II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis............................................................................................................. II
Abbildungsverzeichnis. IV
Tabellenverzeichnis. V
Anhangsverzeichnis VI
Abk ürzungsverzeichnis VII
1 Einleitung und Einführung in die Thematik. 1
1.1 Ziel der Arbeit 2
1.2 Aufbau der Arbeit. 3
2 Beschreibung der Ausgangssituation 4
2.1 Erneuerbare Energien 8
2.1.1 Überblick: Erneuerbare-Energie-Formen 10
2.1.2 Vorstellung der Energiepflanze Jatropha 16
2.2 Das Land Indien als Anbaugebiet. 20
2.2.1 Überblick: Indien. 21
2.2.2 Standortvorteile für den Anbau der Pflanze Jatropha in Indien 23
2.3 Das Projekt cropower der CROPOWER AG 25
2.3.1 Die Geschichte der CROPOWER AG 26
2.3.2 Vorstellung des Projektes cropower. 27
3 Subventionen im Kontext der Energiewirtschaft 29
3.1 Subventionsbegriff 29
3.1.1 Definitionsmöglichkeiten 31
3.1.1.1 Das Statistische Bundesamt 31
3.1.1.2 Der Subventionsbericht der Bundesregierung 34
3.1.1.3 Das Kieler Institut für Weltwirtschaft 35
3.1.1.4 Staatliche Beihilfen innerhalb der Europäischen
Gemeinschaft 37
3.1.1.5 Der Subventionsbegriff der Welthandelsorganisation. 40
3.1.2 Die Subventionsdefinition dieser Arbeit 44
3.1.3 Arten und Formen von Subventionen 45
III
3.2 Relevante Subventionsgeber und Subventionsprogramme für den Joint-
Venture-Partner CROPOWER AG 46
3.2.1 Deutschland 47
3.2.2 Europäische Union 51
3.2.3 Zusammenfassende Darstellung von empfehlenswerten
F örderungen für den Joint-Venture-Partner CROPOWER AG 54
3.3 Relevante Subventionsgeber und Subventionsprogramme für den
agrarwirtschaftlichen Joint-Venture-Partner 58
3.3.1 Indien gesamt. 58
3.3.2 Subventionsmöglichkeiten der in Frage kommenden
Bundesstaaten 61
3.3.2.1 Andhra Pradesh. 61
3.3.2.2 Tamil Nadu 63
3.3.2.3 Madhya Pradesh. 65
3.3.3 Zusammenfassende Darstellung von empfehlenswerten
F örderungen für den agrarwirtschaftlichen Joint-Venture-Partner 66
4 Fazit. 72
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen 72
4.2 Ausblick. 74
Literaturverzeichnis. 75
Anhang 90
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung von Weltbevölkerung und Weltprimärenergieverbrauch
Abbildung 2: Struktur des Weltprimärenergieverbrauchs im Jahr 2005
Abbildung 3: Verwertungswege von Biomasse.
Abbildung 4: Verwertungswege der Jatropha Curcas.
Abbildung 5: Staatenübersicht in Indien für Ethanol- und Jatropha-Projekte
Abbildung 6: Portfolio der Fronteris Gruppe.
Abbildung 7: Subventionen in den VGR nach ESVG 1995
Abbildung 8: Zuordnung von Subventionsarten zu den jeweiligen Geldgebern
Abbildung 9: Filterung von relevanten Subventionsschwerpunkten des Bundes.
Abbildung 10: Filterung von relevanten Subventionsschwerpunkte der E.U
Abbildung 11: Factsheet Investitionsgarantien.
Abbildung 12: Factsheet KfW-Umweltprogramm
Abbildung 13: Factsheet Asia and Latin America IV Mandate
Abbildung 14: Filterung von relevanten indischen Sektoren.
Abbildung 15: Abteilungen des Ministry of Water Resources mit Überprüfung der
Relevanz für das Projekt cropower
Abbildung 16: Clean Development Mechanism mit Bezug auf die vorliegende Arbeit
Abbildung 17: Factsheet Back-ended Credit linked subsidy programmes
Abbildung 18: Factsheet New Industrial Investment Promotion Policy 2005-2010
Abbildung 19: Factsheet Bio Diesel Programme.
