Gliederung
1. Einleitung 3
2. Forschungsstand 4
3. Die ptolemäische Herrschaft über Palästina 4
4. Die -XGHQXQWHUGHU HUUVFKDIW QWLRFKRV ,,, 5
4.1 Eroberung Palästinas Der Fünfte Syrische Krieg 5
4.2 Der Fremdherrscher als Wohltäter? 7
4.2.1 Der Brief an Ptolemaios 7
4.2.2 Edikt 8
4.2.3 Brief an Zeuxis 9
5. 'DV LOG QWLRFKRV ,,, 10
6. Zusammenfassung 12
7. Bibliografie 13
7.1 Primärquellen 13
7.2 Sekundärquellen 13
2
1. Einleitung
ÄDer erste syrische König, der in der Geschichte der Juden eine Rolle spielt, ist Antiochos III. 1 ³. So urteilte Heinz Conzelmann in seinem Buch Heiden ±Juden ± Christen: Auseinandersetzungen in der Literatur der hellenistisch-römischen Zeit im Jahr 1982. Als Beweis für die judenfreundliche Politik des Seleukidenherrschers führt er die Darstellungen dreier Dokumente aus den Jüdischen Altertümern von Flavius Josephus im 12. Buch an. Es wird allerdings schnell klar, dass Flavius Josephus mit dieser projüdischen Darstellung von Antiochos III. allein dasteht. Weitere Darstellungen, wie zum Beispiel in den Makkabäerbü- FKHUQHUZlKQHQNHLQHEHVRQGHUVKHUDXV]XVWHOOHQGHSRVLWLYH9HUKDOWHQVZHLVH$QWLRFKRVµ,,, gegenüber dem jüdischen Volk.
Was aber veranlasste Flavius Josephus, Antiochos III. zu einem ± wie sich im Nachhinein herausstellen wird± projüdischen Wohltäter in seinen Schriften darzustellen? Zu Beginn meiner Hausarbeit soll die Situation der Juden unter der vorerst ptolemäischen Herrschaft umrissen werden. Anschließend werde ich versuchen, die Unterschiede zu der darauf folgenden seleukidischen Herrschaft genauer zu erläutern. Hierbei sollen die drei Urkunden von Antiochos III., welche in den Jüdischen Altertümern zu finden sind, und deren mögliche Authentizität, untersucht werden. Abschließend soll die schon vorher aufgeworfene Frage beantwortet werden ± Was veranlasste Flavius Josephus dazu, entgegengesetzt der jüdischen Tradition, den Seleukidenscherrscher Antiochos III. als Wohltäter des jüdischen Volkes darzustellen?
Als Originalquellen sollen die drei Dokumente aus den Jüdischen Altertümern von Flavius Josephus, die zwei Makkabäerbücher und das Buch Daniels dienen. Die Quellen, auf die sich Flavius Josephus in seinen Darstellungen bezieht (Polybios) werden nicht nochmals einzeln aufgeführt.
1 Vgl. : Conzelmann, Heinz: Heiden ±Juden ± Christen: Auseinandersetzungen in der Literatur der hellenistischrömischen Zeit, Tübingen 1982, S. 16. Im Folgenden: Conzelmann: Heiden ± Juden ± Christen.
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2. Forschungsstand
'LH'DUVWHOOXQJHQ$QWLRFKRVµ,,,XQGVHLQHr Politik insbesondere nach der Besetzung Jerusalems ab 198 v.Chr. gegenüber den Juden sind sehr umfangreich. In vielen Werken werden die Urkunden, die $QWLRFKRVµ,,,SURMGLVFKH3ROLWLNEHOHJHQVROOHQ]ZHLIHOsfrei als authentisch verwendet. Doch vor allem der Brief an Zeuxis ist ± wie insbesondere die Dissertationsschrift von Jörg-Dieter Gauger zeigen wird ± keineswegs zweifelsfrei als authentisch hinzunehmen. Gauger bemängelt, dass die bestimmte apologetische Funktion der Urkunden von Flavius Josephus grundsätzlich nicht beachtet wird. 2 6RVLHKWHUOHGLJOLFKGHQ%ULHI$QWLRFKRVµ,,,DQ Ptolemaios (4.2.1) in einen historischen Kontext einzuordnen. 3 Zweifelt man die AuthenWL]LWlW GHU GUHL 8UNXQGHQ $QWLRFKRVµ ,,, JUXQGVlW]OLFK DQ ZLUG HV problematisch, die Überblicksdarstellungen über den Seleukidenherrscher bezüglich seines Umgangs mit den Juden zu verwenden. Aus diesem Grund werden die Urkunden nicht im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung für das jüdische Volk, sondern viel mehr auf die fragliche Authentizität untersucht. Im Mittelpunkt soll jedoch die Frage stehen, warum Flavius Josephus diese Urkunden verwendet und ob er sie ver-, bzw. gefälscht hat, um ihnen eine bestimmte Funktion zuzuschreiben.
