Freie Universität Berlin Institut für Politik- und Sozialwissenschaften
Seminarart:
Titel der
Veranstaltung:
Semester:
Globalisierungssystem am Ende des
20.Jahrhundert und sein Einfluss auf das
vereinigte Deutschland.
Frank Kofi Schwarz
Studiengang: Diplom
Fachsemester: 3. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3-4
2.Das Globalisierungssystem am Ende des 20.Jahrhundert Seite 4-9
2.1.Die weltweite Ausbreitung des ökonomischen Tausches
in den letzten Jahren Seite 4-6
2.2. Vereinheitlichung von Märkten Seite 6-9
3. Die Globalisierung und ihre Auswirkungen auf die BRD Seite 9-17
3.1. Die Veränderung der Sozialstruktur im Zeitalter
der Globalisierung Seite 9-11
3.2. Tertiärisierung in den alten Ländern und
Deindustrialisierung in den neuen Ländern Seite 11-14
3.2.1. Tertiärisierung in den alten Ländern Seite 11-13
3.2.2. Deindustrialisierung in den neuen Ländern Seite 13-14
3.3. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt Seite 14-16
3.4. Regionale Transformation Seite 16-17
4. Fazit Seite 18-19
Literaturverzeichnis
2
1.Einleitung
Das Thema der Hausarbeit bezieht sich auf das Globalisierungssystem am Ende des 20. Jahrhundert und seinen Einfluss auf die Bundesrepublik Deutschland. Seit der Ablösung des Feudalismussystems haben sich die kapitalistischen Ideen in der Weltordnung durchgesetzt. Tatsächlich schöpft der Ursprung des Kapitalismus seine Geschichte aus der abendländischen Zivilisation, da die Entwicklung der Handelstädte im Mittelalter und folglich die wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Staaten die Quelle des Kapitalismus prägen. Der Kapitalismus unterlief am Ende des 20. Jahrhunderts Entwicklungen und Änderungen, obwohl seine Grundphilosophie von Dominanz und Kräfteverhältnis geprägt war. Allerdings hat der Kapitalismus seine Substanz nicht verloren, denn er hat sich nur im Laufe der Zeit erweitert und diese Erweiterung hat seinen Namen verändert, die seit ca. 40 Jahren durch den Begriff der Globalisierung geprägt wird. Die Globalisierung ist das oberste Niveau des Kapitalismus, weil sie die Bestimmung hat, mehr global als international zu sein. So kann sie als ein Prozess verstanden werden, der auf unterschiedlich starken Triebkräften beruht. Die OECD bezeichnet die Globalisierung als eine Entwicklung, durch den Märkte und Produktionen in verschiedenen Ländern immer stärker voneinander abhängig werden, dank der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Kapital und Technologie. 1 Dieser Prozess ist allerdings nicht unkontrollierbar, er ist mehr das Resultat von Entscheidungen, welche die Staaten in der Vergangenheit getroffen haben. Grundlage moderner Wirtschaft ist die Arbeitsteilung, Kern der Globalisierung ist die Ausweitung der internationalen Arbeitsteilung. Das Problem, was dabei entsteht, liegt in den wechselnden und immer neu entstandenen Bedingungen, an die sich Länder anpassen müssen. Das Resultat ist meist die Überforderung vieler Länder. Was bedeutet eigentlich Globalisierung? Ist der Globalisierungsprozess eine Realität, an welchen sich alle Staaten unbedingt anpassen sollten? Wenn das so ist, wie sehen dann die Konsequenzen für die Bundesrepublik Deutschland aus? Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Globalisierungsprozess, besonders in der BRD, scheinen angesichts der Sozialstaatlichkeit eine Gefährdung der sozialen
1 Von Plate, Bernard, in: Informationen zur politischen Bildung, 4.Quartal 2000, n.269, S. 3
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Stabilität zu sein. Die Globalisierung erweist sich als Anfang vom Ende des Wohlfahrtsstaat. Zehn Jahre nach der Vereinigung unterlag die deutsche Gesellschaft einen Veränderungsprozess, der sowohl negative als auch positive Auswirkungen hatte. Es ist die Quelle aller politischen Auseinandersetzungen, die in den letzten zehn Jahren stattgefunden hat und wird mit dem Begriff der „Modernisierung“ geprägt.
