Analyse des Tourismusmarktes in Taiwan
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis...................................................................................... III III
Abkürzungsverzeichnis VI
Verzeichnis der Anhänge VII
Teil I: Einführung und Präsentation der Region 1
1. Einleitung 1
1.1 Vorbemerkung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
1.3 Thematische Abgrenzung und Zielsetzung 3
1.4 Begriffsbestimmungen 4
1.4.1 Marktanalyse 4
1.4.2 Tourismusmarkt 5
1.4.3 Touristische Marktanalyse 5
2. Einführung in das Untersuchungsgebiet 7
2.1 Taiwan im Überblick 7
2.1.1 Landeskunde 7
2.1.2 Klima und Reisezeiten 8
2.1.3 Geographie 10
2.1.4 Geschichte 12
2.1.5 Politische Situation 14
2.1.6 Wirtschaftsdaten und -beziehungen 16
2.1.7 Kultur 18
2.2 Historische Entwicklung des Tourismus 19
Teil II: Marktanalyse 21
3. Aktuelle Situation auf dem Reisemarkt weltweit 21
4. Der Tourismus im Untersuchungsgebiet 23
4.1 Das touristische Angebot 23
4.1.1 Tourismusorganisation 23
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4.1.2 Ursprüngliches Angebot 24
4.1.3 Schutzmechanismen für das ursprüngliche Angebot 27
4.1.4 Abgeleitetes Angebot 29
4.1.4.1 Beherbergungsindustrie 30
4.1.4.2 Verkehrsmittel 32
4.1.4.3 Reiseveranstalter, Reisemittler und Fremdenführer 33
4.1.4.4 Themenparks und Vergnügungsparks 35
4.1.5 Kulturelles Angebot 37
4.1.6 Leistungsträger/Anbieter in Deutschland 38
4.2 Die touristische Nachfrage 39
4.2.1 Nachfrage National 41
4.2.2 Nachfrage International 43
5. Stellenwert des Tourismus in Taiwan 50
5.1 Positive Auswirkungen 51
5.2 Negative Auswirkungen 51
6. Limitierende Faktoren des Tourismus vor Ort 53
6.1 Allgemeine Probleme zum Ausbau des Tourismus 53
6.2 Angebotsseitige Probleme 53
6.3 Nachfrageseitige Probleme 56
7. Maßnahmen zur Entwicklung des Tourismus 57
7.1 Doubling Tourists Arrival Plan 58
7.1.1 Kennzahlen 59
7.1.2 Strategien 59
7.2 2004 Visit Taiwan Year Program 62
7.2.1 Verkaufsförderungsmaßnahmen im Inland 62
7.2.2 Vermarktung der Festivals, Wettbewerbe und Ausstellungen 63
7.2.3 Leistungsangebote 64
7.2.4 Marketing 64
7.2.5 Touristisches Informationsnetzwerk 67
7.3 Internationales Marketing 68
7.3.1 Messen und Ausstellungen 69
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7.3.2 Informationsreisen und Seminare 70
7.3.3 Sonstiges 71
7.4 Youth Travel Year 71
7.5 Tourism Flagship Plan 73
7.6 Zusammenarbeit mit Leistungsträgern 74
7.7 Markenzeichen 76
7.8 Außenpolitik 77
7.9 Kultur 78
8. Bewertung des Freizeit- und Erholungswertes im Untersuchungsgebiet 79
Teil III: Folgen und zukünftige Entwicklung 81
9. Gerüstet für die Zukunft? 81
9.1 Zukunftstrends im Tourismus 81
9.2 Empfehlungen für Taiwan 84
10. Schlusswort und Fazit 86
Literatur- und Quellenverzeichnis 88
Literaturverzeichnis 88
Fachzeitschriften-Verzeichnis 91
Websites-Verzeichnis 91
Anhang 95
Analyse des Tourismusmarktes in Taiwan_____ VI
Abkürzungsverzeichnis
APEC Asia Pacific Economic Cooperation ASEAN Association of South East Asia Nations BIP Bruttoinlandsprodukt BSP Bruttosozialprodukt CKS Chiang Kai-shek (Präsident der Republik China, gest. 1975) CMT Internationale Ausstellung für Caravan, Motor und Touristik ITB Internationale Tourismusbörse NIC Newly Industrializing Countries (Schwellenländer) NN Normalnull, auch Nullniveau ROC Republic of China, Republik China (Taiwan) SARS Severe Acute Respiratory Syndrome UN United Nations, Vereinte Nationen VRC Volksrepublik China WTO World Tourism Organization
Analyse des Tourismusmarktes in Taiwan_____ VII
Verzeichnis der Anhänge
Tabelle 1: Klimatabelle
Tabelle 2: Wichtige Geschichtsdaten im Überblick Tabelle 3: Entwicklung des BIP in Taiwan Tabelle 4: Entwicklung des BSP in Taiwan Tabelle 5: Deutsche Reiseveranstalter mit Taiwan-Programm Tabelle 6: ROC Citizens’ Domestic/Outbound Travel Index 2004 Tabelle 7: Entwicklung der internationalen Nachfrage Tabelle 8: Entwicklung der Nachfrage aus Deutschland Tabelle 9: Performance Indicators des Doubling Tourist Arrivals Plan
Abbildung 1: Nationalflagge
Abbildung 2: Landkarte Abbildung 3: Organigramm Tourismusverwaltung Abbildung 4: Pflaumenblüte Abbildung 5: Logos Tourism Bureau Taiwan
