Bonifacius ins Kloster gehen konnte. Dies sei aufgrund „wunderbaren Willen[s]“ und der „Schickung Gottes“ geschehen. (S. 463, Z. 28 - 30) Der Vater habe Bonifacius daraufhin ins Exeter Kloster mit dem Namen „Ad Escancastre“ gebracht und der Obhut des Abts Wulhard übergeben. Der Rat des Klosters habe der Aufnahme trotz des ungewöhnlichen Alters des Jungen zugestimmt. (S. 463, Z. 31 - S. 465, Z. 3) „Und so gewann der nun eines irdischen Vaters beraubte Mann Gottes zum Adoptivvater den, der uns erlöst hat, und indem er dem irdischen Gewinn entsagte, strebte er danach, sich den Schatz der ewigen Erbschaft zu erwerben, um nach dem untrüglichen Worte der Wahrheit, […] es hundertfältig wieder zu gewinnen und das ewige Leben zu erwerben. (S. 465, Z. 3 - 9) In den folgenden Jahren habe sich Bonifacius durch enormen Fleiß und intensivem Streben nach Wissen ausgezeichnet. Bereits im Alter von sieben Jahren habe er „unaussprechliche Geistesgröße“ erlangt und habe sich in seiner gesamten Kindheit und im Jugendalter durch Tugendhaftigkeit und Keuschheit ausgezeichnet. Er sei enorm wissbegierig gewesen und habe täglich viele Stunden gelesen. Dadurch seien auch der himmlische Beistand und die göttliche Gaben ständig gewachsen. Bonifacius umfangreiche wissenschaftliche Studien hätten sich nicht nur auf religiöse, sondern auch auf weltliche Bildung bezogen. Darüber hinaus habe sich Bonifacius gebildet, indem er bereits in früher Jugend benachbarte Klöster besuchte. (S. 465, Z. 17 - S. 467, Z. 11) Nach seinem Aufenthalt im Exeter Kloster wechselte Bonifacius als Jugendlicher ins Kloster in Nursling im Bistum Winchester. (Die Briefe des heiligen Bonifatius, S. 3) Er sei aufgrund seines enormen Fleißes schon als Jugendlicher ein überragender Redner, Dichter und Schriftsteller gewesen und habe bereits früh auch als Lehrer andere Klosterschüler unterrichtet. Trotz seines enormen Wissens habe er sich nicht nur Gott, sondern auch den anderen Klosterbrüdern unterworfen und Demut und Gehorsam ständig beibehalten. Auch weltlichen Gelüsten, wie zum Beispiel sexueller Begierde, habe er sich immer entzogen und sei auf dem langen Weg zur Geistlichkeit niemals abgebracht worden. Bonifacius sei für alle anderen Klosterbrüder schon im Jugendalter ein großes Vorbild gewesen. (Vita Sancti Bonifatii; S. 467, Z. 12 - S. 469, Z. 6) „Gott aber, der allein das Verborgene kennt und der in die Tiefen seines Inneren geschaut, erkannte auch die hohe Demut und Liebe, durch die er sich alle seine Genossen in eifrigem Mühen verbunden hielt, sodass er von ihnen zugleich gefürchtet und geliebt wurde und sie ihm […] in wechselseitiger Ehrerbietung wie einem Vater zuvorkamen.“ (S. 469, Z. 6 - 11) Bonifacius sei „verehrungswürdig“, ein „Vorbild des ewigen Lebens“ und ein „Wegweiser apostolischer Bildung“ gewesen. (S. 469, Z. 36 - S. 471, Z. 2) Er habe den „beschwerlichen Weg himmlischer Einsicht“ gemeistert und sei für die Völker ein „Bahnbrecher und Führer“ gewesen. (S. 471, Z. 2 - 4) Bonifacius sei mit
2
„wunderbarer Beredsamkeit“ ausgestattet gewesen und habe „kräftige Predigten“ gehalten. (S. 471, Z. 16 - 20) Außerdem habe Bonifacius große Kraft für wirkungsvolle und nachhaltige Ermahnungen gehabt, sich aber dennoch auch durch Milde ausgezeichnet. (S. 471, Z. 21 - 24) Er habe alle Menschen, egal ob Arme oder Reiche, gleichberechtigt und niemanden bevorzugt. (S. 471, Z. 24 - 29) Seine Demut habe Bonifacius nie verloren, sodass er trotz seines Wissens und seiner hervorragenden Fähigkeiten niemals arrogant oder übermütig gewesen sei. Immer habe er sich den höher gestellten Geistlichen unterworfen und sich an alle Vorschriften gehalten. Daher wurde Bonifacius, wie es die „kanonischen Vorschriften“ besagten, auch erst im Alter von 30 Jahren zum Priester gewählt. (S. 471, Z. 29 - S. 473, Z. 1) Diese Weihe nahm der Abt Winbert im Jahr 702 vor und ernannte Bonifacius zudem zum Leiter der Klosterschule. (Die Briefe des heiligen Bonifatius, S. 3) Auch nach dieser Weihe habe Bonifacius sein gottesdienliches Streben vorbildhaft fortgesetzt, sodass er weiterhin intensiv, auch nachts, gebetet und Almosen sowie Erbarmensdienste gegeben habe. (Vita Sancti Bonifatii; S. 473, Z. 1 - 6) Bonifacius habe immer Geduld gezeigt, sei ausnahmslos besonnen gewesen, habe immer enthaltsam gelebt und habe ständig Selbstbeherrschung bewiesen. (S. 473, Z. 6 - 13)
