Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Einführung in das Medium Podcast 6
2.1. Definition 6
2.1.1. Begriffsherleitung 6
2.1.2. Technische Grundlagen 7
2.1.2.1. RSS - das Herz eines Podcasts 7
2.1.2.2. Die Aufnahme einer Folge 11
2.1.2.3. Einen Podcast publizieren 15
2.2. Podcast-Verzeichnisse 17
2.3. Die Rolle von iTunes 18
2.4. Podcasting in Zahlen 21
2.4.1. Angebot 21
2.4.2. Nutzung 22
3. Zu den Verwendungsmöglichkeiten von Podcasts 27
3.1. Private Podcaster 29
3.1.1. Sendemotive 30
3.1.1.1. Der Explorer 31
3.1.1.2. Der Personality Prototyper 31
3.1.1.3. Der Journalist ThemenCaster 32
3.1.1.4. Der Rebell 32
3.1.1.5. Der Social Capitalist 33
3.1.1.6. Der Social Gambler 33
3.2. Privatwirtschaftliche Unternehmen 34
3.2.1. Sendemotive 34
3.2.1.1. Kommunikation nach außen 35
3.2.1.1.1. Beispiele: Coca-Cola, Mercedes-Benz und Audi 36
3.2.1.2. Kommunikation nach innen 37
3.2.1.2.1. Beispiel: Beck et al. Services GmbH 37
3.3. Medienanstalten 38
3.3.1. Sendemotive 40
2
3.3.1.1. Erschließung neuer Zielgruppen 41
3.3.1.1.1. Beispiel: Financial Times Podcast 42
3.3.1.2. Verbesserung des Hörer Service 43
3.3.1.2.1. Beispiel: Bayerischer Rundfunk 44
3.3.1.3. Vergrößerung der Werbeeinnahmen 45
3.3.1.3.1. Beispiel: Podcast-Novela „Liebe im ersten Semes-
ter “ 45
3.4. Universitäten 46
3.4.1. Sendemotive 47
3.4.1.1. Podcasts als Unterstützung der Lehre 48
3.4.1.1.1. Beispiel: Prof. Vornbergers Algorithmen Podcast 48
3.4.1.2. Podcasts als Erfüllung des allgemeinen Bildungsauftrag
der Universitäten 50
3.4.1.2.1. Beispiel: Podcampus 50
4. Ausblick 52
5. Literaturverzeichnis 55
3
1. Einleitung
Zum Wort des Jahres 2005 kürte das „New Oxford American Dictionary“ den „Podcast“. 1 Damit konnte sich das Medium ungefähr ein Jahr nach seiner Entstehung immerhin gegen das deutlich ältere Logikrätsel „Sudoku“ und die bekannte Viruserkrankung „Bird flu“ (engl. für „Vogelgrippe“) durchsetzen.
„Podcasting“ - eine neue Distributionsmethode für Audio- und Video-Dateien über das Internet - ist eines der viel diskutierten Phänomene des sog. „Web 2.0“. Der, anfangs nur als Marketing-Gag eingeführte, Begriff „Web 2.0“ ist so neu, dass er in vielen Nachschlagewerken noch nicht gelistet ist. Das Online-Lexikon Wikipedia versteht unter Web 2.0 die „veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets.“ 2 Dessen Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen Medienunternehmen zur Verfügung gestellt, sondern stammen zunehmend von den Nutzern selbst. 3 Auch der Podcast wurde nicht von einer Firma vorgestellt, sondern ist ein Erfolgsmodell, das den Köpfen der Internet-Nutzer entsprungen ist. Der US-Amerikaner und frühere Moderator bei dem Musiksender „MTV“ Adam Curry gilt als Erfinder des Podcasts. 4 100 Millionen Menschen als Podcast-Hörer zu gewinnen ist Currys ehrgeiziges Ziel. 5 Eine 2007 von der ARD in Auftrag gegebene Studie zur Podcast-Nutzung ergab immerhin, dass alleine in Deutschland 40,8 Millionen Menschen über die technischen Grundlagen verfügen, Podcasts zu nutzen. 6 Dass es laut derselben Studie tatsächlich nur 1,3 Millionen regelmäßige Podcast-Nutzer in Deutschland gibt, mag die obige Zahl zwar etwas relativieren. Das Ergebnis, dass die Zahl der aktiven Pod- 1 OxfordUniversity Press, "Podcast" is the Word of the Year
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0, eingesehen am 08.07.2008
