Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zahlen und Fakten - der Status Quo 3
3. Begriffsabgrenzungen 5
3.1. Der Fall „MAN“ 5
3.2. Aktion Plagiarius e.V. 6
3.3. Die Erfolgsformel des Counterfeiting. 6
4. Folgen des Counterfeiting 7
4.1. Für Länder. 7
4.2. Für Konsumenten. 8
5. Hintergründe. 8
5.1. Die kulturelle Dimension des Konfuzianismus 9
5.2. Die soziale Dimension des Kollektivismus 9
5.3. 9
Die wirtschaftspolitische Dimension der Modernisierung 9
5.4. Das Konzept der Guanxi. 10
6. Maßnahmen 10
6.1. Seitens der USA. 10
6.2. Seitens der EU 11
6.3. Seitens Chinas. 11
6.4. Anti-Counterfeiting im System. 13
7. Fazit - China im Wandel 14
8. Quellenangaben 15
1. Einleitung
Schon beim 33. G-8 Gipfel (vom 03.-06.06.2007) in Heiligendamm war „Der Schutz geistigen Eigentums“ eines der Tagesordnungspunkte, ein Thema das auf politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und rechtlicher Basis höchst aktuell und von immer weiter wachsender Bedeutung ist. Wenn es ein Land gibt, dass zur Zeit einen ambiguosen Status hält, nämlich den, der „heranwachsenden Weltwirtschaftsmacht“ und gleichzeitig den, des „größten Produktpiraten“ der Welt, dann fällt die Wahl mit großer Wahrscheinlichkeit auf China.
China, das Reich der Mitte und der boomenden Wirtschaft. Oder ist China im Inbegriff einer Entwicklung hin zum Reich der Fälscher?
2. Zahlen und Fakten - der Status Quo
Von der Armbanduhr bis zu Dübeln, vom Golfschläger bis zum Weißen Haus, dass sich ein reich gewordener Bauer in Hangzhou errichten ließ. Die Palette der gefälschten Produkte kennt keine Grenzen. Rund 60% aller Waren, die in die EU importiert werden und vom Zoll beschlagnahmt werden, kommen aus China. (s. Schaubild 1, Fuchs, Hans Joachim, 2006, Piraten, Fälscher und Kopierer S. 34). 5-8% des Welthandels sind gefälschte Produkte, dies mag nominal gering klingen, der hypothetische Marktwert ist aber mit Schäden von 30 Milliarden Euro jährlich allein in Deutschland für die Wirtschaft umso größer. In der Bundesrepublik würde das laut Doris Möller, der Vorsitzenden des Aktionskreises Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) „etwa 70.000 Arbeitsplätzen entsprechen, die wir mehr haben könnten.“ (ZDF Morgenmagazin, „Angriff der Produktpiraten“, v. 23.05.2006). Auch in China entern die „Produktpiraten“ die eigenen Schiffe. Experten schätzen, dass in der VRC jedes Jahr 150.000 bis 200.000 Menschen durch gefälschte Medikamente zu Tode kommen. Auch gefälschte Babynahrungsmittel und Impfstoffe gefährden die Gesundheit und führen in manchen Fällen auch zum Tod. Millionen von Kindern lernen mit gefälschten Schulbüchern, in denen es gemäß der Tageszeitung
„China Daily“ von „falschen Schriftzeichen nur so wimmelt.“ (Fuchs, Hans Joachim, 2006, Piraten, Fälscher und Kopierer S. 22, 51).
Das Internet, die Zeitungen, Wirtschaftsmagazine und auch Bücher über den asiatischen Markt füllen sich mit immer wieder kehrenden Fällen von Markenpiraterie, oder wie es im Fachjargon heißt, Counterfeiting. Auch aus den eigenen Reihen kommt Kritik. Die Hongkonger Wirtschaftszeitung „Far Eastern Economics Review“ vermutet hinter dem Staatskürzel PRC die „People`s Republic of Cheats“, also die „Schwindlerrepublik China“. (Fuchs, Hans Joachim, 2006, Piraten, Fälscher und Kopierer S. 22).
Entwickelt sich das Reich der Mitte zum Reich der Fälscher? Was genau steckt hinter den Begriffen Counterfeiting, Fälschung, Plagiat und Schutz geistigen Eigentums? Und was ist der Grund dafür, dass gerade in China die Problematik des geistigen Eigentumsrechts solch ein hohes Ausmaß annimmt? Darauf aufbauend, werden im Folgenden Maßnahmen von deutscher, europäischer, chinesischer und unternehmerischer Seite aufgezeigt und schließlich zur Diskussion gestellt, auf welchem Kurs sich China eigentlich befindet. Abschließend werden Handlungsmöglichkeiten und Reaktionen westlicher Industrienationen angeführt.
3. Begriffsabgrenzungen
Counterfeiting kommt ursprünglich vom englischen Begriff der Banknotenfälschung und bezeichnet die in betrügerischer Absicht kopierten Produkte und illegalen Parallelimporte sowie Factory Overruns. Unter Factory Overruns wird hier die unberechtigte Herstellung zusätzlicher Originalware verstanden. Wenn ein Unternehmen, z.B., welches Lizenznehmer ist, heimlich mehr herstellt, als durch den Lizenzgeber genehmigt wurde. Unter einem Plagiat versteht sich „die Nachahmung eines Produktes, zum Zwecke der wirtschaftlichen Ausbeutung.“ (Fuchs, Hans Joachim (2006), Piraten, Fälscher und Kopierer S. 28-29). Es handelt sich meist um eine deletantische und für das Produkt meist zu preisgünstige Kopie eines Originalproduktes, das sich eben bereits durch den niedrigen Preis und die minderwertige Qualität verrät. Der Käufer kauft bewusst das Plagiat, seine Erwartungen sind demnach eher gering, denn er weiß ja, dass es sich um kein Qualitätsprodukt handelt. Anders bei der Fälschung, wo der Käufer schon über die Herkunft des Produktes in die Irre geführt wird. Hier sind die Enttäuschungen bei minderwertiger Qualität, die sich aber meist erst im Nachhinein herausstellt, relativ groß. Den Schaden trägt oft das Unternehmen, das mit dem gefälschten Produkt in Verbindung gebracht wird. Beim Begriff „Schutz des geistigen Eigentums“ handelt es sich um Technologie, Design- oder Produktionsmerkmale, die gestohlen und kopiert werden, dies ist die am schwersten greifbare Form des Counterfeiting.
3.1. Der Fall „MAN“
Die Firma Zonda Industrial Group sorgte im März 2007 für Aufruhr, da sie einen „Luxusreisebus“ baute, der bis auf des etwas längere Heck dem Original Bus der Firma MAN aus München eins zu eins kopiert war. MAN klagte gegen diesen Nachbau, doch um was handelte es sich genau in diesem Fall, um ein Plagiat, eine Fälschung oder eine Verletzung des geistigen Eigentumsrechts?
Im Fall des Busses handelte es sich auch um den Diebstahl geistigen Eigentums, genau gesagt handelte es sich um eine „Geschmacksmusterverletzung“. Ein harmloses Wort, hinter dem sich aber ein Kampf um viele Millionen Euro verbirgt. Nach einer Unterlassungsklage hat die chinesische Firma Zonda vor wenigen Wochen den Nachfolger präsentiert, mit deutlich geänderter Optik.
(http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,480319,00.html, 13.06.2007).
Arbeit zitieren:
Katharina Tsang, 2007, Die Problematik des geistigen Eigentumsrechts in China, München, GRIN Verlag GmbH
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