Beispiel 1: Management Sun Moon Lake National Scenic Area Beispiel 2: The North Coast Tour
Beispiel 3: Internationale Marketingstrategien und Maßnahmen Taiwans
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Teil I: Einführung und Präsentation der Region
1. Einleitung
1.1 Vorbemerkung
Mein Interesse für Taiwan wurde während einer durch das taiwanesische Bildungs- und Tourismusministerium initiierten Reise „The 2005 Trip to Taiwan for International Youth Promotion“ 1 geweckt. Taiwan wurde als neue Destination im asiatischen Raum beworben. Ziel dieser Einladung war es, das Land im Rahmen des „Youth Travel Year“ jungen Menschen aus aller Welt näher zu bringen. Die Veranstalter hofften, dass die Teilnehmer beeindruckt von Landschaft, Kultur und der Freundlichkeit der Bevölkerung das Image Taiwans im jeweiligen Heimatland durch positive Reiseberichte beeinflussen. Während dieser Reise hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, mit Mitarbeitern der Tourismusindustrie direkten Kontakt aufzunehmen, Gespräche zu führen und das Land sowie seine Bevölkerung intensiv kennen zu lernen. Aufgefallen ist mir die außerordentliche Gastfreundschaft der Taiwanesen. Besonders spannend waren für mich persönlich die Gespräche mit unseren Reisebegleitern, Studenten des National Kaohsiung Hospitality College 2 . Ich erkannte dadurch, dass Taiwan zwar in Sachen Tourismus im Moment noch zu den Entwicklungsländern zählt, jedoch das Potential den Tourismus zu fördern, vorhanden ist. Die Regierung setzt alles daran, dieses Potential voll auszuschöpfen.
1 Mehr Informationen dazu unter
http://www.nkhc.edu.tw/taiwan_tour/english/home.asp?strurl=international.htm.
2 Homepage des NKHC: http://cmp.nkhc.edu.tw/nkhcedu/index.htm.
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1.2 Aufbau der Arbeit
Im ersten Teil meiner Diplomarbeit wird zum besseren Verständnis ein Überblick über Taiwan und die dortigen Verhältnisse gegeben.
Im zweiten Teil erfolgt die eigentliche Marktanalyse. Nach Darstellung der aktuellen Situation auf dem weltweiten Reisemarkt wird der Tourismusmarkt des Zielgebiets aufgearbeitet. Es werden die Entwicklung des Angebots und der Nachfrage bis heute, sowie der Stellenwert des Tourismus für Taiwan dargelegt. Die limitierenden Faktoren des Tourismus in Taiwan werden aufgezeigt und die Maßnahmen der Regierung zur Beseitigung dieser Faktoren genannt. Danach erfolgt eine kurze Bewertung des Freizeitwertes im Untersuchungsgebiet.
Der dritte und letzte Teil beschäftigt sich mit der Zukunft des Marktes in Taiwan. Es wird nach Beschreibung der zu erwartenden Trends auf dem Tourismusmarkt versucht zu klären, ob Taiwan eine Chance hat, sich wie geplant auf dem Weltmarkt als Destination zu etablieren. Die Arbeit schließt mit einigen Empfehlungen für Taiwan und dem Schlusswort.
Um Verwirrungen zu vermeiden möchte ich kurz erwähnen, dass es für alle taiwanesischen Städte etc. verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten aus dem Chinesischen bzw. Mandarin gibt. Ich habe mich z.B. dafür entschieden, Taipei bzw. Taiwan zu schreiben, auch wenn Taipeh, TaiPei, TaiBei oder Taibeh bzw. TaiWan oder T’ai-wan keineswegs falsch sind.
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1.3 Thematische Abgrenzung und Zielsetzung
Während der Recherchen im Vorfeld meiner Reise fiel mir auf, dass es nur sehr wenige und dazu leicht veraltete Reiseführer über Taiwan gibt. Auch war es mir nicht möglich jemanden zu finden der bereits dort gewesen war und mir Tipps geben könnte. Bei der weiteren Suche stieß ich auf keine einzige Diplomarbeit oder ähnliches zum Thema Taiwan und dem dortigen Tourismus. Dies hat meine Neugier natürlich geweckt. Ein erklärtes Ziel dieser Arbeit soll es sein, diesen „weißen Fleck“ etwas bunter zu gestalten, Informationen zum Thema Taiwan zu sammeln, auszuwerten und interessierten Lesern zur Verfügung zu stellen. Es war auch der Reiz etwas ganz Neues und Anderes zu machen der zu meinem Entschluss führte über Taiwan zu schreiben. Die vorliegende Arbeit ist (momentan) noch einzig in ihrer Art.
