Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung. 3
2 Begriffsklärung. 3
2.1 Allgemeine Bedeutung des Begriffs Aggression. 3
2.2 Pädagogisch-psychologische Sichtweise 3
2.3 Formen der Aggression nach Dutschmann 5
3 Erklärungsansätze zur Entstehung (fremd-) aggressiven Verhaltens. 5
3.1 Theorien der Psychoanalyse 6
3.2 Lerntheoretische Ansätze 7
3.2.1 Operantes Konditionieren 7
3.2.2 Lerntheorie nach Bandura 7
3.3 (Fremd-) Aggression als Folge von Interaktion. 8
3.4 Fremdaggressives Verhalten bei Menschen mit geistiger Behinderung 9
3.5 Das Problem der Institutionalisierung 10
4 Fallbeispiel. 11
4.1 Diagnostischer Anlass 11
4.2 Fragestellungen der Diagnostik 11
4.3 Ziel der Diagnostik und der Fördermaßnahmen 12
5 Der diagnostische Prozess 12
5.1 Beteiligte an der Diagnostik/ Diagnostiker 13
5.2 Einzubeziehende Personen. 13
5.3 Organisation und Methodik des diagnostischen Vorgehens 14
5.3.1 Anamneseerhebung/ Exploration. 14
5.3.2 Verhaltensbeobachtung und Verhaltensanalyse. 15
5.3.3 Gespräche und Interviews mit allen Beteiligten 16
5.3.4 Diagnostisches Instrument: Der Aggressionsfragebogen für
Geistigbehinderte (AFGB) 17
5.4 Auswertung und Bewertung der erhobenen Daten und Fakten 18
6 Förderplan für Herrn M. 19
7 Schluss 22
Literaturverzeichnis 23
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1 Einleitung
Im Rahmen des Hauptseminars „Sonderpädagogische Diagnostik - Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“ unter der Leitung von Frau Dr. Xx. Xxxxxx setzten wir uns mit dem Thema Diagnostik fremdaggressiven Verhaltens bei Menschen mit geistiger Behinderung auseinander. Dies ist gleichzeitig Gegenstand unseres schriftlichen Belegs.
Zunächst wird der Begriff Aggression bzw. Fremdaggression aus verschiedenen wissenschaftlichen Sichtweisen erklärt und ein Bezug zu Menschen mit geistiger Behinderung hergestellt. Im Anschluss daran stellen wir ein Fallbeispiel im Zusammenhang mit dem diagnostischen Anlass vor, aus dem sich konkrete Fragestellungen über die Ursachen des Verhaltens, den Prozess der Diagnostik sowie mögliche Fördermaßnahmen ableiten. Dabei soll deutlich werden, wie unterschiedlich und individuell sich aggressives Verhalten äußern kann, wie subjektiv der Begriff Aggression verwendet wird und welche Fördermaßnahmen zum Abbau von Aggression angewandt werden können.
2 Begriffsklärung
2.1 Allgemeine Bedeutung des Begriffs Aggression
Gemäß Bertelsmann Universallexikon 2004 ist Aggression eine „feindselige Haltung, affektbedingtes Angriffsverhalten. Eine A. kann offen (körperlich, verbal) oder verdeckt (fantasiert) sein; sie kann positiv (von der Kultur gebilligt) oder negativ (missbilligt) sein. (…)“ (BERTELSMANN Universallexikon 2004, S. 23).
2.2 Pädagogisch-psychologische Sichtweise
In der Pädagogik und der Psychologie gibt es bis heute keine allgemein gültige Definition von Aggression. Es herrscht noch immer Uneinigkeit darüber, ob Aggression von einer Absicht getragen wird oder nicht. Um ein bestimmtes Verhalten als Aggression diagnostizieren zu können, ist es jedoch wichtig, den Begriff aus der pädagogischen bzw. psychologischen Sicht zu betrachten.
