Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Abstrakte Ideen 3
2.1 Inakzeptable Abstraktionsformen 3
2.2 Akzeptable Abstraktionsformen 5
3 Der Ursprung abstrakter Ideen 7
3.1 Sprache als Ursprung 7
3.2 Aufgaben der Sprache 8
4 Nichtsprachliche Erkenntnis 10
4.1 Vorteile 10
4.2 Voraussetzungen und Schwierigkeiten 11
5 Fazit 12
6 Literaturverzeichnis 13
1 Einleitung
Mit seinem 1710 erstmals erschienen Werk verfolgte Berkeley ein doppeltes Ziel: Zunächst wollte er die hauptsächlichen Ursachen von Irrtum und Schwierigkeiten in den verschiedenen Wissenschaften aufzeigen 1 und außerdem die Gründe des Skeptizismus, des Atheismus und der Irreligion 2 erforschen um sie damit einhergehend zu falsifizieren. Seine Kritik richtete sich dabei vor allem gegen den vorherrschenden Materialismus, welcher eine zunehmende Verbreitung durch die Fortschritte in den Naturwissenschaften erfuhr. Die philosophische Formulierung war bereits durch John Locke erfolgt, auf den Berkeley daher häufig Bezug nimmt um ihn zu widerlegen. 3 Für Berkeley bestand die Gefahr der zunehmend naturwissenschaftlich geprägten Weltanschauung darin, dass der Glaube ins Schwanken geraten könne, wenn Erkenntnis plötzlich über die Erforschung der Natur möglich wäre. 4
Die bisherigen Schwierigkeiten bei der Erlangung wahrer Erkenntnis führt Berkeley nicht auf die Unzulänglichkeit des Menschen oder den Willen Gottes zurück, sondern vielmehr auf den falschen Gebrauch der menschlichen Vernunft. 5 Daher will er mit seinem Werk, in dem er sehr um um sprachliche Klarheit zur Vermeidung von Verständnisschwierigkeiten bemüht ist, 6 eine Anleitung zum richtigen Gebrauch der Vernunft geben, in dem er beispielsweise dazu auffordert, von der Verwendung abstrakter Ideen Abstand zu nehmen.
Die Einleitung des Werkes nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Sie führt auf den Hauptteil des Werkes hin, in dem sie die Ursachen der Irrtümer aufzeigt und den Nachweis führt, dass zuverlässige Erkenntnis überhaupt möglich ist. 7 Dabei versucht Berkeley in ihr häufig den Leser zu überzeugen, indem er von ihm eine introspektive Verifikation seiner Annahmen fordert, bei der der Leser auf seine eigenen Erfahrungen zurück-
1 Vgl.Kreimendahl, Lothar: Hauptwerke der Philosophie: Rationalismus und Empirismus. Stuttgart, 1994, (Universal-Bibliothek; 8742: Interpretationen), S. 89.
2 Vgl. Kreimendahl (1994), S. 89.
3 Vgl. Drechsler, Martin: Art.: Berkeley, George. In Lutz, Bernd (Hrsg.): Metzler-Philosophen-Lexikon: von den Vorsokratikern bis zu den Neuen Philosophen. 3. Auflage. Stuttgart / Weimar, 2003, S. 86.
4 Vgl. Drechsler (2003), S. 86.
5 Vgl. Kreimendahl (1994), S. 94.
6 Vgl. Breidert, Wolfgang: George Berkeley - Philosophie des Immaterialismus. In: KREIMENDAHL, Lothar (Hrsg.): Philosophen des 18. Jahrhunderts: eine Einführung. Darmstadt, 2000, S. 75.
7 Vgl. Kreimendahl, Lothar: Nachwort. In: BERKELEY, George: Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis. Stuttgart, 2005, (Universal-Bibliothek; 18343), S. 162.
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Der Ursprung abstrakter Ideen 1. Einleitung
greifen soll. Schließlich versucht die Einleitung eine Möglichkeit zu beschreiben, wie sichere und zuverlässige Kenntnis zu erreichen sei.
