Hochschule Bremen Fachbereich Wirtschaft Studiengang Angewandte Wirtschaftssprachen & Internationale Unternehmensführung Ostasienwirtschaft 2
Entwicklung und Situation ausgewählter ostasiatischer Länder WS 1997/98
Bremen, den 06.12.1997
(Referat am 11.11.1997)
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Marktsituation Asiens bzw.Thailands aus der Sicht
deutscher Unternehmen 2
3. Wirtschaftsübersicht und Wirtschaftszweige 4
3.1 Primäre Wachstumsbereiche Thailands 5
3.1.1 Landwirtschaft 5
3.1.1.1 Zum Fischfang 5
3.1.1.2 Zum Umweltschutz 6
3.1.1.3 Zur landwirtschaftlichen Produktion 6
3.1.2 Leicht- und Schwerindustrie 7
3.1.2.1 Zur Energieförderung 7
3.1.2.2 Zu Bauwirtscgaft und Infrastruktur 7
3.1.2.3 Zur industriellen Produktion 9
3.1.3 Dienstleistungen 10
4. Binnenwirtschaftspolitik 11
4.1 Geschäftsabwicklung und Marktbearbeitung 11
4.2 Steuerung der Regierung 11
5. Die Entwicklung in den 90ern 12
5.1 Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt (und Familienpolitik) 12
5.2 Preise und Inflation 13
5.3 Bildungswesen 13
5.3.1 Forschung und Entwicklung 13
5.3.2 Schulbildung 13
5.4 Außenhandel 14
5.4.1 Import 14
5.4.2 Export 14
5.5 Dezentralisierung und Regionalisierung 15
6. Zukunftsperspektiven 16
Abbildungsverzeichnis 17
Abk ürzungsverzeichnis 18
Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
„Trotz der Reformen der Monarchen Mongkut (1851-1868) und Chulalongkorn (1868-1910), verursachte die westliche Einflußnahme auf Thailands Wirtschaft einen politischen Konflikt zwischen den herrschenden Monarchen und neuen Gruppen der Gesellschaft. 1932 wurde die absolute Monarchie durch die konstitutionelle ersetzt, die bis heute existiert. Der König spielt aber nach wie vor eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben der Politik und wirkt in schwierigen Zeiten als Stabilisator. (König Bhumibol regiert seit 1946!).” 1 In Thailand hat sich in den letzten Jahren einiges in der Binnenwirtschaft und auch der Politik verändert. Diese Entwicklung möchte ich in meiner Arbeit unter Einbeziehung der Sichtweise deutscher Unternehmer erklären und zusätzlich versuchen, die derzeitige Weltmarktlage der Thailändischen Wirtschaft darzustellen.
2.Die Marktsituation Asiens bzw. Thailands aus der Sicht deutscher Unternehmen
Asien hat eine Zeit der rasanten Entwicklung und Industrialisierung hinter sich. Geblieben ist eine Region, die wirtschaftlich großen Reiz ausübt, wobei man solche Punkte wie die Verschiedenartigkeit der Völker und der Kulturen und das unterschiedliche Bildungsniveau der einzelnen Staaten aber nicht vergessen sollte zu erwähnen. Eine Zusammenarbeit mit diesen Staaten muß also individuell vonstatten gehen.
Der südostasiat. Markt bietet heute Rahmenbedingungen, die in Europa und den USA in der Form nicht mehr vorliegen (z.B. einige volkswirtsch. Faktoren wie niedrige Steuern, hohe Sparquoten, starke Nachfrage nach Konsumgütern, hoch motivierte Arbeitskräfte...). Eine intensive, häufig auch kulturelle Bindung zwischen den einzelnen asiat. Staaten sollte aber nicht aus dem wirtsch. Blickfeld geraten, da diese Bindung in der asiat. Wirtschaft eine große Rolle spielt. Die einzelnen Staaten werden auch künftig ihre Standortunterschiede sinnvoll und arbeitsteilig zu nutzen wissen. So ist eine weitere Verstärkung der politischen und wirtsch. Zusammenarbeit der Länder absehbar.