2. Analyse der Willibald-Biographie
Der angelsächsische Priester Willibald von Mainz verfasste die Bonifacius-Biographie von 755 bis 768, nachdem er von den Bischöfen Lul und Megingoz dazu beauftragt worden war. (http://www.bbkl.de/w/wilbald_v_m.shtml) Er begann damit also ein Jahr nach dem Tod Bonifacius´. Bei dem Werk handelt es sich um die bedeutendste Biographie Bonifacius´. Aus Willibalds Schreibstil wird seine Unterwürfigkeit, seine Begeisterung sowie seine Bewunderung gegenüber Bonifacius deutlich. Es wird klar, dass Willibald sehr fasziniert von Bonifacius gewesen ist. Seine neun Kapitel umfassenden Ausführungen sind sehr detailliert. Die lange Bearbeitungszeit zeigt die Gewissenhaftigkeit und den Ehrgeiz, mit dem Willibald geforscht und gearbeitet hat, auch wenn die Genauigkeit aufgrund von sachlichen sowie grammatikalischen Fehlern an einigen Stellen zu wünschen übrig ließ. (Vita Sancti Bonifatii; S. 453, Z. 6 - 15)
In der Einleitung seiner Bonifacius-Biographie zeigt sich der Verfasser Willibad äußerst demütig. Er redet die beiden Auftraggeber der Biographie, die beiden Bischöfe Lul und Megingoz, mit Unterwürfigkeit an und bezeichnet sich selbst als „ein nur unwürdiger Priester im Herrn“. (Vita Sancti Bonifatii; S. 455, Z. 2 - 4) Außerdem sagt er, dass er das biographische Werk nicht aus eigenem Vertrauen in sein Wissen verfasst habe, sondern „im
3
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Christian Werth, 2007, Das Leben des heiligen Bonifatius, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Politikverständnis von Hannah Arendt
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 18 Seiten
Lesen durch Schreiben im Vergleich zum Fibelunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 16 Seiten
Der Kampf gegen die Osmanen und die Muslime der Mittelmeerländer
Kaiser Karl V., König Ferdinan...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 21 Seiten
Das Bild der bürgerlichen Frau im 18. Jahrhundert und ihre Darstellung...
Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Entwicklung von Religiosität - Einblick in die religionspsychologi...
Theologie - Systematische Theologie
Magisterarbeit, 111 Seiten
Ein Überblick von 1683 – 1923
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 31 Seiten
Kindliches Stottern in Diagnostik und Therapie: Problemfelder der aktu...
Seminararbeit, 23 Seiten
Frauenrolle und Frauenbildung in der Zeit der Aufklärung am Beispiel J...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 30 Seiten
Untersuchung der Frauen-Charaktere im "König Rother"
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Wechselbeziehungen von Politik und Medien
Politik - Internationale Politik - Thema: Sonstiges
Seminararbeit, 13 Seiten
Zu: "Emile oder über die Erziehung" von Jean-Jacques Roussea...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Referat (Ausarbeitung), 9 Seiten
König Rother: Aspekte von Herrschaft und deren zeitgeschichtliche Impl...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Jean Jaques Rousseau als Wegbereiter einer neuen Pädagogik
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Die historische Entwicklung der Massenmedien
Medien und Macht - Erklärungsv...
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
sanane sananem folgt nun Das Leben des heiligen Bonifatius
Christian Werth hat den Text Das Leben des heiligen Bonifatius veröffentlicht
Christian Werth hat einen neuen Text hochgeladen
Das Leben der heiligen Hildegard
Berichtet von den Mönchen Gott...
Hildegard von Bingen, Adelgundis Führkötter
Der Drachenkampf Des Heiligen Theodor Der Drachenkampf Des Heiligen Th...
Willy Hengstenberg
0 Kommentare