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Inhalt
1. Hinführung zum Thema 4
1.1 Begriffe und Konzepte 4
1.2 Begriffsabgrenzung und Zusammenführung. 4
2. Das „Paradox des subjektiven Wohlbefindens“ 5
2.1 Wohlbefinden und Selbsteinschätzung 5
2.2 Wohlbefinden und Kultur. 5
2.3 Wohlbefinden und sozioökonomische Variablen 6
2.4 Wohlbefinden und objektive Personenmerkmale 6
2.5 Zusammenfassung des Phänomens 7
3. Methodische und methodologische Interpretationsansätze des Paradoxes 8
3.1 Methodische Qualität der Messungen 8
3.1.1 Soziale Erwünschtheit 8
3.1.2 Reliabilität und Validität der Erhebungen. 9
3.2 Subjektives Wohlbefinden als Produkt und als Prozess. 9
3.3 Die subjektive Wahrnehmung der Veränderung des eigenen Wohlbefindens. 10
3.4 Methodisches und methodologisches Fazit. 10
4. Selbst und Persönlichkeit: Die Erklärung des Paradoxons? 11
4.1 Charakteristiken von Selbst und Persönlichkeit. 11
4.1.1 Selbstkonzeption. 11
4.1.2 Persönlichkeitscharakteristiken. 11
4.2 Positive Illusionen 12
4.3 Evolutionäre Disposition zum Wohlbefinden 13
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5. Anpassungsmechanismen des Subjektiven Wohlbefindens. 14
5.1 Soziale und temporale Vergleichsprozesse. 14
5.2 Veränderung des Anspruchsniveaus. 15
5.3 Lebensabschnittsbedingte Zielsysteme 16
5.4 Verschiedene Bewältigungsformen. 17
5.4.1 Coping durch Sinnfindung 17
5.4.2 regressives Coping 17
5.4.3 Mikroanalystische Emotionsverarbeitung. 18
5.5 Fazit zum Paradoxon. 18
6. lntegrationsversuch des SOK-Modells. 19
7. Offene Fragen. 20
8. Quellenverzeichnis 21
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1. Hinführung zum Thema
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, das Paradoxon des subjektiven Wohlbefindens, welches darin besteht, dass viele Menschen sich auch unter objektiv ungünstigen Lebensumständen wohlfühlen, sukzessive darzulegen und aufzuklären. Die vorliegende Arbeit stellt eine Emergenz aus Ursula M. Staudingers Artikel „Viele Gründe sprechen dagegen, und trotzdem geht es vielen Menschen gut: Das Paradox des subjektiven Wohlbefindens“ sowie des Artikels „Das „Zufriedenheitsparadox“ in der Lebensqualitäts-forschung“ von Peter Herschbach dar. Demnach beziehen sich alle Zitate der Arbeit auf die Seiten 185-197 des Artikels von Ursula M. Staudinger aus der Psychologische Rundschau vom Hogrefe-Verlag Göttingen sowie die Seiten 141-150 des Artikels von Peter Herschbach aus der Psychotherapie, Psychosomatik und psychol. Medizin aus dem Jahre 2002.
1.1 Begriffe und Konzepte
Das „Zufriedenheitsparadox“ der Lebensqualitätsforschung und das „Wohlbefindensparadox“ der Sozialpsychologie sind empirische Phänomene die dem „gesunden Menschenverstand“ widersprechen. Objektiv betrachtet würde man erwarten, dass Menschen in negativen Lebensbzw. Gesundheitsumständen sich auch negativ fühlen, dass also die äußeren Faktoren sich im inneren Empfinden der Menschen entsprechend wiederspiegeln.
Da sich dies in der Realität so nicht verhält, lässt zunächst verständliche Zweifel an den aufgestellten Konzepten aufkommen und fördert im gleichen Maße das Bedürfnis nach Erklärungen welche im weiteren Verlauf der Arbeit beispielhaft aufgezeigt werden.
1.2 Begriffsabgrenzung und Zusammenführung
Die Forschung zu Lebensqualität und Wohlbefinden hat sich in weiten Teilen parallel undunabhängig voneinander entwickelt. Es finden sich jedoch Ansätze zur Integration dieser beiden inhaltlich eng verwandten Forschungstraditionen. Bevor wir auf Möglichkeiten und Probleme der Diagnostik von Lebensqualität und Wohlbefinden näher eingehen werden, sollen zunächst wesentliche Begriffe und Konzepte der Lebensqualitäts- und Wohlbefindens-Forschung umrissen werden.
Zunächst fällt in der zeitgenössischen Literatur eine große Begriffsvielfalt auf. So wird der Begriff „subjektives Wohlbefinden“ synonym verwandt mit den Begriffen Lebensqualität, Lebenszufriedenheit oder auch Glück. Waren früher vor allem soziale und ökonomische Aspekte wie beispielsweise das Einkommen und die materielle Sicherheit Indikatoren der
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Lebensqualität, werden in jüngerer Zeit im Mittelpunkt der Betrachtung stets auch subjektive Indikatoren der Lebensqualität berücksichtigt.