3. Die ptolemäische Herrschaft über Palästina
Martin Hengel beschreibt in seinen Büchern die seit 301 v.Chr. andauernde ptolemäische Herrschaft über Palästina positiv. Es sei bis zur Besetzung Koilesyriens durch Antiochos III. 219 v.Chr. eine Zeit relativ friedlicher Entwicklung gewesen. Durch die vorangegangene lange Friedensperiode konnten sich die Landwirtschaft und das Gewerbe sehr gut entfalten und so war zum Ende dieser Herrschaft dieses Gebiet besonders landwirtschaftlich sehr weit entwickelt. Es stand in engen Handelsbeziehungen zu Ägypten, aus dem es vor allem Papyrus, Leinen, Glas und Luxusgüter bekam. In der Landwirtschaft gab es viele technischen Verbesserungen und neue Pflanzen wurden angebaut. Das künstliche Bewässerungssystem wurde erheblich verbessert, es wurden das Schöpfrad, der Saatpflug und die Schraubenpresse als
2 Vgl. : Gauger, Jörg-Dieter: Beiträge zur jüdischen Apologetik. Untersuchungen zur Authentizität von Urkunden bel Flavius Josephus und im I. Makkabäerbuch, Köln-Bonn 1977, S. 3-11, 24, 329. Im Folgenden: Gauger: Beiträge zur jüdischen Apologetik.
3 Vgl. : Gauger: Beiträge zur jüdischen Apologetik, S. 23
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arbeitserleichternde Geräte in der Landwirtschaft erfunden. Ebenfalls weiterentwickelt und ausgebaut wurde das Verwaltungssystem.
Auch die Neubesiedlungen wurden, vor allem durch die ständige Erweiterung des Militärs, vorangetrieben. Zum Schutz vor den Seleukiden im Norden und gegen die Araber im Osten, bzw. Süden wurden starke Festungen gebaut. Des Weiteren stieg das Bevölkerungswachstum in den unfruchtbaren, schwer zu bewirtschaftenden Gebieten an, da durch die technischen Neuerungen die Abwanderung aus diesen Gebieten zurückging. Zeugnis für die Aktivität der Besiedlung sind die gräkoägyptischen Ortsnamen und die typisch frühellenistischen, rechtwinkligen Stadtanlagen. Die städtischen Verfassungen wurden hellenisiert und die Juden durften an Ä>«@ nur für Hellenen offen stehenden Wettkämpfen >«@ 4 ³ WHLOQHKPHQ 'LH strenge Trennung von Juden, Makedonen und Griechen wurde sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft etwas aufgeweicht. 5
Im Jahr 210 v.Chr. brach jedoch in Jerusalem durch Hyrkan eine Familienfehde in der Tobiadenfamilie aus. Da Hyrkan unterlag, musste er Jerusalem verlassen und ließ sich in Araq-el Emir im Ostjordanland mit dem proptolemäischen Teil nieder. Der Vater Josephus und seine Brüder hingegen, der proseulekidische Teil, blieben in Jerusalem. Vor allem die finanziellen Schwierigkeiten der ptolemäischen Herrschaft und der politische Zerfall, aber auch die judenfeindliche Politik von des ptolemäischen Herrschers Ptolemaios IV. Philator veranlassten sie, die Seleukiden bei der Eroberung Jerusalems 198 v.Chr. tatkräftig zu unterstützen. 6
4. 'LH-XGHQXQWHUGHU+HUUVFKDIW$QWLRFKRV¶,,,
4.1 Eroberung Palästinas ± Der Fünfte Syrische Krieg
Nach dem Tod von Ptolemaios IV. Philator im Jahr 205 v.Chr. trat die Herrschaftsnachfolge im Ptolemäerreich der damals fünfjährige Ptolemaios V. Epiphanes an. Diese Schwäche in
4 Hengel, Martin: Juden, Griechen und Barbaren. Aspekte der Hellenisierung des Judentums in vorchristlicher Zeit, Stuttgart 1976, S.43. Auslassung: AJ. Im Folgenden: Hengel: Juden, Griechen und Barbaren.
5 Vgl. : Hengel, Martin: Judentum und Hellenismus. Studien zu ihrer Begegnung unter besonderer Berücksichtigung Palästinas bis zur Mitte des 2. Jh.s v. Chr., Tübingen 1988, 3., durchgesehene Auflage, S. 11, 92. Im Folgenden: Hengel: Judentum und Hellenismus sowie Hengel: Juden, Griechen und Barbaren, S. 41f.
6 Vgl. : Bringmann, Klaus: Geschichte der Juden im Altertum. Vom babylonischen Exil bis zur arabischen Eroberung, Stuttgart 2005, S. 97 f. Im Folgenden: Bringmann: Geschichte der Juden im Altertum.
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Arbeit zitieren:
Annegret Jahn, 2007, Antiochos III. und die Juden, München, GRIN Verlag GmbH
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