Abbildung 20: Factsheet Integrated Wasteland Development Programme
Abbildung 21: Factsheet Micro/Small Enterprises Funding Scheme
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Zahlen und Fakten: Indien 23
Tabelle 2: Vergleich der Subventionsdefinitionen 43
Anhang 1 Bilder der Ölpflanze Jatropha Curcas Anhang 2 Auszug aus der Unternehmenspräsentation der CROPOWER AG Anhang 3 VGR Überblick 2005 Anhang 4 Gesamtvolumen der Subventionen von Bund, Länder und Gemeinden, ERP, EU - in Mrd. € - Anhang5 Der Konsensbegriff der Wirtschaftsforschungsinstitute Anhang 6 Entwicklung des Beihilfevolumens in den EU-Mitgliedsstaaten, 1996 bis
2006 Anhang 7 Unterstützungsschwerpunkte des Bundes mit Überprüfung der Relevanz für das Projekt cropower Anhang 8 Unterstützungsschwerpunkte der EU mit Überprüfung der Relevanz für das Projekt cropower Anhang 9 Unterstützungsschwerpunkte der EU für KMUs mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt
Anhang 10 Indische Sektoren mit Überprüfung der Relevanz für das cropower- Projekt
Anhang 11 Abteilungen des indischen Agrarministeriums mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt
Anhang 12 Abteilungen des indischen Umweltministeriums mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt
Anhang 13 Abteilungen des Ministeriums von Andhra Pradesh mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt
Anhang 14 Abteilungen des Ministeriums von Tamil Nadu mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt Anhang 15 State Schemes von Tamil Nadu
Anhang 16 Abteilungen des Ministeriums von Madhya Pradesh Teil 1 mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt
Anhang 17 Abteilungen des Ministeriums von Madhya Pradesh Teil 2 mit Überprüfung der Relevanz für das cropower-Projekt
Anhang 18 Expertenmeinung bezüglich relevanter Sachverhalte des Energy Depart- ments der Regierung von Madhya Pradesh
BGB Bürgerliches Gesetzbuch BHO Bundeshaushaltsordnung BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie CDM Clean Development Mechanism EG Europäische Gemeinschaft EGKS Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGV Europäischer Gemeinschaftsvertrag EIB Europäische Investitionsbank EIF Europäische Investitionsfonds ERP European Recovery Programm (Europäisches Wiederaufbauprogramm) ESVG Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen EU Europäische Union IfW Institut für Weltwirtschaft (Kiel) KMU Kleine und mittlere Unternehmen KP Kyoto Protokoll OECD Organisation for Economic Cooperation and Development PME Pflanzenmethylester SCM Subsidies and Countervailing Measures StWG Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft UGR Umweltökonomische Gesamtrechnungen USA United States of America VGR Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung VHS Volkshochschule
1
1 Einleitung und Einführung in die Thematik
Das Ende des 18. Jahrhunderts stand ganz im Zeichen der Industrialisierung. Sehr schnell wuchs damit der Markt für Kohle und immer mehr auch der für Erdöl und Erdgas. Anstelle der früher genutzten erneuerbaren Energien traten nun „endliche“ Energien in den Mittelpunkt. Die Nutzung fossiler Energien brachte bedenkliche Reaktionen der Umwelt mit sich. Zum Beispiel erwärmten sich die durchschnittlichen Temperaturen der Erde durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe; diese „globale Erwärmung“ mit allen weltweiten, regionalen und lokalen Folgen ist eine Klimaveränderung, welche auf den Menschen zurückzuführen ist. Auch das Kriterium der „Endlichkeit“ fossiler Energien spielt langsam eine immer wichtigere Rolle in der Energienutzung. So sind die Reserven dieser Energieressourcen begrenzt und es muss auf alternative Energiequellen ausgewichen werden. 1
An diesem Wendepunkt befinden wir uns heutzutage und langsam beginnen wir durch nachhaltige Energienutzung auf die natürlichen Grenzen der Umwelt Rücksicht zu nehmen. Auf internationaler Ebene wird nun Verantwortung für den Schutz der Umwelt übernommen - wie durch die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen 1992 sowie weitere Umweltabkommen deutlich zu erkennen ist. 2 Besonders Deutschland hat früh die Gefahren für die Umwelt, aber auch das wirtschaftliche Potential von Umweltschutztechnologien erkannt und nimmt heute in diesem Bereich eine internationale Führungsrolle ein. Durch politische und rechtliche Vorgaben wie z.B. dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz versucht Deutschland die Nutzung von regenerativen Energien zu unterstützen. 3
Auch der Anteil am internationalen Energieverbrauch von Schwellen- und Entwicklungsländern steigt. Die asiatischen Märkte China und Indien werden Schwierigkeiten haben, denn mit dem Wirtschaftswachstum ist auch eine steigende Energienachfrage verbunden. Diese Energieressourcen sind nicht nur begrenzt, sondern werden auch im-
1 Vgl.Paeger, J. (o.J.): Ökosystem Erde. Eine kleine Geschichte des menschlichen Energieverbrauchs,
http://oekosystem-erde.de/html/energiegeschichte.html, 14.05.2008.
2 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (o.J.): 10 Jahre Klima-
rahmenkonvention: Die Konferenzen 1992-2002,
http://www.bmu.de/klimaschutz/internationale_klimapolitik/1-10_klimakonferenz/doc/2901.php,
14.05.2008.
3 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2008a): Innovation
durch Forschung. Jahresbericht 2007 zur Forschungsförderung im Bereich der erneuerbaren Energien,
Berlin, S. 8.
2
mer teurer. 4 Der umweltschonende sowie der wirtschaftliche Aspekt des Energiebedarfs weisen auch bei Entwicklungs- und Schwellenländern in die richtige Richtung: „Die zukünftigen Märkte sind grün.“ 5
Um dieses Ziel zu erreichen, werden überall auf der Welt Programme und Modelle angeboten, die solche Projekte technisch oder finanziell unterstützen. Subventionen können demnach sowohl aus dem eigenen Land als auch aus anderen Ländern kommen. Langfristig wird erwartet, dass die Industrie profitabel genug ist, um ohne Subventionen auszukommen. 6 Auf dem Weg zu dieser Rentabilität sind heutzutage jedoch Subventionen noch unumgänglich.
Die Mannigfaltigkeit der potentiellen Fördermöglichkeiten ist wenig transparent und eine ideale Auswahl an Subventionsprogrammen bedarf einer zeitintensiven systematischen Herangehensweise.
1.1 Ziel der Arbeit
Das Ziel der Arbeit ist, regionale und überregionale Subventionsprogramme für Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien in Indien zu identifizieren und auf ihre Anwendbarkeit hin zu analysieren.
Vorraussetzung dafür ist die richtige Einordnung des Projektes in den weltweiten Kontext der Fördermaßnahmen. Deshalb soll zunächst Verständnis für die Thematik im Allgemeinen aufgebaut und im weiteren Verlauf Klarheit über den Subventionsbegriff geschaffen werden. Die Analyse der möglichen Subventionsprogramme soll auf Basis von Kriterien geschehen, die sowohl den Förderzweck als auch die Zielgruppe berücksichtigen. Abschließendes Ziel der Arbeit sind Handlungsempfehlungen zur Auswahl und Zusammenstellung von relevanten Subventionen.