In der vorliegenden Hausarbeit soll die Verbindung zwischen Sprache und abstrakten Ideen bei George Berkeley betrachtet werden. Dazu werden besonders die §§ 18 - 25 der Einleitung der ‚Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis‘ be-handelt, jedoch werden auch andere Abschnitte des Werkes zum besseren Verständnis herangezogen, da Berkeley auf diese zum Teil aufbaut.
Zunächst soll dazu an Hand von Berkeleys Einleitung zu den Prinzipien erläutert werden, was abstrakte Ideen sind, welche Arten es gibt und unter welchen Umständen sie gebildet werden können. Anschließend soll auf den Ursprung dieser abstrakten Ideen eingegangen und die Frage geklärt werden, auf welche Weise es überhaupt zur Bildung von abstrakten Ideen, bzw. wie es zu dem Glauben, der menschliche Geist sei in der Lage, abstrakte Ideen bilden zu können, kam.
Schließlich soll auch Berkeleys Herangehensweise zur künftigen Vermeidung der Probleme mit abstrakten Ideen dargestellt werden. Dabei werden insbesondere die Vorteile, welche sich Berkeley von seiner Methode mit Ideen verspricht, erläutert - ohne dabei jedoch die damit einhergehenden Schwierigkeiten zu vernachlässigen.
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2 Abstrakte Ideen
In der Einleitung zu seinem Werk ‚Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis‘ beschreibt Berkeley verschiedene gedankliche Leistungen als Abstraktion und stellt diese Lehre in der Art da, die Locke ihr gegeben hatte 1 . Diese teilt er in vier unterschiedliche Arten, von denen er zwei als akzeptabel und zwei als nicht durchführbar ansieht. Insbesondere die Entwicklung abstrakter Ideen auf der Grundlage dieser letzten Abstraktionsarten gelten ihm als eine zu widerlegende erkenntnistheoretische Position, daher reduziert sich seine Irrtumslehre auf eben diesen einen Punkt 2 um die „Quelle aller Irrtümer“ künftig zu vermeiden. Zunächst sollen daher die nicht möglichen Abstraktionsarten besprochen werden, danach folgen diejenigen, die Berkeley der menschlichen Vernunft zugesteht.
2.1 Inakzeptable Abstraktionsformen
In § 7 der Einleitung seines Werkes erläutert Berkeley die Entwicklung abstrakter Einzelideen. 3 Dies seien Ideen von Eigenschaften, welche jedoch von anderen Eigenschaften, mit denen sie stets auftreten, getrennt gedacht werden müssten. Das heißt, der menschliche Geist wäre in der Lage, die Ideenbündel, aus denen nach Berkeley alle vom Menschen wahrgenommenen Dinge bestehen, 4 zu zerteilen und die Bestandteile einzeln wahrzunehmen. Berkeley wählt hierfür das Beispiel eines sich bewegenden, farbigen und ausgedehnten Gegenstandes. Eine abstrakte Einzelidee wäre nun beispielsweise die allein stehende Idee der Farbe als solches, getrennt von der Ausdehnung und Bewegung - eine andere die Idee der Ausdehnung, jedoch ohne dass sie mit Farbe ver-bunden wäre.
Davon unterscheidet Berkeley in E, § 8 die so genannten abstrakten allgemeinen Ideen. Sie sollen die Idee der Eigenschaften im Allgemeinen 5 darstellen. Für das Beispiel
1 Vgl. Kreimendahl (2005), S. 163.
2 Vgl. Kreimendahl (2005), S. 163.
3 Vgl. Berkeley, George: Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis [ 1 1710]. Übers. u. hrsg. von Günter GAWLICK u. Lothar KREIMENDAHL. Stuttgart, 2005, (Universal-Bibliothek; 18343), Einleitung, § 7.
4 Vgl. Berkeley (2005), § 1.
5 Vgl. Berkeley (2005), E, § 8.
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Lutz Spitzner, 2007, Der Ursprung abstrakter Ideen, München, GRIN Verlag GmbH
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