Inhaltsverzeichnis
4 1 Einleitung
6 2 Begriffsbestimmung Fernsehsystem
Das Fernsehsystem aus medienwissenschaftlicher Sicht 6
8 3 Zur Situation des Fernsehens in der Mongolei
3.1. Die geschichtliche Entwicklung 8
3.1.1. Anfangsjahre des mongolischen Fernsehens 8
3.1.2. 1990 2005 die Periode der Erneuerung des 9
Fernsehens
3.1.3. 2005 bis Gegenwart die Periode der intensiven 10
Entwicklung des Fernsehens
3.2. Die Fernsehlandschaft im Überblick 12
3.2.1. Das Ziel die Aufgaben die Prinzipien 13
3.2.2. Institutionelle und normativ rechtliche 14
Rahmenbedingungen
18 4 Das Fernsehsystem in Transformation Eine Analyse
4.1. Inhalt der Sendungen 18
4.2. Zuschauerquote 19
4.3. Besitzverhältnisse 20
4.4. Finanzierung 21
4.5. Die Besonderheiten des Transformationsprozesses 23
4.5.1. Übergang von staatlichen zu öffentlich-rechtlichen 25
Sendern
4.5.2. Medienfreiheit unter Druck Die Einflussfaktoren 27
4.6. Das mongolische Fernsehen im Vergleich zum deutschen 31
Fernsehen
2
Einleitung
Das Thema dieser Arbeit, die sich mit dem Medium Fernsehen in der Mongolei befasst, steht in einem umfangreichen Kontext im Hinblick auf Politik Kultur und Ökonomie des Landes.
Das Fernsehen als Teilsystem der Massenmedien gilt in demokratisch organisierten Gesellschaften neben Legislative, Exekutive und Judikative als die vierte Macht im Staat, als eine tragende Säule moderner Demokratien im Informationszeitalter. Hauptaufgabe von Massenmedien in modernen Massengesellschaften ist es, den notwendigen öffentlichen Raum zu schaffen, in dem demokratische bzw. zustimmungsabhängige und informationspflichtige „Herrschaft“ verwirklicht werden kann. Damit haben sie vor allem die Funktion, grundlegende Quelle gesellschaftlich relevanter Informationen zu sein, die jedem einzelnen Staatsbürger die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben einer demokratisch organisierten Gesellschaft ermöglichen sollen.
In der Tat nimmt die gesellschaftliche Bedeutung des Fernsehens im alltäglichen und politischen Leben stetig zu. Neben der Presse ist es für die meisten in einer Demokratie lebenden Menschen bereits heute die wichtigste und für viele, gerade für Angehörige der unteren Gesellschaftsschichten in der Mongolei, oftmals die einzige Informationsquelle.
Den Gegenstand dieser Arbeit bildet das Fernsehsystem der Mongolei. Besonders in diesem Land wird von den Einheimischen beklagt, dass sich das Fernsehen zunehmend zu einem Medium massiven politischen Einflusses in der doch eigentlich demokratischen Mongolei entwickelt. Dabei wird das Funktionieren des Mediums in Hinblick auf die Schaffung eines demokratischen öffentlichen Raumes, die Verbreitung von Informationen für die Bürger und die Gewährleistung freier Meinungsäußerung in Frage gestellt.
Stellt die gegenwärtige Form des mongolischen Fernsehsystems eine Gefahr für die junge Demokratie der Mongolei dar?
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Im Folgenden soll das mongolische Fernsehen als eine Institution vor seinem geschichtlichen Hintergrund sowie im Lichte der gesellschaftlichen Transformation analysiert und bearbeitet werden. Ergänzend dazu wird das mongolische Fernsehsystem im Vergleich zum deutschen betrachtet, um die Schwachstellen des Fernsehsystems der Mongolei herauszufinden. Denn das deutsche Fernsehsystem gilt hinsichtlich seiner Medienfreiheit als führend und beispielhaft im globalen Kontext. Dadurch soll in der Arbeit die Klage der Einheimischen über den demokratiefeindlichen Einfluss des Fernsehens auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden. Anschließend sollen anhand der Ergebnisse der Analyse die Zukunftsperspektiven des mongolischen Fernsehens herausgefunden und durch das Fazit abgerundet werden.