4 Vgl. Jung, D. (2005): Energieverbrauch in Schwellenländern, in: Deutschlandradio. Körperschaft des
öffentlichen Rechts (Hrsg.): Umwelt und Verbraucher,
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/425324/, 14.05.2008.
5 Bin Talal, H. (2006): Die Märkte der Zukunft sind „grün“, in: Bundesumweltministerium (Hrsg.): Die
Umweltmacher. 20 Jahre BMU - Geschichte und Zukunft der Umweltpolitik, Hamburg, S. 179.
6 Vgl. O.V. (2008): German Lessons, in: The Economist (Hrsg.), Vol. 387, Issue 8574, S. 67.
3
1.2 Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in acht Teile, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden.
Einleitend wird im ersten Teil die Ausgangssituation in der heutigen Weltwirtschaft in Bezug auf die Knappheit der Rohstoffe sowie das Bevölkerungswachstum erläutert. Die Bedeutung einer nachhaltigen Nutzung der Rohstoffe besonders im Energiebereich sowie erste verpflichtende Schritte durch den Staat in Richtung erneuerbare Energien werden aufgezeigt.
Dem folgt der zweite Teil mit einer kurzen Diskussion über erneuerbare Energien im Allgemeinen und einer Vorstellung der unterschiedlichen Erneuerbare-Energie-Formen im Speziellen. Es werden vor allem Energiepflanzen am Beispiel der Ölpflanze Jatropha curcas näher beschrieben.
Der dritte Teil konzentriert sich auf das Land Indien. Aktuelle Trends, Standortfaktoren und generelle Wirtschaftsdaten stellen Indien als Wirtschaftsmacht vor. Es wird besonders auf mögliche Standortvorteile für den Anbau der Pflanze Jatropha eingegangen. Anschließend wird die Bedeutung der Jatropha-Pflanze im vierten Teil durch das Projekt cropower herausgestellt. Zunächst wird hier die Fronteris Gruppe vorgestellt und als ein Tochterunternehmen die CROPOWER AG mit ihrem Projekt cropower. Der Inhalt des Projekts sind Investitionen in ein Joint-Venture mit einem agrarwirtschaftlichen Partner in Indien mit dem Ziel, Jatropha-Plantagen anzubauen und das Pflanzenöl als Biodiesel zu verkaufen.
Im fünften Teil liegt der Fokus auf dem Thema Subventionen. Verschiedene Definitionen des Subventionsbegriffs werden sowohl erläutert als auch gegenübergestellt und als Ergebnis eine Definition für die vorliegende Arbeit herausgearbeitet. Eine Übersicht von Subventionsarten und -formen runden das Kapitel ab.
Mit generellen Kriterien für die Eignung von Subventionsprogrammen startet das sechste Kapitel. Für den Joint-Venture-Partner CROPOWER AG werden Deutschland und die Europäische Union als Geldgeber für das vorgestellte Projekt analysiert und Ergeb- nisse übersichtlich zusammengefasst.
4
Dieselben Kriterien werden im siebten Teil auf den agrarwirtschaftlichen Joint-Venture-Partner in Indien angewendet. Diesmal werden Förderungen von Indien generell sowie die Programme von drei bestimmten indischen Bundesstaaten auf ihre Relevanz überprüft und mögliche Optionen vorgestellt.
Die Arbeit schließt mit Handlungsempfehlungen für die Auswahl von Subventionsprogrammen, welche die inhaltlichen und formalen Gegebenheiten des cropower-Projekts berücksichtigen.
2 Beschreibung der Ausgangssituation
Aktuell wird in der Weltwirtschaft von einem großen Wachstums- und Industrialisierungsschub gesprochen. Jedoch ist noch nicht geklärt, in welche Richtung sich das 21. Jahrhundert entwickelt. Die eine Seite stellt sich dar mit Ergebnissen wie Wohlstand, Innovation und Verbesserung der Lebensbedingungen. Auf der anderen Seite steht jedoch die Erde mit der Grenze ihrer Belastbarkeit. Hier wären auch Ergebnisse wie negative Folgen des Klimawandels sowie Kriege um Rohstoffe denkbar. 7
Um zukünftig die heutigen Lebensbedingungen zu erhalten und zu verbessern, „(…) brauchen [wir] einen kräftigen Wachstumsschub, der die Basis einer neuen ökologischindustriellen Revolution ist“. 8
Diese neue Weltwirtschaft sieht sich mit drei globalen Trends konfrontiert: 9
- Bevölkerungswachstum und Städteflucht nehmen zu. 2025 sollen knapp 8 Milliarden Menschen auf der Erde leben, 2050 bereits 9,2 Milliarden. Entgegen diesen Trends wird die Bevölkerungszahl in den meisten so genannten „entwickelten Ländern“ sinken, der Altersdurchschnitt wird im Jahr 2030 über 65 Jahren liegen. Als weiterer globaler Trend gilt die Urbanisierung: Heute leben mehr als 50 % der Weltbevölkerung in Städten, doch bereits 2020 werden es mehr als 60 % sein.
7 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2006c): Ökologische
Industriepolitik, Berlin, S. 6.
8 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2006c), S. 6.
9 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2006c), S. 8.
5
- Der Verkehr und somit die Mobilität nehmen weiter zu. Der Luftverkehr wird bis 2020 auf das Doppelte ansteigen. Auch der Nutzung von Kraftfahrzeugen steht eine bislang unbekannte Steigerung bevor: Allein durch die Motorisierung in China und Indien wird sich der Bestand an Kraftfahrzeugen auf der Welt verdoppeln.