Konzeptuell wohnen also allen Begriffs-Konstrukten subjektive Selbsteinschätzungen des Befindens einer Person inne. Es werden zwar konzeptionelle Unterschiede zwischen Lebensqualität, Lebenszufriedenheit, subjektivem Wohlbefinden und Glück diskutiert, etwa im Hinblick auf die verschiedenen psychologischen Ebenen Kognition, Emotion und Verhalten. Für die in dieser Arbeit diskutierten (Paradoxon-)Phänomene können die Konzepte jedoch weitgehend synonym betrachtet werden. Sie werden im Folgenden demnach als „subjektives Wohlbefinden“ (SWB) beschrieben.
2. Das „Paradox des subjektiven Wohlbefindens“
Vom „Paradox des subjektiven Wohlbefindens“ spricht man, wenn sich widrige Arbeits- und Lebensbedingungen nicht auf das subjektive Wohlbefinden auswirken, sondern die betreffende Person sich selbst und ihre Situation positiv beurteilt. Das Paradox wird seit Jahren in der Psychologie, Medizin und Gerontologie, jüngst auch in der Ökonomie beobachtet. Verschiedene Ansätze, vorwiegend aus der Psychologie, liefern Erklärungen für das Paradox. So werden im Folgenden Methodenartefakte, Persönlichkeitseigenschaften und Selbstregulationsmechanismen herangezogen werden, um sich dem Phänomen stückweise zu nähern.
2.1 Wohlbefinden und Selbsteinschätzung
Befragt man Probanden, wie hoch der Prozentsatz aller Personen sei, die sich selbst positives subjektives Wohlbefinden attestieren würden, also einen Wert, der auf einer 11-Punkte Skala über dem Wert 5 liegt, so liegen die Antworten zwischen 48 und 56%. Fragt man jedoch verschiedenste Personen direkt nach ihrem SWB, so zeigen die empirischen Befunde, dass zwischen 82 und 84% der Befragten angeben, dass ihr Wohlbefinden im positiven Bereich liegt. Der Befund ist ein erster Hinweis auf einen der sozial-kognitiven Mechanismen, die zur Regulation subjektiven Wohlbefindens beitragen. Es ist die vielen Menschen inne wohnende Tendenz, sich selbst besser einzuschätzen als andere.
2.2 Wohlbefinden und Kultur
Wie sieht nun aber das empirische Ergebnis im Einzelnen aus, wenn Personen kulturübergreifend um die Beurteilung ihres eigenen Wohlbefindens gebeten werden. In einer
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WHO-Umfrage wird die gesamte Lebenssituation unter Berücksichtigung der kulturellen Besonderheiten in den Mittelpunkt gestellt. Es zeigt sich, dass der empirische Mittelwert des SWB über 43 Nationen hinweg bei 6.33 und nicht beim theoretischen Mittel der Skala von 5 liegt oder gar darunter. Ein Prozentsatz von 86% der Länder liegt über dem theoretischen Mittel. Es lagen nur Länder unter dem Mittelwert der Skala, in welchen existentielle Grundanforderungen der Ernährung und der körperlichen Sicherheit nicht gewährleistet waren. Das empirische Mittel des berichteten Wohlbefindens liegt also im moderat positiven Bereich.
2.3 Wohlbefinden und sozioökonomische Variablen
In vielen Studien wurde immer wieder demonstriert, dass Menschen verschiedener sozialer Schicht, verschiedener Einkommenslage und Ausbildung, verschiedenen Alters, Geschlechts, und mit gesundheitlichen Einschränkungen, Wohlbefindenswerte berichten, die über dem theoretischen Mittel der jeweiligen Skala, also im moderat positiven Bereich liegen. Analysiert man etwa den Effekt objektiver Kontextbedingungen, wie des Einkommensniveaus, auf das subjektive Wohlbefinden so ergibt sich in Deutschland nach statistischer Kontrolle von Persönlichkeitscharakteristiken ein Zusammenhang von 0%. Dieser Befund wurde mit verschiedenen heterogenen Stichproben und verschiedenen objektiven Indikatoren (z. B. Geschlecht, Ausbildungsniveau) repliziert. Zweifellos ist Einkommen zentral für die Deckung existentieller Grundbedürfnisse und insofern ist hier auch ein positiver Zusammenhang zu erwarten. Allerdings spielt in Ländern, in denen diese Bedürfnisse gesichert sind, Einkommen in der Genese des Wohlbefindens keine zentrale Rolle. Es ist also festzuhalten, dass nur geringe Korrelationen mit Variablen wie Geschlecht, Einkommen oder Bildung bestehen und dass insgesamt nicht mehr als 10-15% der Varianz des „subjektives Wohlbefinden“ durch sozioökonomische Variablen aufgeklärt werden können. Was die Variable Geschlecht betrifft, so treten sogar nur Korrelationskoeffizienten von 0,04 und 0,00 also weniger als 1% Varianzunterschied auf.
2.4 Wohlbefinden und objektive Personenmerkmale
Das Wohlbefindensparadox zeigt sich beispielsweise auch im Hinblick auf das Lebensalter. Besonders das höhere Lebensalter gilt als krisenbehaftete Phase, da es mit verschiedenen Krankheiten, Pflegebedürftigkeit und einer wachsenden Zahl von Verlusten z.B. im Bereich sozialer Kontakte einhergeht. Das müsste bedeuten, dass ältere Menschen mit ihrem Leben generell unzufriedener sind als jüngere. Dies ist jedoch nicht der Fall. Mehrere Alters-Studien
Arbeit zitieren:
Dipl. Ing. Thomas Thein, 2008, Das Paradoxon des subjektiven Wohlbefinden, München, GRIN Verlag GmbH
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