Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik und Aufbau der Ausführung 1
2. Vorbemerkung zur Prozesskostenrechnung 2
2.1.Begriff und Entwicklung der Prozesskostenrechnung 2
2.2.Erster methodischer Überblick der Prozesskostenrechnung 3
3. Grundlagen der Kostenrechnung in der Logistik 4
3.1.Logistik 4
3.2.Logistikkostenrechnung 4
3.3.Logistikkosten 4
3.4.Allgemeine Schwierigkeiten der Kostenrechnung mit Logistikkosten 5
3.5.Defizite bei der Verrechnung der Logistikkosten in traditionellen Kostenrechnungssystemen 6
4. Merkmale und Vorzüge der Prozesskostenrechnung in der Logistik 8
4.1.Eigenschaften der Logistikprozesskostenrechnung 8
4.2.Möglichkeiten der Logistikprozesskostenrechnung 8
4.3.Kritikpunkte an der Logistikprozesskostenrechnung 10
5. Aufbau einer Prozesskostenrechnung in der Logistik 10
5.1.Entschluss zur Einführung der Logistikprozesskostenrechnung 10
5.2. Darstellung der Prozessebenen 11
5.2.1. Prozesse 11
5.2.2. Tätigkeiten 11
5.2.3. Teilprozesse 12
5.2.4. Hauptprozesse 12
5.2.5. Maßgrößen und Kostentreiber 12
5.3.Verrechnung der Kosten in der Logistikprozesskostenrechnung 12
5.3.1. Tätigkeitsanalyse zur Identifizierung von Teilprozessen 13
5.3.2. Wahl geeigneter Maßgrößen 13
5.3.3. Festlegung der Planprozessmengen 15
5.3.4. Planung der Prozesskosten 15
5.3.5. Ermittlung von Prozesskostensätzen 16
5.3.6. Zuordnung der Teilprozesse zu den Hauptprozessen 16
II
6. Anwendungsgebiete der Prozesskostenrechnung in der Logistik 17
6.1.Prozessorientierte Produktkalkulation 17
6.1.1. Ermittlung der notwendigen Daten 18
6.1.2. Effekte der Prozesskostenrechnung 19
6.2.Prozessorientierte Deckungsbeitragsrechnung 20
6.3.Prozessmanagement in der Logistik 22
7. Zusammenfassung 23
8. Literaturverzeichnis 24
9. Anhang 25
III
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Vergleich traditionelle Kostenrechnung und Prozesskostenrechnung 3
Kalkulation der Prozesskosten 14 Tabelle 1:
Produktkalkulation Logistikprozesskostenrechnung 17 Tabelle 2: Allokationseffekt 19 Tabelle 3: Komplexitätseffekt 19 Tabelle 4: Degressionseffekt 20 Tabelle 5: Einstufige Deckungsbeitragsrechnung 20 Tabelle 6:
Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung 21 Tabelle 7:
Betriebsabrechnungsbogen (BAB) klassisch 26 Tabelle 8:
Betriebsabrechnungsbogen (BAB) Logistikkostenrechnung 27 Tabelle 9:
Betriebsabrechnungsbogen (BAB) prozessorientierte Logistikkostenrechnung 28 Tabelle 10:
Kalkulationssätze klassische Kostenrechnung 29 Tabelle 11:
Kalkulationssätze Logistikkostenrechnung nach Weber 29 Tabelle 12: Hauptprozesse 29 Tabelle 13: Hauptprozessbedarfskoeffizienten 30 Tabelle 14:
Kalkulationssätze prozessorientierte Logistikkostenrechnung 30 Tabelle 15: Klassische Produktkalkulation 30 Tabelle 16:
Produktkalkulation in der Logistikostenrechnung nach Weber 31 Tabelle 17:
Einstufige klassische Deckungsbeitragsrechnung 31 Tabelle 18:
Einstufige Deckungsbeitragsrechnung Logistikkostenrechnung nach Weber 31 Tabelle 19:
Mehrstufige klassische Deckungsbeitragsrechnung 32 Tabelle 20:
Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung Logistikkostenrechnung nach Weber 32 Tabelle 21: Abkürzungsverzeichnis Activity Based Costing ABC Supply Chain Management SCM Datenverarbeitungs System DV-System leistungsmengeninduziert lmi leistungsmengenneutral lmn
1. Einführung in die Thematik und Aufbau der Ausführungen