Allgemeines Ziel dieser Arbeit ist es, die momentane Situation auf dem taiwanesischen Tourismusmarkt von allen Seiten zu betrachten, um danach eventuelle Lücken in der Planung zu schließen und/oder
Verbesserungsvorschläge aufzuzeigen. Das Zielgebiet wird vorwiegend im Hinblick auf den europäischen Quellmarkt betrachtet.
Während das allgemeine Interesse am chinesischen Festland als Destination in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, zog Taiwan relativ wenig Aufmerksamkeit auf sich. Mit China werden sofort die Chinesische Mauer oder die Terrakotta-Armee in Xian assoziiert, mit Taiwan lediglich Computerchips und die technologische Industrie. Dies soll sich im Laufe der nächsten Zeit ändern.
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1.4 Begriffsbestimmungen
1.4.1 Marktanalyse
Der Begriff Marktanalyse ist im weiteren Sinne gleichzusetzen mit dem Begriff der Marktforschung (auch: Marktinformationsbeschaffung). Sie ist Teilgebiet des Marketings. Im Gegensatz zur Marktbeobachtung stellt die Marktanalyse eine kurzzeitige, einmalige Betrachtung der aktuellen Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt dar.
Die Marktanalyse umfasst folgende Bereiche: Marktvolumen (die gesamte Nachfrage), Marktstruktur und Marktentwicklung, Abgrenzung der Teilmärkte (räumlich, zeitlich etc.), Konkurrenzanalyse und potentielle
Substitutionsprodukte. Die Marktanalyse im engeren Sinne umfasst lediglich die Marktabgrenzung und Bestimmung der Marktstruktur, die Nachfrage- und Konsumentenanalyse. Die benötigten Informationen können entweder durch Primärforschung oder wie in diesem Falle durch Sekundärforschung gewonnen werden. Die Sekundärforschung besteht aus der Aufbereitung und Auswertung bereits gesammelter Daten z.B. in Form von Statistiken, Studien, Reiseanalysen und Untersuchungen von Instituten. 3 4
3 Vgl.: Freyer, Walter: Tourismus - Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7., überarbeitete und aktualisierte Auflage, München, Wien: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2001, S. 238.
4 Vgl.: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie: Marktanalyse. http://de.wikipedia.org/wiki/Marktanalyse, (09.03.2006), [16.03.2006].
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1.4.2 Tourismusmarkt
Ein Markt ist in der Wirtschaft ganz allgemein ein Ort an dem Nachfrage und Angebot nach und von einem bestimmten Gut zusammentreffen, er ist die Gesamtheit der ökonomischen Beziehungen. Fremdenverkehrsmärkte zeichnen sich dadurch aus, dass zwischen Angebot und Nachfrage eine hohe Heterogenität herrscht, die Nachfrage sehr labil und sensibel ist, der Markt durch sich ständig wechselnde Anbieter und Nachfrager (Marktgegner) bestimmt ist. Stammgäste sind ein angestrebtes Ziel, dies wird jedoch nur selten erreicht. 5
Laut Freyer sind „Märkte ... Gedankenkonstruktionen, die alle für bestimmte Güter oder Dienstleistungen relevante Angebots- und Nachfrageinformationen zusammenfassen“. Im touristischen Bereich ist mit einem Markt jedoch meist eine spezielle Destination gemeint, die es zu verkaufen und vermarkten gilt. Der Markt ist in diesem Fall das angebotene bzw. nachgefragte Produkt, auf welchem Dienstleistungen und Güter im Zusammenhang mit Reisen getauscht werden, hier: Taiwan. 6
1.4.3 Touristische Marktanalyse
Laut Schmidhauser ist die touristische Marktanalyse „die systematische Erforschung aller Faktoren, die den Besuch und den Absatz bestimmter Sach-und Dienstleistungen an Touristen beeinflussen.“ 7
5 Vgl.: Althof, Wolfgang: Incoming-Tourismus, München, Wien: R. Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2000, S. 283f.
6 Vgl.: Freyer, Walter: Tourismus - Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7., überarbeitete und aktualisierte Auflage, München, Wien: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2001, S. 204ff.
7 Vgl.: Schmidhauser, Hanspeter: Marktforschung im Fremdenverkehr, in: Wirtschaftsdienst, Band II, Heidelberg: Springer-Verlag, 1966, S. 114f.
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Zu einem ähnlichen Schluss kommen auch Burkart/Medlik: Touristische Marktforschung ist eine „systematic collection of information relating to the supply of and demand“ für das Fremdenverkehrsprodukt. 8
Allgemein kann gesagt werden, dass es das Ziel der touristischen Marktanalyse ist, den relevanten Markt zu bestimmen und die entsprechenden Informationen über marktrelevante Angebots- und Nachfragemöglichkeiten zu sammeln. Aufgrund der Marktanalyse können dann die entsprechenden
Marketingstrategien bestimmte werden mit denen der Markt bearbeitet wird. 9
8 Vgl.: Burkart, Arthur/Medlik, Slavoj: Tourism - Past, Present and Future, 2. überarbeitete Auflage, London: Heinemann, 1982, S. 209.
