Vorwort
Im Zuge der Seminararbeit aus dem Bereich Logistik habe ich das Thema „Die Geschichte der Logistik“ gewählt. Ausschlaggebend für die Wahl des Themas war einerseits mein Interesse an logistischen Systemen und Abläufen im Militär selbst und andererseits die Möglichkeit eine Arbeit nach der Wissenschaftlichen Methode der Geschichtswissenschaft zu bearbeiten. Vor allem die Möglichkeit, das Thema anhand kriegsgeschichtlicher Beispiele zu verdeutlichen, erschien mir eine besonders reizvoll zu sein. Da im Österreichischen Bundesheer, unabhängig von der Führungsebene in weiten Bereichen, der Logistik und den „Logistiktruppen“ ein geringer Stellenwert zugeschrieben wird, möchte ich mit dieser Arbeit den wesentlichen Einfluss dieses Bereiches auf das Gefechtsfeld verdeutlichen.
SCHNEDLITZ Markus, Fhr
INHALT
1 EINLEITUNG 5
2 DIE SPRACHHISTORISCHE UNTERSUCHUNG DES BEGRIFFES
LOGISTIK 7
2.1 Der französische Ursprung des Wortes 7
2.2 Der griechische Ursprung die mathematische Deutung der Logistik 8
3 DIE ENTWICKLUNG DER LOGISTIK 9
3.1 NACHSCHUB UND VERSORGUNG BEI HANNIBAL 9
3.2 Logistik in Byzanz und der Logistikbegriff bei Leontos VI 10
3.3 Die Entstehung institutionalisierter Heere zur Zeit des dreißigjährigen
Krieges 11
3.4 Die Wiedereinführung des Logistikbegriffs bei Jomini 13
3.5 Der Logistikbergriff im amerikanischen Militär und bei George Cyrus
Thorpe 14
3.6 Die Militärlogistik im deutschsprachigen Raum das Verpflegs Train und
Communicationswesen 16
3.7 Die Übernahme des Logistikbegriffes in die Wirtschaft 18
4 DEFINITION DES MODERNEN LOGISTIKBEGRIFFES IN
WIRTSCHAFT UND MILITÄR 20
3
5 KRIEGSGESCHICHTLICHE BEISPIELE IN BEZUG AUF DIE
RELEVANZ DER LOGISTIK 22
5.1 Der Russlandfeldzug Napoleons bis zum Rückzug aus Moskau am 13.
Oktober 1812 22
5.2 Die Operation TAIFUN der Deutschen Wehrmacht 1941 27
6 ZUSAMMENFASSUNG 32
LITERATURVERZEICHNIS: 34
4
1 Einleitung
In der heutigen Zeit ist der Begriff Logistik allgegenwärtig. Immer wieder hört und liest man in den Medien von logistischen Herausforderungen und logistischen Meisterleistungen. Die betriebswirtschaftliche Logistik hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Mit dem Militär wird sie jedoch selten in Verbindung gebracht. Die Wirtschaft hat die Disziplin Logistik mit ihren Grundzügen jedoch nicht selbst entwickelt.
„Der Logistikbegriff wurde nach dem 2. Weltkrieg vom Militär in die Wirtschaft übernommen und hat sich zu einer eigenen Fachrichtung an Fachhochschulen und Universitäten entwickelt.“ 1
Seit dem Auftreten von kriegerischen Auseinandersetzungen war es für Truppen entscheidend, eine geregelte Versorgung zu besitzen. Während sich kleine Heere noch ohne großen Aufwand selbst versorgen konnten, wurde die Aufbringung von Verpflegung und für die Schlacht benötigten Mitteln durch das stetige anwachsen der Heere zu einer großen Herausforderung. Die Logistik entwickelte sich zu einem nicht zu vernachlässigenden Faktor, im Zuge des Beurteilungs- und Führungsverfahrens der Kommandanten.
Durch den gegebenen Handlungsbedarf entwickelten die Heerführer im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Systeme um eine geregelte Versorgung ihrer Soldaten aufrecht zu erhalten. Das war Voraussetzung, um den Erhalt der Kampfkraft und Schlagfertigkeit der Truppe zu gewährleisten. Vor allem seit dem Einsetzen der Motorisierung ist das Transportvermögen enorm angestiegen und brachte großes Potential für die Umsetzung logistischer Aufgaben mit sich. Die vorhandene „Hardware“ ist jedoch nutzlos, ohne die dazugehörige „Software“ – das Wissen um die Anwendung und Umsetzung logistischer Systeme. Das moderne Gefechtsfeld bringt neue Herausforderungen für Kampftruppen und Kampfunterstützungstruppen. Die forschungsleitende Frage dieser Arbeit stellt sich wie folgt dar:
Warum ist logistisches Fachwissen für eine moderne Armee notwendig?
