Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Prophet Jeremia 4
3. Entdeckungen am Text 5
3.1. Tabelle eigener Beobachtung und Gliederung 5
3.2. Aspekte 7
4. Einteilungsmodelle 10
4.1. Eine Auswahl 10
4.2. Beobachtungen 11
4.3. Ergebnis 12
4.4. Zusammenstellung 12
5. Jeremia und seine Zeit 13
5.1. Könige und Jeremia 13
5.2. Kurze Lebensgeschichte Jeremias 15
5.3. Ein Hinweis auf Komposition 16
6. Geschichte des Buches 17
6.1. Platz im Kanon 17
6.2. Wirkungsgeschichte 17
6.2.1. Im Alten Testament 17
6.2.2. Im Neuen Testament 18
6.2.3. In der Kirche 19
6.2.4. In der Kunst 21
6.2.5. Eine Gedankenlinie 21
6.3. Aspekte aus dem Inhalt 22
6.3.1. Worte an das Gottesvolk 22
6.3.1.1. Gericht 22
6.3.1.2. Heil 23
6.3.1.3. Die Tempelrede 25
6.3.2. Worte zur Welt 25
6.3.2.1. Gericht 26
6.3.2.2. Heil 26
7. Historisch-Kritische Gedanken 27
7.1. Die Problematik 28
7.2. Die Urrolle 29
7.3. Echte Worte Jeremias 30
7.4. Prosa und Metrische Sprüche 30
7.4.1. Prosa 31
7.4.2. Metrische Sprüche 31
7.5. Die Baruchbiographie 31
8. Geistliche Akzente 32
9. Nachwort 33
Literaturverzeichnis 35
Anhang 38
Bilder 38
Spielst ück zur Tempelrede 40
2
1. Einleitung
„Glaube ist gut für die alte Erde / Bin ich es nicht, der Himmel und Erde füllt? spricht der Herr. Jeremia 23,24“ 1 Ein Vers - von einem Künstler mit Bild und zitiertem Spruch verarbeitet - soll den Anfang dieser Arbeit bilden. Gott stellt eine Frage, mit der die vorliegende Arbeit ihre erste Antwort bekommt: Gott selbst ist tätig und war der Regisseur der Geschichte des Jeremiabuches und hat dem Buch seinen Aufbau gegeben. So ist das, was der Autor im Folgenden an Entdeckungen und Gedanken formuliert ein Teil »Reden von Gott«. Auf das Thema wurde der Autor aufmerksam, als ihm eine Universitätsstudentin erzählte, dass sich die Gelehrten mit unterschiedlichen Überlegungen befassen, wie das Buch des Propheten Jeremia eigentlich zustande gekommen ist. Dem einfachen Bibelleser stellen sich solche Fragen eher selten. In einer Studienbibel findet sich am Rand der Seite auf der das Buch losgeht der Hinweis „Verfasser: Jeremia“ 2
Als Vorbemerkung für die Arbeit ist noch zu sagen, dass durch die Umstellung des Studienprogramms und die damit verbundene Reduzierung der Zeit für Bibelkunde der Autor das Buch des Propheten Jeremia im Rahmen der Ausbildung bisher nicht behandelt hat; dies motiviert zu einem solchen Thema, macht jedoch die Voraussetzungen schwieriger. So wird der erste Schritt sein ein paar Grundlagen zum Propheten Jeremia festzustellen, danach setzt sich der Autor mit dem Text in der Fassung Martin Luther 1984 auseinander und wird schließlich zu der Arbeit mit Fachbüchern über das Buch des Propheten Jeremia kommen. Fragen und Hinweisen wird im Sinne der Aufgabenstellung »Geschichte und Aufbau des Jeremiabuches unter der besonderen Berücksichtigung einer möglichen Kompositionsgeschichte« nachgegangen. Geschichte des
Jeremiabuches kann inhaltlich oder werdegangstechnisch verstanden werden; von beidem berichtet diese Arbeit, aber keines ist im Rahmen derselben mit Vollständigkeit möglich.
Da die Arbeit eine Theologische Facharbeit ist, wird auf die Erklärung von Fachbegriffen weitgehend verzichtet.
1 Küstenmacher, Werner Tiki: Glaube ist ... : ... total angesagt, Leute! Sechzig biblische Antworten für Anfänger und Fortgeschrittene. Seite (Im Folgenden: S.): 52. Breitengrad
2 Thompson Studien-Bibel (Text: Martin Luther 1984), 1986, S.: 874
3
2. Prophet Jeremia
Grundlagen zu Jeremia werden hier im Frage - Antwort - Stil behandelt:
Frage: Wer war Jeremia?
