Inhaltsverzeichnis
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1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Zielstellung 3
1.3 Terminologische Hinweise 3
2 Das Cochlea Implantat und seine Stellung in der Hörbehindertenpädagogik 4
2.1 Begriffsbestimmung: Was ist ein Cochlea Implantat 4
2.2 Bestandteile und Funktionsweise eines Cochlea Implantats 5
2.3 Indikationen für und gegen eine Cochlea Implantation 7
2.4 Historische Entwicklung des Cochlea Implantats 8
2.5 CI-Träger im Bildungswesen für Hörgeschädigte in Deutschland 10
3 Die Bedeutung von Zeitschriften für den fachwissenschaftlichen Diskurs 11
4 Das Cochlea Implantat in der hörbehindertenpädagogischen Fachpresse
der DDR 14
5 Methodisches Vorgehen 16
5.1 Auswahl und Ausschluss von Fachzeitschriften 16
5.1.1 Ausgewählte Zeitschriften 16
5.1.2 Nicht berücksichtigte Zeitschriften 18
5.2 Zeitrahmen 20
5.3 Datenerhebung 20
6 Quantitative Auswertung 22
6.1 Ergebnisse des ersten Untersuchungsgangs: Publikationshäufigkeit 22
6.1.1 Untersuchte Zeitschriften 22
6.1.1.1 Hörgeschädigtenpädagogik 22
6.1.1.2 hörgeschädigte kinder 23
6.1.1.3 Sprache - Stimme - Gehör 24
6.1.1.4 Das Zeichen 25
6.1.1.5 Forum 26
6.1.1.6 Spektrum Hören 27
6.1.2 Zusammenschau 29
6.2 Ergebnisse des zweiten Untersuchungsgangs 30
6.2.1 Vorbemerkungen 30
6.2.2 Datenblätter 33
7 Qualitative Analyse 39
7.1 Darstellung des Cochlea Implantats in den Zeitschriften 40
7.1.1 Hörgeschädigtenpädagogik 40
7.1.2 hörgeschädigte kinder 47
7.1.3 Sprache, Stimme, Gehör 56
7.1.4 Das Zeichen 62
7.1.5 Forum 71
7.1.6 Spektrum Hören 76
7.2 Ausgewählte inhaltliche Schwerpunkte 83
8 Zusammenfassung und Bewertung 91
Literatur 94
1 Einleitung
Kaum ein Thema ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten in der Hörgeschädigtenpädagogik so angeregt diskutiert worden wie das Cochlea Implantat. Diese zunächst rein medizinisch-technische Innovation stellte neben Hals-Nasen-Ohrenärzten und Audiologen nicht zuletzt auch Pädagogen vor neue Herausforderungen. Besonders für die Schwerhörigenpädagogik begann mit dem Besuch von Kindern mit Cochlea Implantaten an Hörgeschädigtenschulen eine neue Ära, denn wie CLAUßEN (1991, S. 125) anmerkt, diente die Versorgung mit CIs zunächst dazu „aus gehörlosen Kindern schwerhörige zu machen, die bei der Entwicklung ihrer kommunikativen Möglichkeiten vorwiegend auditiv ausgerichtet sind.“ An Bildungseinrichtungen für Schwerhörige finden sich folglich gegenwärtig auch mehr als doppelt so viele Schüler mit CI wie an Bildungseinrichtungen für Gehörlose (vgl. GROßE 2003, S. 75). Dies erscheint schlüssig, da Kinder mit Cochlea Implantaten in der Regel über ähnliche Förderbedürfnisse verfügen wie schwerhörige Kinder und folglich auch nach den gleichen Methoden gefördert werden (BRAND 1998, S. 100).
Der Stellenwert des Cochlea Implantats und speziell seine Auswirkungen auf die Hörgeschädigtenpädagogik stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Diese sollen anhand einer Analyse fachlich relevanter Zeitschriften ermittelt werden. Im ersten Teil der Arbeit (Kap. 1-5) wird eine Einführung zum Cochlea Implantat gegeben, das methodische Vorgehen der Untersuchung erläutert sowie die Bedeutung von Fachzeitschriften für die Wissenschaft diskutiert. Außerdem beschäftigt sich ein Exkurs mit der Rolle des CIs in den hörgeschädigtenpädagogischen Fachzeitschriften der DDR. Im zweiten Teil (Kap. 6-8) werden die Ergebnisse der Auswertung von sechs hörbehindertenpädagogisch relevanten Fachzeitschriften der BRD systematisch vorgestellt und erläutert. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und bewertet.
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1.1 Problemstellung
Immer wieder stehen Eltern mit einem hörgeschädigten Säugling oder Kleinkind vor der Entscheidung für oder gegen eine Cochlea Implantation ihres Kindes. In diesem Zusammenhang leisten Ärzte, Logopäden, Hörgerätetechniker und multidisziplinär besetzte CI-Zentren wichtige Beratungsarbeit. Dabei sollte gerade auch die pädagogische Perspektive, die besonders für die postoperative Nachsorgephase, den Rehabilitationsprozess und die gesamte weitere Erziehungszeit von hoher Bedeutung ist, nicht vernachlässigt werden. Diese Arbeit soll dazu beitragen, besonders den pädagogischen Blickwinkel auf dieses medizinisch-technische Hilfsmittel in den vergangenen zwanzig Jahren nachzuzeichnen. Dazu wurde der Zeitraum von 1986 bis 2005 in sechs hörgeschädigtenpädagogisch relevanten Fachzeitschriften nach Beiträgen durchsucht, die sich im engeren und weiteren Sinne mit dem Thema Cochlea Implantat beschäftigen. Folgende zentrale Fragen waren dabei ausschlaggebend:
• In welchem Zeitraum war die Publikationsdichte zum Thema CI am höchsten und warum?