Der Modernisierungsprozess ist ambivalent, denn er fördert einerseits die Gleichberechtigung zwischen Menschen und auf der anderen Seite bringt er ein nicht konformes Verhalten in Bezug auf alle Lebensbereiche hervor. Die gesellschaftliche Modernisierung lässt Spielräume für nonkonformes Verhalten entstehen, und diese fördern wiederum den Modernisierungsprozess. Im politischöffentlichen Bereich wird demokratisiert, im weltöffentlichen Bereich säkularisiert. Unmittelbar sozial werden Familien, Schicht und Milieu entstrukturiert, der Einzelne damit individualisiert und Entnormativierung und Rationalisierung sind weitere soziale Folgen. 2
Im Rahmen dieser Arbeit werde ich die wichtigsten Etappen der Globalisierung verdeutlichen und ebenfalls seine Auswirkung auf die BRD schildern.
2. Das Globalisierungssystem am Ende des 20. Jahrhunderts
2.1 Die weltweite Ausbreitung des ökonomischen Tausches in den letzten Jahren
Die Globalisierung hat sich in den letzten 20 Jahren entfaltet. Tatsächlich ist die zunehmende wirtschaftliche Abhängigkeit der Staaten voneinander mit der Entwicklung der Handelsstädte erst im Mittelalter einhergegangen. Die ersten Etappen des Globalisierungsprozesses sind Ausdruck eines komplexen, kulturellen, materiellen und politischen Wandels, der schon in der Epoche der Renaissance und der Reformation stattgefunden hatte. Durch den Kolonialismus und die damit verbundenen Überseeexpedition im 16.
2 Gensicke, Thomas, Werte und Wandel, S.675
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Jahrhundert, sowie durch die Zunahme des Warentauschs ist dieser Prozess entstanden.
Vor dem ersten Weltkrieg hatte sich die Dominanz Europas im wirtschaftlichen Sektor schon abgezeichnet, denn nach einem Rückgang zwischen den beiden Weltkriegen, insbesondere durch die Weltwirtschaftskrise von 1929, war nach 1945 festzustellen, dass sich die wirtschaftliche Situation in den abendländischen Staaten deutlich verbessert hat. Der Trend der zunehmenden Globalisierung hat sich nach 1945 fortgesetzt und wurde dazu noch weiter beschleunigt. Allerdings muss aufgezeigt werden, dass der
Globalisierungsprozess einen Bruch zwischen dem alten und dem neuen Wirtschaftssystem darstellt, da er sich zwar in einen über Jahrhunderte erstreckenden Prozess einreiht, aber auch eine starke Abweichung beinhaltet, da die Ökonomie früher einer transnationaler, als einer internationalen Prägung unterlag. Die Globalisierung umgeht staatliche Grenzen sowie die Tradition, das Gesetz des Wertes durchzusetzen.
Die Globalisierung ermöglicht die Intensivierung des Austausches, da sie im Zuge einer allgemeinen Bewegung der Liberalisierung erfolgte, welche nach dem Krieg einen Aufschwung erlebt hat. Der sich intensivierende Prozess des internationalen Handels wurde erleichtert durch das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT(1948), gefördert durch die Schaffung der Welthandelsorganisation(1994) und durch die zunehmende Regionalisierung (regionale wirtschaftliche Kooperation, Schaffung zollfreier Zonen, z.B. NAFTA im Jahre 1994, MERCOSUR oder EU).
Die Verwirklichung der Globalisierung wurde durch das Ende des Bretton Woods Systems eingeleitet, da dies den Rahmen der finanziellen Ströme erleichtert. „Die internationalen Finanzmärkte sind etwa Mitte der 70er Jahre starken Veränderungen ausgesetzt. Die weltweite Abschaffung von Kapitalverkehrskontrollen nach Ende des Währungssystems von Bretton Woods und der zunehmende Einsatz von miteinander vernetzten Computern mit der damit einhergehenden Senkung von Informations- und Transaktionskosten (Automatisierung der Prozesse und Professionalisierung der Akteure ) haben eine erhebliche Zunahme internationaler Kapitalströme bewirkt.“ 3 1971 entstand das Wechselkurssystem wegen hoher und stetig
3 Wirtschaft heute, S. 280
5
Arbeit zitieren:
Frank Kofi Schwarz, 2002, Globalisierungssystem am Ende des 20. Jahrhundert und sein Einfluss auf das vereinigte Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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