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Leben am Rand der Gesellschaft

Rechtlicher und sozialer Wandel der Situation sich prostituierender Frauen in Deutschland

Title: Leben am Rand der Gesellschaft

Term Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christina Busch (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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[...]
Im Folgenden wird also vor allem die rechtliche Situation von Prostituierten in Deutschland in Verbindung mit ihrer sozialen Stellung im Fokus meiner Ausführungen stehen,
wobei ein besonderer Schwerpunkt auf jener Entwicklung hin zum neuen Prostitutionsgesetz und darüber hinaus auf dessen Auswirkungen liegen wird, sodass dem zeitlichen Rahmen eine Spanne vom 19. Jahrhundert bis heute beigemessen wird. Ziel dieser Arbeit soll es also sein, Prostitution als „eine sexuelle Dienstleistung außerhalb der Ehe gegen Entgelt“ im historischen Kontext so darzustellen, dass ein möglicher Wandel im
rechtlichen und sozialen Umgang mit diesen Frauen ersichtlich werden kann. Dabei wird auch das gesellschaftliche Frauenbild eine bedeutsame Rolle spielen.
Hat ein Wandel im gesellschaftlichen Bild von Prostituierten stattgefunden? Und wenn dem so ist, wie sieht dieser Wandel aus? Inwiefern haben die Gesetzesänderungen in die eine oder andere Richtung dazu beigetragen? Wie also hat sich z.B. das neue Prostitutionsgesetz auf den Umgang der Gesellschaft mit Prostituierten in der Realität ausgewirkt? Kann man Prostitution zu Recht und auch heute noch als eine Lebenswelt am Rand bezeichnen?
Dementsprechend wird es im Folgenden also weniger um die von Prostituierten selbst
angeführten Ursachen und Gründe gehen, sich zu prostituieren – einzig die Hauptmotivation der Existenzsicherung wird behandelt werden. Auch können weder die verschiedenen Erscheinungsformen der Prostitution noch die regionalen oder länderbezogenen Unterschiede in der Umgangsweise mit diesen Frauen berücksichtigt werden, wenngleich alle diese Aspekte von Bedeutung sind. In dieser Arbeit werde ich mich vorwiegend auf die mehr oder minder freiwillige Prostitution in Deutschland beziehen, sodass weitergehend auch nicht auf die Bereiche Frauen- und Menschenhandel sowie Zwangs- und Kinderprostitution eingegangen werden kann. Überdies werde ich, wenn ich von
Prostitution spreche, von der weiblich-heterosexuellen Form ausgehen, obgleich auch
andere Formen wie z.B. die männliche Prostitution vorhanden sein werden.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prostitution – rechtliche und soziale Situation von Prostituierten im 19. Jahrhundert bis zur Jahrtausendwende

2.1 Prostitution im 19. Jahrhundert

2.2 Prostitution ist sittenwidrig

2.3 Prostitution und Frauenbild im Wandel

3. Das neue Prostitutionsgesetz und seine Auswirkungen

3.1 Ziele und Forderungen des neuen ProstG

3.2 Auswirkungen des neuen ProstG in der Realität

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Wandel der Prostitution in Deutschland, mit einem Fokus auf der rechtlichen und sozialen Stellung der Frauen vom 19. Jahrhundert bis zur Jahrtausendwende und der Bewertung des Prostitutionsgesetzes von 2002.

  • Historische Entwicklung der Prostitution seit dem 19. Jahrhundert
  • Verbindung von Prostitution und gesellschaftlichem Frauenbild
  • Rechtliche Situation und Diskriminierung von Prostituierten
  • Ziele, Forderungen und Realitätscheck des neuen Prostitutionsgesetzes (ProstG)

Auszug aus dem Buch

2.1 Prostitution im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert, das Zeitalter der industriellen Revolution, war für viele Menschen in der Stadt und auf dem Land eine Zeit gravierender Veränderungen: Armut, Bevölkerungswachstum, Hungersnöte, sowie ökonomische und gesellschaftliche Umorientierungen vor allem durch einen massiven Zuzug ländlich geprägter Bevölkerungsteile in neu entstandene Industriezentren kennzeichneten diese Zeit, da sie sich auf alle Bereiche des Lebens auszuwirken schienen. Von besonderem Interesse ist dabei im Hinblick auf diese Arbeit das Schicksal junger Mädchen und Frauen aus ländlichen Gegenden, die aufgrund der die Familienexistenz gefährdenden Verhältnisse in einer Zeit rapider Entwicklung neuer Industrien und der Zunahme von Fabrikarbeit gezwungen waren in die Städte zu gehen, um dort Geld zu verdienen – fern von ihrer Familie und ohne soziale Bezüge.