• Wie hat sich die Haltung zum CI entwickelt, wie ist sie gegenwärtig zu beschreiben und welche Ursachen liegen diesen Positionen zugrunde?
• Welchen Stellenwert nimmt das Thema CI zu welcher Zeit in den hörgeschädigtenpädagogischen Fachzeitschriften ein und welche inhaltlichen Schwerpunkte sind dabei besonders bedeutsam?
• Welche Auswirkungen hatte das Cochlea Implantat auf die Hörbehindertenpädagogik und wie sind diese in den Zeitschriften dargestellt? Das Spannungsfeld, in dem sich Kinder mit CI seit seiner Einführung befinden ist bereits vielfach dargestellt worden. Eine zusammenfassende Darstellung, die vorwiegend Fachzeitschriften mit hörbehindertenpädagogischem Bezug in den Fokus nimmt, ist jedoch deshalb besonders wichtig, da gerade Fachzeitschriften ein wichtiges Forum für Meinungsaustausch und Diskussion darstellen. In Monographien wird normalerweise nur die Sichtweise eines Verfassers publiziert, wohingegen in Zeitschriften viele Autoren zu Wort kommen.
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Gerade für Pädagogen im Umfeld von Schule und Unterricht ist es hilfreich, den Entwicklungsprozess der Diskussion um das Cochlea Implantat zu kennen, um selbst Stellung beziehen zu können und sinnvolle Konsequenzen für das eigene pädagogische Handeln abzuleiten.
1.2 Zielstellung
Erklärtes Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Cochlea Implantats für die Hörgeschädigtenpädagogik in Deutschland anhand des Stellenwerts, den dieses Thema in den hörbehindertenpädagogisch relevanten Fachzeitschriften einnimmt, zu untersuchen. Das vergleichsweise junge Themenfeld des Cochlea Implantats wird dabei aus einer historischen Perspektive von den Anfängen der Implantationen in Deutschland Mitte der 1980er Jahre bis zu den aktuellen Diskussionen im Jahr 2005 beleuchtet. Dabei wurde sowohl quantitativ als auch qualitativ gearbeitet.
Darüber hinaus soll die Entwicklung der Diskussion um dieses Thema beleuchtet werden, indem auf die unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen, die in den einzelnen Zeitschriften postuliert wurden, eingegangen wird. Die Analyse der Zeitschriften und der darin veröffentlichten Beiträge soll letztlich dazu dienen, Antworten auf die in der Problemstellung genannten Fragen zu finden.
1.3 Terminologische Anmerkungen
In der Fülle an wissenschaftlicher Literatur zum Thema Cochlea Implantat trifft man auf die unterschiedlichsten Schreibweisen eben dieses Begriffs. Im englischsprachigen Raum existiert die einheitliche Schreibweise ‚Cochlear Implant’. Darauf aufbauend hat sich im deutschsprachigen Raum zeitweilig die Bezeichnung ‚Cochlear Implantat’ etabliert. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, da der lateinische Begriff cochlear dem deutschen Begriff Löffel entspricht. Dieser wiederum steht jedoch in keinem Zusammenhang zur Hörschnecke, die im deutschsprachigen Raum auch ausdrücklich als ‚Cochlea’
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bezeichnet wird. Die englischsprachige Bezeichnung ‚Cochlear Implant’ wird jedoch auch sehr häufig in deutschsprachigen Publikationen verwendet (siehe z.B. LEONHARDT 1997). In den ersten Jahren finden sich darüber hinaus die Bezeichnungen Innenohr-Implantat oder aber auch Kochleaimplantat (siehe LÖWE, 1986, S. 122). Alle aufgeführten Schreibvarianten existieren sowohl in zusammen geschriebener und getrennter Schreibweise, mit und ohne Bindestrich.
Diese Hinweise sind deshalb bedeutsam, da sich in dieser Arbeit fast jede der erwähnten Schreibweisen findet, weil sie von vielen Autoren unterschiedlich verwendet werden. Jeder dieser Begriff bezeichnet jedoch dasselbe Instrument. Die Schreibweise des Cochlea Implantats wurde in Zitaten und Literaturangaben immer wie im Original belassen.
In dem vom Autor selbst verfassten Teil der Arbeit wird ausschließlich der Begriff ‚Cochlea Implantat’ verwendet, da dieser für den deutschsprachigen Raum adäquat erscheint. Die gängige und allgemein anerkannte Abkürzung CI wird ebenso verwendet.
Synonym zu den auch im Titel der Arbeit verwendeten Begriffen ,hörbehindertenpädagogisch’ bzw. ,Hörbehindertenpädagogik’ werden in dieser Arbeit die Begriffe ,hörgeschädigtenpädagogisch’ bzw.
,Hörgeschädigtenpädagogik’ verwendet.
2 Das Cochlea Implantat und seine Stellung in der Hörbehindertenpä dagogik
2.1 Begriffsbestimmung: Was ist ein Cochlea Implantat
Der Name Cochlea Implantat bezeichnet eine elektrische Hörprothese, die das Innenohr künstlich zu ersetzen versucht. Es ist eine medizintechnische Hörhilfe für Personen mit schwerer bis hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit bzw. Taubheit. Bei dieser Art des Hörverlustes können Hörgeräte nur bedingt helfen, weil sie Schalleindrücke verstärken, die funktionell
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ausgefallene Hörschnecke diese Informationen jedoch nicht verarbeiten und weitergeben kann. Ein Cochlea Implantat umgeht den nicht funktionierenden Teil der Cochlea und liefert Schallsignale durch einen operativ ins Innenohr eingesetzten Elektrodenträger direkt an den Hörnerv. Es stellt die bislang einzige Möglichkeit dar, bei ausgefallenem Innenohr „auditive Sensationen, also Hörempfindungen und Sprachverstehen zu ermöglichen“ (MÜLLER-DEILE 2004, S. 158).
