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Veranstaltungen und Seminare der Kirchengemeinden 23
Tabelle 2 Einnahmen der EKD und ihrer Gliedkirchen im Mio. Euro 23
Tabelle 3 Aufgaben der EKD und ihrer Gliedkirchen und deren Kosten 24
Tabelle 4 Lebensstile und Kirchenmitgliedschaften 25
III
1. Einleitung
2. Non Profit Organisationen in der Managementlehre
Seit Mitte der 80er Jahre hat sich in Deutschland eine eigene 0DQDJHPHQWOHKUHIU132¶V entwickelt. 1 ,KU ODJ GLH (UNHQQWQLV ]X *UXQGH GDVV ÄGHU :LVVHQVEHVWDQG GHU NODVVLVFKHQ %HWULHEVZLUWVFKDIWVOHKUH >«@ QLFKW QDKWORV DXI JHPHLQQW]LJH 2UJDQLVDWLRQHQ übertragen ZHUGHQ NDQQ³ 2 Laut Heinemann und Horch seieQ 132¶V Dienstleistungsorganisationen mit Strukturbesonderheiten. 3 Die strukturellen Besonderheiten tangieren vornehmlich die folgenden vier Bereiche: Ziel, Finanzierung, Mitarbeiter, Willensbildung.
Laut Schwarz sei eine NPO zweck- und zielgerichtet und verfolge eine Mission, die jedoch allgemein und dauerhaft formuliert sei und somit immer wieder neu interpretiert werden müsste. 4 Nach Zimmer seien die Ziele ideell, ambivalent und nicht zu quantifizieren. 5
Zimmer führt weiter aus, 132¶V würden sich nicht durch den Absatz von Produkten sondern über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzieren. 6 Schwarz definiert, der Output
1 Vgl.: Zimmer, A./ Nährlich, S.: Nonprofit-Management und Marketing mehr als Betriebsführung und Marktorientierung, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, Band 16, 3/1993, S.345-354.
2 Nährlich, S, et al: Management in Nonprofit ± Organisationen, Opladen, 2000, S.11.
3 Vgl.: Heinemann, K/ Horch, H-D.: Finanzsoziologische Probleme des Vereins, in: Heinemann, K. (Hrsg.): Betriebswirtschaftliche Grundlagen des Sportvereins, Schondorf, 1987, S.101-120.
4 Vgl.: Schwarz, P.: Management in Nonprofit-Organisationen, 2. Aufl., 1996, Wien, S.22.
5 Vgl.: Zimmer, A: Vereine- Basiselemente der Demokratie, 1996, Opladen, o.A..
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des Verbandes sei eine Dienstleistung, die dem konkreten Bedarf der Mitglieder entspräche. Somit ließen sich Spenden und Mitgliedsbeiträge als Erwerb eben dieser Dienstleistung betrachten. 7
Die Mitarbeiter einer NPO seien, laut Zimmer und Schwarz, zum einen hauptamtliche, bezahlte Kräfte und zum anderen, meist größeren Teil, ehrenamtliche, freiwillige Mitarbeiter. 8
Die Willensbildung einer NPO sei laut Zimmer demokratisch und partizipatorisch. 9 Sie könne, so Schwarz, direkt durch Leistungen oder indirekt über Bereitstellung von Finanzmitteln, Beitritt/ Austritt oder die Wahl von Organen erfolgen. 10
3. Situationsanalyse
3.1. EKD als Organisation
Die EKD besteht aus 23 Gliedkirchen, die teilautonom fungieren. Sie ist somit föderalistisch strukturiert und stellt sich immer wieder, der für föderalistisch organisierte Gebilde typischen Frage nach der Autonomie der Glieder und der Zuständigkeit der gemeinsamen Organe. Die EKD hat keine eigenen Einnahmen, sie finanziert sich über eine Umlage der Gliedkirchen. Laut des Verfassungsrechtes der EKD, besteht die primäre Aufgabe der EKD in der Festigung und Vertiefung der Gemeinschaft unter den Gliedkirchen und der Hilfe bei der Erfüllung ihres Dienstes so wie dem Austausch ihrer Kräfte und Mittel. 11 Der EKD obliegt es hierzu Richtlinien aufzustellen oder Kirchengesetze zu erlassen, die anschließend in landeskirchliches Recht umgesetzt werden können. 12 Somit sind die einzelnen Gliedkirchen die starken Subjekte in der evangelischen Landschaft.