Nach der derzeitigen Meinung vieler Wiwiss. wird der asiat. Raum auch in der Zukunft die treibende Kraft in der Weltwirtschaft sein. Werden für die Zukunft ähnliche Wachstumsraten zugrundegelegt, wie für die Vergangenheit bereits Fakt geworden, zeigt sich anhand der Strukturdaten (vgl. Abb.1), daß es zu Beginn des nächsten Jahrtausends in dieser Region mehr als 400 Millionen Konsumenten mit einem den europäischen und amerikanischen Verhältnissen vergleichbaren Einkommen geben wird.
In diesem Zusammenhang ist das schwache Engagement deutscher Unternehmen um so kritischer zu betrachten (lediglich 8% seines Außenhandels wickelt Deutschland heute mit Asien ab), sind es doch gerade die Mitgliedsstaaten der ASEAN , die zunehmend mit Deutschland zusammenarbeiten wollen.
Häufig fehlen den deutschen KMU die finanziellen Möglichkeiten, ein umfassendes Fachwissen über das Gastland und die entsprechende Risikobereitschaft, um in den asiat. Markt miteinzusteigen. Auch der 1993 gegründete APA der deutschen Wirtschaft, der durch das "Asienkonzept" der Bundesregierung unterstützt wird, reicht zur Beseitigung dieser vorherrschenden Probleme KMU nicht aus.
1 Außenhandelskammer Österreich, AW-Länderblatt THAILAND, L 72 / August 1996
3
Abb.1: Strukturdaten ausgewählter südostasiatischer Länder
Indonesien Malaysia Philippinen Thailand
Bevölkerung, 1994 188,3 19,5 66,2 60,2 (in Mio.) Durchschnittliches Bevölkerungswachstum 1,8 2,6 2,4 1,9 1980-1991 (in %) Wachstum des BIP 6,8 8,6 2,4 9,3 1989-1994 (in %) BIP pro Kopf (US$), 645 3.320 850 2.085 nominell 1994 BIP pro Kopf, 2.970 8.050 2.480 5.890 Kaufkraftparität (US$)
Ausländische
Investitionen, 57,5 44,3 33,4 30,3 1989-1994 (Wachstum in %) Exportwachstum 13,5 15,6 10,3 18,4 1989-1994 (in %) Durchschnittliche 62 71 65 69 Lebenserwartung,1994 Alphabetenrate, 1994 84,4 80,0 93,5 93,8 (in %) Personen pro Arzt, 6786 2410 1016 4361 1994 Personen pro 104,2 7,3 52,5 26,3 Telefon, 1994
Quelle: Aus Politik und Zeitgeschichte B13-14/95, S.7
Was die o.a. Tabelle auch aufzeigen soll, das ist die starke Position Thailands innerhalb der asiat. Region. Es würde sich also für deutsche KMU rentieren, gerade in diesem Bereich zu investieren, und den zukünftigen Konsumenten auch zukünftige Märkte zu erschließen, da hier zu günstigen Bedingungen produziert werden kann und viele Daten auf einen in der Zukunft hohen Konsum der thailändischen Bevölkerung hinweisen. Beachtenswert sind in diesem Zusammenhang auch die exportorientierte Wirtschaftspolitik Thailands, die Investitionen auf dem Gebiet der Zukunftsbranchen, das wachsende Engagement für neue Technologien und das damit verbundene technisch aufgeschlossene Denken, sowie der rapide steigende Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften. Will ein deutsches Unternehmen auf dem asiat. Markt Fuß fassen, so muß es, unter Einbeziehung aller mit dem ausländischen Markt verbundenen Fakten und nachdem es eine Marktnische entdeckt hat, zunächst einmal über seine Wettbewerbsfähigkeit (also Preis, Produkt und nicht-preisliche Faktoren) einige Überlegungen anstellen, bevor es mit der Markterschließung beginnen kann. Je flexibler ein Unternehmen ist, desto größer sind seine Chancen eine Nische oder sogar ein einzelnes Marktsegment erfolgreich abzudecken. Da der Wettbewerb der Unternehmen bereits auf dem Inlandsmarkt beginnt, bedingt durch das Eindringen ausländischer Konkurrenz in nunmehr ungeschützte Marktnischen, sehen sich die Unternehmer gezwungen, selbst auf dem ausländischen Markt aktiv zu werden, was noch verstärkt wird durch:
1. den sich ständig vergrößernden Differenzierungswettbewerb, 2. die wachsende Bedeutung des Markteintrittszeitpunktes, und
4
3. den Wandel im Beschaffungsverhalten internationaler Unternehmen, deren Zulieferer ihre Leistungen auch an den ausländischen Firmenstandorten anbieten müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. 2
Zusammenfassend sei gesagt, daß die in naher Zukunft hoffentlich vermehrte Präsenz von deutschen Unternehmen auf dem asiati. Markt branchenabhängig ist und zusätzlich von der Flexibilität der Unternehmen und der Segmentierung des Marktes beeinflußt wird.