Cochlea Implantate ersetzen die Funktion des Cortischen Organs (LEON-HARDT 1997, S.12) und stimulieren die Sinneszellen in der Cochlea auf elektronischem Weg. Sie werden sowohl bei kongenital gehörlosen Säuglingen und Kleinkindern als auch bei prä- oder postlingual ertaubten Kinder und Erwachsenen erfolgreich eingesetzt.
2.2 Bestandteile und Funktionsweise eines Cochlea Implantats
Aufgrund der Komplexität seines Aufbaus wird in der Literatur immer wieder auch von Cochlea Implantat Systemen gesprochen. Im Folgenden werden Aufbau und Funktionsweise eines Cochlea Implantat Systems des österreichischen Herstellers MED-EL beschrieben. Der Aufbau von Systemen konkurrierender Hersteller wie z.B. Cochlear (Nucleus) oder Advanced Bionics (Clarion) unterscheidet sich geringfügig, ist aber vom Grundprinzip identisch. Deshalb kann die folgende Beschreibung exemplarisch für alle gängigen Cochlea Implantat Systeme gelten. Ein Cochlea Implantat System besteht aus zwei Hauptteilen: 1. Das Implantat
Es wird operativ unter die Haut platziert und besteht aus einem Elektronikgehäuse, einem Elektrodenträger und einer Referenzelektrode. Der Elektrodenträger wird bei der Operation in die Cochlea eingeführt.
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Abb. 1: Implantierbarer Teil des Cochlea Implantat Systems
Quelle: Fa. MED-EL
(http://www.medel.com/LANG/GER/10_Understanding_CI/20_Understanding_the_CI/040_u
nderstanding_ci.asp)
2. Der Sprachprozessor
Er wird ähnlich wie ein HdO-Hörgerät hinter dem Ohr getragen und besteht aus einer Prozessoreinheit (mit Mikrofon, Lautstärke- und Empfindlichkeitsregler), einem Batterieteil und einer Spule mit Kabel. Die Spule wird über einen Magneten mit dem implantierten Teil des CIs verbunden.
Abb. 2: Externer Teil des Cochlea Implantat-Systems
Quelle: Fa. Med-El
(http://www.medel.com/LANG/GER/10_Understanding_CI/20_Understanding_the_CI/040_u
nderstanding_ci.asp)
Cochlea Implantat Systeme wandeln Schall in elektrische Pulse um. Diese elektrischen Pulse stimulieren den Hörnerv, und das Gehirn interpretiert sie als akustisches Ereignis. Da das Gehirn Schallinformationen sehr schnell erhält, hört man das Schallereignis zum Zeitpunkt, zu dem es auftritt. Die Schallwellen werden vom Mikrofon des Sprachprozessors aufgenommen und in elektrische Signale umgewandelt.
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Abb. 3: Schemaskizze eines implantierten CI-Systems
Quelle: Fa. MED-EL
(http://www.medel.com/LANG/GER/10_Understanding_CI/20_Understanding_the_CI/050_h
ow_ci_works.asp#)
Der Sprachprozessor analysiert die über das Mikrofon empfangenen Schallschwingungen und wandelt sie in ein spezielles elektrisches Pulsmuster um. Dieses Pulsmuster wird zur Spule und anschließend durch die Haut zum Implantat geleitet. Das Implantat entschlüsselt das Pulsmuster und leitet es an die Elektroden in der Cochlea weiter. Die Elektroden stimulieren daraufhin die Sinneszellen der Cochlea.
Der Hörnerv empfängt das Signal und schickt es an das Hörzentrum im Gehirn. Das Gehirn erkennt das Signal schließlich als akustisches Ereignis (Geräusch, Sprache).
2.3 Indikationen für und gegen eine Cochlea-Implantation Grundsätzlich kommt eine Cochlea-Implantation immer dann in Frage, wenn eine beidseitige Innenohrtaubheit vorliegt und der Hörnerv und das zentrale Gehörsystem funktionsfähig sind (LENARZ 1998, S. 15). SZAGUN (2001, S. 65) hält das CI in diesem Fall gar für die bestmögliche Hilfe, da selbst mit hochverstärkenden Hörgeräten für diese Personen kein Wortverständnis
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mehr erzielt werden könnte. Inzwischen wird empfohlen, die Versorgung mit einem CI möglichst innerhalb der ersten beiden Lebensjahre, spätestens jedoch bis zum dritten Lebensjahr vorzunehmen. Kontraindikationen:
LENARZ (1998, S. 104) verweist in seiner Publikation auf eine Reihe von Bedingungen, unter denen keine Implantation vorgenommen werden sollte. Zu diesen Kontraindikationen gehören vor allem: „- Verwertbares Hörvermögen mit konventionellen Hörgeräten
- Neuronale Taubheit
- Schwere intellektuelle Defizite
- Schwere Innenohrmissbildungen
- Mittelohraffektionen
- Alter über 8 Jahre bei kongenitaler/prälingualer Taubheit
- Fehlende Rehabilitationsfähigkeit oder Einrichtung für eine postoperative Rehabilitation“
Bis etwa Mitte der neunziger Jahre wurden Kinder mit vorhandenen Hörresten grundsätzlich nicht mit einem CI versorgt. Inzwischen hat sich allerdings die Auffassung durchgesetzt, dass auch bei Innenohrschwerhörigen mit Restgehör eine CI-Versorgung die möglichen Erfolge von Hörgeräten bei der Sprachentwicklung übertrifft (GÜNTHER 2002a, S. 8). Obwohl diese Auflistung nach wie vor grundsätzliche Gültigkeit hat, werden auch einige andere der hier aufgeführten Kontraindikationen inzwischen neu diskutiert. Darauf wird im Verlauf dieser Arbeit noch genauer eingegangen.
