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Executive Summary
Internationales, wirtschaftliches Handeln erfordert zwangsläufig eine interkulturelle Kommunikation, denn bei allen grenzüberschreitenden Maßnahmen tritt man in Kontakt mit Menschen einer anderen Kultur.
Die im fremden Land vorhandenen Gegebenheiten sind von der eigenen Kultur verschieden und beeinflussen entscheidend das Wahrnehmen, Denken, Empfinden, Urteilen und Handeln der Menschen, mit denen man in Geschäftsbeziehung tritt. Durch die fremde Kultur werden Kulturstandards geprägt, die aus Grundannahmen, Werten, Normen, Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen bestehen. Nur durch ein tiefes Eintauchen in die fremde Kultur wird ein Verständnis für Reaktionen und Handeln fremdkultureller Geschäftspartner erlangt, das gleichzeitig auch die eigene Vorgehensweise entscheidend beeinflusst.
Auf Basis der im internationalen Kulturmanagement gebildeten Kulturdimensionen und deren Merkmale lassen sich bestimmte Ausprägungen sofort erkennen und entsprechend einordnen. Die sich daraus für die fremde Kultur ableitenden Wertesysteme haben ihre Grundlagen in Geschichte, Religion und in den Naturgegebenheiten des fremden Landes. Die sich daraus ergebenen Unterschiede führen zu Stereotypen, subjektiven und emotionalen Bildern über die Fremden, die zu Vorurteilen führen.
Von besonderer Bedeutung sind die Kenntnisse über Anreden, Begrüßung, Kommunikation und Gepflogenheiten bei Verhandlungen und gemeinsamen Essen, die sog. Business Etikette, denn diese hilft, fremdländischen Gesprächspartnern mit Kompetenz, Anstand und Würde entgegen treten zu können. Alle diese Aspekte wirken sich auf die internationale / interkulturelle Geschäfts-beziehungen aus. Nur mit diesem Wissen im Hintergrund kann eine erfolgversprechende Geschäftsbeziehung aufgebaut werden. Dies gilt insbesondere auch für russische Geschäftspartner. Wie kompliziert Russen sind, zeigt sich bereits, wenn man von der gespaltenen russischen Persönlichkeit spricht. Im Volksmund sagt man nach einer Aussage des russischen Philosophen Nikolai Berdyaev, „Russen haben eine asiatische Seele und einen westlichen Geist.“
Wie kompliziert die Russen und ihr Land sind, beschreibt der russische Philosoph Fjodor Tjutschew so:
II
Seite
Executive Summary I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis , Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis III
1 Grundlagen interkultureller Geschäftsbeziehungen mit Russland 4
1.1 Globales wirtschaftliches Handeln 4
1.2 Russland - Daten und Fakten 4
1.3 Interkulturelle Kommunikation und deren Voraussetzung 5
2 Business Etikette mit russischen Geschäftspartnern 6
3 Kulturelle Einflussfaktoren in interkulturellen Geschäftsbeziehungen 13
3.1 Der Begriff der Kultur 13
3.2 Stereotype 14
4 Zusammenfassung 14
Anhang 16
Quellenverzeichnis 19 -20
III
Abbildungsverzeichnis Seite
Abb. 1: Schematische Darstellung der Business Etikette 6
Abb. 2: Schematische Darstellung der „Dont`s“ der Business Etikette 10
Tabellenverzeichnis - es sind keine Tabellen abgebildet
Abkürzungsverzeichnis:
Abb. Abbildung
bzw. beziehungsweise
Dr. Doktor
FHDW Fachhochschule für Wirtschaft
Prof. Professor
sog. so genannt
vs. versus
4
1 Grundlagen interkultureller Geschäftsbeziehungen mit Russland 1.1 Globales wirtschaftliches Handeln
Ab einer bestimmten Größenordnung von Unternehmen ist heute ohne internationalen, globalen Austausch von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital wirtschaftliches Handeln nicht mehr denkbar. Nur dadurch können nationale Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen. 1 Internationales, wirtschaftliches Handeln erfordert damit zwangsläufig interkulturelles Kommunizieren. Die Unternehmen und ihre Repräsentanten können sich dabei in fremdkultureller Umgebung nicht mehr allein auf eine vertraute eigene Lebenswelt (Sprache, Werte, Normen, Wissen, Verhaltensweisen etc.) stützen, um angemessen und erfolgreich agieren zu können. Für die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation ist daher die Kommunikationskompetenz 2 erforderlich. Diese erfordert die professionelle Anwendung des Kommunikationsquadrats (vier Seiten einer Nachricht), sowie differenzierte Kenntnisse über Land, Sprache und Kultur eines fremden Landes, mit dem eine Geschäftsbeziehung eingegangen wird.
