Einleitung 2
1. Reformpädagogik 2
1.1 Begriffsklärung 3
2. Reformpädagogik und Sport 4
2.1 Erziehung vom Kinde aus. 4
2.2 Die „Drei Säulen“ der Reformpädagogischen Leibeserziehung 5
2.2.1 Englische Spiel- und Sportbewegung 5
2.2.2 Deutsche Gymnastikbewegung 7
3. Das natürliche Turnen 9
3.1 Pestalozzi. 9
3.2 Gaulhofer und Streicher. 11
4. Fazit 13
Literatur. 15
2
EINLEITUNG
Die Kritik am Turnmodell des 19. Jahrhunderts brachte seit der Jahrhundertwende für die Praxis und die Theorie der Leibeserziehung neue Impulse. Zu beachten sind hierbei neben dem englischen Sport die Entwicklungen des Frauen- und Mädchenturnens, die Tanz- und Gymnastikbewegung und das reformpädagogische Konzept des „Natürlichen Turnens“ nach Gaulhofer und Streicher.
In dieser Arbeit wird zunächst die Bedeutung des Dogmas „Reformpädagogik“ näher erläutert, bevor damit der Bezug zum Sport und der „Erziehung vom Kinde aus“ hergestellt wird. Daraufhin werden die „Drei Säulen“ der reformpädagogischen Leibeserziehung vorgestellt, wobei die Konzentration auf der dritten Säule, dem „Natürliche Turnen“, liegt.
1. REFORMPÄDAGOGIK
Der Begriff „Reformpädagogik“ kann auf verschiedene Weisen interpretiert werden. In einem besonders weiten Sinn kann er als ständige kritische Reflexion und Nachprüfung pädagogischer Theorie und Praxis verstanden werden. So gesehen gibt es Reformpädagogik, seitdem es Überlegungen zum Thema Bildung und Erziehung gibt. Manche Autoren verstehen Reformpädagogik als Projekt neuzeitlicher Pädagogik und betonen eine qualitative Differenz zwischen vorneuzeitlichem und neuzeitlichem Reformdenken und grenzen den Begriff auf die letzten Jahrhunderte ein.
In einem engeren Sinn wird das Dogma Reformpädagogik auf einen Zeitraum äußerst nachhaltiger pädagogischer Reformbestrebungen, in der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, verwandt. Diese unterschiedlichen Verwendungsweisen der Definition haben alle ihren Anspruch und stehen durchaus auch in einem Zusammenhang.
Mittlerweile wurde der Begriff „Reformpädagogik“ im Zusammenhang der pädagogischen Geschichtsschreibung vor allem für eine historische Epoche eingeführt, die , wie die meisten Epocheneinteilungen, in ihrem Anfang und Ende nicht klar zu umreißen ist. Allerdings sind in den fünf Jahrzehnten zwischen 1890 und 1940 eine besondere Fülle und Vielfalt auf Reform hin orientierte pädagogische Konzepte entwickelt und beispielhaft in der Praxis auch realisiert worden. (www.egora.uni-muenster.de)
Dennoch ist Reformpädagogik nur ein Sammelbegriff für spezielle und vielfältige, stückweise auch gegenläufige Tendenzen und Bewegungen in:
2
Wissenschaft (Pädagogik, Psychologie, Philosophie) Kunst (Tanz, Musik, bildende Kunst) Gesellschaft (Arbeiter-, Jugend- und Frauenbewegung)
Die Reformpädagogik ist also nicht ausschließlich auf die Verbesserung der Schule oder sogar des Sports gezielt, sondern umfasst nahezu alle Bereiche des sozialen und kulturellen Lebens des angehenden 20. Jahrhunderts. (Prohl 2006, S. 44)
1.1 Begriffsklärung
Der Hauptgegenstand der Reformpädagogik ist das Kind. Dabei spielen nicht nur historische Begebenheiten und Sachverhalte eine Rolle, sondern auch Bilder und Ansichten. Die Reformpädagogik war eine internationale Erscheinung und nicht nur eine nationale Tendenz. Sie vollzog sich mehr oder weniger in allen entwickelten Industriegesellschaften gleichzeitig. Es lässt sich hierbei von einer Modernisierung der Erziehung sprechen. Die Erziehungsrollen wurden verändert und Kinder waren nicht mehr nur Objekt der Erziehung, sondern zunehmend auch ihr Subjekt. Zunächst entstand diese Entwicklung in den Großstadtkulturen und den akademischen Zentren und Milieus, nach dem Ersten Weltkrieg dann auch in den bürgerlichen Kerngruppen der Gesellschaft. (Oelkers 2004, S. 404 - 405) Als Endzweck der Erziehung wird nun die Eigenverantwortung und die Autonomie des Schülers wahrgenommen, was eine grundlegende inhaltliche und methodische Neuorientierung fordert. Die einseitige Verstandsbildung wird durch eine umfangreiche Entwicklung aller Leistungsfähigkeiten der Kinder und Jugendlichen ersetzt. (Prohl 2006, S. 44)
Es gibt in der deutschen Reformpädagogik verschiedene pädagogische Bewegungen: Die Landerziehungsheimbewegung Die Kunsterziehungsbewegung
Die Bewegung der inneren Schulreform, besonders die Arbeitsschulbewegung Die Persönlichkeitspädagogik Die Bewegung der Gymnastik und Körperschulung Die Bewegung der Pädagogik vom Kinde aus (Oelkers 2004, S. 406)
3
Die Arbeitsschulmethode von Kerschensteiner und die Kunsterziehungsbewegung haben eine bedeutende Auswirkung auf den Werdegang der Leibeserziehung jener Zeit gehabt. (Prohl 2006, S. 44)
Nachfolgend werden nun die Auswirkungen der Reformpädagogik auf das Turnen und den Sportunterricht erläutert.