2.4 Historische Entwicklung des Cochlea Implantats
„Die Geschichte des Cochlea Implantats beginnt mit dem Bemühen, das funktionell ausgefallene Innenohr durch elektrische Impulse zu ersetzen“ (LEHNHARDT 1997, S. 19). Die ersten, die dies über eine implantierte Drahtspule versuchten, waren der Ohrenarzt EYRIES und der Physiker DJOURNO in Paris. 1957 wurde ihr erster Patient implantiert, mit sehr beschränktem aber dennoch messbarem Erfolg. In Deutschland, vor allem aber
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in den USA und Australien, versuchten sich von da an diverse Mediziner und Ingenieure an der konzeptionellen und technischen Weiterentwicklung dieses Systems, was dazu führte, dass seit den 1960er Jahren weltweit verschiedene Systeme dieser elektrischen Innenohrprothese implantiert wurden. Erst mit der professionellen Fertigung von CIs durch die Firma Nucleus setzte sich eine intracochleäre und mehrkanalige Version als gängige Variante durch.
In den frühen 1980er Jahren begann man, angeregt von den Erfolgen in Australien, auch in Deutschland und Österreich mit der Implantation von Cochlea Implantaten, zunächst jedoch ausschließlich bei ertaubten Erwachsenen. Obwohl schon Anfang der achtziger Jahre in Los Angeles Cochlea Implantationen bei Kindern vorgenommen wurden, verhielten sich deutsche HNO-Ärzte zunächst zurückhaltend auf diesem Gebiet. Bevor man Kinder mit CIs ausstattete, sollte sich das System bei in Deutschland implantierten Erwachsenen als effektiv erwiesen haben (vgl. LEHNHARDT 1997, S. 25). Nachdem dieses Kriterium als erfüllt angesehen werden konnte, wagte man 1986 die ersten Implantationsversuche bei durch Meningitis ertaubten Kleinkindern
Schnell wurde die Möglichkeit erkannt, auch gehörlos geborenen Kindern durch das CI die Wahrnehmung von akustischen Ereignissen möglich zu machen. Dazu bestand jedoch die Notwendigkeit einer frühzeitigen Implantation, um dem Gehirn so früh wie möglich die Verarbeitung auditiver Spracheindrücke zu ermöglichen. Bei entsprechend früh erfasstem Hörschaden kann heute schon in den ersten Lebensmonaten eine CI-Versorgung stattfinden.
Inzwischen ist die Cochlea Implantation in der HNO-Medizin zu einem fast alltäglichen Eingriff geworden, den in Deutschland viele Kliniken durchführen können. Die Medizinische Hochschule Hannover, in Person des HNO-Arztes LEHNHARDT, war hierzulande Pionier auf diesem Gebiet und beherbergt bis heute das größte und eines der wichtigsten CI-Zentren der Welt.
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2.5 CI-Träger im Bildungswesen für Hörgeschädigte in Deutschland
Gemessen an den Ergebnissen einer empirischen Untersuchung von GROßE aus dem Jahr 2003 nimmt die Population der CI-Kinder an den Schulen für Hörgeschädigte noch einen vergleichsweise niedrigen Stellenwert ein. Insgesamt wurden in diesem Forschungsprojekt 1179 Hörbehinderte mit einem Cochlea Implantat in 71 unterschiedlichen Einrichtungen für Hörbehinderte erfasst. Bezogen auf die Gesamtzahl der dort betreuten Kinder und Jugendlichen (15848) beträgt der Anteil der Hörbehinderten, die mit einem CI versorgt sind, 7,4 % (vgl. GROßE 2003, S. 33). Dieser Prozentsatz erscheint vergleichsweise gering.
Zum Vergleich: Der Anteil der Hörgeräteträger an der Gesamtpopulation der hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen beträgt in dieser Untersuchung 56,9 % (GROßE 2003, S. 33).
Ausdrücklich berücksichtigt werden muss bei dieser Sichtweise jedoch, dass dabei ausschließlich diejenigen CI-Träger erfasst wurden, die auch an Bildungseinrichtungen für Hörgeschädigten gefördert wurden. Aufgrund der hohen Anzahl an integrativ geförderten Kindern mit einem Cochlea Implantat in Regelkindergärten (GROßE 2003, S. 35) ist davon auszugehen, das ein vergleichsweise großer Anteil CI-versorgter Kinder auch integrativ beschult werden kann. Aus den Daten einer aktuellen Stichprobe des Cochlear Implant Centrums Berlin-Brandenburg geht hervor, dass 31 % der CI-versorgten Kinder nach der Implantation in einer Integrationseinrichtung untergebracht werden können und 23 % sogar in einer Regeleinrichtung, während zusammen nur 37 % der dort erfassten Kinder ein Förderzentrum für Schwerhörige oder Gehörlose besuchen (ZICHNER, BERGER, AUST 2004, S. 26). Betrachtet man diese Daten als repräsentativ, so ist davon auszugehen, dass nur ca. ein Drittel der CI-Träger eine hörbehindertenpädagogische Sondereinrichtung besucht. Möglicherweise handelt sich hierbei jedoch um ein regionales, auf Berlin und Brandenburg bezogenes Phänomen. Die Daten, die einer Untersuchung von DILLER zugrunde liegen stammen aus dem CIC Rhein-Main und führen zu leicht abweichenden Ergebnissen: Danach besuchen zwar 61 % der Kinder, bei denen die Implantation zum Untersuchungszeitpunkt zwei Jahre zurücklag eine Regeleinrich-
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tung; bei Kindern, deren Implantation jedoch vier oder sechs Jahre zurückliegt, sind diese Werte mit 40% bzw. 44 % deutlich geringer (DILLER 2002, S. 60). Auf das gesamte Bundesgebiet bezogen kann also angenommen werden, das zwischen der Hälfte und zwei Drittel der Kinder mit CI eine Integrations- oder Regeleinrichtung besuchen. Gleichzeitig ist anzunehmen, dass ein recht großer Teil dieser Kinder trotzdem zusätzlich sonderpädagogisch gefördert wird. Dies wurde jedoch in den o. g. Untersuchungen nicht gesondert erfasst.
