habe und fügt hinzu, dass je mehr von einer Sache wahrgenommen wird, desto besser würde man sie kennen. Dies gilt laut Descartes als Beweis dafür, dass ein Geist, ohne alles dem Körper Zugeschriebene „bekannter“ ist, als ein Körper, ohne alles dem Geist Zugeschriebene.
Anschließend spricht Mersenne an, dass der Glaube, alles Körperliche entfernt zu haben, einen Irrtum beherbergen könnte und wirft die Frage auf, ob der Einzelne, der ein Körper ist, diesen Körper auch (zumindest gedanklich) „ausschalten“ kann. Mersenne wirft die Frage nach einem Beweis auf, in dem Descartes verdeutlichen soll, dass der Körper nicht denken kann bzw. die Bewegungen des Körpers nicht Bewusstsein selbst sind. Der Aufbau des Körpers, oder Teile wie das Gehirn, könnten laut Mersenne zur Bildung von Vorstellungen zusammenwirken, wobei er Vorstellungen als Bewegungen definiert. - Descartes geht hierauf ein und erklärt, die Möglichkeit, ein Ding ohne ein anderes klar und deutlich denken zu können, würde für die Gewissheit, dass sie voneinander verschieden sind, ausreichen. Weiterhin führt er an, er habe ein klare und deutliche Idee seiner selbst, sofern er ein denkendes (nicht ausgedehntes) Ding ist und gleichzeitig eine klare und deutliche Idee vom Körper, wenn er nur ein ausgedehntes (nicht denkendes) Ding ist. Dies würde bedeuten, dass der Geist vom Körper verschieden ist und getrennt von ihm existieren kann. Er fügt hinzu: „Alles was denken kann, ist oder heißt Geist, da aber Geist und Körper real voneinander verschieden sind, so ist kein Körper Geist, also kann kein Körper denken“. Descartes stellt weiterhin die Frage, wie sonst zu erkennen sei, das zwei Dinge real voneinander verscheiden sind, als das eine ohne das andere zu erkennen. Zwar könne erwidert werden, das sei voneinander real verschieden, was getrennt ohne das andere existiere, jedoch würde hier das Problem auftauchen, wie denn dies existierende wahrgenommen werden könnte. Um verschieden zu sein, muss etwas selbst erkannt werden. Die Sinne seien hierfür, Descartes zur Folge, eher unzuverlässig, daher würde ein Ding ohne ein anderes sinnlich wahrzunehmen nichts anderes bedeuten, als „die Idee eines Dinges haben und denken, dass diese Idee nicht dieselbe ist, wie die eines anderen Dinges“. Daher behauptet Descartes, das jedes sichere Merkmal, um zwei Dinge voneinander zu separieren, auf seine These zurückgeführt werden kann. Abschließend hierzu stellt Descartes fest, dass, falls immer noch jemand leugnen sollte, dass er distinkte Ideen vom Geiste und vom Körper habe, dies daran liegen würde, dass er niemals erfahren habe, dass er des Körpers „ermangelt“ habe und dass er nicht selten von diesem in seinem Tun
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Christine Natterer, 2008, Descartes Deutung des Ichs als denkende Substanz, Meditationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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