man folgende These aufstellen: Ohne musikalische Verwandte kann man selbst nicht musikalisch werden. Musikologen wie Professor A. Wellek berufen sich gern auf Stammbaumuntersuchungen, wofür die Familie Bach das berühmteste Beispiel für die Vererbung der Musikbegabung ist. Behavioristen*
Fragen zur Vererbung kamen vor allem vonseiten der Behavioristen. Der Amerikaner James B. Watson, Begründer dieser Lehre von der " Formbarkeit des Menschen " , verkündete auf der Basis seiner Forschungen , er könne Kinder nach Beliben zum Artzt oder Anwalt, zum Dieb, Bettler oder (Musik-)Künstler erziehen. Umwelt sei alles, Verebung bedeutet wenig. Das Beispiel Bach-Familie lässt sich genauso gut behavioristisch interpretieren.
Ihrer Auffassung zufolge wachsen KInder musikalischer Eltern in musikalischer Umgebung auf und werden entsprechend erzogen.
*Der Behaviorismus (abgeleitetvom englischen Wort behavoir = Verhalten): Theorie der Wissenschaft vom Verhalten , der Verhaltenswissenshaft oder Verhaltensanalyse.
Scarr & McCartney (1983)
Scarr und McCartney sind der Meinung , dass ein Individuum in seiner Gesellschaft selbst entscheide , was zu seiner eigenen Interessenslage passt. Dazu haben sie drei Arten von Anlage-Umwelt-Effekten unterschieden :
1 Art: wird als passiver Effekt bezeichnet, da die Eltern zu je 50% gemeinsame Gene mit ihrem Kind aufweisen. Sie bieten Umwelt, die Einfluss auf ihr Kind hat und führen mit ihnen Aktivitäten aus, die sie selbst gut beherrschen (Beispiel Musik)
2 Art: wird als evokativer Effekt (eine Bestimmte Vorstellung enthaltend) bezeichnet und die Zusammensetztung des Erbguts des Kindes zeigt sich in seinen äußerlich feststellbaren Merkmalen. Z.B. wird einem Kind , das gerne singt, der Musikunterricht durch Eltern oder Lehrer angeboten. 3 Art: wird als aktiver Effekt bezeichnet , da das Kind sich seine Umwelt selbst gestaltet. Biografien von Musikern,Komponisten, aber auch Wissenschaftlern zeigen, dass Talente gegen den Willen anderer und ohne talentierte Eltern durchsetzten können. Fazit
Zwichen angeborener und anerzogener Musikalität lässt sich nict klar unterscheiden. Ganz neue molekulargenetische und neurobiologische Forschungsansätze könnten in den nächsten Jahren allerdings Bewegung in die alte Debatte bringen, Sie deuten auf einen größeren Anteil der angeborenen Begabung hin und auf die hohe Bedeutung eines dritten Faktors: der Übung, der bewussten eigenen Aktivität.
Wir als Gruppe vermuten , dass es sich um ein Zwischending von Vererbung und Umwelteinflüssen handelt: Veranlagung für gewisse Talente oder Begabung werde eventuell vererbt,bleiben jedoch unentdeckt wenn man sie ungefördert lässt. Im Gegensatz dazu kann man mit viel Geduld und Übung Dinge erlernen , für die man nicht von Natur aus eine bestimmte Begabung besitzt.
Arbeit zitieren:
Sara Tahmasian, 2008, Die musikalische Familie - Anlage oder Umwelt?, München, GRIN Verlag GmbH
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