Es kann insgesamt davon ausgegangen werden, dass die Population der CI-Träger an Hörbehindertenschulen noch weiter zunehmen wird. Viele Kinder, die in den letzten Jahren in sehr jungem Lebensalter mit einem Cochlea Implantat versorgt wurden, erreichen jetzt erst das schulpflichtige Alter. Mit dem wachsenden Informationsstand der Eltern (davon ist aufgrund zunehmender Beratungsangebote und Informationsmöglichkeiten auszugehen), sinkt die Skepsis oder Angst vor dem CI und es werden sich voraussichtlich immer mehr Eltern für ein Cochlea Implantat entscheiden, je mehr Kinder bereits erfolgreich mit einem CI versorgt sind. Dies belegen auch die Ergebnisse einer Untersuchung von LEONHARDT (2005, S. 105), nach denen zunehmend auch gehörlose Eltern ihre gehörlos geborenen Kinder mit einem CI versorgen lassen .
Dass es sich bei der Population der CI-Träger nicht um eine zu vernachlässigende Größe handelt, belegt also nicht nur die Zahl der Kinder die direkt in einer hörgeschädigtenpädagogischen Spezialeinrichtung versorgt werden, sondern gerade auch der erfreulicherweise große Anteil der Kinder, denen das Cochlea Implantat zu einer besseren schulischen und gesellschaftlichen Integration verholfen hat.
3 Die Bedeutung von Zeitschriften für den fachwissenschaftlichen Diskurs
Fachzeitschriften gehören innerhalb der Klassifikation von Presseerzeugnissen ebenso wie beispielsweise Zeitungen zur Gruppe der periodisch erscheinenden Druckerzeugnisse (vgl. BÖHME 1992, S. 15). Wesentliches
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Merkmal von Zeitschriften ist ihre normalerweise regelmäßige Erscheinungsweise, Periodizität genannt. Die in dieser Arbeit ausgewerteten Zeitschriften erscheinen zweimonatlich, vierteljährlich, dreimal jährlich, halbjährlich und jährlich.
Daneben gehören Merkmale wie Aktualität, Publizität, Kontinuität, Mannigfaltigkeit der Berichterstattung sowie die Herausstellung wissenschaftlicher Merkmale zu einer treffenden Beschreibung des Mediums Fachzeitschrift (BÖHME 1992, S. 21). Besonders die vergleichsweise hohe Aktualität periodisch erscheinender Zeitschriften ist ein wesentlicher Faktor, der der Fachzeitschrift ein hohes Gewicht innerhalb der Fachliteratur verleiht. STICKEL-WOLF und WOLF (2005, S. 131) halten Fachzeitschriftenartikel sogar für die fraglos wichtigste Informationsquelle innerhalb des Spektrums wissenschaftlich relevanter Informationsträger, da in Fachzeitschriften der Schwerpunkt des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts dokumentiert ist. Die Aktualität und Verfügbarkeit der neuesten internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisse ist für alle Bereiche der Forschung sowie für die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis von wesentlicher Bedeutung (LAMP-RECHT 1986, S. 9). Diesem Anspruch kann die wissenschaftliche Fachzeitschrift am ehesten gerecht werden.
Wichtige Aufgaben von Fachzeitschriften sind „Unterrichtung, Fortbildung und Belehrung fachlich und/oder beruflich interessierter Leser meist entsprechender Vorbildung durch Schaffung eines Forums, auf dem die wissenschaftlichen und praktischen Probleme diskutiert werden können“ (BÖHME 1992, S. 22). Gerade die Funktion als Diskussionsforum weist den Fachzeitschriften einen besonderen Stellenwert zu, auf den im Folgenden noch genauer eingegangen wird.
Wie jedes Medium erfüllt die Fachzeitschrift aber auch die Funktion der Beeinflussung der öffentlichen Meinung (vgl. BÖHME 1992, S. 17), selbst wenn sie sich ausschließlich die Dokumentation wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Aufgabe gemacht hat.
In einer Fachdisziplin wie der Hörgeschädigtenpädagogik, die verglichen mit anderen Wissenschaftsdisziplinen aufgrund ihrer hohen Spezifikation als ,exotisch’ angesehen wird, ist der Bereich der Fachliteratur überschaubar
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und speziell die Anzahl von Publikationen, die als Monographie heraus gebracht werden, nicht besonders groß.
Dies liegt zweifellos in der Tatsache begründet, dass sich der Absatzmarkt für solche Bücher vorwiegend auf Personen beschränkt, die entweder von einer solchen Behinderung direkt oder indirekt betroffen sind oder die sich aufgrund beruflicher Belange damit befassen.
Um so wichtiger ist in einem solch kleinen Fachgebiet die Rolle, die Fachzeitschriften einnehmen. Im Unterschied zu Monographien, die normalerweise den aperiodischen Presserzeugnissen zugerechnet werden (BÖHME 1992, S. 15), können in Fachzeitschriften aufgrund der regelmäßigen Erscheinungsweise wissenschaftliche Erkenntnisse vergleichsweise zeitnah veröffentlicht und diskutiert werden. Teilweise werden sogar Forschungsprojekte bereits im laufenden Prozess in Fachzeitschriften vorgestellt oder Vorabergebnisse auszugsweise veröffentlicht, bevor die Ergebnisse dann gesammelt in einem Buch oder als Zeitschriftenartikel erscheinen. Außerdem ist gerade ein Diskurs nur in sehr beschränkter Form auf der Basis von Monographien möglich. In Zeitschriften kann aufgrund der regelmäßigen Erscheinungsweise ein Meinungs- und Positionsaustausch stattfinden, an dem alle Interessierten teilhaben können und der damit gerade aufgrund der Dialektik auch zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn beiträgt: „Im Rahmen der publizierten wissenschaftlichen Ergebnisse nimmt die Form der Veröffentlichung in einer Zeitschrift einen bedeutenden Platz ein“ (LAMP-RECHT 1986, S. 11).