2. REFORMPÄDAGOGIK UND SPORT
Die anfangs bereits erwähnte kritische Reflexion und Revision pädagogischer Praxis und Theorie schließt auch den Bereich der Sportpädagogik mit ein. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts wurde am Turnunterricht nun das bemängelt, was eigentlich zu seiner Verbreitung geführt hatte. Turnen war ein begründetes, rational durchdachtes und formales System geworden und konnte somit die eigentlichen Erwartungen nicht mehr erfüllen. Es war kein Ort der freien Bewegung mehr und die Machbarkeit der Absicht, die Gesundheit und Kraft des Volkes zu steigern, wurde bezweifelt. (Grupe & Krüger 2007, S. 142) Der Begriff Reformpädagogik beinhaltet auch die theoretische Neuorientierung der Pädagogik als Wissenschaft. Eduard Spanger, Theodor Litt oder Herman Nohl versuchten das alte System von Erziehung und Schule durch neue Inhalte und Formen und eine neue Theorie der Erziehung zu verändern. Der Aufschwung der spielerischen Bewegung und der Leibeserziehung insgesamt, die Anerkennung der Gymnastik und des Mädchenturnens und schließlich auch die Reform der Turnlehrerausbildung sind Teil dieser reformpädagogischen Erneuerung. (Grupe & Krüger 2007, S. 144)
2.1 Erziehung vom Kinde aus
In der Reformpädagogik lehnte man zunehmend die formalisierte Lernschule ab, in der die Wissensvermittlung im Vordergrund stand. Man bewegte sich hin zu einer „Erziehungsschule“, in der nicht mehr allein der Unterricht, sondern das Kind und seine Entwicklung und Erziehung als Anhaltspunkt allen pädagogischen Handelns betrachtet wurde. Richtungweisend war hierfür das Buch „Das Jahrhundert des Kindes“ (1902) der Pädagogin Ellen Key, in dem sie für eine neue Pädagogik „vom Kinde aus“ plädiert. Besonders das Kindes- und Jugendalter wurde daraufhin in der Pädagogik und Psychologie zu äußerst wichtigen Themen. Es entstanden zahlreiche Reformschulen, in denen nun die Vorstellung der Erziehung der Jugend durch sich selbst in der Gemeinschaft erprobt wurde. Neben der Jugendpflege, Jugendbildung und den Initiativen zur Fürsorgeerziehung
4
Arbeit zitieren:
Ellen-Gesine Weller, 2008, Das "Natürliche Turnen" im Kontext der Reformpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtsstunde: Einführung in das Volleyballspiel (Pritschen)
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 18 Seiten
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Examensarbeit, 78 Seiten
Das mobile Klassenzimmer: Die Überprüfung der Halteleistungsfähigkeit ...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Bachelorarbeit, 34 Seiten
Das Gleichnis im Bild: Vincent van Gogh, »Der Barmherzige Samariter« (...
Theologie - Religion als Schulfach
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Die Rolle des Mediators in Mediationsverfahren
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 10 Seiten
Unterrichtseinheit Volleyball im Unterrichtspraktikum Sport
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Praktikumsbericht / -arbeit, 35 Seiten
Predigtarbeit über Johannes 2,1-12 "Die Hochzeit zu Kana"
Theologie - Praktische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Die Kunst des Liebens - Der Liebesbegriff bei Erich Fromm zwischen The...
Hausarbeit, 18 Seiten
Möglichkeiten der Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern in die Be...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 109 Seiten
Zur geschichtlichen Legitimation des Sportunterrichts am Beispiel der ...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 88 Seiten
Darstellung zweier fachdidaktischer Ansätze: Das Sportartenkonzept und...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Exegetische Analyse der Seligpreisungen (Mt 5, 1-12)
Theologie - Biblische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Wie kann man heute theologisch verantwortlich von der Allmacht als Eig...
Theologie - Systematische Theologie
Examensarbeit, 56 Seiten
Ellen Weller's Text Das "Natürliche Turnen" im Kontext der Reformpädagogik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ellen Weller hat den Text Das "Natürliche Turnen" im Kontext der Reformpädagogik veröffentlicht
Ellen Weller hat einen neuen Text hochgeladen
"Natürlich stört das Leben ständig"
Perspektiven auf Entwicklung u...
Sylke Bartmann, Axel Fehlhaber, Sandra Kirsch, Wiebke Lohfeld
Mitarbeiterführung im internationalen Kontext
Stand der Forschung und Klassi...
Nadine Ringwald
Basiswissen Pädagogik 6. Reformpädagogische Schulkonzepte. Waldorf-Päd...
Inge Hansen-Schaberg, Bruno Schonig
Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik 3.2
Staatliche Schulreform und ref...
Herwart Kemper
Basiswissen Pädagogik 3. Reformpädagogische Schulkonzepte. Jenaplan-Pä...
Inge Hansen-Schaberg, Bruno Schonig
Basiswissen Pädagogik 1/6. Reformpädagogische Schulkonzepte
Inge Hansen-Schaberg, Bruno Schonig
0 Kommentare