Institut für Rundfunktechnik München
Fachhochschule Südwestfalen
Abteilung Meschede
Metadaten im Fernsehproduktionskanal
und deren Austausch sowie Einbindung in Applikationen
Diplomarbeit zum Erlangen des Grades eines
Diplom-Wirtschaftsingenieurs
von
Thomas Metzger
München, 17.01.2003
Inhalt
Verzeichnis der Abkürzungen ... II
Verzeichnis der Abbildungen ... IV
1. Einleitung und Aufgabenstellung ... 1
1.1. Vorbemerkung ... 1
1.2. Situation ... 2
1.3. Zielsetzung ... 4
1.4. Aufbau der Arbeit ... 5
2. Die Fernsehproduktion ... 7
2.1. Unternehmenssicht ... 7
2.2. Produktsicht ... 10
2.3. Metadaten ... 12
3. Fernsehproduktionsprozess und Datenfluss ... 18
3.1. Allgemein ... 18
3.2. Systemanalyse ... 20
3.3. Datenanalyse ... 23
3.4. Planung ... 25
3.4.1. vorbereitende Produktionsplanung ... 26
3.4.2. Disposition ... 28
3.4.3. Produktionsauftrag ... 29
3.5. Beschaffung ... 30
3.5.1. Aufnahme ... 30
3.5.2. Ausmustern ... 31
3.5.3. Einspielen ... 32
3.6. Bearbeitung ... 34
3.6.1. Bildbearbeitung ... 34
3.6.2. Tonbearbeitung ... 37
3.6.3. Endbearbeitung ... 38
3.7. Kontrolle ... 38
3.7.1. Redaktionelle Abnahme ... 38
3.7.2. Technische Abnahme und Konsolidierung ... 39
3.8. Publikation ... 40
3.8.1. Zuweisung zur Sendung ... 40
3.8.2. Zuweisung zum Archiv ... 41
3.8.3. Sendeprotokollierung ... 42
3.8.4. Archivierung ... 43
3.9. Zusammenfassung ... 43
4. Standards zum Thema Metadaten ... 44
4.1. Stand der Entwicklungen ... 44
4.2. MXF ... 50
5. Entwicklung des Metadatenmodells ... 55
5.1. Modellierungsansatz ... 55
5.2. Durchführung ... 56
5.3. Aufbau des Datenmodells ... 61
6. Anwendungsszenarien einer WFMS – Applikation ... 76
6.1. Workflow und Geschäftsprozess ... 76
6.2. Aufbau des WFMS ... 77
6.3. Use Cases ... 83
7. Zusammenfassung und Ausblick ... 101
Literaturhinweise ... 103
Anhang ... 109
A1 Begriffsdefinition der Metadaten-Attribute ... 109
A2 Gesamtansicht IRT-Modell ... 121
1. Einleitung und Aufgabenstellung
1.1. Vorbemerkung
Nach über 50 Jahren Fernsehgeschichte in Deutschland, wenn man von den ersten Entwicklungen während der NS-Zeit einmal absieht, kann man auf eine Epoche zurückblicken, die stets durch Veränderungen gekennzeichnet war. Während die erreichbare Fernsehqualität durch technologische Neuerungen ständig zunahm, erhielt der Qualitätsbegriff darüber hinaus durch Erhöhung der Mannigfaltigkeit und des daraus resultierenden Wettbewerbs der Programmveranstalter untereinander eine neue Dimension, wodurch der Zuschauer nun aus einer breiten Palette an Angeboten wählen kann. Aus dieser Situation ergeben sich jetzt für die einzelnen Veranstalter mehrere Problemfelder. Zum einen erfordert der direkte Konkurrenzdruck eine stetig aufwändigere Produktion, um mit dem aktuell vorherrschenden Qualitätsniveau Schritt halten zu können. Den daraus resultierenden steigenden Kosten steht eine anhaltende Schrumpfung auf dem TV-Werbemarkt entgegen, allein während des ersten Halbjahres 2002 musste ein Minus von 7,2 Prozent verzeichnet werden. [ProducerWorld 2002]
Selbst für öffentlich-rechtliche Sender, die nur einen vergleichsweise geringen Teil ihrer Mittel aus Werbeeinnahmen bestreiten, haben sich die Zeiten geändert. Auch sie sind auf wirtschaftlichere Ressourcennutzung angewiesen, um ihre kostenintensiven Programme, die sich zum Teil aus dem Versorgungsauftrag ergeben, aufrechterhalten zu können, außerdem sehen sie sich seit jüngster Zeit mit einem anwachsenden Rechtfertigungsdruck hinsichtlich ihrer Existenzberechtigung und darüber hinaus mit einem stark umkämpften Zuschauermarkt konfrontiert.