- Die Steigerung der Energienachfrage bringt entsprechende Folgen mit sich. Die Ausgangssituation sieht hier bedenklich aus: Aufgrund der Industrialisierung nahm die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre stark zu und als Folge erwärmte sich die Erde. Besonders ist hier der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO 2 ) zu nennen, welcher durch den großen Energieverbrauch der Industrieländer zu einem unnatürlichen Treibhauseffekt führte. Weltweit werden ca. 22 Milliarden Tonnen CO 2 zur Energiegewinnung durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen (Öl, Gas und Kohle) ausgestoßen. 10 Nicht nur der aktuelle Energieverbrauch ist sehr hoch, auch die Energienachfrage steigt stetig. Voraussagen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bestätigen eine Steigerung des Energiebedarfs bis zum Jahr 2020 um 50 %. „Die mit dem steigenden Energiebedarf verbundenen Treibhausgasemissionen bedrohen das Weltklima.“ 11
Abb. 1 veranschaulicht die Steigerung der Weltbevölkerung sowie des Weltprimärenergieverbrauchs in einem Zeitraum von 34 Jahren. Besonders die Entwicklungs- und Schwellenländer spielen hier eine besondere Rolle; China und Indien gehören schon längst zu den Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft. 12
10 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2007b): EEG - Das
Erneuerbare Energien Gesetz, Berlin, S. 16.
11 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2006c), S. 8.
12 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2006c), S. 6 f.
Abbildung 1: Entwicklung von Weltbevölkerung und Weltprimärenergieverbrauch 13
Wenn immer mehr Menschen ökonomische und soziale Bedürfnisse befriedigen wollen, gibt es einen Kampf um die zur Verfügung stehenden knappen Ressourcen. Allein der Bedarf nach Erdöl wird voraussichtlich noch 43 Jahre gedeckt werden können, dann werden auch hier die Reserven knapp. 14
„Energie ist ein entscheidender Faktor für das Wohl von Gesellschaft und Wirtschaft.“ 15 Aus diesem Grund ist eine nachhaltige Energiepolitik mit den Zielen der Versorgungssicherheit, der Wettbewerbsfähigkeit sowie des Umweltschutzes von hoher Bedeutung. 16 Diese Nachhaltigkeit wird im Brundtland-Bericht von 1987 wie folgt beschrieben: „Eine Energienutzung ist nachhaltig, wenn sie eine ausreichende und dauerhafte Verfügbarkeit von geeigneten Energieressourcen sicherstellt und zugleich die negativen Auswirkungen von Energiebereitstellung, -transport und -nutzung begrenzt.“ 17 Wie diese Politik verstanden werden soll, beschreibt ebenso eine Mitteilung der Europäischen
13 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2007a): Erneuerbare E-
nergien in Zahlen - nationale und internationale Entwicklung. Stand: November 2007. Internet-Update,
http://www.erneuerbare-energien.de/files/erneuerbare_energien/downloads/application/pdf/broschuere_
ee_zahlen.pdf, 19.03.2008, S. 43.
14 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007b), S. 18.
15 Europäische Umweltagentur (Hrsg.) (2002): Energie und Umwelt in der Europäischen Union,
http://reports.eea.europa.eu/environmental_issue_report_2002_31-sum/de/energy_low_sum_de.pdf,
22.01.2008, S. 4.
16 Vgl. Europäische Umweltagentur (2002), S. 4.
17 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2007c): Wirtschaftsförde-
rung durch erneuerbare Energien - Was bringt uns das?, Berlin, S. 12.
7
Kommission zur Einbeziehung von Umweltaspekten in die Energiepolitik der Gemeinschaft: 18
- Förderung der Energieeffizienz/Energieeinsparung, - Erhöhung der Produktion und der Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen, - Verringerung der Umweltauswirkungen der Produktion und Nutzung von Energiequellen.
Am 9. März 2007 wurde von den Staats- und Regierungschefs der EU ein Beschluss über die zukünftige Klima- und Energiepolitik gefasst. Bis 2020 wird die EU:
- ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 20 % gegenüber 1990 senken, sogar um 30 %, wenn andere Industrieländern zu vergleichbaren Maßnahmen bereit sind,
- ihren Energieverbrauch um 20 % gegenüber den Prognosen verringern, - den Anteil der erneuerbaren Energien an ihrem Energieverbrauch von heute ca. 7 % auf 20 % zu erhöhen. 19
In diesem Rahmen verpflichtete sich Deutschland, im Zeitraum von 2008-2012 die Emission von Treibhausgasen um 21 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2050 sollen die Emissionen um 80 % verringert werden. 20 Um diese Ziele zu realisieren, muss die Nutzung von erneuerbaren Energien deutlich verstärkt werden.
Dass diese nachhaltigen Ressourcen von hoher Bedeutung sind, wird auch im nächsten Abschnitt deutlich. Es werden nun die verschiedenen Erneuerbare-Energie-Formen vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf Energiepflanzen liegt. Es wird weiter erläutert, warum das Land Indien sich als Anbaugebiet von Energiepflanzen eignet, und schließlich begründet, warum das Projekt cropower der Firma CROPOWER AG ihren Schwerpunkt auf Energiepflanzen und Indien setzt.
18 Vgl. Europäische Kommission (Hrsg.) (1998): Förderung der Einbeziehung von Umweltaspekten in die
Energiepolitik der Gemeinschaft, KOM(1998) 571, http://europa.eu/scadplus/leg/de/lvb/l28071.htm, 17.
