I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Begriffsdefinition „Globalisierung“ 2
3 Historie der Globalisierung 5
4 Wirtschaftliche Globalisierung 9
4.1 Voraussetzungen 10
4.2 Waren- und Produktionsmarkt 12
4.3 Finanzmarkt 13
5 Politische Globalisierung 15
5.1 Internationale Organisationen 15
5.2 Nichtregierungsorganisationen 18
6 Soziale und kulturelle Globalisierung 19
6.1 Clash of Civilizations 20
6.2 Globalisierungskritik 21
7 Schluss 22
Literaturverzeichnis 23
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Problem der Unterscheidung zwischen Globalisierung und
verwandten Begriffen
Abbildung 2 - Entwicklung des Globalisierungsindexes in 1991 und 2004
Abbildung 3 - Die vier Phasen der Globalisierung bis 1970
Abbildung 4 - Die 200 größten Konzerne
Abbildung 5 - Entwicklung Transport- Kommunikationskosten in konstanten
Preisen (1930 100)
Abbildung 6 - Entwicklung des Ölpreises seit 1861
Abbildung 7 - Durchschnittliche Zollbelastung und Zollabbau im GATT, 1947 -
1993
Abbildung 8 - Grenzüberschreitender Warenhandel in Prozent (1950 1)
Abbildung 9 - Größte Finanzkrisen seit 1970 nach Kreditausfallraten als
prozentualer Anteil aller Kredite
Abbildung 10 - Mitgliedstaaten der WTO 2006
Abbildung 11 - Entwicklung der Mitgliedschaft der UN von 1945 bis 2006
Abbildung 12 - Die USA, Hauptschuldner der UN
Abbildung 13 - Anzahl Nicht-Regierungsorganisationen weltweit
Abbildung 14 - Kulturkreise nach Huntington
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 - Umstrittene Elemente des Globalisierungsbegriffes
1
1 Einleitung
Die Meinungen und Definitionen zum Thema Globalisierung sind nahezu so vielfältig wie die von ihr betroffenen Menschen. Manche preisen die Errungenschaften des Freihandels, andere fürchten sich vor der ungewissen Zukunft und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes durch billige Konkurrenz aus Ostasien. Eindeutig jedoch ist, dass die Diskussion um den Ausdruck Globalisierung sehr emotional ist. 1 Begriffe wie McDonaldisierung, kultureller Identitätsverlust, Turbokapitalismus, Klimawandel, Grenzenlosigkeit oder Heuschrecken fallen. 2
Jede Epoche braucht ihren Namen. In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sprach man vom „Atomzeitalter“, in den darauf folgenden zwei Jahrzehnten von „Industriegesellschaft“ und „Spätkapitalismus“. In den achtziger Jahren neigte man zu „Risikogesellschaft“ und „Postmoderne“. Doch anscheinend hat sich keiner dieser Begriffe für die Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre durchgesetzt 3 . Erst in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts 4 trat der Begriff „Globalisierung“ in seiner heutigen Bedeutung in das Licht der Öffentlichkeit und wird überwiegend definiert als die „zunehmende Internationalisierung des Handels, der Kapital- sowie Produkt- und Dienstleistungsmärkte und die internationale Verflechtung der Volkswirtschaften. Der Globalisierungsprozess der Märkte wird vor allem durch neue Technologien im Kommunikations-, Informations-und Transportwesen sowie neue
Organisationsformen der betrieblichen Produktionsprozesse vorangetrieben“ 5 . Eine Fokussierung auf die Ökonomie scheint augenscheinlich. Jedoch zeigt sich bereits durch die Verwendung des Begriffes „Internationalisierung“, dass hier auch andere gesellschaftliche Bereiche einzubeziehen sind.
Diese Arbeit möchte einen kurzen Überblick über die Grundzüge der Globalisierung geben und der Frage nachgehen, ob diese tatsächlich ein ausschließlich ökonomisches Phänomen ist oder seine Wurzeln auch in anderen Bereichen der
1 IWF (2000)
2 http://www.datum.at/0906/stories/2760960, Stand: 01.10.2007
3 OSTERHAMMEL, J., Petersson N. P., (2003), S. 7
4 TEUSCH, U. (2004), S. 21
5 DIE ZEIT-Lexikon, Bd. 5 (2005), S. 521
2
menschlichen Gesellschaft hat. Außerdem soll auf die vermeintliche historische Singularität der Globalisierung eingegangen werden und die konkreten Entwicklungen der vergangenen Dekaden.