9 Vgl.: Freyer, Walter: Tourismus-Marketing, 2. unwesentlich veränderte Auflage, München, Wien: R. Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 1999, S. 161f.
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2. Einführung in das Untersuchungsgebiet
2.1 Taiwan im Überblick
2.1.1 Landeskunde
Der Name Taiwan bedeutet Terrassenbucht (auf der Westseite der Insel steigen die Berge terrassenförmig aus den breiten, fruchtbaren Küstenebenen und Regenwäldern auf) und ist in China seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich. Die offizielle Bezeichnung lautete früher „Republik China auf Taiwan“ und heute „Republik China“. Zu touristischen Marketingzwecken wird gerne auch auf den alten Namen Formosa zurückgegriffen bzw. hingewiesen, welcher aus dem Portugiesischen stammt und schöne Insel bedeutet. Angeblich riefen die Portugiesen 1590 beim Erblicken der Insel „Ilha formosa!“. Im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung nannten die ersten chinesischen Einwanderer die Insel BaoTao (Schatzinsel), da sie der Gegensatz zu dem durch Kriege und von Naturkatastrophen gezeichneten Festland war. 10 11
Die Nationalflagge (siehe Anhang Abbildung 1) zeigt in der linken Ecke eine weiße Sonne auf blauem Grund, der Rest ist rot. Die 12 Spitzen der Sonne stehen für einen unaufhörlichen Prozess, die drei Farben stehen auf der einen Seite für Nationalismus (blau), Demokratie (weiß) und soziales Wohlergehen (rot), auf der anderen Seite für Glanz, Reinheit und Freiheit (blau), Ehrlichkeit, Selbstlosigkeit, Gleichheit (weiß) und Opfer, Blutvergießen, Brüderliebe (rot). 12
Zum Ende des Jahres 2004 belief sich die Bevölkerungszahl Taiwans auf 22.615.000 Einwohner. Dies bedeutet eine Bevölkerungsdichte von 628,1
10 Vgl.: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie: Taiwan. http://de.wikipedia.org/wiki/Taiwan, (20.02.206), [24.02.2006].
11 Vgl.: Lips, Werner: Taiwan, 3., komplett aktualisierte Auflage, Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, 2003, S. 96.
12 Vgl.: Government Information Office, Republic of China (Taiwan): About Taiwan. http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abouttrc/national_flag.htm, [07.04.2006].
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Personen pro Quadratkilometer. 13 Die Stadt mit der höchsten
Bevölkerungsdichte ist Kaohsiung mit 9.827 Personen pro Quadratkilometer. Das Ballungsgebiet mit der größten Einwohnerzahl ist die Region Taipei-Keelung mit 6,61 Millionen Menschen, das sind 42,3% der Bevölkerung. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte hat Taiwan eine sehr strikte Einwanderungspolitik, nichts desto trotz haben mehr als 400.000 Ausländer, 80.000 Chinesen und 51.000 Immigranten aus Hong Kong und Macao von 1987 bis 2003 eine ständige Aufenthaltsgenehmigung erhalten.
Die Bevölkerung setzt sich vorwiegend aus Han-Chinesen und 454.682 Mitgliedern der 12 verschiedenen Eingeborenen-Stämmen zusammen. 30,5% der Gesamtbevölkerung verfügen über einen Höheren Schulabschluss, 49% haben eine Sekundarschule besucht, 17,2% besuchten lediglich eine Grundschule und 0,5% der Bevölkerung wurden zu Hause unterrichtet. 2,8% der Bevölkerung über 15 Jahren sind Analphabeten. Die Arbeitslosenrate in Taiwan liegt bei 4,09% (in den letzten Jahren wurde ein leichter Anstieg verzeichnet). 14 Zum Vergleich: Laut Statistisches Bundesamt hatte Deutschland 2005 eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 9,15%. 15
2.1.2 Klima und Reisezeiten
Das Klima der Insel und somit auch die Reisezeiten werden durch folgende Faktoren wesentlich beeinflusst: Dem Sonnenstand bzw. der Jahreszeit, der Monsunzeit, der Lage und der individuellen Topographie der jeweiligen Region, d.h. ob Küstenregion oder Gebirge.
13 Zum Vergleich: Deutschland hat laut Statistisches Bundesamt eine Bevölkerungsdichte von
231 Einwohner/Quadratkilometer.
14 Vgl.: Council for Economic Planning and Development, Republic of China: Taiwan Statistical Data Book 2005, S. 26.
http://www.cepd.gov.tw/upload/Statis/TSDB/2005DataBook@58768.678415981216@.pdf, (29.07.2005), [10.03.2006].