Franz Schott definiert Aggression als „gegen einen Organismus“ ausgerichtetes „Austeilen schädigender Reize“ (Schott 1975. in: BURKART/ KRECH 1986, S. 8). Er
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weist ferner daraufhin, dass „eine Definition der Aggression, die die Intention des Handelns einbezieht, natürlich nur für solche Individuen sinnvoll ist, bei denen man die Absicht, (…), erfragen kann“ (ebd.). Inwiefern würde eine solche Definition dann auf Kleinkinder zutreffen, die ihre Handlungsmotive noch nicht verbalisieren können? Und kann demzufolge von Aggression gesprochen werden? - Schott würde dies als „aggressionsähnliches Verhalten“ bezeichnen.
Hier wird deutlich, dass die Beurteilung von Verhaltensweisen durch viele subjektive Faktoren beeinflusst wird. Der Diagnostiker muss deshalb genau abgrenzen, welche Verhaltensweise als aggressiv bezeichnet werden kann und welche nicht. Schott schlägt für Personen, die mit Aggression konfrontiert werden, folgende Fragen zur Selbstprüfung vor: „1. Was tue ich, wenn ich eine Handlung als Aggression bezeichne? 2. Was tue ich, wenn ich eine Person aggressiv nenne?“ (Schott 1975. in: BURKART / KRECH 1986, S. 9). Betreuer, Erzieher, Pädagogen oder Lehrer werden, wenn sie diesen Fragen nachgehen, feststellen, dass sie oft vorschnell urteilen und das Bedingungsgefüge verschiedener Handlungen verkennen. Sie bezeichnen Personen oder Verhaltensweisen oft nur deshalb als aggressiv, weil sie sie selbst stören.
In diesem Zusammenhang erklärt Erich Fromm, dass gewisse Formen „gutartiger“ aggressiver Handlungen für die Selbstbehauptung eines Individuums vonnöten sein können - sog. „angemessene Aggression“ (Vgl. BURKART/ KRECH 1986, S. 9).
Harald Burkart und Reinhard Krech haben sich näher mit dem Zusammenhang von Aggression bei Menschen mit geistiger Behinderung und der vorausgehenden Intention auseinandergesetzt. Die Autoren kommen zu folgender Erkenntnis: „Geht man nun von der Annahme aus, dass geistiger Behinderung ein Rückstand in verschiedenen Bereichen der körperlichen und geistigen Entwicklung zugrunde liegt, so wird deutlich, dass man, besonders bei Fällen schwerer und schwerster geistiger Behinderung, auch hier die Intentionalität aggressiven Verhaltens nicht erfassen kann“ (BURKART/ KRECH 1986, S. 8).
Der Begriff der Aggression muss deshalb in anderer Weise qualitativ bzw. quantitativ beschrieben werden.
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2.3 Formen der Aggression nach Dutschmann
Zur generellen Einteilung aggressiver Verhaltensweisen unterscheidet Dutschmann nach drei verschiedenen Formen bzw. Typen von Aggression, die auch häufig bei Menschen mit geistiger Behinderung zu beobachten sind:
Aggression vom Typ A, dem sog. Instrumentellen Typ, verläuft meist zielgerichtet (→ intentional). Aggressives Verhalten wird aktiv als Instrument zur Erreichung persönlicher Ziele eingesetzt. Es „ist der Versuch, gezielt und/ oder geplant anderen Menschen zur Erlangung eines persönlichen Vorteils Schaden zuzufügen“ (DUTSCHMANN 1995).
Beim Typ B, dem Emotionstyp, verlaufen Aggressionen reaktiv, d. h. vorwiegend automatisch bzw. reflexartig. Sie haben einen expressiven Charakter. Dutschmann definiert: „Aggression vom Typ B ist durch Emotionen bzw. Erregung hervorgerufenes und/ oder begleitetes Verhalten zur Reduktion von Spannung und zur Abwehr von Reizen, wobei die Schädigung eines anderen in Kauf genommen wird“ (ebd.).