03.2008, S. 1.
19 Vgl Scott, A. (2007): EU States Agree to Cut Greenhouse Gas Emissions 20%, in: Chemical Week
(Hrsg.), Vol. 169 Issue 9, Ausgabe vom 14.03.2008, S. 8.
20 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007d), S. 15.
8
2.1 Erneuerbare Energien
Die angesprochene Nachhaltigkeit aus dem Brundtland-Bericht besagt also, dass Bedürfnisse aktueller sowie zukünftiger Generationen nicht beeinträchtigt werden dürfen, unabhängig von der wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Fragestellung. Diese Vorgaben werden durch die Nutzung von erneuerbaren Energien erfüllt. Im Folgenden werden die wichtigsten Vorteile von erneuerbaren Energien übersichtlich dargestellt: 21
- Als Erstes steht der Umweltschutzaspekt im Vordergrund, z.B. durch ihre Eigenschaft der Erneuerbarkeit und damit verbunden der Schonung der knappen vorhandenen Ressourcen. Des Weiteren stoßen im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen erneuerbare Energien weit weniger CO 2 in die Atmosphäre aus. So konnten im Jahr 2006 erneuerbare Energien in Deutschland den Ausstoß von knapp 100 Millionen Tonnen des Klimagases CO 2 vermeiden und halfen auf diese Weise Deutschland, die Kyoto-Vorgaben 22 zu erreichen. - Der nächste Punkt ist die Versorgungssicherheit. Die Anwendung von erneuerbaren Energien hilft, mehr Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu gewährleisten und so mögliche Rohstoffauseinandersetzungen zu vermeiden. - Ein weiterer Vorteil ist das „natürliche Recycling“ am Ende der Lebensdauer von erneuerbaren Energien. Im Vergleich mit atomarer Energiebereitstellung bzw. der Produktion von Kohle entstehen weder Kraftwerke mit gefährlicher Strahlung noch Kohlegruben.
- Auch die Sicherung von Arbeitsplätzen ist sehr bedeutsam. Nach Ergebnissen einer Analyse des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit „können der Branche der erneuerbaren Energien im Jahr 2006 vorläufig mindestens 214.000 inländische Arbeitsplätze zugerechnet werden. Gegenüber 2004 sind demnach rund 57.000 neue Arbeitsplätze entstanden, ein Plus von rund 36 % in nur zwei Jahren“ 23 .
21 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007a), S. 8.
22 1997 wurden auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in Kyoto Folgendes vereinbart: Die Indust-
riestaaten verpflichten sich verbindlich, ihre gemeinsamen Emissionen der sechs wichtigsten Treibhaus-gase von 2008 bis 2012 um mindestens 5 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Deutschland hat sich
innerhalb der EU dazu verpflichtet, seine Emissionen in diesem Zeitraum um 21 % zu senken. Siehe
hierzu: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2006d): Klimaschutz
lohnt sich. Das Kyoto-Protokoll umsetzen und ausbauen, Berlin, S. 16.
23 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007a), S. 24.
9
- Doch nicht nur in entwickelten Ländern bringt die Nutzung erneuerbarer Energien Vorteile. Gerade in armen Ländern kann der Zugang zu Energie einfacher erfolgen als z.B. durch ländliche Elektrifizierung.
Doch auch wenn erneuerbare Energie viele Vorteile mit sich bringt, so sind ebenso Nachteile zu beobachten, welche in einer Diskussion zu bedenken sind:
- Der schwerwiegendste Nachteil besteht in den hohen Kosten. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Nutzung von erneuerbaren Energien meist teuerer als die Nutzung herkömmlicher fossiler oder nuklearer Energie. Da die genutzte Technologie vergleichsweise jung ist und die produzierten Stückzahlen (z.B. bei Solaranlagen, siehe dazu Kapitel 2.1.1) noch gering sind, ist der Einzelpreis sehr hoch. 24
- Um erneuerbare Energien zu nutzen, müssen „Anlagen (…) in der Nähe von Zentren des Energiebedarfs gebaut werden, obwohl es u.U. viel günstigere Standorte auf der Erde gibt“ 25 .
- Ferner sind erneuerbare Energien z.T. nicht zeitlich konstant zu nutzen bzw. kann Energie aus erneuerbaren Energiequellen nicht gespeichert werden. 26
Im Jahr 2005 wurden insgesamt 479.100 Petajoule (PJ) für den Weltprimärenergieverbrauch 27 verzeichnet; dies bedeutet einen Anstieg allein im Jahr 2005 um 3 %, also 12.000 PJ mehr im Primärenergieverbrauch auf der Welt als noch 2004. Die erneuerbaren Energien konnten davon bereits 12,7 % am Gesamtverbrauch mittragen (s. Abb. 2).
24 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007d), S. 16.
25 Pelte, D. (2002): Energiespeicherung: Einführung, http://energie1.physik.uni-
heidelberg.de/vrlsg/data/kap6/einf4.htm, 19.03.08, S. 1.
26 Pelte, D. (2002), S. 1.
27 Der Primärenergieverbrauch ist der Verbrauch an primären Energieträgern, die noch keiner Umwand-
lung unterworfen wurden. Dazu zählen Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erd- und Grubengas, aber auch die
erneuerbaren Energien, Atomenergie und Abfälle, die zur Energiegewinnung verwertet werden. Der Ver-
brauch ergibt sich aus der Gewinnung dieser Energieträger im Land, den Bezügen und Lieferungen über
die Landesgrenzen und aus den erfassten Lagerbestandsveränderungen. Siehe Landesamt für Natur, Um-
welt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2007): Energieverbrauch,
http://www.lanuv.nrw.de/umweltindikatoren-nrw/index.php?liki=05#def, 19.03.2008.