Durch den Wandel vieler Märkte vom Verkäufer- hin zum Käufermarkt, hat sich die Wettbewerbssituation der Unternehmen in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Sie sehen sich heute einem erhöhten Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Damit Unternehmen sich am Markt behaupten können, ist es nicht nur notwendig ein attraktives Produkt anzubieten, sondern sie müssen auch in der Lage sein die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen. Besonders Leistungen die über das eigentliche Produkt hinausgehen ermöglichen es, sich von Wettbewerbern abzugrenzen und so den Kunden langfristig an sich binden zu können. Aus diesen Gründen findet die Logistik als Unternehmensfunktion immer mehr an Bedeutung. Die Automatisierung und die Individualisierung der Nachfrage haben zu einer grundlegenden Veränderung der Produktion geführt (Vgl. Remer 2005, S. 9ff) und deshalb werden heute an fast alle Unternehmensbereiche neue Anforderungen gestellt. Besonders der Logistikleistungsbereich wird auf Grund der Zunahme der verschiedenen Produkte und des verlangten Lieferservice der Kunden immer umfangreicher und kostenintensiver.
Die Logistikosten belaufen sich je nach Branche auf 10-25% des Umsatzes (vgl. Delfmann, Reihlen 2003, S. 59). Sie gelten als Gemeinkosten, da sie in einem indirekten Leistungsbereich anfallen. In den traditionellen Kostenrechnungssystemen fanden die Gemeinkosten wenig Beachtung, dagegen standen die Einzelkosten die den Kostenträgern direkt zurechenbar sind im Mittelpunkt. In der Logistik steigen die Gemeinkosten, sowie auch in den anderen Unternehmensbereichen wie z.B. Marketing, Forschung und Entwicklung, stetig an. Verursacht wird dieser Trend unter anderem durch den erhöhten Koordinationsbedarf in der immer komplexer werdenden Logistikkette. Damit das Logistikmanagement seiner Planungs-, Steuerungs- und Kontrollfunktion effektiv nachgehen kann, sind Informationen über die Logistikkosten, die das Logistikcontrolling liefert, unabdingbar. Dies funktioniert nur mit einer Logistikkostenrechnung. Jedoch weisen die traditionellen Kostenrechnungssysteme bei der verursachungsgerechten Zurechnung der Gemeinkosten auf die Kostenträger und Kalkulationsobjekte grundsätzlich Mängel auf (vgl. Delfmann, Reihlen 2003, S. 59). Als Resultat wird die Kostensituation falsch abgebildet und macht so eine Planung nur unzureichend möglich.
Im Folgenden soll gezeigt werden, inwiefern die Implementierung einer Prozesskostenrechnung in der Logistik die notwendige Lösung ist. Nach einer Einführung in die Methodik der Prozess- und Logistikkostenrechnung werden die heutigen Probleme dargestellt, denen sich diese
Kostenrechnungssysteme zu stellen haben. Damit die Notwendigkeit einer Ergänzung der Logistikkostenrechnung um eine Prozesskostenrechnung deutlich wird, werden die Merkmale und Vorzüge einer Logistikprozesskostenrechnung ausführlich beschrieben. Den Lösungsansatz den die Logistikprozesskostenrechnung bietet, ist begründet in ihrem Aufbau. Deshalb werden vorab die wesentlichen Begrifflichkeiten geklärt werden, die wichtig sind, um den schrittweise beschriebenen Aufbau zu verstehen und die folgenden genaueren Ergebnisse nachvollziehen zu können. Das neu ermittelte
Datenmaterial führt zu aussagekräftigeren und anderen Ergebnissen in der Kosten- und Ergebnisrechnung. Die abweichenden Resultate lassen sich anhand der so genannten Strategieeffekte erläutern. Abschließend soll erklärt werden welchen Platz die Logistikprozesskostenrechnung in der Unternehmenspraxis einnimmt und welchen Nutzen diese Methode bringen kann, wenn sie als Lösung integriert wurde.