3 Vgl. auch O'Reilly, What Is Web 2.0
4 van Aaken, Ich bin der Sender, S. 13
5 Clement, Podcasting, S.336
6 Martens/Amann, Podcast: Wear-out oder Habitualisierung?, S. 538
4
cast-Nutzer in nur einem Jahr um 30 Prozent gewachsen ist, 7 ist dennoch beachtlich. Auf die der Studie den Titel gebende Frage „Podcast: Wear-out 8 oder Habitualisierung?“ kann es am Ende nur eine mögliche Antwort geben: „Podcast hat sich konsolidiert, professionalisiert und diversifiziert“. 9
Dass Podcasting längst nicht mehr als einfacher Trend abgetan werden kann, zeigt neben den vielen wissenschaftlichen Arbeiten auch das rege Medieninteresse am Thema. Da die Podcasting-Szene allerdings kontinuierlich wächst und sich immer wieder entweder neue Einsatzmöglichkeiten ergeben oder neue Studienergebnisse erscheinen, verlieren viele dieser noch jungen Arbeiten recht schnell an Aktualität. Die vorliegende Arbeit stützt sich deshalb nicht nur auf die wissenschaftlichen Ergebnisse, sondern auch auf Artikel der großen deutschen Magazine und Tageszeitungen. Ich habe versucht, mich in dieser Arbeit auf den deutschsprachigen Raum zu fokussieren, werde aber an mehreren Stellen den Blick auf das Herkunftsland des Podcasts, Amerika, nicht vermeiden können.
Mein Ziel ist es, mit dieser Arbeit das vielseitige Potential von Podcasts aufzuzeigen, indem ich seine Verwendungsmöglichkeiten in prägnanter Kürze skizziere. Bevor ich aber einen Überblick über die verschiedenen Einsatzgebiete gebe, möchte ich vorangehend eine Definition erarbeiten - bestehend aus einer Begriffsherleitung und den technischen Vorraussetzungen. Im gleichen Kapitel 2 möchte ich auch die Rolle von iTunes beleuchten um anschließend das einführende Kapitel mit Zahlen über Angebot und Nutzung von Podcasts abrunden. Das mit „Zu den Verwendungsmöglichkeiten von Podcasts“ betitelte Kapitel 3 gliedert sich in vier verschiedene Anbieter-Gruppen von Podcasts, denen unterschiedliche Sendemotive (und Verwendungsmöglichkeiten) zuge-ordnet werden können. Im Ausblick werde ich schließlich einen Blick in die Zukunft des Podcastings wagen.
7 Dieselbe Studie wurde 2006 schon einmal durchgeführt.
8 Engl. für „abgenutzt“, „ausgelaugt“ oder „verschlissen“.
9 Martens/Amann, Podcast: Wear-out oder Habitualisierung?, S. 551
5
2. Einführung in das Medium Podcast
2.1. Definition
Auf die Frage: „Was ist denn eigentlich ein Podcast genau?“, fehlt mir selbst nach jahrelangem Hören und Produzieren von Podcasts eine schlagfertige Antwort. Für seine Studie „Warum sie selber senden“ bat. Dennis Mocigemba mehrere Podcaster um eine Definition des Phänomens. Ein Interviewpartner erklärte lapidar:
„Ich nehme was auf, stelle es ins Internet. Du lädst es Dir herunter, und wenn es Dir gefällt, kannst Du das mit einer entsprechenden Software künftig automatisch machen lassen [gemeint ist das automatische Beziehen].“ 10
Die Online-Ausgabe von „Meyers Lexikon“ definiert Podcasting als ein:
„ […] Verfahren zum automatisierten Herunterladen von Audio- und Videodateien (Podcasts) aus dem Internet zu deren Speicherung und Übertragung z.B. auf einen MP3-Player mittels einer speziellen Software.“ 11
Für ein umfassendes Verständnis scheinen mir zwei Erklärungsansätze sinnvoll: die Herleitung des Begriffs und die Beleuchtung der technischen Grundlagen eines Podcasts mit Blick auf den geschichtlichen Kontext.