1.2 Russland - grundsätzliche Daten und Fakten
Das Gebiet Russlands umfasst 17 Mio. km 2 , auf denen 143 Mio. Menschen wohnen. Es ist der größte Flächenstaat der Erde und umfasst zwei Kontinente und 11 Zeitzonen. Verwaltet wird der Staat in 89 Territorialeinheiten, darunter die zwei größten Städte Russlands: Moskau (Hauptstadt: 10 Millionen Einwohner) und Sankt Petersburg (4.6 Millionen Einwohner). Die nationale Zusammensetzung Russland zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Die Bevölkerung setzt sich aus ca. 82% Russen und 18% andere Bevölkerungsgruppen 3 zusammen. Neben der Amtssprache „Russisch“ werden ca. 90 weitere, eigenständige Sprachen gesprochen. Die am weitesten verbreiteten Religionen sind das Christentum bzw. der russisch-orthodoxe Glaube, dem 35 Millionen Russen angehören und der Islam. Die Hälfte aller Russen sind Atheisten. 1991 kam es zur Auflösung der UdSSR und zur Bildung der „Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“, auch GUS
genannt. In der GUS sind 12 Staaten 4 zusammen geschlossen. Russland blieb Jahrhunderte lang von der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des restlichen
1 Rösch, O. (2002), S. 25
2 Rösch, O. (2002), S. 28
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Russland, 25.07.2008 sowie Studeli-Dekrassova, E. (2004), S. 1 Aufteilung der Bevölkerung: Russen 81.5 %, Tataren 3.8 %, Ukrainer 3.0 %, Tschuwaren 1.2 %, Baschkieren 0.9 %, Weißrussen 0.8 %, Mordowen 0.7%,Tschetschenen 0.6%, Deutsche 0.6 % und andere.
4 Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Moldau, Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland.
5
Europa unberührt. Es war ein autokratisch regiertes Agrarreich. Kein anderes Land in Europa war aber so vielen Unwägbarkeiten ausgesetzt, da bedingt durch klimatische Einflüsse Planungen kaum möglich waren. Die Bevölkerung war zur Vorsicht und Zurückhaltung gezwungen und einem flexiblen Umgang mit Unvorhergesehenem, das ein großes Improvisationstalent erforderte, ausgesetzt. Diese Lebensbedingungen förderten und erforderten zudem eine kollektive Lebensform. Nach einer schwierigen Transformationsphase in den 90er Jahren befindet sich die russische Wirtschaft seit 1999 auf Wachstumskurs. Seitdem ist das Bruttoinlandsprodukt um 69,6 % und die Realeinkommen der Bevölkerung um 108,8 % gestiegen. Die Zahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, hat sich in den letzten 7 Jahren nahezu halbiert und liegt jetzt nur noch bei ca. 15 %. Der Anteil der Arbeitslosigkeit liegt bei 8 %, wobei 90 % der Arbeitslosen Frauen sind.
Russland besitzt mit 434 Mrd. US Dollar nach China und Japan die drittgrößten Währungsreserven der Welt. Rohstoffe sind Russland wichtigster Exportartikel. Zusätzlich steigen die Binnennachfrage und die Investitionen enorm. Die von der russischen Regierung eingeleiteten Reformen beginnen zu greifen. Wichtig sind dabei auch die seit 2005 geschaffenen Sonderwirtschaftszonen, in denen die Ansiedlung ausländischer Unternehmen gefördert wird. Wichtigster Handelspartner Russland ist Deutschland, das vor allem industrielle Fertigerzeugnisse nach Russland liefert.
1.3 Interkulturelle Kommunikation und deren Voraussetzung
Mangels Wissen über die fremde Kultur des Geschäftspartners projizieren die Verhandlungspartner bei internationalen Kontakten ihre eigenen kulturellen Werte und Normen auf die fremde Kultur. 5 Dies führt vielfach dazu, dass Probleme und Irritationen beim fremden Gesprächspartner auftreten können, deren Bedeutung aus fehlendem Wissen über die kulturbedingten Unterschiede und Einflussfaktoren nicht bekannt sind bzw. bewusst werden, so dass vielfach geschäftliche
Vereinbarungen nicht zustande kommen. Neben fremdsprachlichen Kenntnissen sind interkulturelle Kompetenzen daher von ausschlaggebender Bedeutung im
Geschäftsverkehr. Interkulturelle Kompetenz wird dadurch erreicht, wenn sie nicht monokulturell, sondern multikulturell angelegt ist. Sie umfasst dann neben der Kenntnis über die eigene Sprache / Kultur auch das Verständnis für das Agieren des Anderen aus seiner Kultur und Sprache heraus. Dazu ist ein wechselseitiges Wissen über Traditionen,
5 Rösch, O. (2002), S.31
Arbeit zitieren:
Thomas vor der Sielhorst, 2008, Interkulturelle Kommunikation mit russischen Geschäftspartnern, München, GRIN Verlag GmbH
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