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2. Begriffsbestimmung Fernsehsystem
Das Fernsehsystem aus medienwissenschaftlicher Sicht
Das Fernsehen als ein Medium (von lat. medius = das Mittlere, der Vermittelnde) ist in erster Linie ein Kommunikationsmittel der Menschen.
Aus medientheoretischer Sicht versteht man unter einem Medium − „Vermittlungsträger von Informationen“ (Horn/Kerner), 1 − „Informationsvermittler zwischen Quelle und Senke“ (Fluckiger), 2 − „den Mittler und bilden eine Sphäre der Vermittlung“ (Winkler) 3 und es ist einer der „institutionalisierte[n] Kommunikationskanäle“ (Saxer, Kommunikationswissenschaft) 4 .
Diese Arbeit baut auf einem kommunikationswissenschaftlich geprägten Medienbegriff auf, welcher sich auf Massenmedien – darunter, wie in diesem Fall, das Fernsehen – konzentriert. Die gesellschaftliche Bedeutung des Fernsehens nimmt im alltäglichen und politischen Leben der Mongolei stetig zu. Neben der Presse ist es für die meisten Menschen bereits heute die wichtigste Informationsquelle und für viele, gerade Angehörige der unteren Gesellschaftsschichten, oftmals die Einzige. Der Grund für die zunehmende Bedeutung des Fernsehens ist die Übertragung von Informationen mit Hilfe von Bildern. In medienwissenschaftlichen Untersuchungen stellte man fest, dass ein Mensch sich von den Informationen, die er visuell wahrgenommen hat, 60% bis 80% einprägen kann. Bei auditiver Wahrnehmung hingegen wird weniger als die Hälfte der Informationen im Gehirn gespeichert. 5 Von Tag zu Tag wächst die Zahl der Zuschauer und auch die durchschnittliche Sendedauer des Fernsehens verlängert sich. Forscher vermuten, dass auch im Zeitalter des Internets und digitaler Technologien das Fernsehen ganz vorn auf dem Medienmarkt vertreten sein wird. Meinungsfreiheit und Freiheit der Medien zählen demnach zu den wichtigsten Säulen der demokratischen Grundordnung.
1 Christian Horn, Immo Kerner u. a. (Hg.): Lehr- und Übungsbuch Informatik. München 1995.
2 Francois Fluckiger: Multimedia im Netz. München 1996.
3 Hartmut Winkler: Basiswissen Medien. Frankfurt/M. 2008.
4 Ulrich Saxer: Einführung in die Publizistikwissenschaft. Zürich 1994.
5 Vgl.: M. Zulkafil: „Orchin ueiin setguul zui“. Ulaanbaatar 2007, S.92.
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Damit die politischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Bereiche eines
demokratischen Landes intakt bleiben, ist die Rolle der Massenmedien an dieser
Stelle unverzichtbar. Denn gerade sie besitzen die Aufgabe zu informieren, an der
Meinungsbildung mitzuwirken sowie Kontrolle und Kritik auszuüben.
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3. Zur Situation des Fernsehens in der Mongolei
3.1. Die geschichtliche Entwicklung
3.1.1. Anfangsjahre des mongolischen Fernsehens
Die Geschichte des Fernsehens in der seit 1924 sozialistischen Mongolei Mongolei begann am 01. Juli 1967 mit der ersten Versuchssendung „Die Festveranstaltung des 46-ten Jahrestages der mongolischen Volksrevolution“. Sie wurde von der im gleichen Jahr mit der technischen und fachlichen Unterstützung der ehemaligen Sowjetunion gegründeten Fernsehanstalt „Mongol Televiz“ ausgestrahlt. 6 Der offizielle Fernsehbetrieb der mongolischen Fernsehanstalt wurde am 27. September 1967 in der Hauptstadt Ulaanbaatar aufgenommen, bis Mitte der 1970er Jahre handelte es sich um Live-Übertragungen in schwarz-weiß. Drei Jahre nach der Errichtung des Fernsehens wurde über den sowjetischen Fernsehsatellit „Orbit“ eine Funkverbindung zum staatlichen Fernsehen der Sowjetunion hergestellt und sie gewährleistete bis Anfang der 1990er die ordnungsgemäße Übertragung des zentralen Programms des sowjetischen Fernsehens in Ulaanbaatar.
