Zusammenfassung 3
Einleitung 4
Methode 8
Ergebnisse 11
Diskussion 15
Literaturverzeichnis: 17
2
Zusammenfassung
Die vorliegende evolutionspsychologische Arbeit untersucht die Existenz der Emotions- subtypen Höhenfurcht und Viktimisierungsfurcht in der subjektiven Wahrnehmung an- hand der Aspekte Handlung, Handlungsintention, physiologische Veränderung und Kognition. Zudem wird überprüft, ob sich die beiden Emotionssubtypen besser durch Items zu Verhalten als durch Items zu peripher-physiologischen Veränderungen unter- scheiden lassen. Des Weiteren wird der Einfluss der Reihenfolge der abgefragten Items auf das Antwortverhalten untersucht. In einer Szenariofragebogenstudie wurden dazu die Daten von 250 Personen erhoben.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung stützen alle drei Hypothesen.
3
Einleitung
„Ich fürchtete, dass der Mann mit dem Messer auf mich losgeht, hatte aber überhaupt keine Ahnung, was ich tun sollte!“ So etwa müsste es einer Person ergehen, der zwar über Emotionen verfügt, aber nichts damit anzufangen weiß. Was nützt einem die bloße Emotion Furcht, wenn sich dahinter nichts weiter verbirgt? Emotionen haben also eine bestimmte Funktion.
So kann in diesem Fall das Empfinden von Furcht zu physiologischen Veränderungen führen, wie dem Anstieg der Pulsfrequenz und dem vermehrten Ausstoß von Adrenalin in die Blutbahn, die wiederum den Organismus in eine erhöhte Alarm- bzw. Hand- lungsbereitschaft versetzen. Das allein reicht aber nicht aus, um angemessen zu reagie- ren. Sich zu Boden werfen, zum Angriff übergehen oder die Flucht ergreifen wären für das obige Szenario mögliche Handlungsintentionen. Unser Organismus trifft eine Ent- scheidung zur Handlung meist in Bruchteilen von Sekunden, es ist also anzunehmen, dass es Mechanismen gibt, die solche Angreifersituationen noch genauer differenzieren können und damit zu einer passenden Handlung bzw. zu einer Handlungsintention über- leiten. Dies führt zu der Frage, ob es nicht sinnvoll ist, von Vornherein zwischen unter- schiedlichen Typen von Furcht zu unterscheiden, also eine Unterteilung einer Emotion in Emotionssubtypen vorzunehmen, die in der jeweiligen Situation durch bestimmte Handlungsmuster gekennzeichnet sind und das subjektive Empfinden verlässlich wider- spiegeln.
Eine zentrale Fragestellung der Psychologie ist die nach der Anzahl der verschiedenen Emotionstypen und danach, wie sich Emotionen in Bezug auf den Erlebens-, Verhal- tens- und physiologischen Aspekt unterscheiden (Meyer et al. 2003).
Zweck dieser Studie ist es, die Existenz der Subtypen „Viktimisierungsfurcht“ und „Hö- henfurcht“ anhand der subjektiven Wahrnehmung empirisch zu belegen.
Die Auswahl der beiden Subtypen fußt auf den inhaltlichen Vorgaben des Experimen- talpsychologischen Praktikums, in dessen Rahmen diese Arbeit entstand. Im Anklang an die Untersuchungen des Dozenten Dr. Martin Binser und seiner Dissertation wird versucht die Ergebnisse zu replizieren, eine neue Forschungsfrage aus der Studie zu extrahieren und anhand dieser Studie zu untersuchen.
In der durchgeführten Fragebogenstudie werden die Versuchspersonen nun entweder dem Szenario Aggressorsituation oder Höhensituation ausgesetzt und deren subjektives
4
Empfinden anhand der vier Aspekte Handlung, Handlungsintention, physiologische Veränderung und Kognition untersucht. Erfasst werden diese Aspekte auf Skalen, an- hand derer aufgezeigt werden soll, ob Emotionssubtypen differenzierbar sind.
Hypothese 1: Es existieren die Emotionssubtypen „Viktimisierungsfurcht“ und „Höhen- furcht“.