1 IHDE, Gösta B.: Transport, Verkehr, Logistik. 3. Auflage. Verlag Franz Vahlen GmbH. München 2001. S. 23
5
Um diese Frage zu beantworten muss das Wesen der Logistik erarbeitet werden. Dazu ist es notwendig die Entwicklung der Logistik vor allem im militärischen Bereich zu erfassen. Auch wenn der Begriff der Logistik im Sprachgebrauch von vielen militärischen Führern nicht verwendet wurde und nicht bekannt war, wurde der Versorgung und dem Nachschub große Bedeutung zugemessen. Die Methode der Geschichtswissenschaft ist hervorragend geeignet um den Aufstieg der Logistik geeignet darzustellen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht nur auf jene Epochen und Armeen, in welchen der Begriff Logistik verwendet wurde. Um eine vollständige Entwicklung der Logistik darzustellen muss neben der sprachhistorischen Entstehung des Begriffes Logistik auch auf jene des Wesens und der Disziplin der Logistik eingegangen werden. Um das zu gewährleisten ist es notwendig im Allgemeinen auf die Entwicklung von Versorgung und Nachschub einzugehen. Die Ausgrenzung dieser Beispiele wäre vergleichbar mit dem Umstand ein Werk über „die Entstehung und den Einsatz von Werkzeug seit Beginn der Menschheit“ zu verfassen und in der Darstellung zu jener Zeit zu beginnen, als das erste Mal das Wort „Werkzeug“ im Sprachgebrauch verwendet wurde.
Die Arbeit ist im wesentlichem in vier Bereiche gegliedert. Als Grundlage wird im zweiten Kapitel auf die etymologische Bedeutung des Begriffes Logistik eingegangen. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung der militärischen Logistik dargestellt. Nach der geschichtlichen Auseinandersetzung vergleicht das vierte Kapitel moderne Definitionen aus dem militärischen und wirtschaftlichen Bereich. Das fünfte Kapitel verdeutlicht die Relevanz der Logistik anhand von ausgewählten kriegsgeschichtlichen Beispielen.
6
2 Die Sprachhistorische Untersuchung des Begriffes Logistik
Der Logistikbegriff ist zweifelsohne im Militärwesen entstanden. Bis heute gibt es jedoch unter den unzähligen Autoren keine einheitliche Definition der Logistik (siehe Kapitel 4). Auch in Bezug auf die sprachhistorische Entwicklung des Wortes gibt es keine eindeutige Lösung. Dieses Kapitel beschreibt die etymologische Bedeutung des Wortes Logistik. Es soll Aufschluss über den vielverwendeten Begriff geben und dessen grundsätzliche Bedeutung darstellen. Etymologisch betrachtet lässt sich der Begriff Logistik auf verschiedene Wortstämme zurückzuführen.
2.1 Der französische Ursprung des Wortes
Ein Ansatz den Ursprung des Wortes Logistik herzuleiten liegt in der militärwissenschaftlichen Deutung des französischen Wortstammes. Der Begriff lässt sich auf das französische logistique zurückführen 2 , welches seine Wurzeln im Verb loger (unterbringen, wohnen) beziehungsweise logis (Unterkunft, Quartier) hat.
Logis bezeichnet ein einfaches Quartier für Armeeangehörige. Die Untergebrachten Soldaten wurden jedoch auch mit Kleidung, Verpflegung und einheitlicher Grundausrüstung versorgt. 3
Auch der Autor Bjelicic führt in seinem Artikel „Logistik: Eine sprachhistorische und begriffsinhaltliche Untersuchung“ den Logistikbegriff auf den französischen Begriff maréchal de logis (Quartiermeister) zurück. 4
Das Wort loger soll auf das französische Wort loge (abgeschlossener Raum) zurückzuführen sein, welches seinen Ursprung im Wort louba (Laubhütte), also im germanischen hat. In
2 BROCKHAUS ENZYKLOPÄDIE in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte völlig neu überarbeitete Auflage. Dreizehnter Band Loh – Maf. F. A. Brockhaus. Mannheim 1990. S. 489 3 POLGAMANN, Stefan: Militärlogistik. Der „just in time“ Krieg. Seminar Wirtschaftsinformatik und Logistik. Fachhochschule Liechtenstein. Feldkirch 2004. S. 15 4 HEINEN, Christian: Geschichte der Logistik. Über die Entwicklung des Logistikbegriffes von einer militärischen Konzeption zur betriebswirtschaftlichen Wissenschaft. Arbeit zur Zwischenprüfung. Historisches Institut der RWTH-Aachen. Aachen 2004. S. 5
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Quote paper:
Markus Schnedlitz, 2008, Die Geschichte der Logistik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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