Gliederung:
Gliederung : 2
1. Aserbaidschanisches Märchen 3
2. Erste Sammlungen. 3
3. Märchentypen. 4
3.1 Tiermärchen 4
3.2 Zaubermärchen 4
3.3 Schwank- und Sozialmärchen 5
4. Übersetzungen ins Deutsche 6
5. „Die Geschichte von Yusif“ 7
5.1 Die Merkmale des Märchens „Die Geschichte von Yusif“ 7
5.1.1 Inhaltliche Merkmale. 8
5.1.2 Stilisische Merkmale 8
6. Die Sage „Der blinde Junge“ 11
6.1 Merkmale von der Sage „Der blinde Junge“ 11
Literatur 12
1. Aserbaidschanisches Märchen
Die aserbaidschanischen Volksmärchen entstanden im 6.-7. Jahrhundert v.Chr. In diesen Volksmärchen kann man auf der einen Seite den Einfluss der Kultur des mittelalterlichen Orients sehen, auf der anderen Seite die griechisch-hellenischen, kaukasisch-albanischen Einflüsse bemerken. Auch die Transformation der altindischen und arabischen Folkloremotive kann darin erkannt werden. Jahrhunderte lang von Generation zu Generation übertragenen Märchen haben einen großen Wert in der Kultur Aserbaidschans, das als eines der ältesten Kulturzentren der Welt gilt. Diese Märchen drücken Weisheit, Gastfreundschaft, Toleranz, Alltag und ganz verschiedene Sitten und Gebräuche des aserbaidschanischen Märchens aus. Es ist kein Zufall, dass die aserbaidschanischen Forscher, wie Mehemmed Hüseyn Tahmasib glauben, bei einigen erst in jüngster Zeit aufgezeichneten Märchenstoffen selbst medische Charakteristika nachweisen zu können. Den über Jahrhunderte von Generation zu Generation überlieferten aserbaidschanischen Volksmärchen kommt eine wichtige erzieherische Bedeutung zu. Sie haben außerdem einen großen Stellenwert in der Kultur Aserbaidschans. Diese Volkserzählungen geben Kunde von der aserbaidschanischen Vorstellungswelt, vom Glauben an den Sieg des Guten und der Hoffnung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit.
2. Erste Sammlungen
Erste schriftliche Sammlungen und Veröffentlichungen aserbaidschanischer Märchen stammen aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die erste umfangreiche Ausgabe hat der aserbaidschanische Märchenforscher Himmet Alisade unternommen. 1936 brachte ein anderer Märchenforscher in Aserbaidschan Nenefi Seynalli eine weitere Sammlung heraus. Eine Ausgabe von Originaltexten in fünf Bänden (1959-1964) ist der Initiative von Mehemmed Hüseyn Tahmasib zu verdanken, die unter dem Namen „Aserbaycan nagillari“ -„Aserbaidschanische Märchen“ erschienen ist.
3. Märchentypen
3.1 Tiermärchen
• Märchen, in denen Menschen und Tiere gleichzeitig vorkommen
Diese Märchen sind kurz, belehrend und scharfsinnig. Die Tiere sind mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet und deren Beziehungen zueinander nach dem Vorbild der Menschenwelt eingerichtet. In den Tiermärchen ist die soziale Situation in allegorischer Form zum Ausdruck gebracht, schwache Tiere stehen den Stärkeren gegenüber. Damit spiegeln diese Märchen Gegensätze zwischen dem einfachen Volk und den Herrschenden wieder. Hierbei kann das Märchen satirische Züge annehmen. Für diese Gruppe kann man unter den aserbaidschanischen Märchen „Der alte Löwe“ (Qoca aslan), und „Der schlaue Fuchs“ (Hiyləgər tülkü) nennen. Die aserbaidschanischen Volksmärchen bezwecken, eine moralische Lehre zu erteilen. Die häufigsten Tiere in den aserbaidschanischen Volksmärchen sind schlaue Füchse, dumme Bären, böse Wölfe, Schlangen und Hähne. Am meisten verbreitet ist die Figur des schlauen Fuchses.
3.2 Zaubermärchen
In den aserbaidschanischen Zaubermärchen liegt der Schwerpunkt auf phantastischen Elementen. Das Glück in solchen Märchen besteht in der Erlösung, die das charakteristische Motiv dieses Genres darstellt. „Der tote Mehemmed“ (Ölü Məhəmməd), „Der Jäger Pirim“ (Ovçu Pirim), „Das Geheimnis der Stadt Benidasch“ (Bənidaş şəhərinin sirri), „Bachtijar“ (Bəxtiyar) sind einige Beispiele für die aserbaidschanischen Zaubermärchen. Die Helden der Zaubermärchen kommen häufig aus mittleren und unteren Volksschichten. Diese Helden werden in Unterwelten, in
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Nubar Karimova-Lange, 2008, Aserbaidschanische Märchen und Sage am Beispiel des Märchens "Geschichte von Yusif" und der Sage "Der blinde Junge", München, GRIN Verlag GmbH
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