Während die Familie also vorwiegend auf dem Land blieb, um ihre Existenz zu sichern, wurden die Töchter mit der Hoffung auf eine für sie bessere Zukunft in der Stadt fortgeschickt. Diese verfügten jedoch meistens nur über eine geringe Ausbildung, sodass ihnen in der Stadt häufig nur Tätigkeiten mit wenig Einkommen offen standen. Infolgedessen stieg die Zahl der Prostituierten im ausgehenden 19. Jahrhundert besonders in den großen Städten immens an; nach Schätzungen vieler ExpertInnen soll es zu der Zeit in Deutschland bis zu 200.000 Prostituierte gegeben haben. Die Dunkelziffer wird allerdings deutlich höher gelegen haben, da Prostituierte ihre Tätigkeit schon damals aufgrund der ihr (infolge dieser Beschäftigung) begegnenden gesellschaftlichen Diskriminierung im Geheimen ausübten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas Prostitution und Erläuterung der Zielsetzung, den Wandel der rechtlichen und sozialen Situation von Prostituierten in Deutschland zu beleuchten.

2. Prostitution – rechtliche und soziale Situation von Prostituierten im 19. Jahrhundert bis zur Jahrtausendwende: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Prostitution, die rechtliche Stigmatisierung und den Zusammenhang mit dem Wandel des gesellschaftlichen Frauenbildes.

3. Das neue Prostitutionsgesetz und seine Auswirkungen: Analyse des Prostitutionsgesetzes von 2002, seiner Ziele zur rechtlichen Anerkennung und der tatsächlichen Auswirkungen auf die Lebensrealität der betroffenen Frauen.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse hinsichtlich des Wandels der Prostitution, der weiterhin bestehenden gesellschaftlichen Doppelmoral und der begrenzten Reichweite des neuen Gesetzes.

Schlüsselwörter

Prostitution, Prostitutionsgesetz, ProstG, Sittenwidrigkeit, Frauenerwerbsarbeit, Frauenbild, rechtliche Situation, soziale Diskriminierung, Sexarbeit, Geschlechtskrankheiten, Reglementierung, Existenzsicherung, Gleichstellung, Arbeitsbedingungen, Tabuisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt den rechtlichen und sozialen Wandel der Situation von Prostituierten in Deutschland im Zeitraum vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Prostitution, die Abhängigkeit von gesellschaftlichen Moralvorstellungen und das Frauenbild sowie die Auswirkungen des neuen Prostitutionsgesetzes.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich der Umgang mit Prostitution gewandelt hat und ob das neue Prostitutionsgesetz von 2002 zu einer tatsächlichen Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation der Frauen beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Berichte, Gesetzesbegründungen sowie soziologischer und rechtshistorischer Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss des 19. und 20. Jahrhunderts, die Verbindung zum Wandel des Frauenbildes und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Prostitutionsgesetz von 2002 und seiner Praxisrelevanz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Prostitution, Prostitutionsgesetz, soziale Diskriminierung, Frauenbild, Rechtssicherheit und Sittenwidrigkeit.

Wie bewertet die Autorin die Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes?

Die Autorin stellt fest, dass das Gesetz zwar einen wichtigen Schritt zur Abschaffung der Sittenwidrigkeit darstellt, in der Realität jedoch noch keine weitreichende Verbesserung der sozialen Absicherung oder der Arbeitsbedingungen bewirkt hat.

Inwieweit spielt das Frauenbild eine Rolle für die Prostitution?

Das Frauenbild ist laut der Arbeit zentral, da die Prostituierte lange Zeit als das Gegenbild zur anständigen Hausfrau und Mutter definiert wurde, was maßgeblich zur Stigmatisierung beitrug.

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Details

Title
Leben am Rand der Gesellschaft
Subtitle
Rechtlicher und sozialer Wandel der Situation sich prostituierender Frauen in Deutschland
College
University of Osnabrück
Course
Leben am Rand? – Sozialpädagogisches Handeln in Lebenswelten jenseits der "guten Gesellschaft"
Grade
1,0
Author
Christina Busch (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V120029
ISBN (eBook)
9783640240258
ISBN (Book)
9783640244508
Language
German
Tags
Leben Rand Gesellschaft Leben Rand Sozialpädagogisches Handeln Lebenswelten Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Busch (Author), 2008, Leben am Rand der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120029
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