Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Seminararbeit
Internationale Verschuldung und Entschuldung
Wintersemester 2002/ 2003
Rene Künnen
Abkürzungsverzeichnis:
bzw.- beziehungsweise
CSOTF- Civil Society Task Force
d.h.- daher
G7- Die sieben führenden Industriestaaten
HIPC- Heavily indebted poor countries
IWF/ IMF- Internationaler Währungsfonds
mögl.- möglich
NPO- Neue Politische Ökonomie
OECD- Economic Cooperation and Development
OPEC- Organization of the Petroleum Exporting Countries
PAF- Poverty Action Fund
PEAP- Poverty Eradication Action Plan
PRSP- Poverty reduction strategy paper
UDN- Uganda Debt Network
z.B.- zum Beispiel
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung ( politische Ökonomie)
2. Grunde für die Verschuldung
2.1. Ist Verschuldung ein Problem?
2.2. Externe Aspekte
2.3. Interne Aspekte
3. Reformen innerhalb des Landes als Lösungsansatz
4. Entstehungsgrunde und Aufgaben des IWF - Internationaler Währungsfonds- und der Weltbank
5. Kritik am IWF aus Sicht der Neuen politischen Ökonomie
6. Projekte zur Verbesserung der Situation von HIPCs
6.1. Pariser Club - Einführung zur HIPC Initiative
6.2. HIPC Initiative
6.3. Enhanced HIPC Initiative (HIPC II Initiative)
7. Grunde fur den Schuldenerlaß/ Umschuldung aus der Perspektive der Geberlander (IWF) im Hinblick auf die Neue politische Ökonomie
8. Fallbeispiel: Uganda
9. Schlußfolgerung
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung ( politische Ökonomie)
2. Gründe für die Verschuldung
2.1. Ist Verschuldung ein Problem?
2.2. Externe Aspekte
2.3. Interne Aspekte
3. Reformen innerhalb des Landes als Lösungsansatz
4. Entstehungsgründe und Aufgaben des IWF - Internationaler Währungsfonds- und der Weltbank
5. Kritik am IWF aus Sicht der Neuen politischen Ökonomie
6. Projekte zur Verbesserung der Situation von HIPCs
6.1. Pariser Club ⇒ Hinführung zur HIPC Initiative
6.2. HIPC Initiative
6.3. Enhanced HIPC Initiative (HIPC II Initiative)
7. Gründe für den Schuldenerlaß/ Umschuldung aus der Perspektive der Geberländer (IWF) im Hinblick auf die Neue politische Ökonomie
8. Fallbeispiel: Uganda
9. Schlußfolgerung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen internationaler Verschuldung von Entwicklungsländern sowie die Lösungsansätze durch internationale Institutionen wie den IWF und die Weltbank, wobei insbesondere die Perspektive der Neuen Politischen Ökonomie zur Analyse von Handlungsweisen der beteiligten Akteure herangezogen wird.
- Analyse interner und externer Ursachen der Verschuldung in Entwicklungsländern.
- Untersuchung der Rolle und Wirkungsweise des IWF sowie der Weltbank.
- Kritische Betrachtung von Entschuldungsinitiativen wie dem Pariser Club und der HIPC-Initiative.
- Anwendung ökonomischer Theorien zur Erklärung politischen Handelns der Geberländer.
- Fallstudie Uganda als Beispiel für erfolgreiche Ansätze zur Armutsbekämpfung.
Auszug aus dem Buch
2.2.4 Die Rolle der Banken
Zwischen 1970 und 1982 haben die Banken über die Ölpreiserhöhungen aus den OPEC Staaten hohe Devisenzuflüsse verzeichnet, die sie aus dem Motiv der Erhöhung der Marktmacht möglichst rentabel anlegen wollten. Auf Grund der hohen Kreditnachfrage und den Gewinnaussichten aus den hohen Rohstoffreserven der Entwicklungsländer, sowie der Nachfrage nach Krediten dererseits, ergab sich eine scheinbar lukrative Anlagemöglichkeit (Petrodollar). Die zumeist hohen Risiken aus diesen Anlagen gaben sie, hinsichtlich möglicher Realzinsschwankungen, über variable Zinssätze der Kredite an die Empfängerländer ab (roll- over Kredite), außerdem wogen sich die Kreditgeberbanken in Sicherheit, da es im internationalen Interesse (der westlichen Staaten) lag, die Entwicklungsländer zu unterstützen und ihnen in schwieriger Lage beizustehen („bail out“). Zudem gaben die Konsortialführerbanken über ihre, im nachhinein großzügigen Kreditvergabeprüfungen, Entwarnung vor unerwarteten Rückzahlungsschwierigkeiten. Diese Argumente veranlaßten die Banken sogar zu einer Kreditvergabe, die vom Volumen her doppelt so hoch war wie die Devisenzuflüsse der OPEC Staaten. Doch die zweite Ölkrise, die Polenkrise (Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage) und der Falklandkrieg (Negative Auswirkung auf Argentiniens Schuldendienstfähigkeit) führten schließlich zur rapiden Verschlechterung der Situation der Entwicklungsländer. Die Banken untersagten Neukredite und waren bereit zu Umschuldungsmaßnahmen. Zwar war der Zinssatz geringer, die Kreditrückzahlungsverbindlichkeiten bestanden aber weiterhin (z.B. Brady Bonds ab 1990).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung ( politische Ökonomie): Hinführung zur Thematik durch die Betrachtung der politischen Ökonomie und der Entstehungsgeschichte staatlichen Handelns.
