Gliederung
Bev ölkerungsentwicklung und Familienplanung in Deutschland. 3
I Seid fruchtbar und mehret euch (Gen1, 28) 4
1. Die Bevölkerungsentwicklung der Welt. 4
2. Übervölkerung und Armut gehen Hand in Hand. 5
II Natürliche Familienplanung als Lösungsmöglichkeit des Bevölkerungsproblems? 6
1. Verschiedene Verhütungsarten. 6
2. Vorteile der NFP. 7
3. Nachteile der NFP. 8
4. NFP alleine kann die Bevölkerungsexplosion nicht aufhalten. 10
III Haltung der katholischen Kirche. 11
1. Die Kirche und die Bevölkerungsentwicklung. 11
2. Die katholische Kirche und die verschiedenen Methoden zur
Empf ängnisverhütung. 12
M öglichkeiten der katholischen Kirche das Bevölkerungswachstum zu bremsen. 15
Literaturliste. 17
2
Bevölkerungsentwicklung und Familienplanung in Deutschland
Die Deutschen werden immer weniger! In regelmäßigen Abständen kann man diese oder ähnliche Schlagzeilen in den verschiedensten deutschen Zeitungen lesen. Anlass dafür ist die momentane Bevölkerungsentwicklung im Land. So lebten laut dem Statistischen Bundesamt 2004 noch 82,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, 2005 waren es noch etwas über 82,4 Millionen und 2006 nur noch knapp über 82,3 Millionen. 1 Auch an der Geburtenzahl lässt sich diese Entwicklung nachvollziehen. Sie liegt deutlich unter der Zahl der Todesfälle. 2006 beispielsweise verstarben 821627 Menschen und nur 672724 wurden geboren. 2 Warum nimmt die Zahl der Kinder immer weiter ab? Dafür gibt es eine Vielzahl verschiedenster Gründe. Sie reichen von finanziellen Zwängen der Eltern bis zu deren durch Nachwuchs eingeschränkte persönliche Freiheit und den ganzen „Unannehmlichkeiten“ die so ein Kind mit sich bringt. Auch darum müssen diese heute oft hinter der Karriere der Partner zurück stehen. Kinder werden eingebettet in eine genauen „Zeitplan“, Ausbildung, Karriere und damit verbunden finanziellen Sicherheit. Durch diese Familienplanung entscheiden sich viele Menschen erst dann für Kinder, wenn sie ihre wichtigsten Karriere- oder Lebensplanungsziele erreicht haben und nun für die Verantwortung, die Nachwuchs mit sich bringt, bereit sind.
Die Entwicklung in Deutschland ist dabei nur exemplarisch für alle anderen Industrienationen. In den Ländern der Dritten Welt sieht die Situation jedoch grundlegend anders aus. Die Menschen haben dort nicht die Freiheiten und Möglichkeiten des Westens. Für sie ist das Leben oftmals nur ein ständiger Kampf um das Überleben. Dabei spielt der Nachwuchs eine entscheidende Rolle im Familiengefüge. Familienplanung steht hier in einem völlig anderem Zusammenhang.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Bevölkerungssituation in den Entwicklungsländern und versucht Möglichkeiten und Grenzen der natürlichen Familienplanung aufzuzeigen. Dazu werden zunächst die Bevölkerungsentwicklung und die damit verbundenen Folgen für die Welt beschrieben. Anschließend zeigt die Arbeit Möglichkeiten, Vorteile, Nachteile und Grenzen der natürlichen Familienplanung (NFP) auf und verweist schließlich auf die Position der katholischen Kirche zu Verhütung und Familienplanung.
1 Vgl. Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsstand.
2 Vgl. Statistisches Bundesamt, Sterbefälle.
3
I Seid fruchtbar und mehret euch (Gen1, 28)
1. Die Bevölkerungsentwicklung der Welt
Das Wachstum der Weltbevölkerung geht in immer rasanterem Tempo voran. Die Zeiträume in denen sich die menschliche Population verdoppelt werden immer kürzer. Um Christi Geburt lebten beispielsweise nur etwa 300 Millionen Menschen auf der Erde. Erst im Jahr 1650 hatte es die Menschheit geschafft sich annähernd auf circa 500 Millionen zu verdoppeln. Bis 1900 stieg die Zahl auf 1,6 Milliarden. Innerhalb von 250 Jahren erfolgte mehr als eine Verdreifachung der Weltbevölkerung. Bis 1950 erhöhte sich die Zahl auf 2,5 Milliarden und 1993 auf 5,4 Milliarden. 3 Im Moment leben rund 6,6 Milliarden Menschen auf der Erde und es werden mit jeder Sekunde mehr. Der jährliche Bevölkerungszuwachs beträgt etwa 81 Millionen Menschen - so viele wie in ganz Deutschland leben -, was einem Wachstum von rund 220000 Menschen pro Tag oder 2,6 Menschen pro Sekunde entspricht. 4 Der explosionsartige Anstieg der Bevölkerung begann mit der Industriellen Revolution. Durch diese begann sich die Lage der Menschen in Europa zunehmend zu verbessern. Die Nahrungsmittelproduktion wurde erhöht, die medizinische Versorgung deutlich verbessert und durch eine zunehmende Technisierung das Leben der Menschen nach und nach erleichtert.
