FOM Fachhochschule für Ökonomie & Management
Hamburg
Berufsbegleitender Studiengang
zum Diplomkaufmann (FH)
6.Semester
Seminararbeit im Schwerpunktfach Logistik über das Thema:
Lagermanagement in der Supply Chain
eingereicht von:
Michael Kunze
Neukloster, den 30.06.2007
I
Inhaltsverzeichnis
1.0. Einleitung / Ausgangssituation
1
1.1. Definition Supply Chain
1
1.2. Rahmenbedingungen des Lagermanagements in der Supply Chain 2
2.0. Aufgaben und Ziele des Lagermanagements in der Supply Chain
3
2.1. Funktionen des Lagermanagements
3
2.2. Ziele des Lagermanagements
4
3.0. Eingrenzung der Strategien im Lagermanagement
5
3.1. Continuous Replenishment
6
3.2. Vendor Managed Inventory
7
3.2.1. Praxisbeispiel der Firmen Karstadt und Enderlein
8
3.2.2. Vor- und Nachteile von Vendor Managed Inventory
10
4.0. Fazit und Ausblick
11
5.0. Literaturverzeichnis
14
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Unterschiede klassisches und modernes Bestandsmanagement 8
Abbildung 2: Praxisbeispiel Vendor Managed Inventory
9
Abbildung 3: Akzeptanz von Continuous Replenishment - Strategien
12
1
1. Einleitung / Ausgangssituation
Ständiger Wettbewerbs- und Kostendruck sowie die zunehmende Kundenorient-
ierung führen dazu, die Beschaffungs- und Logistikprozesse über Konzentrations-
Standardisierungs- und Automatisierungstendenzen sowohl in der Industrie als auch
im Handel zu optimieren.
In der heutigen Zeit fehlen oftmals Abstimmungen bei Entscheidungen zwischen
den Geschäftspartnern hinsichtlich Planung, Disposition und Bevorratung von
Produkten und Rohstoffen.
1
Durch jede neue, nicht angekündigte Nachfrage steigt die Menge der daraufhin in
den Vorstufen produzierten und gelagerten Güter. Dieser Effekt wird als Bullwhip-
oder Peitschenschlageffekt bezeichnet.
Er kennzeichnet die negativen Auswirk-
ungen von nicht integrierten sowie verzögerten Informationsflüssen in Lieferketten.
2
Somit werden der frühzeitige Einsatz kooperativer Konzepte und der automatisierte
Informations- und Datenaustausch einen klaren Wettbewerbsvorteil bieten, die den
Informationsfluss verbessern sowie die Bindung zu den Partnerunternehmen er-
höhen.
1.1. Definition Supply Chain
Bei einer Supply Chain, die auch als Versorgungs- oder Lieferkette bezeichnet
werden kann, arbeiten hintereinander geschaltete Lieferanten gemeinsam an der
Fertigung und Lieferung von Produkten bzw. Dienstleistungen über Zwischen-
händler bis hin zum Endverbraucher.
3
Innerhalb eines Unternehmens können mehrere Abteilungen involviert werden, vom
Einkauf bis zum Kundendienst, die alle Aktivitäten und Informationen im
Zusammenhang mit der Organisation der Lagerung, dem Lagerprozess an sich, der
Materialan- und ablieferung bis hin zur Distribution der Produkte an den Kunden
koordinieren.
4
Damit werden unter der Supply Chain nicht nur die unternehmensinternen Ge-
schäftsprozesse, sondern die gesamte Kette des Wertschöpfungsprozesses be-
trachtet.
Die Supply Chain muss mittels Management die aktive, effektive Gestaltung des
gesamten Wertschöpfungsnetzwerkes generieren durch eine strukturelle Aufteilung
1
vgl. http://www.prozeus.de-imperia-md-content-prozeus-broschueren-uu_hb.pdf , S.4
2
vgl. Kortus-Schultes, D. , Ferfer U. (2005), S. 10
3
vgl. http://www.ebz-beratungszentrum.de/logistikseiten/artikel/scm-1.htm , S.1
4
vgl. Kortus-Schultes, D. , Ferfer U. (2005), S. 5
2
und Allokation der Aufgaben, Funktionen, Prozesse, Aktivitäten und Kompetenzen
in Hinblick auf die Akteure in der Kette und die Nutzung komparativer Wettbe-
werbsvorteile, indem die internationale Standortwahl, Spezialisierungs- und Zen-
tralisierungsvorteile und zielgerichtete Bündelung von Kernkompetenzen durchge-
führt werden.
5
Innerhalb der Supply Chain werden folgende wichtige Prozessschritte unter-
schieden und identifiziert.
Beginnend mit der Annahme der Bestellung eines Kunden, über die Bestellung beim
(Vor-) Lieferanten, der Nachfrageprognose, der Produktionsplanung, dem Lager-
management bis hin zur Auslieferung an den Kunden werden die einzelnen Glieder
der Lieferkette hinsichtlich Optimierung und Abstimmung untersucht.
6
Bei der weiteren Analyse wird der Fokus auf das Lagermanagement innerhalb der
Supply Chain gelegt.
1.2. Rahmenbedingungen des Lagermanagements in der Supply Chain
Das Lagermanagement, was Teil der Beschaffungslogistik ist, umfasst in der Supply
Chain im Wesentlichen die Lagerorganisation, die Lagerplanung, die Lagertechnik
und den Material- und Informationsfluss im Rahmen einer umfassenden DV-Unter-
stützung.
7
Das Lagermanagement hat eine wichtige Informations- und Mitwirkungsfunktion.
Bei der Organisation von Produktionsteilen sind Informationen bedeutsam, welche
die Umschlagshäufigkeit der Produkte (Schnell,- Langsamdreher) oder die Art des
Gutes (Gefahrgut, Verderblichkeit) betreffen. Weiterhin ist bedeutungsvoll zu wissen,
ob es sich dabei um Saisonartikel, Trendprodukte oder Standardprodukte handelt
und eine Mitwirkung am Sicherheitsbestand erfolgt bzw. wie groß die Lager-
reichweite ist, welche Behälterart gewählt wird und welche Transporthilfsmittel
eingesetzt werden.
8
Außerdem sind abgestimmte und vorgegebene Be- und
Entladezeiten unabdingbar für ein funktionierendes Lagermanagementsystem.
Damit beschränkt sich das Lagermanagement in der Supply Chain nicht nur auf die
Grenzen des eigenen Lagers, sondern auf eine intensive Kooperation mit den
Lieferanten.
5
vgl. Prockl, G., Bauer, A. , Pflaum, A., Müller-Steinfahrt, U. (2004) , S.23
6
vgl. Kortus-Schultes, D. , Ferfer U. (2005), S. 10
7
vgl. Pfohl, H. C., (2004), S. 17
8
vgl. Wannenwetsch, H. (2005), S. 18
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