1. EINLEITUNG .................................................................................................................................... - 1 -
2. DEFINITION HUMANKAPITAL - 1 -
3. DEMOGRAPHIE - 2 -
3.1. ALTERUNG DER GESELLSCHAFT - 2 -
3.1.1. Effektive Alterung sinkende Mortalität - 2 -
3.1.2. Relative Alterung sinkende Fertilität - 3 -
3.2. MIGRATION - 4 -
3.2.1. Bildungsstand von Migranten. - 4 -
3.3. AUSWIRKUNGEN DES DEMOGRAPHISCHEN WANDELS AUF DIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT - 5 -
3.3.1. Fachkraftmangel - 5 -
3.3.2. Engpässe in der Güterversorgung - 6 -
3.3.3. Innovation und volkswirtschaftliches Wachstum - 7 -
3.3.3.1. Innovationshemmung. - 7 -
3.3.3.2. Produktionshemmung - 8 -
3.3.3.2.1. Umverteilung der kognitiven Intelligenz - 8 -
3.4. FOLGEN FÜR DAS PERSONALMANAGEMENT - 9 -
3.4.1. Entgegenwirken des demographischen Trends - 9 -
3.4.2. Auswirkungen des demographischen Wandels minimieren - 10 -
3.4.2.1. Nachwuchs. - 10 -
3.4.2.1.1. Auszubildende - 11 -
3.4.2.1.2. Migranten - 12 -
3.4.2.2. Anpassungen - 12 -
4. EUROPÄISCHE ERWEITERUNG UND GLOBALISIERUNG - 13 -
4.1. EUROPÄISCHE ERWEITERUNG - 14 -
4.1.1. Lebensstandard - 14 -
4.1.2. Steigende Güternachfrage als globaler Trend - 14 -
4.1.3. Konstante Arbeitslosigkeit - 15 -
4.1.4. Verschärfter Wettbewerb für mittelständische Unternehmen - 16 -
4.1.5. Standortverlagerungen durch globalen Wettbewerb - 16 -
4.1.6. Konsequenzen für das Personalmanagement - 17 -
4.1.6.1. Deutsche Ausrichtung - 17 -
4.1.6.2. Internationale Ausrichtung. - 18 -
5. SCHLUSSBETRACHTUNG - 19 -
ANHANG - 21 -
QUELLENVERZEICHNIS - 23 -
I
1. Einleitung
Der Mensch als Arbeitskraft ist nach wie vor die Kernresource jedes Unternehmens. Von Qualifikation und Verfügbarkeit der Arbeitskraft, also dem Arbeitsmarkt, hängt der Erfolg des Unternehmens maßgeblich ab. In den letzten 50 Jahren haben die Unternehmen, Märkte, Technologien und mit ihnen der Arbeitsmarkt einen rapiden Wandel vollzogen. Heute ist die Frage der Entwicklung des Arbeitsmarktes nicht nur vor dem Hintergrund von 8 Millionen Arbeitslosen (inkl. ABM und stiller Reserve) von politischer und gesellschaftlicher Bedeutung, sondern ebenfalls für Unternehmen durch den sich ständig verschärfenden Wettbewerb zu einer zentralen Frage avanciert.
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes hängt von zahlreichen untereinander in Verbindung stehenden Faktoren ab, deren Entwicklung kaum abzusehen ist. Aus diesem Grund werden in der folgenden Arbeit lediglich die beiden Faktoren Demographie und Globalisierung betrachtet, deren Entwicklung über die nächsten 50 Jahre als relativ sicher gelten und gleichzeitig die für das Personalmanagement wichtigsten Einflüsse bilden.
In den jeweiligen Kapiteln wird die tendenzielle Entwicklung anhand von Fakten diskutiert und anschließend ein Ausblick auf mögliche Konsequenzen und Handlungsbedarf für das Personalmanagement gegeben.
2. Definition Humankapital
In dieser Arbeit wird an mehreren Stellen das Humankapital behandelt. Die folgende Definition soll Aufschluss geben, wie das Unwort des Jahres 2004 zu verstehen ist:
Ä+XPDQNDSLWDO KXPDQ FDSLWDO %H]HLFKQXQJ IU GLH )lKLJNHLWHQ XQG GHQ Ausbildungsstand von Arbeitskräften (Arbeitsvermögen), die deren Produktivität
- 1 -
VWHLJHUQ³ 1 Das Humankapital eines jeden Individuums differenziert sich durch seine Schulbildung, Ausbildung, besondere Qualifikationen etc. Es ist keine konstante Größe sondern verändert sich dynamisch analog zum Lernprozess des Individuums.