2 Begriffsdefinition „Globalisierung“
Semantisch leitet sich das Wort von globalisieren, auf die ganze Erde ausdehnen und dem lateinischen Wort Globus, Kugel ab 6 . Alternativ existiert ein weniger weit verbreiteter Begriff aus dem französischsprachigen Raum, mondialisations oder Mondialisierung, der im Wesentlichen das gleiche ausdrückt und auf das französische Wort monde, Welt, zurückgeht 7 . Das nachfolgend behandelte Problem der inhaltlichen Analyse stellt sich hier genauso.
Weiter stellt sich die Frage nach der etymologischen Relevanz des neuen Begriffes, da sich bereits vielfach verwandte Ausdrücke teilweise deckungsgleich oder überschneidend zum diesem verhalten 8 . Abbildung 1 zeigt die in diesem Zusammenhang wichtigsten Begriffe.
Abbildung 1 - Problem der Unterscheidung zwischen Globalisierung und verwandten Begriffen 9 Vergleicht man diese mit der eingangs angeführten Lexikaldefinition, wird die Problematik deutlich. Eine Notwendigkeit für einen neuen Begriff für die Entwicklungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts lässt sich hieraus nicht eindeutig ableiten. Selbst der Internationale Währungsfonds - seines Zeichens
6 DIE ZEIT-Lexikon, Bd. 18 (2005), S. 933 f.
7 http://www.mondialisations.org/php/public/art.php?id=14433&lan=DE, Stand: 12.10.2007
8 TEUSCH, U. (2004), S. 26
9 In Anlehnung an: TEUSCH, U. (2004), S. 26 ff.
3
maßgeblicher Motor der Globalisierung - setzt dem neuen Begriff den des Internationalismus gleichbedeutend entgegen 10 . Auch ist fraglich, in welcher Weise sich Globalisierung von anderen historischen Begriffen wie Imperialismus oder Kapitalismus unterscheidet (siehe hierzu Kapitel 3). Zur Feststellung des tatsächlichen Charakters von Globalisierung ist auf eine weitere Ebene abzustellen.
Hier knüpfen die Sozialwissenschaften an, indem sie die verschiedenen Deutungsansätze des Globalisierungsbegriffes gegenüberstellen und damit Transparenz in die Begriffsbestimmung zu bringen suchen (siehe Tabelle 1) 11 . Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschließend, stellt aber das grundsätzliche Problem der Benennung des Alleinstellungsmerkmals der Globalisierung und seiner Konsequenzen anschaulich dar.
Tabelle 1 - Umstrittene Elemente des Globalisierungsbegriffes 12
In der Wissenschaft setzt sich zunehmend die Ansicht durch, Globalisierung als multidimensionalen Prozess zu begreifen. Für diese Arbeit wird auf eine Dreidimensionalität abgestellt, bestehend aus einem ökonomischen, einem politischen und einem sozialen beziehungsweise kulturellen Aspekt. Problematisch ist in diesem Zusammenhang weniger die Bestimmung der Dimensionen, als vielmehr deren inhaltliche Definition.
10 IWF (2000)
11 TEUSCH, U. (2004), S. 19 ff.
12 In Anlehnung an: TEUSCH, U. (2004), S. 19 ff.
4
Beispielsweise entwickelte die ETH Zürich im Jahr 2002 auf Basis der drei Dimensionen Ökonomie, Politik und Gesellschaft einen Globalisierungsindex, mittels dessen Staaten anhand ihres Globalisierungsgrades verglichen werden. Hierzu wurden die genannten Dimensionen wie folgt eingegrenzt. Ausschlaggebend waren die zur Verfügung stehenden Daten 13 .
Die ökonomische Globalisierung beinhaltet zwei betrachtete Ausprägungen. Zum einen die aktuellen Entwicklungen, gemessen anhand nationaler Besitztümer und Verpflichtungen, zum anderen Restriktionen in Form von steuerlichen Handelsbeschränkungen und Kapitalkontrollen.
Die Dimensionen der sozialen Globalisierung beinhalten drei Kategorien. Zum einen menschliche Kontakte, also in welcher Weise Menschen international miteinander kommunizieren, des weiteren die Möglichkeit der Informationsnutzung, in Form der Verfügbarkeit von Internet, internationalem Fernsehen, Radio und Zeitungen und zum dritten die kulturelle Nähe, gemessen an ausländischen Filmen, importierten und exportierten Büchern und beispielsweise der Anzahl von McDonald's-Restaurants in einem Land.
Der politische Aspekt berechnet sich aus der Anzahl der Botschaften und Hochkommissionen in einem Land, der Anzahl der Mitgliedschaften in internationalen Organisationen und der Teilnahme an UN-Friedensmissionen 14 .
Nachfolgend sind zur Verdeutlichung die Jahre 1991 und 2004 exemplarisch ausgewählt.
13 DREHER, A. (2006)
14 ebd.
Arbeit zitieren:
Philipp Kardinahl, 2007, Grundzüge der Globalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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