15 Vgl.: Statistisches Bundesamt: Homepage.
http://www.destatis.de/indicators/d/arb430ad.htm, (30.03.2006), [12.04.2006].
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Aufgrund der Lage (23° 43' N, 120° 51' O) herrscht in Taiwan subtropisches bis tropisches Klima. Der Wendekreis des Krebses, das ist die Klimagrenze zwischen Tropen und Subtropen, trennt den Norden mit seinen gemäßigten Temperaturen (Ø 16°C bis 33°C) vom Süden der Insel mit etwas höheren Durchschnittstemperaturen (Ø 20°C bis 32°C). Die Sommer sind lang mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit und die Winter in der Regel sehr kurz und mild. Bedingt durch die Höhenlagen der Insel kann es auch im Süden zu gemäßigten Temperaturen kommen und im Extremfall ab 3.000m über NN sogar schneien (vgl. Klimatabelle im Anhang unter Tabelle 1).
Für den Niederschlag entscheidend sind der Nordwestmonsun (von November bis Februar) und Südostmonsun (von April bis September). Während der Südostmonsun große Regenmengen mit für die Tropen typischen Wolkenbrüchen und anschließendem Sonnenschein mitbringt, geht der subtropische Nordregen in geringeren Schauern nieder und kann zu rapiden Temperaturschwankungen führen. Während der Taifunzeit zwischen Mai und Oktober kann es zu tropischen Wirbelstürmen mit großen Regenmassen kommen, die in erster Linie im Süden des Landes Verkehrsverbindungen unterbrechen und so das Reisen beeinflussen können. 16 17
Die allgemeine Klimaerwärmung macht auch vor Taiwan nicht halt. Dadurch und durch die allgemeine Umweltverschmutzung sowie eine sehr hohe Verkehrsdichte in den Städten sind in den letzten Jahren erhebliche Temperaturerhöhungen messbar. Hinzu kommt, dass die Insel mit Wasserknappheit zu kämpfen hat und die Wasserreserven insbesondere in den
16 Vgl.: Columbus Press: Columbus Reiseführer, 7. Ausgabe, London: Columbus Press, 1998, S.
518ff.
17 Vgl.: Behne, Matthias: Harmonie und Konflikt - soziokulturelle Entwicklung auf Taiwan: Eine Untersuchung zum Zusammenhang von Handlungsstrukturen, sozialem Wandel und Konflikt in der Gesellschaft Taiwans, in: Kulturelle Identität und politische Selbstbestimmung in der Weltgesellschaft, Band 5, Münster: LIT Verlag Münster - Hamburg - London, 1999. S. 122f.
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Sommermonaten weit unter den Mindeststand sinken, was zu Wasserrationierungen führt. 18
Die Reisezeit wird somit vor allem durch das Wetter beeinflusst. In den Sommermonaten von Juni bis August mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für Taifune wird von Reisen eher abgeraten. Auch das Chinesische Neujahrsfest (je nach Mondkalender zwischen Mitte Januar und Mitte Februar unserer Rechnung) sollte als Reisezeitpunkt vermieden werden, da zu diesem Zeitpunkt die Einheimischen selbst in großen Scharen unterwegs sind. 19
2.1.3 Geographie
Taiwan liegt zwischen Japan, dem chinesischen Festland (getrennt durch die Straße von Taiwan) und den Philippinen im Westpazifik. Es hat die Form eines Tabakblatts und ist von Hong Kong und Shanghai etwa gleichweit entfernt. Die Insel umfasst inklusive 87 vorgelagerten kleineren Inseln (wovon 64 Inseln zu den Penghu (Pescadores oder Fischerei-Inseln) gehören) insgesamt gut 36.000 Quadratkilometer. Davon sind 35.879 Quadratkilometer Festland. Taiwan misst an der breitesten Stelle 144 Kilometer, ist 377 Kilometer lang und verfügt ohne Inseln über 1239,6 Kilometer Küstenlinie (vgl. Abbildung 2 im Anhnag). 20 21 22
In geologischer Hinsicht ist Taiwan eine sehr junge Insel, entstanden vor etwa 4 Millionen Jahren am Rande des asiatischen Kontinentalschelfs durch Verschiebung der tektonischen Platten. Vor Anstieg des Wasserspiegels war Taiwan, so vermuten Forscher, nicht nur mit den Philippinen über eine
18 Vgl.: Lips, Werner: Taiwan, 3., komplett aktualisierte Auflage, Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, 2003, S. 88ff.
19 Vgl.: Ebenda, S. 88.
20 Das entspricht etwa der Größe Baden-Württembergs.
21 Vgl.: Columbus Press: Columbus Reiseführer, 7. Ausgabe, London: Columbus Press, 1998, S.
518ff.
22 Vgl.: Council for Economic Planning and Development, Republic of China: Taiwan Statistical Data Book 2005, S. 23.
http://www.cepd.gov.tw/upload/Statis/TSDB/2005DataBook@58768.678415981216@.pdf, (29.07.2005), [10.03.2006].