2.1.1. Begriffsherleitung
Das Portmanteau-Wort „Podcasting“ setzt sich aus den beiden Begriffen „iPod“ (Produktname eines tragbaren Medienabspielgerätes der Firma Apple) und dem englischen „Broadcasting“ zusammen. Der Begriff wurde das erste Mal 2004 von dem britischen Journalisten Ben
10 Mocigemba, Warum sie selber senden, S. 4
11 Meyers Lexikon online, Podcasting
6
Hammersley verwendet. 12 Ein Podcast suggeriert also eine, von herkömmlichen tragbaren Transistorradios abweichende, spezielle, Art des Rundfunks für ein mobiles Wiedergabegerät. Dabei ist der Begriff in zweierlei Hinsicht verwirrend. Zum einen ist die Wiedergabe der angebotenen Medien auf weitaus mehr Abspielgeräten möglich und nicht auf den iPod begrenzt. Zum anderen werden die einzelnen Folgen aus dem Internet bezogen und zeitverzögert abgespielt - einem Podcast fehlt also auch der Live-Charakter einer Radiosendung.
2.1.2. Technische Grundlagen
Trotz der technischen Komplexität eines Podcasts kann ein solcher dank spezialisierter Software und Dienstleister mittlerweile ohne großen Aufwand und lange Einarbeitungszeit betrieben werden. In den Kapiteln zur Aufnahme und Publikation konzentriere ich mich auf die Herstellung eines „klassischen“ Audio-Podcasts. 13 Das Verfahren bei einem Video-Podcast verläuft ähnlich.
2.1.2.1. RSS - das Herz eines Podcasts 14
Die Abkürzung RSS steht für „Really Simple Syndication“ (engl. für „wirklich einfache Verteilung“) und legt folgenden Vorgang fest: basie-
12 ORF,Markenstreit um Podcasting. Vgl. auch Hammersley, Audible revolution.
13 Seitdem viele mobile Abspielgeräte auch die Wiedergabe von Filmen unterstützen, wächst das Angebot an Video-Podcasts (auch „Videocasts“ oder „Vodcasts“ genannt).
14 In seiner Arbeit „Ich bin der Sender“ beleuchtet Gerrit van Aaken den theoretischen Aspekt des RSS-Formates. Sowohl dieser Abschnitt, als auch das folgende Unterkapitel stützen sich auf diese Arbeit und erweitern den theoretischen Teil um praxisnahe Beispiele.
7
rend auf dem weit verbreiteten XML-Format 15 wird der Inhalt einer Webseite streng genormt in einer reinen Textdatei angeordnet. Auf Design- und Layout-Elemente wird dabei verzichtet. 16 Diese RSS-Datei (auch „Feed“ genannt) enthält neben generellen Informationen zur Webseite (z.B. Eigentümer und URL) eine Liste mit einzelnen „Items“ (engl. für „Element“). Die Items enthalten eine Überschrift, einen Haupttext sowie verschiedene Meta-Informationen (z.B. Datum und Uhrzeit der Veröffentlichung). Wird die RSS-Datei auf einem Server öffentlich zugänglich gemacht, können sämtliche Daten von Computerprogrammen ausgelesen und deren Inhalte, wie noch gezeigt wird, anderweitig verwendet werden.
Der RSS-Standard wurde 1999 von Dave Winer in Zusammenarbeit mit der Firma Netscape 17 entwickelt. Ziel war es, eine Webseite automatisch nach neuen Inhalten zu durchsuchen, um diese gezielt auf den Computer herunterladen zu können. Zu Anfang war RSS kein besonders großer Erfolg vergönnt. Erst die massive Ausbreitung von Weblogs 18 bescherte dem Format 2002 einen unerwarteten Erfolg. Da die Struktur der Weblogs der RSS-Normung sehr ähnlich ist (Überschrift, Haupttext und Meta-Daten), bietet es sich an, neben der gewohnten HTML-Seite auch eine RSS-Datei bereitzustellen. Damit ist es dem Leser möglich, Inhalte von beliebigen Weblogs mit Hilfe einer speziellen Software (meist „Newsreader“ genannt 19 ) automatisch auslesen, verwalten und übersichtlich darstellen zu lassen, ohne dass er dabei die
15 XML steht für „Extensible Markup Language“ (engl. für „erweiterbare Auszeichnungssprache“). Diese dient zur Darstellung hierachisch strukturierter Daten in Form von Textdateien. Speziell über das Internet wird XML u.a. für den Austausch von Daten zwischen Computern benutzt.