Um dieser besonderen Bedeutung wissenschaftlicher Fachzeitschriften Rechnung zu tragen ist die gezielte Auswertung hörgeschädigtenpädagogisch relevanter Zeitschriften nach Beiträgen, die das Cochlea Implantat betreffen, auch Hauptgegenstand dieser Arbeit. Mit dieser
zeitschriftenbasierten Dokumentation und Analyse wird versucht, den Stellenwert des CIs und seine Entwicklung innerhalb der
Hörgeschädigtenpädagogik treffend zu beleuchten.
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4 Das Cochlea Implantat in der hörbehindertenpädagogischen Fachpresse der DDR
In der DDR existierten auch hörbehindertenpädagogische Fachzeitschriften, wie z.B. Gemeinsam - Organ des Gehörlosen- und Schwerhörigenverbandes der DDR oder deren Vorgänger DGZ - Zeitschrift für Hörgeschädigte der DDR. Diese werden in diesem Absatz gesondert betrachtet und nicht in die quantitative Auswertung mit einbezogen, da die Anzahl der Artikel zum Cochlea Implantat, die zu berücksichtigen gewesen wären, zu gering ist. Die Möglichkeit zur Cochlea Implantation nahm in diesen Zeitschriften nie einen wichtigen Stellenwert ein. Dies liegt zweifellos darin begründet, dass die Zeitschrift Gemeinsam - Organ des Gehörlosen- und Schwerhörigenver-bandes der DDR 1991 und damit kurz nach der Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland eingestellt wurde und zu diesem Zeitpunkt die Medizintechnologie noch nicht so weit fortgeschritten war, das Implantationen an einer signifikant großen Population durchgeführt wurden. In einem Beitrag von Das Zeichen wird sogar irrtümlich behauptet, das CI hätte zu DDR-Zeiten noch gar nicht existiert (vgl. HEßMANN 1994, S.120). In der Zeitschrift Gemeinsam wird jedoch in drei Beiträgen zwischen 1987 und 1990 auf Cochlea Implantationen eingegangen. Ursprünglich wurden in der DDR von der Technischen Universität Karl-Marx-Stadt eigene Implantate entwickelt und an der Berliner Charité implantiert (FISCHER 1987, S. 29), offenbar jedoch nicht mit lang anhaltendem Erfolg. Wie aus Abbildungen zu entnehmen ist, unterschieden sich diese Implantate in Aufbau und Funktions- und Implantationsweise erheblich von den in der westlichen Welt verwendeten Geräten (vgl. FISCHER 1987, S. 28). Es wurde sogar noch das zu Beginn der 1980er Jahre in der ‚westlichen Welt’ übliche Prinzip der offenen Steckerverbindung mit perkutaner Übertragung verwendet, das heißt die Steckerverbindung zum Implantat ragte durch die Haut nach außen, anstatt der inzwischen üblichen induktiven drahtlosen Übertragung. Auffällig ist, dass die Autorin schon von der komplett implantierbaren Prothese als Zukunftsziel spricht und auch die Implantation von Kleinkindern in Erwägung zieht. Die an der Charité verwendete Operationsmethode sei sogar „für die Implantation der Prothese bei Kindern im Gegensatz zu internationa-
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len Techniken ideal“ (vgl. FISCHER 1987, S. 31). Dies erscheint insofern erstaunlich, als dass es letztlich in der DDR nicht zu Implantationen von Kleinkindern kam.
In Ausgabe 5/1988 erschien ein Interview mit einem Oberarzt der Berliner Charité über die Möglichkeiten und Chancen einer „Gehörprothese“. Daraus geht hervor, dass große Hoffnungen auf das CI gesetzt wurden; man hoffte langfristig 2000 bis 4000 Patienten allein in der DDR damit ausstatten zu können (vgl. BERNDT 1988, S. 28). Die Implantate stammten inzwischen von dem österreichischen Hersteller MED-EL (GROßE, 2006), der zu diesem Zeitpunkt seine ersten serienreifen CIs auf den Markt brachte. Tatsächlich gab es bis zur Wiedervereinigung 1990 jedoch nur sehr wenige Implantationen. ILCHMANN (1990, S. 23) spricht in ihrem Beitrag von „14 von Geburt an gehörlosen Menschen im Alter von 14 bis 39 Jahren“, die mit einer „Innenohrprothese“ ausgestattet wurden. Besonders erstaunlich ist, dass in diesem Zusammenhang über positive Ergebnisse in der Rehabilitation berichtet wird. Nach mehr als einem Jahr im Hörtraining könnten alle betreuten Patienten „die elementaren Stufen für das Hören gut bis sehr gut bewältigen“ (ILCH-MANN 1990, S. 23). Dabei kann es sich eigentlich nur um sehr basale Kompetenzen gehandelt haben, denn nach gegenwärtiger neurologischer Lehrmeinung ist eine CI-Implantation bei von Geburt an Gehörlosen in derart fortgeschrittenem Lebensalter nicht erfolgsversprechend, da das Gehirn dann nicht mehr in der Lage ist, auditive Spracheindrücke adäquat zu verarbeiten. Die positiven Ergebnisse beziehen sich wohl vor allem auch auf die Perzeption und Diskrimination von Tönen und Lauten. ILCHMANN (1990, S. 23) macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass hohe Erwartungen, die Sprache wie Hörende zu verstehen, durch die Innenohrprothese nicht zu erfüllen sind und berichtet auch von Problemen bei der Sprachperzeption. Die Geschichte des Cochlea Implantats in der DDR war folglich von recht kurzer Dauer und ging schließlich in den gesamtdeutschen Bemühungen um die CI-Technologie auf, über die in den folgenden Kapiteln ausführlich berichtet wird.