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Landbrücke verbunden, sondern auch mit Indonesien und Japan. Durch die andauernden Erdbewegungen kommt es auf Taiwan häufig zu Erdbeben. 23 24
Topografische Besonderheiten sind untätige Vulkane, die Ausläufer der Gebirge, terrassenförmige Hänge, Täler, Hoch- und Küstenebenen. Bedingt durch geothermische Aktivitäten findet man zahlreiche heiße Quellen über die Insel verteilt. In einem Talbecken des Vorgebirges liegt der bekannte Sun Moon Lake. Die Küstenlinie ist gleichmäßig und unversehrt, im Süden sind einige kleinere Korallenriffe vorgelagert. Nur ein Drittel der gesamten Landfläche ist für den Ackerbau geeignet. Das ist aber immer noch mehr als auf den Philippinen oder in Japan. In diesem Bereich leben die meisten Menschen. Dort hat sich die Industrie angesiedelt und es wird Landwirtschaft betrieben. 25 26
Der Osten der Insel wird durch die zentrale Bergkette bestimmt, welche etwa 75% der Landmasse ausmacht. Außerdem gibt es dort Steilküsten und eine unruhige See. Über 200 Gipfel durchziehen die Insel der Länge nach von Nord nach Süd. Die höchste Erhebung ist mit 3.952 Meter über NN der Jadeberg (Yu Shan). Das Gebirge ist zum größten Teil bewaldet, mit geringen Vorkommen an Mineralien (vorwiegend Kohle) am nördlichen Ende.
Das Bild im Westen ist geprägt durch ruhiges Wasser, flache graue Strände, Reisfelder und eine hohe Bevölkerungsdichte in dieser Ebene. Zahlreiche Flüsse teilen sich in unzählige Kanäle, mäandern in Richtung Meer und bilden hier große Deltas. Die Küste ist größtenteils sumpfig mit vorgelagerten Sandbänken und Lagunen.
23 Vgl.: Tourism Bureau, Ministry of Transportation and Communications: Taiwan - The Beautiful Island, S. 2.
24 Vgl.: Starmühlner, Ferdinand: Die Kleinen Drachen: Taiwan - Südkorea, Wien-Klosterneuburg: Edition Va Bene Verlag, 1997, S. 16f.
25 Vgl.: Behne, Matthias: Harmonie und Konflikt - soziokulturelle Entwicklung auf Taiwan: Eine Untersuchung zum Zusammenhang von Handlungsstrukturen, sozialem Wandel und Konflikt in der Gesellschaft Taiwans, in: Kulturelle Identität und politische Selbstbestimmung in der Weltgesellschaft, Band 5, Münster: LIT Verlag Münster - Hamburg - London, 1999. S. 122f.
26 Vgl.: Columbus Press: Columbus Reiseführer, 7. Ausgabe, London: Columbus Press, 1998, S.
518ff.
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Die Flora der Insel ist identisch mit der auf dem chinesischen Festland. Die Vegetationszonen reichen von subtropisch bis alpin und bieten so vielen Tier-und Pflanzenarten das richtige Klima. Akazienbäume und Bambuspflanzen sind allgegenwärtig. 27
2.1.4 Geschichte
Hier wird nur ein kurzer Auszug aus der Geschichte Taiwans wiedergegeben (vgl. Tabelle 2 im Anhang). Die Landesgeschichte kann in sechs größere Abschnitte unterteilt werden:
- Die Zeit der ersten Einwohner,
- die europäische Kolonisation,
- Jheng Cheng-gong und die Verteidigung gegenüber den Holländern,
- die Ching-Herrschaft über die Insel,
- die japanische Kolonisation und
- die heutige Zeit der Republik China auf Taiwan. 28
Aufgrund neuester Forschungen geht man davon aus, dass Taiwan die ursprüngliche Heimat der Polynesier war. Älteste Siedlungsspuren auf der Insel stammen aus der Altsteinzeit, weitere Funde sind auf die Zeit der Megalithkultur und der darauf folgenden „geometrischen Kultur“ zurückzuführen. Bis heute wurden mehr als 500 prähistorische Siedlungen mit Wohnstätten, Gräbern und Muschelhügeln gefunden. Da Taiwan nur etwa 160 Kilometer von der Küste des chinesischen Festlandes entfernt liegt, ist es nicht verwunderlich, dass bereits 650 v.Chr. die ersten chinesischen Seefahrer nach Taiwan kamen. Bis heute steht Taiwan unter dem starken Einfluss der chinesischen Regierung. 29
27 Vgl.: Government Information Office, Republic of China (Taiwan): Taiwan 2005 Yearbook -Geography. http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/aboutroc/index.htm, [07.04.2006].
28 Vgl.: Ebenda: Taiwan 2005 Yearbook - History. http://www.gio.gov.tw/taiwanwebsite/aboutroc/index.htm, [07.04.2006].
29 Vgl.: Starmühlner, Ferdinand: Die Kleinen Drachen: Taiwan - Südkorea, Wien- Klosterneuburg: Edition Va Bene Verlag, 1997, S. 23ff.
