Vorspann: Mit der fortschreitenden Entwicklung des Electronic Business bilden sich neben den klassischen Geschäftsmodellen immer mehr Interorganisationsmodelle im Handelsumfeld heraus, die die Traditionen Modelle mit denen der Electronic Information ergänzen. Hier steht der Zugriff auf die überbetrieblichen Prozess-informationen im Vordergrund. Die zielgerichtete Verarbeitung von elektronischen Prozessinformationen ist eine Grundvoraussetzung zur effektiven und effizienten Geschäftsorganisation im technischen Großhandel. Für die innovative Geschäftsprozessgestaltung und die Einbindung von unternehmensübergreifenden Informationen und Diensten wird das „SHK-Unternehmensmodell (Sanitär-Heizung-Klima)“ vorgestellt. Dies hilft sowohl bei der Analyse bestehender Systeme, als auch bei der Auswahl und der Gestaltung neuer Lösungen.
In diesem Beitrag lesen Sie: - Auswirkungen des Wandels im Handel und deren Wechselwirkungen,
Inhaltsverzeichnis
Der technische Großhandel im Wandel ..................................................................................... 3 Unternehmensgestaltung aus logistischen Blickwinkel ............................................................. 4 Interorganisationsmodelle im Handelsumfeld ........................................................................... 5 Rationalisierungspotentiale anhand der unternehmensübergreifenden Bedarfsplanung............ 6 Nutzung des Matrizenkalküls zur Bedarfsermittlung................................................................. 8 Strategische Neuorientierung am Beispiel des SHK-Unternehmensmodell ............................ 10
Zusammenfassung .................................................................................................................... 11
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Der Beitrag gibt eine Einführung in Gegenstand, Anforderungen und Lösungsansätze der Modellierung betrieblicher Informationssysteme aus dem Blickwinkel des technischen Handels insbesondere den Großhandel im Bereich Sanitär-Heizung-Klima (SHK). Dabei bezieht sich der Beitrag auf den Gegenstandsbereich von Unternehmensarchitekturen und Informationssystemen.
Aspekte der Systemintegration wurden seit einigen Jahren zu einem beliebten Thema im technischen Großhandel avanciert. Die aktuelle Forschung bietet nur wenige Erkenntnisse zu einen generellen Verständnis bzw. geeigneten Modellen, die in der Praxis Anwendung finden können. Das bedeutet, vorhandene Organisationsansätze sind bisher nur auf den klassischen Handel ausgerichtet, hingegen sind die Unternehmen in Kontext des technischen Großhandels meist komplexer. So stellt sich die Forderung nach einer wissenschaftlichen Betrachtung. Daher wird im vorliegenden Beitrag ein Modell für die integrierte Unternehmensorganisation vorgestellt, das sowohl die Spezifika des technischen Großhandels in ein hohes Maß berücksichtigt als auch organisationswissenschaftliche Sichtweisen miteinander verbinden und in das praxisnahe Unternehmensmodell für den technischen Großhandel überführt.
Der technische Großhandel im Wandel
In der Gegenwart, in der die Unternehmensgrenzen ihre „klassische“ restriktive Bedeutung als Grenze verloren haben, sind technische Großhandelsunternehmen zunehmend auf Interaktion und Kooperation mit anderen Unternehmen außerhalb ihrer traditionellen Grenzen angewiesen. Der effiziente unternehmensübergreifende Austausch von Gütern, Dienstleistungen und Wissen entlang der Wertschöpfungskette sowie die gemeinsame Erstellung von Leistungen stehen daher zunehmend im Zentrum betrieblicher Optimierungsbestrebungen. Die Austauschbarkeit von Produkten und Sortimenten zwischen Industrie und Großhandel sowie eine Veränderung des Kundenverhaltens hinsichtlich der Ansprüche des Kunden führen dazu, dass Innovationen maßgeblich das vom Kunden wahrgenommene Profil eines Handelsunternehmens gestalten.
Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es notwendig, dass technische Großhandelsunternehmen unter einem wissenschaftlichen Blickwinkel mit dem Ziel der möglichst effizienten Erbringung von Handelsaktivitäten und Dienstleistungen zu betrachten. Analytisch lässt sich feststellen, dass bisher der Schwerpunkt der Handelsunternehmen auf der Optimierung der Prozesse des Einkaufs, des Vertriebes und der Logistik lag. Zur Bewältigung dispositiver, logistischer sowie von betriebswirtschaftlichen Problemstellungen wurden immer komplexere IT-Strukturen geschaffen. So ist es nicht verwunderlich, dass besonders in technischen Groß-handel die Strategie zur Bewältigung betriebswirtschaftlicher Probleme als Gesamtkomplex vorherrscht. Dabei sollen neue Informationssysteme nicht nur helfen die komplexen Ausgaben von heute zu bewältigen, sondern auch neue Erfahrungen und Trends in der überbetrieblichen Kommunikation als Ansatzpunkt für eine strategische Softwareentwicklung integrieren.