Roseman et. al (1994, zitiert nach Binser, 2007) lieferten in ihrer Studie empirische Be- funde dahingehend, dass sich Emotionssubtypen durch ihre subjektive Wahrnehmung unterscheiden lassen. In der Emotionstheorie von Cosmides und Tooby (2005, zitiert nach Binser, 2007) werden so genannte evolvierte psychische Mechanismen postuliert, deren Funktion in der Lösung eines adaptiven Problems liegt. Diese Mechanismen wer- den von Cosmides und Tooby definiert als: bezogen auf ein adaptives Problem, compu- tational, angeboren, reliabel und meistens bereichsspezifisch.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Theorie von Cosmides und Tooby und ande- ren evolutionspsychologischen Emotionstheorien liegt darin, dass sie im Rahmen ihrer Analyse der stammesgeschichtlichen Entwicklungsbedingungen von Emotionen explizit Emotionssubtypen von Furcht unterscheiden und diese mit einem empirischen Ansatz klar formulieren. In den Worten von Dr. Martin Binser: „Das empirische Kriterium, anhand dessen Subtypen von Furcht unterschieden werden können, ist also die Verbin- dung zu unterschiedlichen EPMs“. (Binser, 2007, S. 27). Aufgrund der Tatsache, dass EPMs ohne zwischengeschaltete Steuerungselemente miteinander interagieren, ergibt sich die Vermutung, dass es höher verortete Instanzen zur Koordination und Voraktivie- rung bzw. Vorkonfigurierung für die Vorbereitung des Organismus auf den Kontakt mit dem adaptiven Problem gibt. Diese übergeordneten Steuerungsprogramme sind in der Modellvorstellung von Cosmides und Tooby die Emotionen. Auch sie unterliegen, ge- nau wie die EPMs, den 5 Definitionskriterien, unterscheiden sich allerdings im Hinblick auf die hierarchisch höhere Verortung und lassen sich durch die Verwaltung unter- schiedlicher EPMs empirisch voneinander unterscheiden.
Für diese Studie erfolgt daher die Annahme, dass sich je nach induziertem Furchttyp Unterschiede im subjektiven Erleben ergeben. Die Verhaltensweisen, die in der Situati- on Höhe gezeigt werden sind zum Teil antagonistisch zu denen in der Situation Aggres- sor. So wird postuliert, dass Versuchspersonen mit dem Szenario Höhe das Verhalten wie folgt erleben: die Personen versuchen nach Halt zu greifen, sich hinzusetzen oder auf die Knie zu sinken. (McGraw 1937; Gibson & Walk 1960; Walk, Gibson Tighe, 1957, zitiert nach Binser, 2007). Bei induzierter Situation Aggressor dagegen sollten die
5
Arbeit zitieren:
Pamina Russek, 2008, Subtypen von Furcht, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers als Basis überkonfessi...
Zur Kompatibilität von Grundla...
Psychologie - Beratung, Therapie
Masterarbeit, 75 Seiten
Sprache als Hinweis für soziale Nähe oder Distanz
Psychologie - Allgemeine Psychologie
Hausarbeit, 14 Seiten
Zur Analyse von Geiselnahmen in Justizvollzugsanstalten (JVA)
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit, 15 Seiten
Professionelle Selbstdarsteller
Selbstdarstellung am Beispiel ...
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Qualität forensischer Prognosegutachten bei Gewalt- und Sexualstra...
Psychologie - Forensische Psychologie, Strafvollzug
Diplomarbeit, 257 Seiten
Pamina Russek hat den Text Subtypen von Furcht veröffentlicht
Pamina Russek hat einen neuen Text hochgeladen
Handbuch der Allgemeinen Psychologie - Motivation und Emotion
Handbuch der Psychologie Band ...
Veronika Brandstätter, Jürgen H. Otto
Allgemeine Psychologie kompakt
Mit Online-Materialien / Wahrn...
Miriam Spering, Thomas Schmidt
Einführung in die Pädagogische Psychologie
Einführungstexte Erziehungswis...
Elke Wild, Judith Gerber, Heinz-Hermann Krüger
0 Kommentare