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Die Portugiesen landeten als erste Europäer bedingt durch einen Schiffbruch auf der Insel, blieben jedoch nicht lange. Ihnen folgten 1624 die Holländer und zwei Jahre später die Spanier. Spanien versuchte im Norden der Insel ein Gegengewicht zur holländischen Macht zu schaffen, sie wurden allerdings 1642 von den Holländern wieder verdrängt. Die holländische Herrschaft dauerte insgesamt 38 Jahre, in dieser Zeit wurde Taiwan zur gewinnbringendsten Station der Dutch East India Company. Um den Handel voranzutreiben und die anfallende Arbeit zu bewältigen, holten die Holländer in den 30er Jahren Chinesen vom Festland nach Taiwan. Eine weitere große Immigrationswelle vom chinesischen Festland kam 1662, als die Menschen genug von unzähligen Kriegen, Hungersnöten und Plünderungen hatten.
Nachdem Herrscher aus der Mandschurei in China eingefallen waren, flüchtete der Ming-Loyalist und Wiederstandskämpfer Jheng Cheng-gong nach Taiwan, vertrieb 1662 die Holländer und gründete die erste Han-Verwaltung auf Taiwan. Jheng wird noch heute als Held verehrt, da er Taiwan von den ausländischen Eindringlingen befreite. Während seiner Herrschaft wanderte ein stetiger Strom Chinesen vom Festland nach Taiwan aus, er baute den ersten konfuzianischen Tempel, gründete Schulen und folgte dem chinesischen Rechtssystem.
1683 geriet auch Taiwan in die Fänge der Ching-Dynastie (auch: Quing-Dynastie). Diese regierten das Land für die nächsten 212 Jahre. In dieser Zeit war Taiwan voll in China integriert.
Am 06. Juni 1895 trat China Taiwan an Japan ab. Während dieser 50 Jahre dauernden Periode nutzte Japan Taiwan, um sich mit landwirtschaftlichen Produkten zu versorgen, die Nachfrage dort nach japanischen Erzeugnissen zu erhöhen und um Lebensraum für Emigranten aus dem überbevölkerten Heimatland zu schaffen. Gegen Ende dieses Zeitraums begann Japan mit der Einbürgerung der taiwanesischen Staatsbürger. Taiwanesen wurden gezwungen, japanische Namen anzunehmen, sich japanisch zu kleiden, japanisch zu kochen, zu sprechen und japanische Rituale zu befolgen. Der
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Einfluss der Japaner auf die wirtschaftliche Entwicklung war beträchtlich: Moderne Zugverbindungen wurden gebaut, Flächen landwirtschaftlich nutzbar gemacht, im Bereich Banken, Gesundheit und Bildung gab es große Fortschritte. Der wirtschaftliche Nutzen kam jedoch nur Japan zugute und nicht Taiwan selber. Während des 2. Weltkrieges wurden mehrere zehntausend Taiwanesen zwangsrekrutiert.
Nach Ende des 2. Weltkrieges war Taiwan wieder von dieser Fremdherrschaft befreit und unterstand China. 1949 verlor die chinesische Zentralregierung dann gegen die Kommunisten und siedelte nach Taiwan über.
Während der letzten fünf Dekaden hat sich die Wirtschaft in Taiwan bestens entwickelt: Industrialisierung, Verstädterung und Modernisierung formten das Leben auf Taiwan rapide um. 1945 zählte die ROC zu den Gründungsmitgliedern der UN. Mit Ausbruch des Korea-Krieges 1950 begannen die USA Taiwan zu schützen, finanziell und wirtschaftlich zu unterstützen. Bis 1987 stand Taiwan noch unter Kriegsrecht, Veröffentlichungen in den Medien wurden zensiert, Parteien und Beziehungen zu China waren verboten. Ab November 1987 erlaubte die Regierung ihren Untertanen wieder Verwandte auf dem Festland zu besuchen. Erste freie Wahlen fanden 1991 statt und der Demokratisierungsprozess fand seinen Höhepunkt im März 1996 bei den ersten direkten Wahlen des Präsidenten der Republik China. Seit Präsident Lee Tenghui (1991) ist die Pressefreiheit garantiert, oppositionelle Parteien entstehen, Besuche auf dem Festland florieren und die Verfassung wurde grundlegend geändert.
2.1.5 Politische Situation
Im Gegensatz zur VR China ist die Republik Taiwan eine Demokratie (Präsident: Chen Shui-bian, Premierminister: Su Tseng-chang). Die Abgeordneten und der
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Präsident werden in allgemeinen, freien und angeblich fairen Wahlen gewählt, das Parlament hat seinen Sitz in der Hauptstadt Taipei.
