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Anhangverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland
2.1 Geschichte und Funktionsweise 1
2.2 Unsystematische Umverteilungswirkungen 2
2.3 Demographischer Wandel 4
2.4 Mortalität und Morbidität 5
3. Das Kapitaldeckungsverfahren
3.1 Funktionsweise 7
3.2 Renditen im Kapitaldeckungsverfahren 7
3.3 Kernpunkte des Reformmodells 8
3.4 Kapitaldeckung als Ergänzung 9
4. Die Umstellung auf das Kapitaldeckungsverfahren
4.1 Gegenüberstellung beider Krankenversicherungsmodelle 11
4.2 Die implizite Schuld 13
4.3 Sofortiger Übergang in das Kapitaldeckungsverfahren 14
4.4 Kontinuierlicher Übergang in das Kapitaldeckungsverfahren 16
5. Schlussbetrachtung 17
II
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Abb. 1: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Abb. 2: Kursentwicklungen ausgewählter Aktienindizes
Abb. 3: Beitrags- und Kapitalstockentwicklung bei alt. Beitragssatzprognosen
Abb. 4: Überschüsse, Defizite und Beitragssätze der GKV
Abb. 5: Individualbeiträge der PKV, gestaffelt nach dem jeweiligen Eintrittsalter
Abb. 6: Phase des Übergangs bei acht Jahren
Abb. 7: Transferbedarf im 16. Jahr
III
Ist das Umlagesystem noch zukunftsfähig?
1. Einleitung
In Deutschland werden pro Frau durchschnittlich 1,3 Kinder geboren. Dem größten Teil der Bevölkerung ist die Konsequenz dieser Zahl unbekannt. Um nämlich die aktuelle Bevölkerungszahl zu halten, müssten pro Frau 2,1 Kinder geboren werden. 1 Diese Zahl ist mittlerweile seit Jahrzehnten nicht mehr eingehalten worden, so dass die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland sinkt. Diesen Trend kann auch nicht die Zuwanderung, die traditionell höher ist als das Auswandern Deutscher, stoppen. Dies ist nicht der einzige strukturelle Wandel unserer Bevölkerung. Sie wird durch den medizinisch-technischen Fortschritt auch immer älter. Durch diese sich ändernde Struktur ergibt sich eine Vielzahl an Problemen in unseren Sozialsystemen. Bezüglich der Krankenversorgung in der BRD wird oft von einem notwendigen Systemwechsel vom Umlage- zum kapitalgedeckten System gesprochen. In dieser wissenschaftlichen Arbeit werde ich daher Ursachen, Probleme und Szenarien eines Übergangs in die Kapitaldeckung erörtern, sowie der Frage nachgehen, ob das aktuelle Umlagesystem zukunftsfähig ist.
In Kapital 2 wird bewusst sehr stark auf die Ursachen und der medizinischen Veränderungen eingegangen, da der Verfasser es bedeutsam findet, dass sich der Leser der doch starken Veränderungen unserer Gesellschaft bewusst wird.
Im dritten Teil der Seminararbeit wird das Kapitaldeckungsverfahren vorgestellt, Vor- und Nachteile ausgeleuchtet, sowie ein Teilübergang (ähnlich der Riester Rente in der Gesetzlichen Rentenversicherung) vorgestellt.
Bevor der Verfasser zu seinem Resümee kommt, wird er das Umlage- und das kapitalgedeckte System gegenüberstellen und mögliche Vollübergänge vorstellen.
2. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland
2.1 Geschichte und Funktionsweise
Die GKV wurde im Jahre 1883 gegründet und war der erste Baustein Bismarcks Sozialgesetzgebung. Fünf Jahre später folgte die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV).
1 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressestelle Wiesbaden (2002), Datenreport zu Geburten und Sterbefällen.
1
Im Jahre 1911 wurden alle die Krankenversicherung betreffenden Bestimmungen zur Reichssicherungsverordnung (RVO) zusammengefasst, welche in der Grundform bis 1988 Bestand hatte. Mit dem Gesundheitsreformgesetz (GRG) wurde 1989 die RVO durch das Sozialgesetzbuch (SGB) abgelöst, in deren fünften Buch die GKV geregelt wird. 2 In der GKV fehlt es, wie in anderen Teilen der Verteilungspolitik, an präzisen verteilungspolitischen Zielen. Sie ergeben sich meist nur implizit aus den gesetzlichen Vorschriften, welche meist mit dem Solidarausgleich umschrieben werden. Elemente des Solidarausgleichs in der BRD sind: eine vertikale Einkommensumverteilung zwischen Beziehern höherer und niedriger Einkommen, eine horizontale Einkommensumverteilung zwischen Familien, die eine unterschiedliche Anzahl an beitragsfreien Familienangehörigen besitzen, eine Einkommensumverteilung zwischen Rentnern und Erwerbstätigen und eine Umverteilung zwischen Frauen und Männern aufgrund verschiedener Krankheitskostenrisiken. 3
„Kennzeichnend für [dieses] Umlageverfahren ist die Eigenschaft, dass der Träger des Systems zu keinem Zeitpunkt (über eine geringe Liquiditätsreserve hinaus) über nennenswertes Vermögen verfügt.“ 4 Daraus folgt, unwiderruflich, dass dieses System volkswirtschaftliche Nachteile besitzt und ein geringeres Wirtschaftswachstum aufgrund der geringeren Sparquote impliziert (genaueres in Kapitel 3.1).