Am 18. Dezember 1989 wurde das mongolische Fernsehen mit dem nationalen Hörfunk zusammengelegt, der den landesweiten Sendebetrieb schon 1934 aufgenommen hatte, und bildeten fortan gemeinsam „das Zentrum für mongolisches Fernsehen und Hörfunk“. Wenig später begann die landesweite Ausstrahlung der Fernsehprogramme über den Fernsehsatellit „Asiasat“ mit 320 Stationen im ganzen Land.
Somit gilt die Zeitspanne ab dem Gründungsjahr bis zur Entstehung der Demokratiebewegung 1990 in der mongolischen Journalistik zum Einen als die Epoche der Errichtung und Verbreitung des Fernsehens in der Bevölkerung und der Grundlagenbildung des (Fernseh-)Journalismus zum Anderen.
Kennzeichnend für diese Epoche sind die Grundprinzipien der Parteilichkeit, Wissenschaftlichkeit und Volksverbundenheit, auf denen die Arbeit des
6
„Mongolisches Fernsehen“ (übersetzt durch den Verfasser).
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mongolischen Fernsehens fußte. Die ländlichen Gebiete hatten guten Zugang zu den nationalen Druck-Medien sowie zu Hörfunk und Fernsehen. Alle Aimags 7 hatten eine Regierungsgesteuerte Lokalzeitung und zum größten Teil auch eine lokale Radio- und / oder TV-Station in ihren Zentren.
3.1.2. 1990 - 2005 die Periode der Erneuerung des Fernsehens
Unter dem Eindruck der Veränderungen in Osteuropa entstand 1990 auch in der Mongolei eine Demokratiebewegung, welche dramatische Reformen und Veränderungen im politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Bereich des Landes nach sich zog. Um 1990 verschlechterte sich die Situation der Druck-Medien in den Aimags so dramatisch, dass die gut organisierte top-downVerbreitung von Informationen aus den verschiedenen staatlichen Ebenen mit dem Untergang des Kommunismus in sich zusammenbrach. Umso mehr stieg die Rolle des Fernsehens und Hörfunks.
Hingegen fiel die Entwicklung der Medien in Ulaanbaatar viel dynamischer als im Rest des Landes aus und passte sich an das Bild der allgemeinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen an. Die Liberalisierung der Medien fand im Rahmen der 1992 von der demokratisch gewählten Regierung ratifizierten Verfassung statt, die die Freiheit der Meinungsäußerung und das Recht auf den Erhalt von Informationen garantierte. Es gab jedoch bis 1998 noch keine richtige Medien- Gesetzgebung.
Trotz des Medien-Gesetzes von 1998, welches die Freiheit der Meinungsäußerung und die Abschaffung der Zensur zum obersten Gebot der Medien erklärt, blieb das
MNTV („Mongolisches Nationales Fernsehen“) von der Regierung gesteuert und
behielt weiterhin eine privilegierte Position in der mongolischen Medienlandschaft. Auf der anderen Seite entstanden in den Jahren 1994 und 1995 in der Folge der
7 Das Wort „Aimag“ bezeichnet die oberste Ebene der regionalen Verwaltungsgliederung. Ein Aimag
ist in mehrere „Sum“ untergegliedert. Die Hauptstadt Ulaanbaatar wird separat eigenständig verwaltet.
Es gibt insgesamt 21 Aimags in der Mongolei. Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aimags_der_Mongolei (20.08.2008)
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Quote paper:
Ganbold Bilguun, 2008, Analyse und Zukunftsperspektiven des Fernsehsystems in der Mongolei, Munich, GRIN Publishing GmbH
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