Nicht nur RSS, auch andere Sprachen basieren auf XML. Zum Beispiel die bekannte Dokumentsprache HTML wurde als „Extensible Hyper Text Markup Language“ (engl. für „erweiterbare Hypertext-Auszeichnungssprache“ - XHTML) weiterentwickelt, so dass ihr nun XML als Definitionsbasis zu Grunde liegt.
16 Fraunhofer Gesellschaft, Was ist RSS?
17 Das Unternehmen wurde von AOL aufgekauft und 2003 aufgelöst.
18 Ein „Weblog“ (engl. für „Netztagebuch“) ist eine Art online geführtes und somit öffentlich einsehbares Tagebuch - auch „Blog“ genannt. Die einzelnen Einträge sind chronologisch geordnet.
19 Mittlerweile wird RSS von den meisten populären Browser (wie z.B. Firefox, Safari und dem Internet Explorer) unterstützt, sodass eine spezielle Software nicht mehr vonnöten ist.
8
Quellwebseite manuell aufrufen muss. Der Newsreader überprüft in regelmäßigen Abständen die abonnierten 20 RSS-Feeds auf neue Inhalte und stellt diese übersichtlich dar.
Am Beispiel der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Zeit“ will ich diesen Vorgang verdeutlichen. Mit Hilfe des RSS-Formates werden die Meldungen der Webseite „http://www.zeit.de“ von der Redaktion in den Feed „http://newsfeed.zeit.de“ übertragen. Wird dieser Feed in einem Newsreader abonniert, stellt sich der Inhalt wie folgt dar:
Abbildung 1: Meldungen der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Zeit“. Abonniert mit der Software NetNewsWire. Werden von der Redaktion neue Meldungen veröffentlicht und diese in den Feed übertragen, lädt sie die Software automatisch herunter und zeigt die einzelnen Einträge wie oben abgebildet an. Der Nutzer hat somit immer die Übersicht über den aktuellen Inhalt seiner abonnierten und favorisierten Webseiten, ohne dass er diese einzeln mit einem Browser aufrufen muss.
20 Das oft erwähnte „abonnieren“ eines RSS-Feeds wird gerne missverstanden. Ein Anmelden, welches die Angabe des Namens und der Adresse fordert, ist nicht vonnöten und der Nutzer bleibt für den Anbieter des Feeds weitgehend anonym. Ein Newsreader lädt schlicht eine öffentlich zugängliche Textdatei vom Server des jeweiligen Anbieters herunter.
9
Im August 2002 komplettierte Winer die technischen Grundvoraussetzungen für Podcasts. Mit der Veröffentlichung der RSS Version 2.0 wurde es möglich, jedem der einzelnen Items ein so genanntes „Enclosure-Element“ hinzuzufügen. Das Element enthält schlicht eine URL, die auf eine online verfügbare Datei zeigt. Dabei spielt das Dateiformat keine Rolle - jeder neue Eintrag eines RSS-Feeds kann also auch auf eine Audio- oder Videodatei verweisen. 21
Obwohl somit die technische Realisierung eines Podcasts schon 2002 möglich gewesen wäre, wurde die neue Funktion von RSS 2.0 zunächst nicht genutzt. Zwar wäre der Mehraufwand, mittels eines Enclosure-Elementes auf eine Mediendatei zu verweisen, für Besitzer eines Weblogs oder Redakteure einer Online-Zeitschrift ziemlich gering gewesen, jedoch gab es auf Seiten der Empfänger noch keine Computer-Programme, die den neuen Standard hätten interpretieren und die Datei herunterladen können. Erst im Sommer 2004 bot der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry den Hörern seiner selbst produzierten Sendung „Daily Source Code“ ein einfaches AppleScript an. Dieses durchsucht RSS-Dateien nach verknüpften MP3-Dateien, lädt diese herunter und importiert sie in iTunes. 22 Er nannte das kleine Programm „iPodder“; der Podcast war geboren.
iPodder wurde mit Hilfe anderer Programmierer deutlich verbessert, so dass sich die Software schnell zu einer massentauglichen Anwendung für Mac OS, Windows und Linux entwickelte. Einige Zeit galt iPodder als Standard-Software für das Abonnieren von Podcasts (ein solches Programm wird generell als „Podcatcher“ bezeichnet). Als Apple jedoch die Funktionen eines Podcatchers im Juni 2005 in iTunes integrierte, 23 stieg dieses zum populärsten Programm für das Beziehen von Podcasts auf. Das Kapitel 2.3 beschäftigt sich ausführlich mit der Bedeutung von iTunes für Podcasts.