6 Vgl.: Zimmer, A: 1996, Opladen, o.A..
7 Vgl.: Schwarz, P.: S.22 ff.
8 Vgl.: Zimmer, A: 1996, Opladen, o.A., so wie Schwarz, P.: S.26, Abb.2
9 Vgl.: Zimmer, A.: 1996, Opladen, o.A.
10 Vgl.: Schwarz, P.: S.26, Abb.2
11 Vgl.: EKD: Neufassung der Grundordnung vom 20. November 2003 (ABl.EKD 2004 S. 1 ff) i.d. geänderten Fassung vom 6. November 2003.
12 Vgl.: EKD: (2003) Artikel 9.
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Die EKD wird durch drei demokratisch gewählte Organe geleitet, deren Aufgaben im Kirchengesetz formuliert sind: Die Synode (120 entsandte Vertreter der Gliedkirchen), dem Rat der EKD und der Kirchenkonferenz. 13 Grundsatzentscheidungen werden in der Synode getroffen (Vgl.: Abbildung 1). Somit verfolgt die EKD einen bottom- up Ansatz. 14
3.2. Aufgaben der Evangelischen Kirche
Bei der Aufgabendefinierung der evangelischen Kirche ist zunächst ihre
Existenzbergündung von Bedeutung. 15 Ä*UXQGODJH GHU (YDQJHOLVFKHQ .LUFKH LQ 'HXWVFKODQG LVW GDV (YDQJHOLXP YRQ -HVXV &KULVWXV ZLH HV >«@ LQ GHU +HLOLJHQ 6FKULIW, dem Alten unG1HXHQ7HVWDPHQWVJHJHEHQLVW³ 16 . Der Kirche ist somit als creatura verbi, Geschöpf Gottes, ihr Existenzgrund durch ihren Stifter vorgegeben. 17 Laut Fischer ließe sich so die Aufgabe der Kirche in fünf Ausprägungen definieren. Die Kirche sei zuerst Zeugnisgemeinschaft ihres Glaubens. Basierend auf den Missionsauftrag Christi (Matthäus 28, 18ff.) sei sie Kommunikationsgemeinschaft. Um den Glauben kommunizieren zu können bedarf es der Interpretation der Lehrgrundlage Evangelium im Horizont der Welt, sie sei somit Interpretationsgemeinschaft. Die in der Kirche gebildete Gemeinschaft wirke sozialisierend, somit sei die Kirche eine Sozialisationsgemeinschaft. Zuletzt sei die Kirche durch das Verständnis das der bezeugende Glaube immer auch ein handelnder Glaube sei (Jakobus 2,14 ff.), eine Handlungsgemeinschaft. Diese verschiedenen Teilaufgaben der Kirche arbeiteten als Ganzes auf die Vision Gemeinschaft im Reiche Gottes hin. Demnach dürfe, so Fischer, bei Strategien für die Zukunftsfähigkeit der Kirche das Verständnis Kirche weder auf die Handlungs- und Sozialisationsdimension verkürzt werden, noch auf die Zeugnis-, Kommunikations, Interpretationsdimension. 18
13 Vgl.: Evangelische Kirche Deutschland: [http://www.ekd.de/ekd_kirchen/aufbau.html] (Erstellungsjahr:
1996/ Verfügbarkeitsdatum: 3.1.2006).
14 Vgl.: Klaffke, O.: Die Jesus AG : Kirche. in: Bilanz, Zürich, 2005, 16.Jhg., S.47.
15 Vgl.: Fischer, U.: Von Grund, Auftrag und Ziel der Kirche : Visitationen als Instrumente der Kirchenleitung, in: K.-P. Wiedmann (Hrsg.): Management mit Vision und Verantwortung, 1. Aufl., Wiesbaden, 2004,S.378.
16 EKD: Neufassung der Grundordnung vom 20. November 2003 (ABl.EKD 2004 S. 1 ff) i.d. geänderten Fassung vom 6. November 2003.
17 Vgl.: Fischer, U.: S.378.
18 Vgl: Fischer, U.: S. 387 ff..
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3.3. Leistungsportfolio der EKD
Die Leistungen der EKD, die sich an den 5 Aufgaben nach Fischer ausrichten (Vgl. Kapitel 3.2 ) und nach betriebswirtschaftlichen Aspekten als Produkt bezeichnet werden könnten, lassen sich zweckorientiert in drei Produktfamilien gliedern:
1. Mission, kirchliche Dienste
2. Diakonie
3. Evangelischer Entwicklungsdienst
Im Folgenden wird lediglich auf die Mission und kirchlichen Dienste eingegangen. Informationen zu Diakonie und dem EED sind dem Anhang zu entnehmen.
