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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Vergleich mit dem Portugiesischen. 3
2.1. Phonetik. 3
2.2. Morphologie 4
2.3. Syntax. 5
2.4. Erstes Zwischenergebnis 5
3. Vergleich mit dem Kastilischen 5
3.1. Phonetik. 6
3.2. Morphologie und Syntax. 7
3.3. Zweites Zwischenergebnis 8
4. Excurso: Lengua versus dialecto. 8
5. Schlussbetrachtung: Linguistische Einordnung des Galicischen 9
Bibliographie 11
3
1. Einleitung
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es sich bei dem Galicischen um einen Dialekt oder um eine Sprache handelt. Durch eine Analyse der Gemeinsamkeiten und der Differenzen zu den beiden benachbarten Sprachen, dem Kastilischen und dem Portugiesischen, soll eine linguistische Einordnung ermöglicht und eine Antwort gefunden werden. Um am Ende dieser Hausarbeit eine Klassifikation des Galicischen vornehmen zu können und dieses dann schließlich als eine Sprache oder als einen Dialekt beschreiben zu können, wird das Galicische zunächst dem Portugiesischen gegenübergestellt und mit diesem (basierend auf phonetischen/phonologischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sowie auf signifikante Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten im Bereich der Morphologie und der Syntax) verglichen. Direkt danach erfolgt ein Vergleich mit dem Kastilischen. Kenntnisse der linguistischen Fachbegriffe in den genannten Bereichen werden vorausgesetzt. Anschließend wird sich kurz der Problematik der Abgrenzung zwischen Sprache und Dialekt gewidmet, um dann auf den konkreten Fall des Galicischen einzugehen.
2. Vergleich mit dem Portugiesischen
Dieses Kapitel unternimmt einen Vergleich des Galicischen zum gegenwärtigen Portugiesisch, wobei von der portugiesischen Standardsprache ausgegangen wird. Für das Galicische, das noch dabei ist, eine Standardnorm zu entwickeln, werden die in den Grammatiken vorhandenen Beschreibungen benutzt. Ein umfassender Vergleich beider Sprachen 1 würde den Rahmen dieses Kapitels sprengen, vielmehr ist die Analyse limitiert und schließt einen Vergleich beider Phoneminventare sowie markante Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten im Bereich der Morphologie und der Syntax ein. Gleiches gilt für den späteren Vergleich mit dem Kastilischen.
2.1. Phonetik
Trotz der engen Verwandtschaft des Galicischen mit dem Portugiesischen (Zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert etablierte sich das Galicisch-Portugiesische als eine Varietät der verschiedenen romanischen Idiome, im 14./15. Jahrhundert erfolgte dann die
1 Im Fall des Galicischen ist die Begrifflichkeit an dieser Stelle noch nicht eindeutig. Anstatt von einer „Sprache“ zu sprechen, könnte man hier auch den Begriff des Dialektes verwenden, wobei man dann dem Portugiesischen, bei dem es sich eindeutig um eine Sprache handelt, nicht gerecht werden würde. Der Einfachheit halber wird deswegen der Begriff „Sprache“ für das Portugiesische und für das Galicische benutzt, wenn von beiden Sprachen gleichzeitig die Rede ist. Diese Vereinfachung wird bis zu dem Zustandekommen eines Ergebnisses der Untersuchung beibehalten.
4
Auseinanderentwicklung in zwei voneinander unabhängige Varietäten 2 ) kann man beobachten, wie sich ersteres im Laufe der Geschichte von letzterem entähnelt. Eine phonetische Eigenart des Galicischen ist z.B. die Aufgabe der Stimmhaftigkeit in der Reihe der Sibilanten. Das Portugiesische dagegen bewahrt die Opposition stimmhaft/stimmlos 3 . Das galicische Vokalsystem unterscheidet sich von dem portugiesischen durch ein geringeres Phoneminventar. Ein weiterer signifikanter Unterschied des Galicischen zum Portugiesischen ist die Nichtexistenz der für das Portugiesische so typischen Nasalvokale 4 (Als Ausnahme gilt eine Varietät im östlichen Teil Galiciens).
Die Konsonantensysteme beider Sprachen weisen jeweils drei Phoneme auf, die die jeweils andere Sprache nicht kennt, im Galicischen ist dies zum einen die alveolar-palatale, stimmlose Affrikate /tš/ (z.B. chamar), zum anderen der dentale, stimmlose Frikativlaut // (z.B. cedo 5 ) und der velare Nasallaut /¾/ (z.B. unha). Das Portugiesische hingegen besitzt drei stimmhafte Frikativlaute: Das labiodentale /v/ (z.B. vida), das alveolare /z/ (z.B. dizer) und das palatale /@/ (z.B. hoje). 6
2.2. Morphologie
Eine Übereinstimmung beider Sprachen findet sich in der Form des bestimmten Artikels 7 (o, os, a, as). Das Galicische kennt jedoch auch eine kontrahierte Form mit der Präposition con (co, coa, cos, coas). 8
Im Unterschied zum Portugiesischen (und zum Kastilischen) differenziert das Galicische bei den unbetonten Formen der zweiten Person Singular zwischen che als indirektem und te als direktem Objekt. 9 Die Verbalsysteme beider Sprachen sind in ihrer Struktur weitesgehend identisch, Luyken konstatiert jedoch folgende Unterschiede:
2 Vgl. W. Dietrich und H. Geckeler: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2004, S. 28.
3 Vgl. Sabine Albrecht: Die Standardnorm des Galicischen. Bonn: Romanistischer Verlag 1992, S. 10.
4 Vgl. Albrecht, S. 10.
5 In Gebieten mit seseo wird dieser Laut als [s] realisiert.
6 Vgl. Michaela Luyken: Das Galicische: Eine Fallstudie zur Verschriftungsproblematik romanischer Minderheitensprachen. Wilhelmsfeld: Egert 1994 S. 130-131.
7 Es existiert außerdem eine weitere Artikelform, die in bestimmten morphologischen Umgebungen auftritt. Ob diese Form jedoch in der Standardsprache repräsentiert werden soll, ist noch nicht geklärt und sie wird deswegen im Fließtext nicht genannt.
8 Vgl. Luyken, S. 131.
9 Vgl. José A. Pérez Bouza : El gallego. Newcastle, München : LINCOM Europa 1994, S. 30.
10 Luyken, S. 133.
Arbeit zitieren:
Nicole Zanger, 2008, Galicisch: Sprache oder Dialekt?, München, GRIN Verlag GmbH
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