Als Ausgangspunkt einer domänspezifische Analyse dienen zum einen die idealtypischen Prozesse für Lieferanten, Händler und Kunden, die sich auf das traditionelle Handelsreferenzmodell von BECKER und SCHÜTTE zurückführen lassen [1]. Zum anderen wird die Spezifika des technischen Großhandels, die in der Artikeldifferenzierung, den Preisfindungsmechanismen und den Konditionsgefüge liegen, integriert. Für die Entwicklung des Unternehmensmodells steht nicht mehr die Automatisierung von Transaktionen, sondern die Integration bzw. die Transformation von Prozessen in Vordergrund. Ein Modell das bestehende und Interorganisationsansätze in ein allgemein akzeptiertes Modell für den technischen Groß-handel überführt, existiert bisher nicht.
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Unternehmensgestaltung aus logistischen Blickwinkel
Die Vision von der zukünftigen Unternehmensgestaltung und das Logistikleitbild haben den Charakter einer Ordnungsinformation und sind daher die Ausgangsgrundlage für die Unternehmensgestaltung unter Einbeziehung logistischer Aspekte.
Da eine Bewertung und die Integration von unternehmensübergreifenden Logistikstrukturen unter der Anwendung bekannter Interorganisationsmodelle eine komplexe Aufgabe darstellt, ist eine Betrachtung von Herstellern und Handelsunternehmen im Hinblick auf strukturellen Gemeinsamkeiten unter ähnlichen Bedingungen möglich. Hersteller- bzw. handelsdominante Strukturen bieten einen groben Rahmen für die Einordnung in die eigene Unternehmensarchitektur. Aber schließlich ist es die konkrete Gestaltung der Prozesse, die diejenigen Elemente der Unternehmensarchitektur miteinander koppelt, die für die Herstellung eines gewünschten Ordnungszustandes unter logistischen Aspekt verantwortlich sind.
Als zentrale Gestaltungsaufgabe und Herausforderung wird die Integration des Logistikmanagementsystems gesehen um eine lose Kopplung in allen Erscheinungsformen weitgehend zu vermeiden. Welches Interaktionsmodell für die Versorgungskette als Prinzip ausgewählt wird, hängt von der Unternehmensstrategie und der Vision ab. Enge unternehmensübergreifende Kooperation zwischen den Unternehmen ist daher ein Minimumprinzip, um Verzögerungen in der Wertschöpfungskette zu vermeiden. Das bedeutet zugleich, dass die den logistischen Modellen zugrundeliegende Planungs- und Kontrollelemente in die ressourcenorientierte Unternehmensplanung einzuordnen sind. Dabei ist Sorge zu tragen, dass die sich ergebenden An-forderungen, die für die Organisation aller betriebswirtschaftlichen Prozesse unter den derzeit gültigen informationstechnischen Bedingungen gelten, beachtet werden, um eine vollständige Prozessintegration zu erreichen. Da diese Anforderungen eine elementare Voraussetzung für die Erreichung der Ziele sind, sollen nachfolgend die wichtigsten ausgeführt werden:
• Klären der gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Unternehmen (strategische Ziele, Ressourcen, operative Ziele, wichtige und kritische Prozesszustände im Zeitablauf).
• Sicherstellen der Daten- bzw. Informationsqualität (Plankapazitäten, Plandurchlaufbzw. Planprozesszeitbudgets, Planmengen, Abweichungsinformationen usw.).
• Geeignete Prinzipien und Methoden der Informationsbereitstellung definieren (Zieländerungen, Prozesse und Prozesszustandsänderungen durch vorauseilende Informationen ankündigen).
• Doppel- und Mehrfachfunktionen vermeiden. Dies gilt sowohl für die Zusammenarbeit zwischen Subsystemen, als auch für die vertikale Organisation von Prozessen in einzelnen Subsystemen (Verzicht auf zuviel Hierarchiestufen).
• Prozesse bzw. Prozessketten gesamt betrachten.
Die aufgezeigten logistischen und strategischen Anforderungen müssen nicht nur ihren Niederschlag in der Unternehmensarchitektur finden, sondern auch an der einzusetzende Informationstechnik. Die Technik bietet zwar nahezu uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten, aber diese sind wechselweise nur in Verbindung mit klaren Forderungen aus betriebswirtschaftlicher und organisatorischer Sicht sinnvoll. Im Einzelnen gilt:
• Bei allen Anforderungen prüfen, ob Standardsoftware einsetzbar ist. Standardsoftware ist aus Kosten- und Wartungsgründen der Eigenentwicklung vorzuziehen.
• Datenmodelle sind in den Mittelpunkt aller Gestaltungsaufgaben zu stellen. Der Zusammenhang zu den betriebswirtschaftlichen und technischen Funktionen ergibt sich aus der Abbildung der Entitäten und in der Zusammenfassung dieser Vorgänge.
• Die Integration muss prinzipiell auf Datenmodellebene erfolgen.
• Ressourcen, (operative) Ziele und als kritisch vereinbarte Prozesszustände müssen als Entitäten im Datenmodell der Planungslogik berücksichtigt werden.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Inf. Andreas Pescholl, 2008, Unternehmensübergreifende Bedarfsplanung aus Sicht des technischen Handels , München, GRIN Verlag GmbH
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