Abbildung 2: Struktur des Weltprimärenergieverbrauchs im Jahr 2005 28
Die Energy Information Administration der USA prognostiziert in ihrem „Annual Energy Outlook 2008“ ein Wachstum der erneuerbaren Energien bis 2030 um 80 %. 29 Wie auch in Abb. 2 zu sehen, teilt sich der Begriff erneuerbarer Energien in Bereiche mit unterschiedlichen Energie-Potentialen auf. Diese verschiedenen Formen werden im Folgenden näher betrachtet.
2.1.1 Überblick: Erneuerbare-Energie-Formen
Durch das Zusammenspiel von Luft, Wasser, Sonne und Erde kann erneuerbare Energie gewonnen werden. Sie werden auch regenerative Energien genannt, da sie nach menschlichen Maßstäben unbegrenzt zur Verfügung stehen. Zu ihnen gehören Energien, die in so großen Mengen vorhanden sind, dass sie zeitlich unbegrenzt zur Verfügung stehen werden (wie z.B. die Sonne, welche noch viele Millionen Jahre Wärme abgeben wird). Erneuerbar sind aber auch solche Energiequellen, die zwar verbraucht, jedoch reproduzierbar sind (z.B. Anbau von Energiepflanzen). 30 Allgemein wird regenerative Energie in fünf Bereiche unterteilt, die nachstehend kurz erläutert werden.
Windenergie
Bereits seit dem Altertum wurde der Wind als Antriebsenergie genutzt, wie z.B. bei Windmühlen, die zum Mahlen von Getreide eingesetzt wurden, oder auch bei Sägemühlen. Heutzutage wird Strom aus modernen Windenergieanlagen gewonnen. Diese Stromnutzung erlebte einen gewaltigen Anstieg innerhalb der letzten Jahre. So produzierten in Deutschland installierte Windenergieanlagen im Jahr 2007 um die 40 Milliar-
28 Vgl.Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007a), S. 13.
29 Vgl. Energy Information Administration (Hrsg.) (2007): Annual Energy Outlook 2008,
http://www.eia.doe.gov/oiaf/aeo/, 09.06.2008.
30 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2008): Allgemeine Fragen zu
erneuerbaren Energien, http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/40704, 10.04.2008.
11
den Kilowattstunden Strom. Damit konnten 6,4 % des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt werden. 31
Der Anteil der Windenergie ist bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am höchsten. Gleichwohl bietet diese Form der Energiegewinnung noch weiteres Potential. Durch die Modernisierung vorhandener Windenergieanlagen („Repowering“) sollen leistungsfähigere Anlagen mehr Energie abgeben. Auch die Entwicklung der Windenergienutzung auf dem Wasser (Trend „Offshore“) kann einen großen Beitrag liefern, gerade Nord- und Ostsee bieten von den Windbedingungen her die besten Voraussetzungen. 32
Jedoch hat diese Form der Energie nicht nur Vorzüge, viele Bürger betrachten z.B. Windräder als Entstellung der Landschaft. Des Weiteren gibt es nicht viele Regionen mit genügend starker Windgeschwindigkeit, wenn von Offshore-Anlagen abgesehen wird. 33
Wasserkraft
Auch die Wasserkraft wurde bereits im Altertum eingesetzt. So wurde z.B. im alten Rom die Wasserkraft ebenfalls als Antrieb für Getreidemühlen eingesetzt. Das Mittelalter erkannte diese Energieform sehr schnell und trieb mit Wassermühlen Säge- oder Papierwerke an. Durch die Bewegungsenergie und Fallhöhe von Wasser konnte Strom hergestellt werden. Dieser Erfolgszug des Wassers begann Ende des 19. Jahrhunderts und es war in Deutschland lange Zeit die wichtigste erneuerbare Energieressource. „Im Jahr 2007 erzeugten Wasserkraftanlagen etwa 20,1 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht einem Anteil von 3,3 % am gesamten deutschen Stromverbrauch.“ 34
Wasserenergie steht rund um die Uhr zur Verfügung und bietet ebenso den Vorteil, Energie speichern zu können (z.B. durch Speicherkraftwerke in Verbindung mit Stau- 31 Vgl.Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (o.J.): Informationskampagne für Erneuerbare Energien.
Windenergie, http://www.unendlich-viel-energie.de/de/wind.html, 19.03.2008.
32 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007a), S. 8.
33 Accent (Hrsg.) (2008): Kontext: Energie heute und morgen. Was sind die Alternativen?,
http://www.atmosphere.mpg.de/enid/Nr__3_Sept__2__5_Methan/Energie/C__Erneuerbare_Energien_4rl.
html, 19.03.2008, S. 1.
34 Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (o.J.): Informationskampagne für Erneuerbare Energien.
Wasserkraft, http://www.unendlich-viel-energie.de/de/wasser.html, 19.03.2008.
