Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
Die Kantische Wahrnehmung des Menschen 3
Das Kantische Schöne 5
Das Kantische Erhabene 7
Stifters „Erhabenes“ 8
Das Gefühl des Erhabenen in Stifters Literatur 10
Unfassbare Bilder des Schreckens bei Ernst Jünger. 11
Der Blick in die Tiefe 13
Kunst oder Tatsachenbericht? 14
Quellenverzeichnis. 17
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Einleitung
Meine Arbeit hat zum Ziel, den Begriff des „Erhabenen“ nach Kant zu klären und ihn dann in den Erzählungen von Adalbert Stifter zu suchen bzw. festzustellen, inwiefern man den von Kant beschriebenen „Gefühlsprozess“ bei Stifter wiederfindet.
Zur Hilfe genommen habe ich Textauszüge von Karl Heinz Bohrer, der sich mit Ernst- Jünger- Texten beschäftigt. Anders als Stifter sind es bei Jünger Kriegssituationen- bei dem von mir gewählten Beispiel der Einschlag einer Granate- die die gekannte Realität übersteigen und ein Gefühl verursachen, dasvielleicht- Ähnlichkeiten mit dem Gefühl des Erhabenen nach Kant hat.
Die Kantische Wahrnehmung des Menschen
Kant hielt eine „Neue Wissenschaft von den letzten Dingen“ (Metaphysik) für notwendig, weil er der dogmatischen Selbstsicherheit der herkömmlichen Metaphysik mit ihrer gefährlichen Nähe zur Religion einerseits und dem alles bezweifelnden Skeptizismus Humes andererseits etwas entgegenhalten wollte. Um sich dieser Wissenschaft zu nähern, untersuchte Kant die menschliche Erkenntnisart von Gegenständen, bzw. Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung überhaupt. Er stellte zunächst fest, dass die Bedingungen im wahrnehmenden Subjekt liegen. Der Mensch nimmt seine Umwelt durch Sinnlichkeit und Verstand wahr: Durch die Sinnlichkeit oder auch Sinne werden uns die Gegenstände gegeben, durch den Verstand werden sie gedacht. Raum und Zeit, die bei Kant als eine Art „menscheigene“ Basiskategorie der Sinne bestimmt werden, sind keine Eigenschaften der Gegenstände, sondern liegen im Menschen als „Sinnlichkeit“ begründet. In uns ist der Raum als reine Form der äußeren Anschauung und die Zeit als reine Form der inneren Anschauung. Das heißt, dass es keine Gegenstände gibt, sondern ein Etwas, aus dem wir durch Zugabe von Raum und Zeit „Gegenstände“ machen.
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RAUM UND ZEIT
Kant sagt: „dass wir dieselben Gegenstände auch als Dinge an sich selbst, wenngleich nicht erkennen, doch wenigstens denken können. Denn sonst würde der ungereimte Satz daraus folgen, dass Erscheinung ohne etwas wäre, was da erscheint.“ Objekte existieren also in zweierlei Hinsicht: als „Ding an sich“ und als Erscheinung. Als „Ding an sich“ selbst kann man den Gegenstand minus Raum und Zeit bezeichnen. „Erkennen“ und wahrnehmen können wir dieses „Ding an sich“ also nicht. Kant sagt: Erkenntnis bezieht sich immer auf Gegenstände der Sinne, auf Objekte möglicher Erfahrung in Raum und Zeit. 1 Außerhalb dessen, also vom „Ding an sich“ oder beispielsweise von Glaubensinhalten wie z.B. Gott, die metaphysischer Natur sind, können wir nichts wissen. Die Vernunft komplettiert die Erkenntnis eines Gegenstandes insofern, als sie eine Idee der Einheitlichkeit gibt, die sich auf die Aufhebung des Ursache- Wirkungs- Prinzips bezieht. Gemeint ist damit, dass jeder Gegenstand in einem Kontext von Anfang und Ende steht, also Teil eines Universums ist, das am Ende jeder empirischen Ursachenforschung auf eine letzte Frage keine Antwort gibt. Die Vernunft antwortet auf diese Frage mit einer „Idee“, die eines Schöpfers beispielsweise, die dann Antwort auf „letzte Fragen“ ist.
1 vgl Christoph Helferich „Geschichte der Philosophie- Von den Anfängen bis zur Gegenwart und Östliches Denken“ München 1998, S.252
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MENSCH
VERNUNFT
Die Untersuchung der Wahrnehmung der „Umwelt“ zieht die Frage nach einem Sinn oder einer Zweckmäßigkeit nach sich. Dabei handelt es sich wiederum um eine „letzte Frage“. Es ist unmöglich gesetzmäßige (wirklich objektive) Antworten auf diese Frage nach Sinn und Zweckmäßigkeit zu finden. Aber wir nehmen die Natur subjektiv! als sinnhaft wahr, denn wir erfahren die Gefühle des Schönen und Erhabenen. 2
Das Kantische Schöne
Das subjektive Gefühl des Schönen interessiert Kant, weil es möglich ist ihm eine eingeschränkte Objektivität abzugewinnen. Das liegt an dem im Gefühl des Schönen implizierten Drang nach Zustimmung durch andere. Die Mehrheit bestimmt also, was „objektiv schön“ ist.
Kants Untersuchungen basieren auf den bereits erläuterten Wahrnehmungsformen des Menschen. Daraus ergeben sich dann die Bedingungen eines schönen Gegenstandes.
Eine Voraussetzung für das Schöne ist, dass das wahrnehmende Subjekt den Gegenstand ohne Eigeninteresse am Gegenstand betrachtet. Das, was angenehm ist, ist somit nicht „schön“. Eigeninteresse würde die „harmonische“ Wahrnehmung des Gegenstandes stören:
2 vgl Christoph Helferich a.a.O. S.261
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Arbeit zitieren:
Jonas Lobgesang, 2005, Das Kantische Erhabene bei Adalbert Stifter, München, GRIN Verlag GmbH
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