Es ist seit vielen Jahren abzusehen, dass dieses Umlageverfahren strukturpolitisch veraltet ist und die BRD seit längerem vor einem Finanzierungsproblem steht. Warum es zu einem Strukturproblem gekommen ist, hängt hauptsächlich mit dem demographischen Wandel und dem medizinisch-technischen Fortschritt ab, welche auf den kommenden Seiten erörtert werden.
2.2 Unsystematische Umverteilungswirkungen
Die GKV wurde im Jahre 1883 (vgl. 2.1) eingeführt, um den Beschäftigten eine Absicherung ihres Einkommens im Krankheitsfall zu gewähren, eine Art (Über)Lebensversicherung. Die Orientierung an den Beiträgen des Arbeitseinkommens war vor diesem Hintergrund sachgerecht. Heutzutage hat die Krankenversicherung (KV), durch den Sozialstaat, nicht mehr rudimentär die Aufgabe der Existenzsicherung. Daraus folgt, dass heute die Finanzierung der Krankheitskosten dominiert. Erstaunlicherweise werden
2 Vgl. Graf Schulenburg, J.-M., Greiner, W. (2000), Gesundheitsökonomik, Tübingen, S. 180.
3 Vgl. Wasem, J., Hessel, F. (2003), Die Krankenversicherung in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft, Karlsruhe, S. 3ff.
4 Breyer, F., Kapitaldeckungs- versus Umlageverfahren, S. 385.
2
aber nach wie vor die Beiträge am Einkommen bemessen. Zurzeit werden die Beiträge bis zu einer monatlichen Bemessungsgrenze von 3.450 Euro Bruttolohneinkommen erhoben, die Versicherungspflichtgrenze liegt bei 3.825 Euro (Stand: 2004). 5 Dabei sind Kinder und erwerbstätige Ehepartner beitragsfrei mitversichert. Rentner zahlen einen ermäßigten Beitrag, den Rest übernimmt die Rentenversicherung. Für Arbeitslose übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten. 6
Die Umverteilungsergebnisse, wie in Kapitel 2.1 beschrieben, werden und können nicht zielsicher realisiert werden. Warum gibt es eine Versicherungspflichtgrenze überhaupt? Hintergrund der Einführung war, dass Geringverdiener eine KV benötigten und bei Bürgern mit hohem Einkommen unterstellt wurde, dass sie sich selbst absichern können. Jedoch ist hierbei fraglich, warum die Umverteilung nur durch einen Teil der Bevölkerung (gesetzlich Versicherte) finanziert wird und warum es eine willkürliche Einkommensgrenze gibt.
An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass privat Versicherte sich nicht der Solidarität entziehen. Kinder der Privatversicherten sind nicht kostenfrei in der GKV versichert und beanspruchen somit nicht die gesellschaftliche Solidarität. Des Weiteren fangen Rentner in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ihre Kostensteigerungen im hohem Alter durch die Kapitaldeckung selbst auf. Ein weiterer Punkt ist, dass viele medizinische Versorgungsstrukturen zu großen Teilen durch höhere Verrechnungssätze der PKV finanziert werden. 7 Die Folgen der daraus resultieren zwei Klassen Gesellschaft werden hier nicht weiter behandelt.
Abschließend ist ein Beispiel für die unsystematische Umverteilung in der GKV erwähnen: „Ehepaare mit einem Alleinverdiener zahlen nur einen (Höchst-)Beitrag. Sind jedoch beide erwerbstätig, so kann im Extremfall das Doppelte an Beitragszahlung resultieren, obwohl die Summe der Einkommen nicht über dem des Einverdienerpaares liegen muss.“ 8 Zu diesen vermeintlichen Systemfehlern addieren sich heute und vor allem in der Zukunft noch schwerwiegende strukturpolitische Probleme wie der demographische Wandel.
5 Vgl. Zimmermann, A., Jankowski, M.(2004), Die interpersonelle Umverteilung in der Gesetzlichen Krankenversicherung, S. 3.
6 Vgl. ebenda.
7 Vgl. ebenda, S. 4.
8 Ebenda, S. 5.
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Arbeit zitieren:
Lukas Brinkmann, 2008, Probleme eines Übergangs auf Kapitaldeckung in der gesetzlichen Krankenversicherung, München, GRIN Verlag GmbH
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