2. Gründe für die Verschuldung: Analyse der externen (Ölkrisen, Rohstoffpreise) und internen Faktoren (Fehlinvestitionen, Kapitalflucht), die zur Verschuldung führen.
3. Reformen innerhalb des Landes als Lösungsansatz: Darstellung notwendiger innenpolitischer Reformschritte zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit.
4. Entstehungsgründe und Aufgaben des IWF - Internationaler Währungsfonds- und der Weltbank: Vorstellung der Institutionen, ihrer Ziele bei der Stützung von Schuldnerländern und ihrer Struktur.
5. Kritik am IWF aus Sicht der Neuen politischen Ökonomie: Erörterung struktureller Probleme, mangelnder Transparenz und der Interessen der dort agierenden Bürokraten.
6. Projekte zur Verbesserung der Situation von HIPCs: Übersicht über Entschuldungsmechanismen, insbesondere den Pariser Club und die HIPC-Initiativen.
7. Gründe für den Schuldenerlaß/ Umschuldung aus der Perspektive der Geberländer (IWF) im Hinblick auf die Neue politische Ökonomie: Analyse der rationalen Motive der Geberländer für Schuldenerlasse unter Berücksichtigung politischer Interessen.
8. Fallbeispiel: Uganda: Konkrete Anwendung der HIPC-II-Kriterien und Bewertung der Erfolge durch PRSP-Reformen in Uganda.
9. Schlußfolgerung: Fazit über die Notwendigkeit transparenter Entschuldungsprozesse und der Berücksichtigung des Wohls der Bevölkerung.
Schlüsselwörter
Internationale Verschuldung, Entschuldung, IWF, Weltbank, HIPC-Initiative, Neue Politische Ökonomie, Entwicklungsländer, Pariser Club, Schuldenerlass, Strukturanpassung, Uganda, Armutsbekämpfung, Kapitalflucht, Wirtschaftspolitik, Globale Finanzmärkte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Auswirkungen der internationalen Verschuldung von Entwicklungsländern sowie die Rolle internationaler Institutionen wie IWF und Weltbank bei der Bewältigung dieser Krise.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen der Verschuldung, den Entschuldungsstrategien, der Kritik an internationalen Finanzorganisationen und dem Zusammenhang zwischen politischem Eigeninteresse und wirtschaftlicher Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Verschuldung entsteht, welche Rolle politökonomische Faktoren dabei spielen und wie durch gezielte Reformen und Entschuldungsinitiativen eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyseinstrumente der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ), um das Handeln von Staaten, Institutionen und Bürokraten hinsichtlich Nutzenmaximierung und politischer Anreize zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen (extern/intern), die Rolle des IWF, Kritikpunkte, spezifische Projekte wie die HIPC-Initiativen sowie die praktische Anwendung anhand des Fallbeispiels Uganda.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind internationale Verschuldung, IWF, HIPC-Initiative, Neue Politische Ökonomie, Strukturanpassungsprogramme und Armutsbekämpfung.
Welche Rolle spielt das Fallbeispiel Uganda?
Uganda dient als Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der HIPC-II-Initiative, bei der durch ein PRSP-Programm eine engere Einbindung der Bevölkerung und zielgerichtete Reformen in Infrastruktur und Bildung realisiert wurden.
Warum kritisieren die Autoren die Handlungsweise des IWF?
Die Kritik basiert primär auf mangelnder Transparenz, dem übermäßigen Einfluss quotenstarker Mitgliedsländer und der Gefahr, dass internationale Bürokraten ihre eigenen Interessen über die tatsächlichen Erfordernisse der Schuldnerländer stellen.
- Quote paper
- Rene Künnen (Author), 2002, Internationale Verschuldung und Entschuldung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11970