Die Antwort steht in Jer. 1,1. Jeremia ist ein Sohn Hilkijas und stammt aus einer Stadt, die Anatot heißt und sich auf dem Gebiet des Stammes Benjamin befindet. Jeremia ist Priester ☺ ; er stammt demnach von Aaron, dem ersten Priester Israels und von Levi, einem der zwölf Söhne Jakobs / Israels ab. Es gehört zu den typischen Merkmalen für einen Propheten im Alten Testament, dass sein Vater (hier: Hilkija) genannt wird. Der Name Jeremia bedeutet Jahwe erhöht und „in der Bibel ist Jeremias der zweite der vier grossen Propheten des Alten Testaments“ 3
Frage: Wann hat Jeremia gelebt und gewirkt?
Zu den typischen Merkmalen eines Propheten im Alten Testament gehört es auch, dass seine Wirksamkeit in relativer Chronologie zu den Königen, zu denen er Gottes Worte geredet hat, aufgeschrieben wurde: In Jer. 1, 2-3 ist zu lesen, dass Jeremia zur Zeit der Könige Josia, Jojakim und Zedekia wirkte. In heutigen Zahlen: Jeremia lebte im 7. Jahrhundert vor Christus. Eine Studienbibel gibt an: „627 Berufung des Propheten Jeremia“ 4 Er erlebte mit, wie Jerusalem durch die babylonische Armee erobert wurde. Er durfte in seinem Land bleiben, wurde jedoch später von eigenen Leuten gezwungen mit ihnen nach Ägypten zu gehen. Jeremia wirkte auch zu diesen Zeiten im Namen Gottes.
Frage: Was ist bei Jeremia hervorzuheben?
Jeremia kündigte Gottes Gericht über Juda an & erlebte wichtige Teile mit. Jeremia prophezeite jedoch auch, dass Gottes Geschichte weitergeht: Er sprach von einem Rest des Volkes, der überleben sollte und von dem Nachkommen des Königs David (// 2. Samuel 7, 8-16), der der Retter - der Messias genannt wird und kündigte sein Kommen an. Wichtig sind in dem Zusammenhang die Stellen: Jer. 16, 15 und 23, 5-6 sowie verschiedene Stellen in den Kapiteln 31 bis 33. ☺ Vgl. Jos. 21, 3+18 sowie 1. Chr. 6, 45 und Jer. 1, 1 (auch 1. Kön. 2, 26 gibt einen Hinweis)
3 http://www.vorname.com/name,Jeremia.html vom 10.01.2008
4 Thompson Studien-Bibel (Text: Martin Luther 1984), 1986, S.: 1866
4
3. Entdeckungen am Text
In diesem Teil der Arbeit setzt sich der Autor mit dem Text in der Fassung Martin Luther 1984 auseinander. Beim Lesen des Jeremiabuches entdeckte Details schlagen sich in den Unterpunkten nieder: Unter 3.1. stehen in einer Tabelle die Dinge, die für die Fachbereiche Bibelkunde und Theologie eine Basis darstellen. Unter 3.2. haben Aspekte ihren Platz, die im Sinne von »Geschichte und Aufbau des Jeremiabuches unter der besonderen Berücksichtigung einer möglichen Kompositionsgeschichte« eine Rolle spielen. Dem Autor ist der Arbeitsschritt »Entdeckungen am Text« besonders wichtig, weil er sich von der direkten Auseinandersetzung mit dem Text eine gute Position zur eigenen Bewertung der Meinungen anderer Theologen verspricht.
3.1. Tabelle eigener Beobachtung und Gliederung
Hier folgt eine Tabelle, in der aus dem Text hervorgehende Themen, die literarische Form sowie mögliche Merkverse notiert sind.
Unter der Auflistung der Themen hat der Autor das GERICHT nicht mit aufgeschrieben, denn das GERICHT ist der Unterton im gesamten Jeremiabuch. Auch die Leiden des Propheten werden nicht besonders hervorgehoben, denn sie ziehen sich ebenso durch das gesamte Buch.
˚
Die farblich hinterlegten Gesichter sind eine Einfügung in Anlehnung an Kapitel 4.4. * Diese Texte haben Einleitungen, in denen Adressaten und Bemerkungen zu den Umständen der Entstehung zu lesen sind. Die Aussagen der Prophetenworte sind in Form von gedichteten Reden geschrieben und haben oft die Gestalt des Parallelismus, eines auf inhaltlicher Wiederholung der Aussagen beruhenden Dichtungsstils.
5
# Texte, in denen Erlebnisse des Propheten wiedergegeben werden. Oft berichtet Jeremia selber. Immer wieder sind Dialoge eingebaut. Gottes Worte kommen in praktischer Art & Weise vor.