3. Demographie
Die Bevölkerung in Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten stark altern. Da bei Bevölkerungsprognosen wesentliche Determinanten der zukünftigen Entwicklung bereits heute bekannt sind gelten die Prognosen als relativ sicher. 2 Die drei wesentlichen Faktoren der Demographie sind die Fertilität, Mortalität und die Migration.
3.1. Alterung der Gesellschaft
In welchem Maße die eigene Bevölkerung altert, hängt davon ab, wie viel Nachwuchs produziert wird und wie alt der jeweilige produzierte Nachwuchs wird. Die Bevölkerung altert also in zweifacher Hinsicht, nämlich effektiv und relativ. 3
3.1.1. Effektive Alterung ± sinkende Mortalität
Die effektive Alterung der Gesellschaft wird durch die sinkende Mortalität bedingt. Ä'HU]HLWOLHJWGLH/HEHQVHUZDUWXng eines neugeborenen Mädchens (Knaben) in Westdeutschland bei etwa 81 (75) Jahren und ist damit um mehr als 8 Jahre höher als 1970. Bis zum Jahre 2050 soll diese allgemeine Lebenserwartung um ZHLWHUH -DKUH DQVWHLJHQ >«@ GLH IHUQHUH /HEHQVHUZDUWXQJ >«@Hines 65-Jährigen VWHLJWGHU]HLWLP'XUFKVFKQLWWXPEHU7DJHSUR-DKU³ 4
1 Seng, J.: Humankapital, in: Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002-2003.
2 Vgl.: Eitenmüller, S/ et al: Prognos Deutschland Report 2002-2020, Textband, Basel 2002, S. 33.
3 Vgl.: Eitenmüller, S./ et al: S.33.
- 2 -
Die Bevölkerung in Deutschland wird also effektiv immer älter werden.
3.1.2. Relative Alterung ± sinkende Fertilität
Neben der oben beschriebenen effektiven Alterung sieht sich Europa insgesamt, bedingt durch die konstant niedrige Fertilität, einer relativen Alterung ausgesetzt. Dieser wird auf längerer Perspektive jedoch doppelt so großes Gewicht zukommen wie der effektiven Alterung. 5
Die zur Bestanderhaltung der Bevölkerung nötige Geburtenziffer von 2100 liegt seit Mitte der 70er Jahre in Deutschland bei 1400 6 . Es werden im Schnitt 0,7 Kinder pro )UDX]XZHQLJJHERUHQÄ,Q:HVWHXURSDKDEHQGHU]HLW>QXU@,WDOLHQXQG6SDQLHQQRFK QLHGULJHUH *HEXUWHQUDWHQ DOV 'HXWVFKODQG³ %HGLQJW GXUch die geringe Fertilität wird die Bevölkerung insgesamt in etwa 15 Jahren anfangen zu schrumpfen. 7
Die relative Alterung der Gesellschaft drückt sich durch das Verhältnis zwischen Alt und Jung aus. Die niedrige Fertilität und die steigende Lebenserwartung führen in den nächsten 40 Jahren zwar nur begrenzt zu einem Rückgang der Gesamtbevölkerung, bedingen jedoch eine Verdoppelung des Altenquotienten. Das Verhältnis der über 65- 8 Ä'erzeit Jährigen zu den 15-64-Jährigen wird sich bis 2040 deutlich verschieben. kommen auf 100 Personen, die 15 bis 64 Jahre alt sind, 25 über 65-Jährige; im Jahre 9 (Siehe Abbildung 1)
ZHUGHQGLHVPHKUDOVVHLQ³
4 Rürup, B.: Auswirkungen des demographischen Wandels auf Wirtschaft und Gesellschaft, Festvortrag zum 340 Geburtstag der Hamburger Handelskammer am 19.01.2005,
http://www.hk24.de/HK24/HK24/servicemarken/veranstaltungen/praesentationsarchiv/Vortrag_von_Prof._D r.pdf] (Erstelldatum: 19.01.2005; Verfügbarkeitsdatum 7.6.2005), S.3.
