Einleitung 3
„Witz und Humor“ eine Begriffsannäherung 3
Zwischenfazit 5
Der Begriff „Werbung“ 6
Funktionen des Humors in der Werbung 8
Aufmerksamkeit erregen 9
Markenkenntnis schaffen 11
Schaffung eines positiven Images 11
Steigerung der Kaufabsicht 13
Humor in der Radiowerbung - eine empirische Studie 14
Der deutsche Humor-Rezipient 17
Zwischenfazit 18
Drei Werbespots mit humorigen Elementen- eine kleine Analyse 19
Das Kinderzimmer von Volkswagen - der neue Sharan 19
Grün oder besser Ariel-Grün? 20
Helge Schneider und Toy´R´Us 21
Literaturverzeichnis 22
2
Einleitung
Zunächst will ich mich mit den beiden Begriffen „Witz“ und „Humor“ aus
sprachwissenschaftlicher Sicht nähern und davon ausgehend auf Auseinandersetzungen mit beiden Begriffen aus dem Bereich der Geisteswissenschaften eingehen. Nachdem ich mich in einem nächsten Schritt kurz dem Begriff der „Werbung“ und dessen Beziehung zum Humor widme, um aus der Historie heraus die Gegenwart nachvollziehbarer darstellen zu können, folgt die konkrete Auseinandersetzung zum Thema Humor in der Radiowerbung. Dazu ist zu sagen, dass in der Literatur mehrfach auf einen ungenügenden Forschungsstand zum Thema hingewiesen wurde. 1 Ausführliche Studien fehlen vor allem im deutschsprachigen Raum, weshalb auf us-amerikanisches Material zurückgegriffen wird. Da aber den Humor sein kulturspezifische Wesen auszeichnet ist das keine zufrieden stellende Lösung. Zum Schluss meiner Arbeit will ich eine kleine Analyse von humorigen Werbespots, die im Anhang meiner Arbeit auf einer CD enthalten sind, mit Rücksicht auf die von mir in der Theorie gewonnen Erkenntnisse durchführen.
„Witz und Humor“- eine Begriffsannäherung
Ein Problem der Auseinandersetzung mit den Begriffen „Humor“ und „Witz“ besteht in ihrer Mehrdimensionalität. Humor bzw. Witz an sich sind weder greifbar noch messbar und es existieren zu viele unterschiedliche Arten von ihnen, um alle intensiv in dieser Arbeit zu behandeln. Ziel ist es also eine grundsätzliche Idee davon zu bekommen, wie Humor bzw. Witz funktioniert und die Erkenntnisse dann in die Thematik des Werbehumors bzw. Werbewitzes mitzunehmen.
„Witz“ als ein Begriff der germanischen Sprachen bedeutete „Wissen durch Sehen“ und fasste Erlerntes und Erfahrenes zusammen. Bis ins späte 17. Jahrhundert wurde „Witz“ im Sinne von Verstand, Klugheit, Wissen und Weisheit gebraucht. „Humor“ dagegen kommt von dem lateinischen „humores“, womit alle möglichen Flüssigkeiten, Feuchtigkeiten oder Säfte bezeichnet wurden. Die aus der Antike bis in die frühe Neuzeit wirksame Lehre von den vier Körpersäften [humores naturales] Blut, Schleim, helle und schwarze Galle wurde in den nicht
1 Unter anderem: Vgl. Harald Erbeldinger und Christoph Kochhan „ Humor in der Werbung. Chancen und Risiken“ in Michael Jäckel (Hrsg.) „Die umworbene Gesellschaft - Analysen zur Entwicklung der Werbekommunikation“, Opladen 1998, S.142
3
stofflichen Bereich übertragen. Den vier Säften wurden vier Temperamente zugeordnet: Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker und Melancholiker. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts kamen Humor und Witz in einem für beide Begriffe neuen Bereich des Komischen und traten dort gemeinsam auf: „Dabei blieb im Witz ein intellektuelles Moment wirksam. Wer über Witz verfügte, der konnte leicht und schnell Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Dingen wahrnehmen und damit überraschend
2 Manfred Geier „Worüber kluge Menschen lachen - kleine Philosophie des Lachens“, Hamburg 2006, S.112
3 vgl. Otto F. Best „Volk ohne Witz - Über ein deutsches Defizit“, Frankfurt am Main 1993, S71
4 ebd.
5 Anmerkung: In Worten wie „witzlos“ oder „aberwitzig“ ist das sprachgeschichtliche Erbe des Begriffs heutzutage noch deutlich zu erkennen.