3. Wirtschaftsübersicht und Wirtschaftszweige
Thailand wird erwartungsgemäß im Zuge der weiteren Globalisierung der Weltwirtschaft in wirtsch. und auch in wissenschaftlicher Hinsicht eine der taktangebenden Regionen der Welt sein. Wachsende Wirtschaftskraft geht mit einer wachsenden politischen Rolle einher. Während in Asien eine großangelegte wirtsch. Veränderung vonstatten geht, müssen sich die „alten” Wirtschaftsmächte wie die USA und Deutschland ersteinmal umorientieren. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt sind den Großmächten Probleme entstanden bei dem Versuch, mit den wirtsch. Erfolgen des Großraumes Asien mithalten zu wollen.
Eine Umstellung auf die veränderte geopolitische Situation muß aber schon in nächster Zeit gewährleistet sein, um die Zusammenarbeit mit der gesamten Region und insbesondere Thailand zum wechselseitigen Vorteil ausbauen zu können! Die Regierung Deutschlands hat in ihrem Asienkonzept schon 1993 die wachsende Bedeutung des asiat. Raumes für die deutsche Politik deutlich zu machen versucht. 3 Aufgrund des rasanten Wachstums in der Region Asiens kommt der wissenschaftlichtechnologischen Entwicklung und dem Bildungssektor eine Schlüsselrolle für jegliche Außenhandelstätigkeit zu, so daß Deutschland besonders in diesem Bereich um eine Zusammenarbeit bemüht sein muß.
Der asiat.-pazifische Raum wird in den nächsten Jahrzehnten als Produktionsstandort und Absatzmarkt auch der Maßstab für die Konkurrenzfähigkeit aller Unternehmen sein, dabei sollte aber beachtet werden, daß die internationale wirtsch. Entwicklung zu einer Mischung aus Wettbewerb und Kooperation führt.
Wie bereits aufgezeigt war Thailands Wirtschaft mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 8,2% in der letzten wirtsch. Dekade, aber einer 10%-igen Zuwachsrate pro Jahr in den Jahren 1988-90 eine der dynamischsten unter den Entwicklungsländern. Seit 1991 ist ein leichter Rückgang des Wachstums zu verzeichnen, 1994 lag die Rate nur noch bei ca. 8,6 % (Vgl.Abb.2 und 3). 4 Abb.2: Thailand : einige wirtschaftliche Daten
2 Vgl.: IV. Markterschließung Südostasiens "Möglichkeiten, Chancen und Restriktionen der Markterschließung
Südostasiens durch Klein- und Mittelbetriebe"
3 Vgl.: Initiative des BMBF zur Konkretisierung des Asienkonzepts der Bundesregierung, Perspektiven der Zusammenarbeit in Bildung Forschung und Innovation, via Internet vom 27.10.1995
4 Vgl. AW Länderblatt Thailand, Außenhandelskammer Österreich, 1997
Arbeit zitieren:
Sonja Wendel, 1997, Thailand: Binnenwirtschaft und Binnenwirtschaftspolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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