12
seen). 35 Nachteile sind z.B. hohe Investitionskosten, Überstauung anderweitig nutzbarer Flächen und großen Entfernungen zwischen günstigen Standorten der Wasserkraftwerke und den Bedarfszentren. 36
Solarenergie
Bei der Nutzung von Solarenergie (auch Photovoltaik) werden direkte oder diffuse Sonnenstrahlen in Strom umgewandelt. Solche Anlagen werden auf Dächern, Fassaden oder auch freien Flächen installiert. 37 Doch nicht nur Strom ist ein Erzeugnis der Solarenergie, auch Wärme bzw. solare Kühlung ist möglich. Momentan sind in Deutschland ca. 1,5 Millionen Photovoltaik- und Solarthermieanlagen installiert, die über 2 Milliarden Kilowattstunden erzeugen. Der Anteil der Solar-Energie am gesamten deutschen Stromverbrauch beträgt 0,6 %. 38
Sonnenenergie bringt viele Vorteile mit sich: sie ist z.B. unerschöpflich und umwelt-freundlich. Auf der anderen Seite ist die Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen noch sehr teuer. Auch die Produktion von Solarzellen bedarf bereits einer Menge Energie. Diese „müssen 3-5 Jahre im Betrieb sein, bis sie die Energie erzeugt haben, die zu ihrer Produktion notwendig war.“ 39
Um Solaranlagen wirtschaftlich zu betreiben, wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz eingeführt: Hier wurde die Verpflichtung von Netzbetreibern festgesetzt, Strom aus Solaranlagen abzunehmen und diesen zu einem fixen Preis zu bezahlen. Auch Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm der Bundesregierung fördern die Installation und Nutzung der Solarenergie. 40
Geothermie
In der Erdkruste befindet sich gespeicherte Wärme und durch die Nutzung dieser Geothermie kann Strom, Wärme und Kälteenergie gewonnen werden. In Gegenden, wo die Wärme sehr nah an die Oberfläche durchdringt, wird sie schon seit langer Zeit genutzt,
35 Vgl. Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (o.J.): Informationskampagne für Erneuerbare Energien.
Wasserkraft.
36 Vgl. Verstege, A. (1998): Vor- und Nachteile der Wasserkraft, http://www.giub.uni-
bonn.de/seminare/wasser/Hausarbeiten/ws98.99/Verstege.html, 10.04.2008.
37 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007b), S. 5.
38 Vgl. Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (o.J.): Informationskampagne für Erneuerbare Energien.
Sonnenenergie, http://www.unendlich-viel-energie.de/de/sonne.html, 19.03.2008.
39 Accent (2008), S. 3.
40 Vgl. Informationskampagne für Erneuerbare Energien (o. J.): Sonnenenergie.
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beispielsweise in den USA. In Europa jedoch wird es um ca. 3 °C pro 100 Meter Tiefe wärmer. Damit Fernwärmenetze und die Gewinnung von Strom möglich sind, muss bis zu fünf km Tiefe gebohrt werden. 41
Wird so lange gebohrt, bis die hochgradigen Temperaturen erreicht sind, steht sie kostenlos und unabhängig von Witterungs-, Tages- und Jahreszeiten zur Nutzung bereit. Diesen Vorteilen gegenüber stehen hohe Rentabilitätsrisiken sowie hohe Investitionskosten. Auch die Standortwahl ist von großer Bedeutung, da dieses Verfahren von den Gesteinsformationen im Boden abhängig ist. 42 Das erste Geothermie-Kraftwerk wurde 2003 eingeweiht, 2007 kamen zwei weitere - ebenfalls in Bayern ansässige - Kraftwerke hinzu. 43
Biomasse
Da der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit auf der Erneuerbaren-Energie-Form Biomasse liegt, wird auf diesen Bereich etwas detaillierter eingegangen.
Für dieses Kapitel wird zunächst eine Definition von Biomasse vorgestellt: „Unter Biomasse versteht man (…) Stoffe organischer Herkunft, d. h. die in der Natur lebende und wachsende Materie sowie Abfallstoffe von lebenden und toten Organismen. Zur Biomasse zählen alle Pflanzen und Tiere, ihre Abfall- und Reststoffe. Hinzu kommen die bei der Verrottung oder durch bakterielle Umsetzungsprozesse organischer Substanzen entstehenden Biogase. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen erneuert sich Biomasse jährlich oder in überschaubaren Zeiträumen.“ 44
Biomasse kann sowohl stofflich als auch energetisch genutzt werden. Bei der stofflichen Verwertung sind verschiedene Industriebranchen wie z.B. die holzverarbeitende Industrie, Papier- und Textilindustrie beteiligt. Außer in der Holzindustrie wird die Menge von Biomasse nur sehr gering verwendet. 45 Die energetische Nutzung von Bio-
41 Vgl.Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (o.J.): Informationskampagne für Erneuerbare Energien.
Erdwärme, http://www.unendlich-viel-energie.de/de/erdwaerme.html, 19.03.2008.
42 Vgl. Accent (2008), S. 4.
43 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2007a), S. 9.
44 KfW Bankengruppe (Hrsg.) (2002): Perspektiven erneuerbarer Energien - Teil 3: Biomasse, in: KfW-
Research Mittelstands- und Strukturpolitik, Nr. 27, S. 15.
45 Vgl. Faulstich, M./Greiff, K. (2007): Bioenergie - Pro und Contra. Ergebnisse des SRU-Gutachtens
2007, in: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Hrsg.): Bioenergie - Nutzen und Risiken für die Umwelt,
Augsburg, S. 5.
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masse kann zu Strom, Wärme und Kraftstoff führen, da durch Umwandlungsverfahren feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe gewonnen werden (siehe dazu Abb. 3).
Abbildung 3: Verwertungswege von Biomasse 46
Biomasse bietet sehr viele Vorzüge, welche das große Potential der Nutzung von Biomasse verdeutlichen. Die wichtigsten Vorteile werden im Folgenden aufgezählt: 47
- Verminderung von klimarelevanten Treibhausgasemissionen, - Schonung fossiler Energieträger,
46 Angelehnt an: Saarland Ministerium für Umwelt (Hrsg.) (o.J.): Definition - Biomasse,
http://www.erneuerbareenergien.saarland.de/10398_10558.htm, 20.03.2008.