Das Verhältnis zur VR China ist schwierig: Taiwan möchte von China unabhängig werden, China möchte, dass Taiwan seine Souveränität abgibt (die sogenannte „Ein-China-Politik“). Eine Lösung dieses Konfliktes scheint nicht in Sicht. Nachdem China 2005 das „Anti-Separations Gesetz“ verabschiedete, sah sich Taiwan gezwungen, eine „Politik der fünf Neins“ zu formulieren, die solange gelten, wie Taiwan nicht akut von China militärisch bedroht wird. In diesem Statement erklärt Taiwan, dass sie in dieser Zeit unter anderem nicht die Unabhängigkeit erklären, nicht den Namen des Staates ändern werden und keine Artikel in die Verfassung aufnehmen, welche die Beziehung zur VR China als „zwischenstaatliche Beziehungen“ bezeichnen. 30
In letzter Zeit spitzt sich die Situation zu: Chen Shui-bian hat den Nationalen Wiedervereinigungsrat am 27. Februar dieses Jahres aufgelöst und damit einen „gefährlichen“ Schritt zur Unabhängigkeit Taiwans getan. China kritisiert diesen Schritt scharf, eine Abspaltung vom Festland wird die VR China niemals zulassen, Peking forderte die USA zum Eingreifen auf. 31
1971 verlor Taiwan seinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UN an die VR China. Diplomatische Beziehungen mit Taiwan gibt es nur sehr wenige, die meisten Staaten pflegen Beziehungen mit der VR China. Kontakte in alle Welt werden durch die „Taipei Kultur- und Wirtschaftsbüros“ aufrechterhalten, diese haben aus Rücksicht auf die VR China nicht den Status von Botschaften. Einziger europäischer Staat mit offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ist der Vatikanstaat. 32
30 Vgl.: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie: Taiwan-Konflikt. http://de.wikipedia.org/wiki/Taiwan-Konflikt, [02.04.2006].
31 Vgl.: Stuttgarter Zeitung: Peking kritisiert Taiwan scharf, Ausgabe Nr. 50 vom 01.03.2006. S. 4.
32 Government Information Office: Europa und Taiwan - Partnerschaft in Entwicklung. http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abroad/de/eu/appendix1.htm, [04.04.2006].
Analyse des Tourismusmarktes in Taiwan__ 16
2.1.6 Wirtschaftsdaten und -beziehungen
Bereits 1624 errichteten die Holländer erste Handelsfaktoreien auf Taiwan, sie nutzten diese als Stützpunkte und Umschlagplatz für den Handel mit Japan. Erste große Handelserfolge hatte Taiwan mit der Herstellung und dem Verkauf von Seide, Schießpulver, Reis und Zuckerrohr.
Da Taiwan über nur sehr geringe Vorkommen an Bodenschätzen verfügt, ist es dem Erwerbssinn und der kommerziellen Geschicklichkeit der Taiwanesen, den Investitionen der Auslandschinesen sowie massiven technischen und finanziellen Hilfen (vor allem aus den USA) zu verdanken, dass das Industriepotential Taiwans (neben Japan) in Ost- und Südostasien heute zu den modernsten und differenziertesten zählt.
In der zweiten Jahreshälfte 2003 erlitt die Wirtschaft Taiwans aufgrund von SARS und dem Irakkrieg einen erheblichen Rückschlag, von dem sie sich allerdings sehr schnell wieder erholte. 2004 belief sich das BIP auf 14.032 US$ pro Kopf (vgl. Tabelle3 BIP und Tabelle 4 BSP im Anhang). Aufgrund seines Wirtschaftswachstums zählt Taiwan mit Japan, Südkorea und Singapur zu den sogenannten „Tigerstaaten“, den wichtigsten Industriestaaten in Fernost. Taiwan kann man heute aufgrund der Definition eines Schwellenlandes 33 nicht mehr zu den Schwellenländern zählen, es ist eher als Newly Industrializing Economy zu bezeichnen. Taiwan gehört heute, trotz der politischdiplomatischen Isolierung, zu den 16 stärksten Handelsländern und verfügt über die drittgrößte Devisenreserve weltweit (welche übrigens auch für Entwicklungshilfe in der Dritten Welt genutzt wird). Nach zwölf Jahren Wartezeit wurde im November 2001 Taiwans Beitritt in die WTO genehmigt. 34 35
33 Indikatoren sind unter anderem Pro-Kopf-Einkommen, Sektorenanteil der Industrie im Verhältnis zur Landwirtschaft, Alphabetisierungsquote und Verhältnis von Geburten- und Sterberate. Diese Faktoren müssen denen anderer Industriestaaten entsprechen.
34 Vgl.: Maurer, Jürgen: Taiwan in den Internationalen Beziehungen, in: Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Hamburg, Nr. 259, Hamburg: Institut für Asienkunde, 1996, S. 1, 221f.
35 Vgl.: Starmühlner, Ferdinand: Die Kleinen Drachen: Taiwan - Südkorea, Wien- Klosterneuburg: Edition Va Bene Verlag, 1997, S. 29ff.
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Antje Fydrich, 2006, Analyse des Tourismusmarktes in Taiwan, Munich, GRIN Publishing GmbH
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