5 Vgl.: Rürup, B.: S.2.
6 Vgl.: Eitenmüller, S./ et al: S.36.
7 Vgl. Rürup, B.: S.2. 8 Vgl.: Rürup, B.: S.4. 9 Rürup, B.: S.4.
- 3 -
3.2. Migration
Der dritte Faktor für die deutsche bzw. europäische Demographie bildet die Migration. Die Variante 7 des Statistischen Bundesamtes geht derzeit von einem realistischen Einwanderungssaldo von 100.000 Personen pro Jahr aus. 10
Laut UN- Studie müssten in den nächsten 50 Jahren in Deutschland rund 17 Millionen Menschen zuwandern, um die Wohnbevölkerung konstant zu halten. Um die relative Alterung zu stoppen, also den Altersquotienten konstant zu halten, müssten deutlich über 180 Millionen Menschen zuwandern. 11 Dies bedeutet de facto dass Deutschland ein Zuwanderungsdelta von ca. 3.500.000 Menschen pro Jahr hat.
Migration wird den Prozess der Alterung geringfügig bremsen können, jedoch nicht aufhalten.
3.2.1. Bildungsstand von Migranten
Obgleich Migration den demographischen Wandel nicht stoppen kann wird sie in der Zukunft immer wichtiger beim Minimieren demographiebedingter Produktionsengpässe. (Vgl. Kapitel 3.3.2)
In den nächsten 20 Jahren wird es primär Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitskräften geben. Diese werden nicht durch das derzeitige typische Migrantenspektrum in Deutschland zu akquirieren sein. Die traditionellen Gastarbeiter und Migranten in Deutschland stammen aus dem Mittelmeer-Raum. Die Türken bilden die größte ethnische Gruppe mit 28%, gefolgt von Jugoslawen mit 10%. Derzeit arbeiten ca. 70% aller Südosteuropäer in Deutschland als ungelernte Arbeitskraft, primär im
10 Vgl.: Institut der deutschen Wirtschaft Köln: S.22.
11 Vgl.: United Nations, Department of Economic and Social Affairs: Replacement Migration: Is It a Solution to Declining and Ageing Populations?, 31.03.2000, S. 37, ff.
- 4 -
produzierenden Gewerbe, also jener Branche, deren Standort in Deutschland massiv bedroht ist. 12 (Vgl.: 4.1.5)
Das bisherige Migrantenspektrum kann also den Altersschnitt positiv beeinflussen, jedoch nicht den Verlust des Humankapitals.
3.3. Auswirkungen des demographischen Wandels auf die deutsche Wirtschaft
Der beschriebene demographische Wandel wirkt sich vielschichtig auf die deutsche Wirtschaft aus.
3.3.1. Fachkraftmangel
Die Zahl der erwerbstätigen Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren wird von 55,8 Millionen im Jahr 2001 auf 39,2 Millionen im Jahr 2050 sinken. 13 Bedingt durch den demographischen Wandel wird die Nachfrage nach Ausbildungs- und Studienplätzen kontinuierlich abnehmen. Prognosen bescheinigen einen Wandel zu einem Anbietermarkt. Derzeit schließen in Deutschland lediglich 7 von 1000 Studenten ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium ab, halb so viel wie in anderen Industrienationen. 14
(LQH8PIUDJHXQWHU8QWHUQHKPHQ]XU)UDJHÄ:HOFKH3HUVRQDOSUREOHPHEHWUHIIHQ LKU 8QWHUQHKPHQ"³ HUJDE GDVV EHUHLWV 3UR]HQW XQWHU HLQHP )DFKNUlIWHPDQJHO leiden. 23,0 Prozent der Unternehmen waren der Ansicht, die zunehmende Alterung
12 Rürup, B. / Sesselmeier, B.: Demographische Entwicklung und Arbeitsmarkt: Die Rolle von Zuwanderung im Rahmen eines beschäftigungspolitischen Strategienbündels, k.A., S. 231.
13 Vgl.: Institut der deutschen Wirtschaft Köln: S.98.
14 Vgl.: Rürup S. 12.
- 5 -
Arbeit zitieren:
Sebastian Gräbe, 2005, Auswirkungen des demographischen Wandels und der Globalisierung auf die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes, München, GRIN Verlag GmbH
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