47 Vgl. KfW Bankengruppe (2002), S. 16.
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- Lagerung und Transport von Biomasse bergen bei Unfällen wesentlich geringere Umweltrisiken, als bei fossilen Energieträgern (z. B. undichte Erdgasleitungen oder havarierte Öltanker) und lassen sich einfacher speichern, - Vermeidung von langen Transporten, da Rohstoffe oft aus der Region stammen, - Reduzierung der Menge an ungenutzten, organischen Abfallstoffen, - Reduzierung der Entsorgungskosten für organische Abfälle, - Existenzsicherung im ländlichen Raum, - Imageverbesserung der Landwirtschaft.
Trotz der vielen Vorteile sollten auch die Nachteile berücksichtigt werden:
- Der wichtigste limitierende Faktor zur Nutzung von Biomasse stellt die Anbaufläche dar. Die Größe der nutzbaren Fläche hängt davon ab, wie viel Ackerfläche für den Nahrungsmittelanbau zukünftig benötigt wird. Außerdem müssen Richtlinien für die Sicherheit von Boden, Gewässern und der Biodiversität berücksichtigt werden und schließlich begrenzen auch politische Ziele und Fördermaßnahmen die Nutzung von Biomasse. 48
- „Dabei sind jedoch die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Biomasseproduktion in den Exportländern angemessen zu berücksichtigen. Die Produktion von importierter Biomasse kann zur Verknappung von Nahrungsmitteln, Konflikten über Flächennutzung und sogar zur Vernichtung von Primärregenwäldern führen.“ 49
- Das Potential der Biomasse für die Energiebereitstellung wird selbst bei einem Anbau von sehr effizienten Pflanzen im einstelligen Prozentbereich des gesamten Primärenergieverbrauchs bleiben. 50
Als eine mögliche Biomasseform werden im Folgenden Energiepflanzen allgemein und die Energiepflanze Jatropha Curcas im Speziellen betrachtet.
48 Vgl. Theiler, H. (2007): Effizienter und nachhaltiger Klimaschutz mit Biomasse, in: Bayerisches Lan-
desamt für Umwelt (Hrsg.): Bioenergie - Nutzen und Risiken für die Umwelt, Augsburg, S. 23.
49 Faulstich, M./Greiff, K. (2007), S. 18.
50 Vgl. Heißenhuber, A. (2006): Potenziale und Umweltwirkung einer nachhaltigen energetischen Nut-
zung von Biomasse, in: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (Hrsg.), Bioenergie - Umweltfreundli-
che Nutzung nachwachsender Rohstoffe, Augsburg, S. 4.
16
2.1.2 Vorstellung der Energiepflanze Jatropha
„Unter dem Begriff "Energiepflanzen" werden ein- oder mehrjährige Kulturen verstanden, die auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausschließlich zur energetischen Verwertung angebaut werden. Die erzeugte Biomasse kann als Festbrennstoff, als flüssiger Energieträger oder als Cosubstrat zur Biogasgewinnung eingesetzt werden.“ 51 Energiepflanzen werden nach ihren Verwertungsmöglichkeiten in drei Kategorien unterschieden: 52
- Lignocellulosepflanzen: Dazu gehören schnell wachsende Baumarten, Gräser mit hohem Biomasseaufkommen sowie Getreideganzpflanzen, können als Festbrennstoff in Feuerungs- und Vergasungsanlagen genutzt werden, - Ölpflanzen: Durch das gepresste Pflanzenöl kann Kraftstoff gewonnen werden, z.B. für Verbrennungsmotoren,
- Zucker- und Stärkepflanzen: Gewinnung von Ethanol, das ebenso als Kraftstoff in Verbrennungsmotoren dienen kann.
In Deutschland werden überwiegend Raps, Mais und weitere Getreidearten als Energiepflanzen angebaut. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die generelle Energiegewinnung aus Pflanzen noch jung und das Wissen, speziell über Energiepflanzen, noch sehr theoretisch ist. Jedoch wird erwartet, dass in kurzer Zeit neue Kulturen erforscht und auf den Markt gebracht werden. 53
Doch je mehr der Boom von Energiepflanzen sich ausweitet, sind auch Stimmen dagegen zu hören. Bei kritischer Betrachtung werden folgende Nachteile aufgeführt:
- Durch den Anbau von großflächigen Energiepflanzen-Monokulturen werde in manchen Regionen die Biodiversität deutlich zurückgehen. Falls die Nachfrage nach Bioenergie weiter stark anwächst, sei in ein paar Jahren eine negative Ver- 51 Kaltschmitt,M. et al. (2003): Energiegewinnung aus Biomasse, in: Wissenschaftlicher Beirat der Bun-
desregierung Globale Umweltveränderungen (Hrsg.): Externe Expertise für das WBGU-Hauptgutachten
2003 „Welt im Wandel: Energiewende zur Nachhaltigkeit“, Berlin/Heidelberg, S. 33.
52 Agence de l’Energie (Hrsg.) (2005): Energiepflanzen, http://www.ael.lu/cms/front_content.php?id
cat=88, 25.03.2008.
53 Vgl. Lindemann, G. (2007): Energiepflanzen - Beitrag zu Ressourcen- und Klimaschutz sowie zur
Einkommenssicherung in der Landwirtschaft, in: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Hrsg.):
Symposium Energiepflanzen 2007, Schriftenreihe „Nachwachsende Rohstoffe“, Band 31, Gelsenkirchen,
S. 16.
Arbeit zitieren:
Elena Jasper, 2008, Subventionsmöglichkeiten für erneuerbare Energie-Projekte in Indien am Beispiel der CROPOWER AG und dem Projekt cropower, München, GRIN Verlag GmbH
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