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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Probleme der Standardökonomik 4
3. Arbeitsmarktexperimente 5
4. Arbeitsverträge 6
5. Neuer Ansatz für Arbeitslosigkeit. 7
6. Bewertung der Laborexperimente. 8
6.1. Vorteile. 8
6.2. Einwände 9
7. Grenzen der Laborexperimente. Ein Beispiel. 10
8. Ausblick 11
Literaturverzeichnis 12
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1. Einleitung
Interesse für Vorgänge auf dem Arbeitsmarkt ist bei den meisten Menschen vorhanden, da praktisch jedermann dort auftritt, meist als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. Fragen bezüglich Arbeitsmarktaspekten sind in den meisten Lehrbüchern der Makro- oder Mikroökonomik bereits in beträchtlichem Umfang enthalten.
Wozu brauchen wir also noch so genannte Arbeitsmarktexperimente, die erst seit relativ wenigen Jahren im wissenschaftlichen Kontext erscheinen? Stimmt es nicht, dass man die letzten Jahrzehnte auch mit herkömmlichen Ansätzen der Arbeitsmarktökonomik das Zusammenspiel von Arbeitsanbietern und -nachfragern in vernünftiger Weise erklären konnte? Selbstverständlich sollen im Rahmen dieser Arbeit herkömmliche neoklassische Theorien nicht als überholt dargestellt werden. Allerdings hat der Arbeitsmarkt erhebliche Unterschiede zu anderen Märkten, womit neue Methoden, wie sie von der experimentellen Wirtschaftsforschung aufgezeigt werden, grundsätzlich begrüßt werden dürfen. „Arbeit stellt einen wichtigen Produktionsfaktor dar, aber im Gegensatz zu vielen anderen Gütern „kauft“ man keine Arbeiter, sondern deren Leistungen, die jedoch untrennbar mit den Menschen verbunden sind.“ 1
Der Verfasser dieser Arbeit hat selbst an diversen Arbeitsmarktexperimenten teilgenommen und möchte mit dieser Arbeit zeigen, dass mit dieser experimentellen Forschung sich neue Chancen ergeben, um das Verhalten der Marktteilnehmer zu durchleuchten. „Die experimentelle ökonomische Forschung, speziell die Arbeitsmarktexperimente, hat der mikroökonomischen Analyse von Löhnen und Beschäftigung neue Impulse gegeben .“2 So soll in dieser Arbeit gezeigt werden, dass der Mensch nicht grundsätzlich als Homo oeconomicus (egoistischer Wirtschaftsmensch) auftritt, sondern sich am Arbeitsplatz eher nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ (Homo reciprocans) verhält, selbst wenn ihm dadurch ein Nachteil entsteht. Weitere Ergebnisse der Wirtschaftsforschung werden aufgezeigt, die zum Teil erstaunliche Erkenntnisse hervor gebracht haben. Aber auch Grundsätzliches zu Arbeitsverträgen soll erwähnt werden, weil man diese durch intensive Forschung inzwischen in anderem Licht sieht. Experimente unter Laborbedingungen sind stetiger Kritik ausgesetzt. Eine konstruktive Auseinandersetzung mit dieser Kritik scheint angebracht. Abgerundet wird die Arbeit durch die Beschreibung einer Studie der Universität Zürich.
1 Franz, Arbeitsmarktökonomik, S. 10.
2 Franz, Beschäftigung, S. 13.
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2. Probleme der Standardökonomik
Wenn wir uns die wissenschaftlich getroffenen Aussagen der letzten Jahre betrachten, so fällt vor allem auf, dass an der Homo-oeconmicus-Annahme festgehalten wird. In bestimmten Bereichen mag ein bestimmtes Menschenbild keine Rolle spielen, allerdings kamen gerade durch das Auftreten der experimentellen Wirtschaftsforschung begründete Zweifel auf. Der Leser könnte nun Wert darauf legen, dass diese Behauptung mit einem Beispiel untermauert wird. Vielleicht kann das folgende Exempel den Sachverhalt nahe bringen: Herr Meier, Gründer eines kleinen Unternehmens, lädt seine Mitarbeiter nach Feierabend zu einem Bier ein. Diese freuen sich und nehmen die Einladung gerne an. Kann man jetzt nicht davon ausgehen, dass einige seiner Angestellten das Bedürfnis haben, sich zu revanchieren? Es entsteht also ein Gefühl der Verpflichtung, das nur schwer geleugnet werden kann. Ein egoistischer Mensch hegt solche Regungen nicht. Ein solcher Wirtschaftsmensch ist auf geringste Kosten bedacht und zeichnet sich grundsätzlich nicht durch Ausgaben für seine Mitmenschen aus. Da in der wirtschaftlichen Forschung der eigensüchtige Mitarbeiter allerdings als Grundsatz angesehen wurde, sieht man, dass die Standardökonomik an ihre Grenzen stößt bzw. die Realität nicht exakt abbilden kann. „Wenn ein so restriktiv gefasstes Menschenbild gültig wäre, hätten in der Tat Regungen, die von der ausschließlichen Verfolgung individuellen Vorteils ablenken, in der Erklärung menschlichen Verhaltens nichts zu suchen.“ 3 Gerade für den Arbeitsmarkt und die darauf aufbauenden Experimente muss man sich im Klaren sein, dass andere Vorraussetzungen gelten und für Aktionen bzw. Reaktionen verantwortlich sind. Hier treffen Transaktionspartner aufeinander, genauer gesagt wird hier Angebot und Nachfrage unter Menschen ausgemacht. Eine klassische Preistheorie und das bereits angesprochenen Bild des nur an sich denkenden Menschen ist schlicht zu wenig. Wir reden hier von komplexen Bereichen menschlichen Wirtschaftens. Wer das nicht beachtet, läuft Gefahr, dass er Arbeitsleistung mit materiellen Gütern gleich setzt. Beweggründe von Arbeitgebern und Arbeitnehmern können nicht aus rein statistischem Material gewonnen werden, sondern es muss ein neuer Weg gefunden werden. Direkte Beobachtung, eine unmittelbare Konfrontation mit handelnden Akteuren, sind einige wenige Stärken der Verhaltensexperimente.
3 Wehner, Ökonmie, S. 4.
Arbeit zitieren:
Johannes Kreuzer, 2008, Arbeitsmarktexperimente - Labor market experiments, München, GRIN Verlag GmbH
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