21 Der RSS-Feed beinhaltet nicht die Datei selbst. Er bietet lediglich die Webadresse, welche auf die jeweilige Datei zeigt.
22 iTunes ist eine Musikverwaltungs-Software von Apple. Sie wird für das Aufspielen von Musikdateien auf das erfolgreiche Abspielgerät iPod benötigt.
23 Apple, Apple Takes Podcasting Mainstream
10
2.1.2.2. Die Aufnahme einer Folge
Als 2004 Podcasting noch in den Kinderschuhen steckte, stand ein gewillter Neueinsteiger noch vor dem Problem der technischen Realisierung eines Podcasts. Die Auswahl des obligatorischen Mikrofons spielte dabei eine geringe Rolle. Aber weder für die einfache Aufnahme eines Audio-Podcasts noch für die Erstellung eines RSS-Feeds mit Enclosure-Elementen stellte der Software-Markt eine zugeschnittene und massentaugliche Lösungen bereit. Simple Programme für die Aufzeichnung eines Mikrofonsignals genügen vielen Produzenten eines Podcasts (auch „Podcaster“ genannt) nicht, 24 da das Aufgenommene meist geschnitten, und der Folge weiteres Tonmaterial (z.B. Musik, Interviews) hinzugefügt werden soll. Im Unterschied dazu, überfordern professionelle Programme viele Nutzer sowohl hinsichtlich der Bedienung als auch des Preises.
Mittlerweile gibt es für alle Betriebssysteme massentaugliche Lösungen für die Produktion und Bearbeitung von Audiomaterial. Erwähnt seien hier das Einsteiger-Programm für Musikproduktion GarageBand, dem Apple im Januar 2006 einige podcast-spezifische Funktionen spendierte, 25 das im April 2007 von Pleasant Software veröffentlichte Programm Übercaster 26 (ebenfalls für Macintosh-Computer) und das seit Juni 2005 existierende und für Windows-Nutzer entwickelte Programm CastBlaster. 27
Da ich selbst für die Produktion meines Podcasts das Programm Übercaster benutzte, 28 werde ich im Folgenden die für einen Podcast
24 Ich berufe mich hier auf meine eigenen Erfahrungen als Podcaster sowie auf Diskussionen in zahlreichen Foren zum Thema. Ein solches Online-Forum bietet zum Beispiel das deutschsprachige Podcast-Portal „podster.de“ unter http://podster.de/forum.
25 Apple, Apple Announces iLife '06
26 Pleasant Software, E.R.S "Pleasant software for the people" announces the final release of Übercaster
27 CastBlaster, CastBlaster v0.17 beta, 2005
28 Durch meine Arbeit bei Pleasant Software war ich an der Entwicklung und Realisierung von Übercaster maßgeblich beteiligt.
11
typische Produktion einer Audiodatei anhand ebendieses Programms beschreiben. Die Arbeit mit anderen Programmen verläuft ähnlich.
Zunächst erfolgt die Aufzeichnung der gesprochenen Inhalte. Der Nutzer hat die Möglichkeit, externes Audiomaterial (z.B. Musik oder Jingles 29 ) zu spielen und dieses gleichzeitig aufzunehmen. Auch Interviews, welche mit anderen Computerprogrammen (z.B. Skype) geführt werden, können zeitgleich aufgezeichnet werden.
Die Aufnahmen können geschnitten und anderweitig bearbeitet werden (Anpassen der Lautstärke, Effekte, etc.). Entscheidet sich der Podcaster für die Konvertierung in das Dateiformat „AAC“ (siehe weiter unten), kann er seine Folge in ansteuerbare Kapitel unterteilen. 30 Dies ermöglicht Hörern des Podcasts ein einfaches Navigieren durch die Episode.
29 Als „Jingle“ (engl. für „Klimpern“) wird eine, für das Radio typische, Tonfolge oder Melodie bezeichnet, die als Erkennungsmerkmal etwa einer Sendung dient.
30 Dabei kann jedem Kapitel ein Titel, ein Bild und ein Verweis auf eine Webadresse hinzugefügt werden.
12
Arbeit zitieren:
Diplom Kulturwirt Sebastian Clauß, 2008, Wozu Podcasts? - Zu den Verwendungsmöglichkeiten eines jungen Mediums, München, GRIN Verlag GmbH
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