Die Mission und kirchlichen Dienste setzten sich aus diversen Teilprodukten zusammen. Zentrales Produkt ist der Gottesdienst. Obgleich der Gottesdienst wenig frequentiert wird (etwa 5% aller EKD-Mitglieder besuchen regelmäßig einen Gottesdienst 19 ), ist dieser als zentraler Ort der Lehre und Verkündigung, bedingt durch das eigene Missionsverständnis der Kirche (Vgl. Kapitel 3.2) und einer Menge von 1.044.756 Gottesdiensten per anno 20 , das ÄKernprodukt³, um das sich diverse andere Leistungen gruppieren. Hierbei handelt es sich um Gruppen, wie zum Beispiel Bibelgesprächskreise, Chöre Musik- und Jugendgruppen. Die EKD unterhält über 131.000 solcher Kreise (ohne Jugend und Kinderarbeit) 21 . Erweitert wird dieses Angebot durch Veranstaltungen besonders im Themenschwerpunkt Musik mit 60.000 Veranstaltungen und ca. 70.000.000 Teilnehmern p.a. 22 (Vgl.: Abbildung 2/ Tabelle 1). Außerdem bietet die Kirche Produkte an, die in ihrem Ursprung zwar religiöse Riten sind, jedoch inzwischen durch die gesellschaftliche Adaption von dem Ritus im engsten Sinne losgelöst wurden. (Schnittmengen sind natürlich vorhanden). Zu diesen zählen Trauungen, Beerdigungen, Kindertaufen und
19 Vgl.: Kirchenamt der Evangelischen Kirche Deutschland: Weltsichten, Kirchenbindung, Lebensstile ± Vierte EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft, Hannover, 2003, S.73.
20 Vgl.: Vgl.: Kirchenamt der EKD: Evangelisch in Deutschland- Zahlen Fakten Entwicklungen, Hannover,
2005, S.15.
21 Vgl.: Kirchenamt der EKD: (2005)S. 17.
22 Vgl.: Kirchenamt der EKD: (2005)S. 16.
- 4 -
Konfirmationen. Diese werden von der Gesellschaft nach wie vor als wichtige Traditionen erachtet 23 .
3.4. Ziele und Vision der EKD
Die EKD als eine Non Profit OrganisDWLRQ132XQWHUVFKHLGHWVLFKZLHDQGHUH132¶V von herkömmlichen Unternehmen durch die Tatsache, dass keine Gewinnmaximierung, also kein Shareholderansatz, verfolgt wird. 24
Die Theologische Profession tut sich generell schwer mit einer Zieldefinierung (Vgl. Kapitel 4.3), deswegen spielen die Komponenten Vision und Ziele lediglich in auf Ebene der Gliedkirchen eine Rolle. Der EKD mangelt es, unter anderem bedingt durch ihre Struktur (Vgl. Kapitel 3.1), an erkennbaren, gemeinschaftlichen Vision und definierten Zielen.
3.5. Finanz und Mitgliederentwicklung
Die Anzahl der EKD-Mitglieder und der Finanzen sind eng verknüpft, da die Mitglieder durch Steuern und Spenden die EKD finanzieren. Einbrüche in den Mitgliederzahlen einer NPO lassen sich ähnlich lesen wie Absatzeinbrüche eines Produktes. Im Folgenden wird zuerst die finanzielle Entwicklung der EKD dargestellt und anschließend die Mitgliederstruktur analysiert.
3.5.1. Finanzielle Entwicklung der EKD
Die EKD bezog 2005 40% ihrer Einkünfte über die Kirchensteuer. Das entspricht ca. 4 Mrd. Euro per anno. Weitere 20% werden durch Entgelte der diakonischen Einrichtungen erzielt, 17% durch Zuschüsse durch Dritte und 15% durch Darlehensaufnahme und
23 Vgl.: Kirchenamt der EKD: (2005)S.16ff.
24 Vgl.: Raffèe, H.: Kirchenmarketing, in: M. Dalhaus/ et al (Hrsg.): Evangelisches Soziallexikon, Stuttgart, Berlin, Köln, 2001,S. 844.
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Arbeit zitieren:
Sebastian Gräbe, 2006, EDK Quo Vadis? , München, GRIN Verlag GmbH
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