6 H. Erbeldinger und C. Kochhan „ Humor in der Werbung. Chancen und Risiken“ in Michael Jäckel (Hrsg.) „Die umworbene Gesellschaft - Analysen zur Entwicklung der Werbekommunikation“, Opladen 1998
7 ebd., S. 142
8 Vgl. M. Geier a.a.o., S.193 ff
4
aberwitzigen und spektakulären Generierens von Unterschiedlichkeiten im Traum getroffen. Scheinbar existierte im Traum ein Gewirr heterogener Vorstellungen und scheinbar unlogische und unerklärliche Geschichten, aber nach intensiver Selbstanalyse bewies Freud, dass durchaus Sinnvolles hinter diesen Bildern stand. Mit anderen Worten, Freud bewies den Witz, den der Geist im Schlaf entfaltet. 9 Witze funktionieren nach Freud nämlich so ähnlich wie Träume. Sie arbeiten mit Verschiebungen von Bedeutung: „Wie in der Traumarbeit sind es oft einfache Verdichtungen des sprachlichen Materials, die zum Lachen reizen, vor allem dann, wenn sich dahinter ein komplexer Gedanke verbirgt.“ 10 Der Gleichklang von Worten beispielsweise ist nach Freud oft kein Zufall und wird sprachlich thematisiert. So weist der Ausruf „Traduttore - Traditore“ (Übersetzter - Verräter) auf eine tiefer liegende Ähnlichkeit zwischen Übersetzer und Verräter hin. Der Übersetzer begeht nämlich in gewissem Sinne Verrat am sprachlichen Ausdruck des Originals, wenngleich er doch so exakt wie nur möglich dasselbige wiedergeben will. 11 Der folgende Witz spielt mit dem schnellen Auffassungsvermögen des Zuhörers, der die Mehrdeutigkeit der verwendeten Sprachen erkennen muss: „Wie geht´s?“ fragt der Blinde den Lahmen. „Wie Sie sehen“, antwortet der Lahme dem Blinden.
Zwischenfazit
Die hier präsentierten, sich ergänzenden Auseinandersetzungen mit den Begriffen „Witz“ und „Humor“ kann man resümierend wie folgt zusammenfassen: Gelungener Humor/Witz ist eine Kommunikationsform und somit sozial und kennzeichnet sich durch ein Lachen oder Lächeln als Reaktion beim Rezipienten aus. Darüber hinaus hat Humor immer etwas mit schneller Auffassungsgabe zu tun, denn Witze arbeiten mit Bedeutungs- oder semantischen Verschiebungen, die vom Rezipienten unmittelbar verstanden werden müssen. Verschiebungen zeichnen sich dadurch aus, dass man sie (zunächst) für etwas anderes hält, als sie eigentlich bedeuten, bzw. Verbindungen von Ideen schaffen, deren Logik scheinbar üblichen Gedankengängen widersprechen.
9 vgl. M. Geier a.a.o., S.196
10 M. Geier a.a.o., S.198
11 vgl. M. Geier a.a.o., S.197
5
Der Begriff „Werbung“
Eine Betrachtung der historischen Entwicklung des Phänomens „Werbung“ offenbart dessen drastische Veränderungen vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung im Zusammenspiel der vorherrschenden Kommunikationsbedingungen: Erst zu Beginn des 20. Jh. begannen deutschen Unternehmer die Vorteile der sogenannten „Reklame“, die dann zur „Werbung“
12
wurde, zu schätzen. Die Kommunikationsform „Werbung“ als bewusstes Handwerkszeug der Unternehmen fasste aber schnell Fuß und wurde in den Zeiten des Nationalsozialismus wichtiger Bestandteil einer auf Krieg ausgerichteten Wirtschaftsmaschinerie und in der Form der „Propaganda“ zur Hetze zum Mord gegenüber Feinden des Regimes genutzt. So erstaunt es nicht, dass in den 1950er und 1960er Jahren die Werbung einerseits fachlich rezipiert wird, um sie weiter zu entwickeln, andererseits aber bei den Intellektuellen Auseinandersetzung große Skepsis gegenüber der Werbung vorherrscht. Die Werbung kann sich erst in den 70er Jahren vom Image als „Darstellung gesellschaftlicher Macht“ und „Feind einer emanzipierten Reflexion des Individuums über seine sozialen Umstände“ beginnen zu lösen.
13
Die neu entstehenden Betrachtungen der Werbung räumen dem Verbraucher eine wesentlich größere Eigenständigkeit ein: „Statt diese zum Opfer ökonomischer Machtentfaltung zu stilisieren, rückt jetzt das Potenzial der Verbraucher, bestimmte Werbebotschaften zu ignorieren, andere zu privilegieren in den Vordergrund. Diesem Konzept eines Zuwachses an
12 „Werben“ kommt vom alt-hochdeutschen Wort „werban“ oder auch „wervan“, was soviel wie „sich drehen“, „hin- und hergehen“ , „sich bemühen“ und „etwas betreiben“ bedeutet
13 Vgl. Hrsg. Helmut Schanze, Metzler Lexikon „Medientheroie Medienwissenschaft - Ansätze-Personen-Grundbegriffe“, Stuttgard 2002, S.362/363
14 ebd., S.362/363
15 ebd.
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Arbeit zitieren:
Jonas Lobgesang, 2007, Humor in der Radiowerbung, München, GRIN Verlag GmbH
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