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5 Methodisches Vorgehen
5.1 Auswahl und Ausschluss von Fachzeitschriften
5.1.1 Ausgewählte Zeitschriften
Gegenstand der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Untersuchung sind deutschsprachige Fachzeitschriften mit hörbehindertenpädagogischem Bezug. Die sechs ausgewerteten Zeitschriften werden im Folgenden kurz vorgestellt: Hörgeschädigtenpädagogik
Die Zeitschrift Hörgeschädigtenpädagogik wird seit 1971 als Folgeblatt der Blätter für Taubstummenbildung (erschienen von 1887 bis 1934) und der Neuen Blätter für Taubstummenbildung (erschienen von 1946 bis 1970) vom Bund Deutscher Taubstummenlehrer (BDT) herausgegeben. 1991 wurde der BDT in Berufsverband Deutscher Hörgeschädigtenpädagogen (BDH) umbenannt. Im untersuchten Zeitraum (seit 1986) erschien die Zeitschrift Hörgeschädigtenpädagogik mit jeweils sechs Ausgaben pro Jahr. Die Zeitschrift Hörgeschädigtenpädagogik gilt aufgrund der vergleichsweise häufigen Erscheinungsweise und des großen Einflusses des BDH auf die Hörgeschädigtenpädagogik in Deutschland als eines der bedeutendsten Fachblätter für hörgeschädigtenpädagogische Themen im deutschsprachigen Raum hörgeschädigte kinder
Die Zeitschrift hörgeschädigte kinder erschien von 1964 bis 2002 vierteljährlich und wurde von der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Hör-Sprach-Geschädigten herausgegeben.
Seit 2003 erscheint die Zeitschrift unter dem Titel hörgeschädigte Kinder, erwachsene hörgeschädigte und hat damit auch nach außen sichtbar ihren Schwerpunkt auf das Erwachsenenalter erweitert. Herausgeber ist seitdem die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e. V. Trotz der Veränderung des Titels und dem Wechsel des Herausgebers
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handelt es sich noch um dieselbe Zeitschrift, da optisches Erscheinungsbild, Schriftleitung und Redaktion erhalten geblieben sind. hörgeschädigte kinder erschien über den gesamten betrachteten Zeitraum mit vier Ausgaben pro Jahr. Sprache - Stimme - Gehör
Wie schon dem Titel zu entnehmen ist, hat die Zeitschrift Sprache - Stimme -Gehör keinen ausschließlich hörgeschädigtenpädagogischen Schwerpunkt. Darauf weist auch der Untertitel Zeitschrift für Kommunikationsstörungen hin. Die Hörgeschädigtenpädagogik ist neben der Sprachbehindertenpädagogik jedoch der zentrale Bezugspunkt der Zeitschrift. Sprache-Stimme-Gehör zeichnet sich durch einen recht deutlichen medizinisch-audiologischen Fokus aus. Herausgegeben wird sie von der Deutschen Logopädischen Gesellschaft und erscheint seit 1977 mit vier Ausgaben pro Jahr. Das Zeichen
Das Zeichen erscheint seit 1987 und wird herausgegeben von der Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser e.V.. Von 1988 bis 2002 erschien die Zeitschrift vierteljährlich, seit 2003 nur noch mit drei Ausgaben pro Jahr.
Diese sehr umfangreiche Zeitschrift zeichnet sich besonders durch ihren Fokus auf die Gehörlosenkultur und die Gebärdensprache aus und ist damit die wichtigste speziell gehörlosenspezifische Fachzeitschrift im deutschsprachigen Raum. Forum
Die hörgeschädigtenpädagogische Fachzeitschrift Forum wird seit 1993 vom Deutschen Fachverband für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik (DFGS) herausgegeben. In den ersten Jahren ihres Bestehens erschien sie halbjährlich, seit 2001 jedoch nur noch mit einer Ausgabe pro Jahr. Im Forum werden sowohl aktuelle hörbehindertenpädagogische Themen diskutiert als auch verbandsinterne Neuigkeiten publiziert. Es ist somit gleichermaßen eine fachwissenschaftliche Zeitschrift als auch ein für Verbandsmitglieder bedeutsames Informationsforum.
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Spektrum Hören
Spektrum-Hören - Zeitschrift für lautsprachliche Erziehung hörgeschädigter Kinder wird herausgegeben von der Bundesgemeinschaft der Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder e.V..
Wie dem Untertitel zu entnehmen ist, liegt ihr Schwerpunkt auf der Berichterstattung über die lautsprachliche Förderung hörgeschädigter, besonders schwerhöriger und ertaubter Kinder. In Spektrum Hören kommen Fachwissenschaftler, aber auch Betroffene und ihre Angehörigen zu Wort. Sie erscheint seit 1995 als Folgezeitschrift der Verbandszeitschrift Mitteilungen, die aufgrund ihrer mangelnden wissenschaftlichen Relevanz nicht mit in die Untersuchung einbezogen wurde.
Von 1995 bis 1998 erschien Spektrum Hören sechs mal pro Jahr, seit 1999 jedoch nur noch vierteljährlich.
Insgesamt wurden im Rahmen dieser Untersuchung über 500 Zeitschriftenbeiträge erfasst, gelesen und ausgewertet. Dabei handelt es sich sowohl um mehrseitige fachwissenschaftliche Artikel als auch um Berichte oder kurze Mitteilungen, die häufig nicht einmal eine ganze Zeitschriftenseite einnehmen. Im Literaturverzeichnis dieser Arbeit sind nur die Beiträge aufgeführt, auf die sich im Text ausdrücklich bezogen wird oder die wörtlich zitiert sind.