2. Vorbemerkung zur Prozesskostenrechnung
2.1.Begriff und Entwicklung der Prozesskostenrechnung
Der Begriff „Prozesskostenrechnung“ leitet sich von der Vorgehensweise ab, kostenstellenübergreifende Aktivitäten und Prozesse in den indirekten Leistungsbereichen eines Unternehmens kostenrechnerisch abzubilden. In der Literatur und Praxis werden auch die Synonyme vorgangs- und aktivitätsorientierte Kostenrechnung, oder prozessorientierte Kostenrechnung benutzt. Der Inhalt des Begriffs hat sich inzwischen weiterentwickelt. R. Mayer versteht unter Prozesskostenrechnung ein Verfahren zur Planung, Steuerung und Verrechnung von Prozessen in Organisationen und es wird deshalb heute ebenfalls der Ausdruck „Prozesskostenmanagement“ benutzt (Vgl. Mayer 1998, S. 5).
Mit größer werdender Unzufriedenheit über die Art der Verrechnung der Gemeinkosten, entstanden Bemühungen neue Kostenrechnungssysteme zu konzipieren. Trotz dieser schon über Jahre währenden Überlegungen dauerte es noch bis 1985 ehe die prozessorientierte Kostenrechnung auf ein breites Interesse stieß (Vgl. Horváth, Mayer 1989, S.216). In den USA sind zu dieser Zeit Gemeinkostenzuschlagssätze in der traditionellen Vollkostenrechnung von 1000% nicht ungewöhnlich und so beschäftigen sich Miller und Vollmann in einem Artikel für die Harvard Business Review mit dem Titel „The hidden factory“ mit diesem Problem. Miller und Vollmann vertreten die These, dass die Anzahl der in einem Unternehmen ablaufenden verschiedenen Transaktionen ursächlich für die Höhe der Gemeinkosten ist und nicht die physischen Produkte (Vgl. Miller, Vollmann 1985, S. 142ff). Allerdings waren ihre Überlegungen noch nicht soweit ausgereift, dass von einem neuen Kostenrechnungssystem gesprochen werden konnte. In den darauf folgenden Jahren waren es die Amerikaner Cooper und Kaplan die den Grundgedanken dieser Methodik zum Activity Based Costing maßgeblich weiterentwickelten (Vgl. Braun 1994, S. 5ff). Erst 1987 wurde das erste Konzept zum Gemeinkostenmanagement, nach amerikanischem Vorbild, im Material- und Logistikbereich von Wäscher in Deutschland vorgestellt. Jedoch waren es Horváth und Mayer die Ende der achtziger Jahre das Activity Based Costing für deutsche Kostenrechnungszwecke zur Prozesskostenrechnung modifizierten (Vgl. Wikipedia - Prozesskostenrechnung). Es sind deshalb zwei verschiedene Methoden, weil die Prozesskostenrechnung Prozesse als Basis benutzt, die sich aus Aktivitäten ableiten lassen, wo hingegen das Activity Based Costing nur auf Grundlage von Aktivitäten basiert. In der wissenschaftlichen Literatur wird die Prozesskostenrechnung kritisiert, wobei in der praxisorientierten Literatur ein positives Feedback überwiegt. Gerade in der Logistik und im Supply Chain Management hat
sich diese ergänzende Methodik etabliert, weil das vorhandene Optimierungspotenzial nur mit einer differenzierten Betrachtung einzelner Prozesse und deren Kosten ausgeschöpft werden kann. Horváth entgegnet den Kritikern mit der Aussage, dass sich die Theorie zu weit von den tatsächlichen Anforderungen der Unternehmen an Kostenrechnungssysteme entfernt habe und die Praxis die Theorie überhole (Vgl. Horvath, Kieninger, Mayer, Schimank 1993, S. 609ff). Auf Grund dieser polarisierenden Wirkung, gehört das Thema Prozesskostenrechnung zu den meist diskutierten in der heutigen Betriebswirtschaft (Vgl. Braun 1994, S. 8).