6
3.2. Aspekte
Von Anfang des Jeremiabuches an wird in der Ersten Person Singular berichtet, wiederholt ist zu lesen: „Und des HERRN Wort geschah zu mir:“ (Jer. 1, 4+11+13 & 2, 1 & 3, 6 und weitere) Diese Art der Rede legt den Schluss nahe, dass Jeremia selbst der Autor großer Teile des Jeremiabuches ist.
Immer wieder ist in der Dichtform des Parallalismus geschrieben. Beispiel: Jer. 8, 18 „ 18 Was kann mich in meinem Jammer erquicken? a Mein Herz in mir ist krank.“ 5 Die zwei Sätze des Verses ergeben gemeinsam die Aussage. Bischof Lowth prägte den Begriff dieses Stils in seiner Ausarbeitung zur hebräischen Dichtung im Jahr 1741 und „wies darauf hin, dass dieses Muster ... auch bei der
5 Thompson Studien-Bibel (Text: Martin Luther 1984), 1986, S.: 886
7
Übersetzung nicht verloren geht, da es allein auf der Bedeutung des Gesagten beruht.“ 6 Dieser Stil eignet sich für die Worte eines Propheten, weil er leicht verstanden werden kann.
Für Propheten sind Bildworte typisch. Ein sehr deutliches solches findet sich in Jer. 10, 5. Es steht im Zusammenhang der Beschreibung, wie Götzen entstehen. Über diese heißt es: „Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld“ 7
In Jer. 10, 11 steht ein Auftrag an das Volk Israel. Eine Anmerkung aus dem vom Autor miterlebten Exegese-Seminar bei Herrn Buschhaus (GTSF 9.-11.10.2007) besagt, dass die Worte des Auftrages in aramäischer Sprache im hebräischen Text stehen und so mit ihrem Inhalt ein Missionsbefehl an Gottes Volk zu den Heiden hin darstellen. Dass Jeremias eigene Botschaft eine Komponente hat, die alle Völker der Erde betrifft, ist auch in Kapitel 25 (V. 15f) und ab Kapitel 46 zu lesen.
Für die Annahme, dass das Buch Jeremia aus einzelnen Teilen zusammengefügt worden ist, also eine Komposition des Buches stattgefunden hat, steht folgende Beobachtung: Im Kapitel 24 steht: „Siehe, der HERR zeigte mir zwei Feigenkörbe, ... nachdem Nebukadnezar, ..., den König von Juda weggeführt hatte“ 8 In Kapitel 24 ist jedoch noch nicht einmal die Hälfte des Buches erreicht. Und in Kapitel 25 spricht Jeremia von 23 Jahren, die er bereits predigt und mahnt; in Vers neun kündigt er als noch bevorstehendes Ereignis an, dass der König von Babylon, Nebukadnezar, kommen wird und schlimmes mit Volk und Land tun wird. Der Bruch in der zeitlichen Abfolge der historischen Ereignisse im geschriebenen Text wirft die Frage nach einer Erklärung / einem Grund auf.
Sinnabschnitte und Prophetenworte im Jeremiabuch haben im Regelfall eine kleine Einleitung. »So spricht:«, »Dies redete:« und andere Ausdrucksformen bestimmen diese Einleitungen. Auch der jeweilige Adressat und manchmal die besonderen Umstände der Übermittlung haben hier ihren Platz. Dass jeder Abschnitt neu eingeleitet wird, auch wenn teilweise die gleichen Adressaten genannt werden, gibt einen Hinweis darauf, dass die einzelnen Abschnitte nicht
6 Derek Kinder: Dichtung und Weisheitsliteratur. In: Das Große Handbuch zur Bibel, 2001, S.: 345
7 Thompson Studien-Bibel (Text: Martin Luther 1984), 1986, S.: 887
8 Ebenda, S.: 905
8
Arbeit zitieren:
H.Christoph Geuder, 2008, Geschichte und Aufbau des Jeremiabuches, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Entwicklung des Christentums aus dem Judentum
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit, 12 Seiten
Unterrichtsstunde: Das Kastenwesen im Hinduismus
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 21 Seiten
Gandhis Lebensphilosophie der Gewaltfreiheit und seine Gedanken zu ein...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 11 Seiten
Ethische Probleme des Schwangerschaftsabbruchs
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit, 14 Seiten
H.Christoph Geuder's Text Geschichte und Aufbau des Jeremiabuches ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
H.Christoph Geuder hat den Text Geschichte und Aufbau des Jeremiabuches veröffentlicht
H.Christoph Geuder hat einen neuen Text hochgeladen
Säcke der Weisheit und Meere des Wissens
Altjapanische Hausbücher - Ein...
Hartmut O. Rotermund
Eine Einführung zu Themen in J...
John Barton, Christoph Bultmann
Vom prophetischen Wort zur prophetischen Tradition
Studien zur Traditions- und Re...
Armin Lange
0 Kommentare