5.1.2 Nicht berücksichtigte Zeitschriften
Über die oben vorgestellten Zeitschriften hinaus existiert eine Vielzahl weiterer Zeitschriften, in denen das Cochlea Implantat thematisiert wird und wurde. Diese berichten jedoch vorwiegend aus medizinischer und audiologischer Perspektive. Dazu zählen z. B. die Zeitschriften Hörbericht, Laryngo-Rhino-Otologie oder Zeitschrift für Audiologie. In diesen Zeitschriften wird detailliert auf Operationstechniken bei der Implantation von CIs oder die individuelle Anpassung von Sprachprozessoren berichtet. Dennoch wurden diese Zeitschriften in der Untersuchung nicht berücksichtigt, da sie kaum eine pädagogische Relevanz haben und damit nicht als hörbehindertenpädagogische Fachzeitschrift gelten können. Außerdem nicht berücksichtigt wurden Zeit-
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schriften, die zwar einen pädagogischen Schwerpunkt haben, aber ihren Fokus ausdrücklich auf die Sprachheilpädagogik und Logopädie richten, wie zum Beispiel die Zeitschrift Die Sprachheilarbeit. Ebenfalls von der Untersuchung ausgeschlossen wurde die Zeitschrift „Die Schnecke“, obwohl darin durchaus auch auf pädagogische Konsequenzen einer Cochlea Implantation eingegangen wird. Da diese von der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft (DCIG) herausgegebene Fachzeitschrift sich jedoch ausschließlich mit CIs und cochlea-implantierten Personen befasst, erwies sie sich als ungeeignet um einen Entwicklungsverlauf in Bezug auf Publikationshäufigkeit und die relative Bedeutung des Themas CI im Verhältnis zu anderen pädagogisch relevanten Themen auszuarbeiten. Nicht mit in die Untersuchung einbezogen wurden ebenso die Beihefte zur Zeitschrift Hörgeschädigtenpädagogik, in denen einmal pro Jahr ausgewählte hörbehindertenpädagogisch relevante Inhalte vertiefend dargestellt werden. Diese Beihefte sind jedoch aufgrund ihres Umfanges und der Erscheinungsweise eher als Monographie zu werten. In den meisten Katalogen werden sie auch als solche geführt und wurden deshalb von der Untersuchung ausgeschlossen.
Ebenfalls ausgeschlossen wurden Verbandszeitschriften, die vor allem als Mitteilungs- und Informationsforum für Mitglieder dienen und in denen auch, aber nur wenige Beiträge aus fachwissenschaftlicher Perspektive publiziert werden. Dazu gehören vor allen die Verbandszeitschriften des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB), DSB-Report und des Deutschen Gehörlosen-bundes (DGB), Deutsche Gehörlosenzeitung (DGZ), die nicht als Fachzeitschriften bezeichnet werden können und damit gemäß der Themenstellung der Arbeit auch in diese Untersuchung nicht mit einbezogen werden. Obwohl es sich bei den Zeitschriften Hörgeschädigtenpädagogik, Spektrum Hören und Forum im erweiterten Sinne auch um Verbandszeitschriften handelt wurden sie nicht von der Untersuchung ausgeschlossen, weil es sich um Organe von Pädagogen- oder Elternverbänden handelt, die vorwiegend Artikel mit fachwissenschaftlichem Hintergrund veröffentlichen. Damit werden sie zu den Fachzeitschriften gezählt und auch als für diese Untersuchung relevant erachtet.
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Nicht in die Untersuchung mit einbezogen wurden außerdem fremdsprachige Fachzeitschriften, da anzunehmen ist, dass diese keine Auskünfte über den Stellenwert des Cochlea Implantats in Deutschland geben. Eine vergleichende Perspektive auf deutschsprachige und fremdsprachige Fachzeitschriften wäre ein möglicher weiterer Forschungsgegenstand, der über die Themenstellung dieser Arbeit hinaus geht.
5.2 Zeitrahmen
In den sechs oben erwähnten Fachzeitschriften wurde ein Zeitraum von zwanzig Jahren systematisch untersucht und ausgewertet. Es erschien sinnvoll, dabei von 1986 auszugehen, dem Jahr, in dem in Deutschland erste Cochlea-Implantationen an Kindern vorgenommen wurden (DILLER 1997, S. 9) und dies bis zum Jahr 2005 fortzuführen, um besonders auch den aktuellen Stellenwert des Themas im fachwissenschaftlichen Diskurs bewerten zu können.
Zweifellos ist es nicht auszuschließen, dass auch bereits vor 1986 in einigen dieser Zeitschriften über das CI berichtet wurde. Diese möglicherweise vor-handenen Beiträge können jedoch als nicht relevant betrachtet und damit vernachlässigt werden, da sie sich zweifellos auf Implantationsversuche bei Erwachsenen beschränken. Erst mit dem Beginn der Implantation von Kindern war ein pädagogischer Bezug hergestellt, der letztlich auch bewirkte, dass dem Thema in der hörgeschädigtenpädagogischen Fachpresse zunehmend mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Veröffentlichungen nach 2005 wurden nicht mehr berücksichtigt, da zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit der Jahrgang 2006 nicht vollständig vorlag und somit auch nicht objektiv bewertet werden konnte.
5.3 Datenerhebung
Im ersten Untersuchungsgang wurden die einzelnen Jahrgänge der Zeitschriften auf die Anzahl der Beiträge untersucht, die das Cochlea Implantat
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Arbeit zitieren:
Sebastian Baltes, 2006, Das Cochlea-Implantat im Blickpunkt hörbehindertenpädagogisch relevanter Fachzeitschriften Deutschlands, München, GRIN Verlag GmbH
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