2.2.Erster methodischer Überblick der Prozesskostenrechnung
Die Prozesskostenrechnung ist als ein ergänzendes Instrument der bestehenden Kostenrechnungsverfahren anzusehen. Einsatzgebiete sind die indirekten Leistungsbereiche eines Unternehmens deren Kosten nicht direkt den Kostenträgern zugerechnet werden können und so Gemeinkosten darstellen. Die Kostenverrechnung erfolgt in zwei Schritten. Als erstes werden die Gemeinkosten der betreffenden Kostenstellen auf die Prozesse zugerechnet, um dann, gemäß der Prozessinanspruchnahme, auf Produkte (Herstellkosten) und Markteinheiten (Deckungsbeitragsrechnung) verteilt werden zu können (Vgl. Abbildung 1, Vergleich traditionelle Kostenrechnung und Prozesskostenrechnung, S. 3). Wichtig für ein Unternehmen ist die Ergebnistransparenz, die durch die Prozesskostenrechnung realisiert werden kann (Vgl. Mayer 2001, S. 29).
Abbildung 1: Vergleich traditionelle Kostenrechnung und Prozesskostenrechnung
Quelle: o. V.: http://www.ibwl.unikassel.de/vahrenkamp/Lehre/Logistikcontrolling/ Prozesskostenrechnung.pdf.
Arbeit zitieren:
Arne Temme, 2008, Prozesskostenrechnung in der Logistik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Entwicklung der prozessorientierten Kostenrechnungssysteme in den ...
Bachelorarbeit, 60 Seiten
Besonderheiten bei der Prüfung des Risikofrüherkennungssystems nach § ...
Studienarbeit, 24 Seiten
Prozessverbesserungen von Logistikdienstleistungen durch Prozesskosten...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 25 Seiten
Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Leistungszuordnung be...
Seminararbeit, 39 Seiten
Die Bedeutung der Prozesskostenrechnung im Vergleich zur mehrstufigen ...
Hausarbeit, 26 Seiten
Die Anwendung der Prozesskostenrechnung in der Logistikkette
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 25 Seiten
Die Bedeutung der Prozesskostenrechnung in logistischen Dienstleistung...
Hausarbeit, 22 Seiten
Betrachtung des Zusammenwirkens von Prozesskostenrechnung und Target C...
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Supply Chain Management in der Automobilindustrie
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 17 Seiten
Distributionslogistik - Grundlagen
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Referat (Handout), 11 Seiten
Bedeutung der Unternehmensethik im Rahmen des strategischen Controllin...
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Hausarbeit, 18 Seiten
Die Prozesskostenrechnung, Darstellung und kritische Würdigung
Studienarbeit, 24 Seiten
Existenzgründung und Finanzierung - Kritische Analyse der (neuen) Mögl...
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Projektarbeit, 20 Seiten
Die Prozess- und Zielkostenrechnung als Instrumente des Prozessmanagem...
Dargestellt am Beispiel von Ar...
Diplomarbeit, 106 Seiten
Arne Temme hat den Text Prozesskostenrechnung in der Logistik veröffentlicht
Arne Temme hat einen neuen Text hochgeladen
Logistik-Wörterbuch. Dictionary of Logistics. Deutsch-Englisch / Engli...
Vanessa Scott-Sabic
Offizielles Spediteur Adressbuch für Logistiker und Verlader 2012
Mit Branchenteil Transport- un...
Dictionary of Logistics and Supply Chain Management / Wörterbuch Logis...
English - German / Deutsch - E...
Jens Kiesel
Strukturwandel in der Logistik
Wissenschaft und Praxis im Dia...
Werner Delfmann, Thomas Wimmer
Logistik als Erfolgspotenzial - The power of logistics
Von der Strategie zum logistis...
Martin Göbl, Andreas Froschmayer
Pocket-Handbuch Spedition und Logistik
Fachwörter von A bis Z - Deuts...
Claus-Peter Woitschützke
0 Kommentare