Der Aggressionstyp C wird als Erregungstyp bezeichnet. Die betreffende Person hat dabei ihre Handlung nicht mehr unter Kontrolle. „Aggression vom Typ C ist ein durch hohe Erregung hervorgerufenes, weitgehend ungesteuertes Verhalten mit schwerer Gefährdung von Personen und Sachen“ (ebd.).
Bei der Vielfalt möglicher Auslöser und Hintergründe sollte aggressives Verhalten nicht allgemein betrachtet, sondern immer individuell analysiert werden. Die unterschiedlichen Therapieformen und pädagogischen Maßnahmen müssen entsprechend den ursächlichen Bedingungen und dem Typ der Aggression ausgewählt und angepasst werden.
3 Erklärungsansätze zur Entstehung (fremd-) aggressiven Verhaltens
Aufgrund der vielfältigen Formen und Erscheinungsweisen von Aggression gibt es auch eine Vielzahl unterschiedlicher Erklärungsansätze für deren Ursachen. Eine eindeutige Aussage über die Ursache aggressiven Verhaltens kann jedoch nicht getroffen werden.
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Im folgenden werden die in diesem Zusammenhang am häufigsten genannten Theorien kurz dargestellt und erläutert.
3.1 Theorien der Psychoanalyse
Als wichtigste Grundlage in der Psychoanalyse gilt Sigmund Freuds Triebtheorie, obwohl die Frage, ob menschliche Aggressivität einem Trieb zugrunde liegt oder nicht, noch immer umstritten ist.
Freud betrachtet in seiner Theoriebildung zunächst den Sexualtrieb und den Nahrungstrieb als grundlegende menschliche Bedürfnisse. Dem Sexualtrieb stellt er später den Ich- bzw. Selbsterhaltungstrieb gegenüber. In diesem Zusammenhang versteht er Aggression als Reaktion des Ichs auf Frustrations- oder Versagenserlebnisse. „Das Ich hasst, verabscheut, verfolgt mit Zerstörungsabsichten alle Objekte, die ihm zur Quelle von Unlustempfindungen werden, gleichgültig, ob sie ihm eine Versagung sexueller Bedürfnisse oder der Befriedigung von
Erhaltensbedürfnissen bedeuten“ (Freud 1960. in: BURKART/ KRECH 1986, S. 13). Laut Freuds zweiter These leitet sich Aggression aus dem Todestrieb ab, der den Zweck hat, Verbindungen aufzulösen und Leben zu zerstören. Dieser wirkt zunächst im Inneren des Organismus und wird dann nach außen verlegt, wo er als Aggression in Erscheinung tritt.
Dollard vertritt eine ähnliche These wie Freud, sein Erklärungsansatz ist die sog. Frustrations-Aggressions-Hypothese. Die grundlegende Aussage dieser Theorie lautet: „Aggression ist immer die Folge einer Frustration. Spezifischer: das Auftreten von aggressivem Verhalten setzt immer die Existenz einer Frustration voraus und umgekehrt führt die Existenz einer Frustration immer zu irgendeiner Form von Aggression“ (Dollard et. al. 1971. in: BURKART/ KRECH 1986, S. 66). Unter Frustration versteht Dollard in diesem Zusammenhang die Störung einer zielgerichteten Aktivität. Die Intentionalität von aggressivem Verhalten wird also auch hier vorausgesetzt.
Wenn man zu einem angemessenen Verständnis der spezifischen Ausprägungsformen von Aggression gelangen möchte, müssen neben der Frustration noch andere psychologische Faktoren in Betracht gezogen werden, dies wären u. a. Faktoren, die zur Bestärkung oder Hemmung von Aggressions-
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Arbeit zitieren:
Sebastian Baltes, Steffi Dahlheim, 2004, Diagnostik fremdaggressiven Verhaltens bei Menschen mit geistiger Behinderung, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Menschen mit geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 35 Seiten
Beiträge der psychoanalytisch- interaktionellen Psychotherapie für die...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Diplomarbeit, 38 Seiten
Sebastian Baltes's Text Diagnostik fremdaggressiven Verhaltens bei Menschen mit geistiger Behinderung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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