Das Bevölkerungswachstum hat sich inzwischen verlagert. Die Industrienationen halten ihre Einwohnerzahl in etwa konstant, oder - wie Deutschland - schrumpfen sogar. Die Zunahme findet mit 98 Prozent fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. 5 Obwohl dort noch immer viel Not und Elend herrscht hat sich die Gesundheitsvorsorge auch hier deutlich verbessert und somit die Lebensbedingungen und die Lebenserwartung der Menschen erhöht. Das Wachstum wird durch Seuchen und Krankheiten nur minimal gebremst. Die Aids-Epidemie hat beispielsweise in vielen Ländern Afrikas verheerende Züge angenommen, zu einem spürbaren Rückgang der Bevölkerung hat sie aber Gott sei Dank nicht geführt. 6 Neben der verbesserten Gesundheitsvorsorge sorgt auch die sehr junge Alterstruktur der Menschen und die hohe Gesamtfruchtbarkeitsrate der Frauen für einen deutlichen Anstieg der Weltbevölkerung. Exemplarisch dafür steht Uganda, wo eine Frau im Durchschnitt sieben Kinder empfängt. Zwar ist es in den vergangenen Jahren gelungen die Kinderzahlen in
3 Vgl. Kamphaus, Weniger Menschen, 1993, 10.
4 Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Weltbevölkerungsuhr.
5 Vgl. DSW, Armutsfalle.
6 Vgl. Haub, Afrika, 4.
4
einigen Ländern wie etwa Tunesien oder Südafrika zu begrenzen, eine einheitliche Linie und somit ein spürbarer Beitrag zur Verlangsamung des Bevölkerungswachstum ist jedoch in den Entwicklungsländern nicht in Sicht. 7
2. Übervölkerung und Armut gehen Hand in Hand
Hohes Bevölkerungswachstum und Armut gehen Hand in Hand. Weltweit leben mehr als die Hälfte aller Menschen von weniger als zwei Dollar pro Tag, im Afrika südlich der Sahara sind es sogar drei Viertel der Menschen. 8 Gerade in diesen Regionen ist aber auch das Bevölkerungswachstum am größten. Für viele der dort lebenden Menschen sind Kinder die einzig mögliche Absicherung vor Krankheiten und dem Alter. Deshalb versuchen die Menschen viele Kinder zu zeugen um in Notzeiten jemanden zu haben, der sich um sie kümmert und sie versorgt. Die Kinderzahl wird durch eine hohe Kindersterblichkeit noch erhöht. Es werden also so viele Kinder wie möglich gezeugt, um sicherzugehen, dass mindestens ein Kind überlebt. Dabei stellt das massive Bevölkerungswachstum die Regierungen vor große Probleme. Schon heute kann die Politik die Bedürfnisse der Menschen kaum befriedigen. In Zukunft werden jedoch noch mehr Menschen um die knappen Ressourcen wie Ackerland, Wasser, Nahrung, Bildung und auch Gesundheitsvorsorge konkurrieren. 9
Armut und Übervölkerung ergeben einen Teufelskreis, aus dem auszubrechen sehr schwierig ist. Übervölkerung verursacht Armut durch den zunehmenden Raubbau an Wäldern, Ackerböden und sauberem Wasser und fördert gleichzeitig die Ausbildung von Megacities mit immer schneller wachsenden Slums. Die Übervölkerung entsteht aber auch durch Armut und Unterentwicklung, wodurch die Menschen gezwungen werden, sich durch ihre Kinder selbst abzusichern. Zudem erfahren vor allem Frauen hier oft keine Gleichberechtigung. Sie leben in wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Mann und haben keine ausreichende Bildung. Dies führt dazu, „dass sie nur in Kindern Selbstwert und Anerkennung erfahren.“ 10
7 Vgl. Haub, Afrika, 4.
8 Vgl. DSW, Armutsfalle.
9 Vgl. Haub, Afrika, 5.
10 Kamphaus, Weniger Menschen, 1993, 12.
5
Arbeit zitieren:
Wolfgang Gaßner, 2008, Natürliche Familienplanung - Eine Möglichkeit zur Eingrenzung des Bevölkerungswachstums?, München, GRIN Verlag GmbH
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