Um den Herausforderungen der heutigen Zeit begegnen zu können, hat sich nach über 20 Jahren schrittweiser Digitalisierung des Produktionsumfeldes bereits ein grundsätzlicher Trend in Richtung IT-basierter TV-Produktion etabliert, die durch Speicherung des Contents in rechnerbasierten Systemen auszeichnet und sich das Programmmaterial dadurch dem Menschen einer physischen Handhabung entzieht. Einige Medien-Unternehmer betrachten diese Entwicklung noch immer mit Skepsis - ist doch die Umstellung sowohl der Produktionsanlagen als auch der Arbeitsabläufe mit erheblichen Risiken verbunden. Während man zur Zeit auf zum Großteil bilanziell abgeschriebenen Anlagen produzieren kann, für deren optimale Bedienung geschultes Personal vorhanden ist, wo sich für jedes Programmformat die Arbeitsabläufe eingespielt haben und der Produktionsalltag somit scheinbar reibungslos verläuft, stellt sich die Frage, warum plötzlich der gesamte Betrieb umgestellt werden sollte.
Dabei sind allein die Ausgaben, die für die Investition in sämtliche Produktionsanlagen notwendig sind, nicht gerade unerheblich – Ausgaben, die bei einem Scheitern des Vorhabens je nach Finanzlage des betroffenen Unternehmens fatale Folgen haben könnten. [EBU-FTP 2002, S. 1-10]
Herr Wolfgang Englmaier, seines Zeichens Mitglied des Planungsstabs des Bayerischen Rundfunks für das „Neue Sendezentrum“, ein Projekt, das eine überwiegend bandlose Fernsehproduktion zum Ziel hat, soll in diesem Zusammenhang exemplarisch auch für andere Anstalten zitiert werden: „Die noch zur Zeit verwendete Technik ist in zunehmenden Maße veraltet, daher sind neben den steigenden Reparaturkosten auch erschwerte Bedingungen der Ersatzteilbeschaffung zu befürchten. Darüber hinaus darf man sich nicht von Entwicklungen im Fernsehproduktionsbereich abkoppeln, da im Zuge der zunehmenden Konvergenz von Informationstechnologie und Fernsehproduktion sich komplett neue Rahmenbedingungen für die Herstellung und den Austausch von Medien sowohl im nationalen, als auch internationalen Kontext ergeben.“1
Aus jener Konvergenz erwachsen sich Chancen für das Fernsehgewerbe unter anderem in Form von Steigerung der Effizienz des Produktionsablaufs, die sich wiederum sowohl positiv auf die Qualität der Produkte als auch auf niedrigere Produktionskosten auswirken kann. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass die Veränderung der Produktionslandschaft hin zum bandlosen Produktionssystem erhebliche Risiken birgt. Fehlinvestitionen in proprietäre Systeme, deren mangelnde Interoperabilität ernsthafte Störungen des Sendebetriebs und Mehrkosten für Wartung und laufende Anpassungen nach sich ziehen können gilt es zu vermeiden. Daher gibt es Bestrebungen mehrerer Organisationen in diesem technologischen Neuland der Fernsehproduktion für offene Standards zu sorgen, wodurch die Gefahr, in proprietäre Systeme zu investieren, gemindert werden soll. [EBU-FTP 2002, S.11]
Dem Themengebiet Metadaten wird hierbei eine Schlüsselstellung zugeordnet, da man sich von der Standardisierung von Metadaten die Generierung von Mehrwert in jeder Phase der Produktionskette und eine effizientere Gestaltung von Workflows verspricht. Die genaue Untersuchung, wie diese Schlüsselstellung der Metadaten zu bewerten ist, welche Maßnahmen für einen offenen Standard notwendig sind und wie ein möglicher Lösungsansatz aussehen kann ist Gegenstand dieser Arbeit, die im Bereich „Produktion Fernsehen“ des Instituts für Rundfunktechnik in München in enger Zusammenarbeit mit Herrn Andreas Ebner durchgeführt wurde.
1.2. Situation
Im Hinblick auf das für die Zukunft anzunehmende Szenario einer IT-basierten Produktion des Fernsehprogramms steht die MAZ-Karte vor ihrer Ablösung. Es handelt sich hier um eine Methode zur Speicherung manuell festgehaltener deskriptiver Daten auf Basis einer Laufkarte, die zusammen mit dem Medium des zu beschreibenden Programmmaterials hergestellt, genutzt, gelagert und an andere TV-Unternehmen weitergegeben wird.
[...]
1 persönliches Interview, stattgefunden am 11.09.2002 von 9.00 bis 12.30 Uhr im Funkhaus des BR in München
Quote paper:
Thomas Metzger, 2003, Metadaten im Fernsehproduktionskanal und deren Austausch sowie Einbindung in Applikationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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