I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
1. Problemstellung 1
2. Die Subprime-Krise. 2
2.1. Maßgebliche Voraussetzungen für die Krise 2
2.1.1. Gegebenheiten in den USA. 2
2.1.2. Die Alchemie der Verbriefung. 4
2.1.3. Fristentransformation durch Zweckgesellschaften 8
2.1.4. Märkte für Verbriefungstitel 9
2.1.5. Credit Enhancements 10
2.2. Verlauf und Wirkungsweise der Krise 12
3. Probleme der Bilanzierung und Bewertung. 14
3.1. Überblick und Struktur: Die Krise in zwei Phasen 14
3.2. Phase 1 der Subprime-Krise: Verbriefungstitel außerhalb der Bilanz 16
3.2.1. Vorbemerkung 16
3.2.2. Die Passivierung der Risiken aus Kreditzusagen. 17
3.2.3. Konsolidierung von Special Purpose Vehicles 20
3.3. Phase 2 der Subprime-Krise: Verbriefungstitel innerhalb der Bilanz. 27
3.3.1. Vorbemerkung 27
3.3.2. Vorliegen eines aktiven Marktes 29
3.3.3. Kategorisierung von Verbriefungstiteln 33
3.3.4. Ermittlung des Fair Values 35
3.3.5. Wertminderung von Finanzinstrumenten 43
3.3.6. Konsequenzen aus dem Verschwinden eines aktiven Marktes. 45
4. Thesenförmige Zusammenfassung. 46
Anhang. VIII
Literaturverzeichnis X
Abkürzungsverzeichnis
AAA Höchste Rating-Stufe der Ratingagentur S&P, die nur an Anleihe-
a.a.O. am angegebenen Ort ABCP Asset Backed Commercial Paper ABS Asset Backed Securities Abs. Absatz ABX Asset Backed Securities Index A.d.V. Anmerkung des Verfassers AG Aktiengesellschaft a.M. am Main at Fair Value at Fair Value through Profit and Loss Aufl. Auflage BB Betriebs-Berater (Zeitschrift) BC Basis for Conclusions BFuP Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (Zeitschrift) BilMoG Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz bspw. beispielsweise bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise CAM Credit Asset Management CBO Collateralized Bond Obligation CDO Collateralized Debt Obligation CLO Collateralized Loan Obligation CMBS Commercial Mortgage Backed Securities CN Capital Note CP Commercial Paper DB Der Betrieb (Zeitschrift) DCF Discounted Cashflow-Methode (Bewertungsmodell) d.h. das heißt Diss. Dissertation DRSC Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e.V.
ebd. ebenda EFRAG European Financial Reporting Advisory Group Erg.-Lfg. Ergänzungslieferung EU Europäische Union EZB Europäische Zentralbank f. folgende FAS Financial Accounting Standards FASB Financial Accounting Standards Board FB Finanz Betrieb (Zeitschrift) Fed Federal Reserve System (Zentralbank der USA) FIN FASB Interpretation Number Fn. Fußnote FN Fachnachrichten FTD Financial Times Deutschland ggf. gegebenenfalls GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung GuV Gewinn- und Verlustrechung HB Handelsblatt HFA Hauptfachausschuss HGB Handelsgesetzbuch h.M. herrschender Meinung Hrsg. Herausgeber hrsg. v. herausgegeben von IAS International Accounting Standards IAS 39.AG Anhang des IAS 39 IASB International Accounting Standards Board i. Br. im Breisgau i.d.R. in der Regel IDW Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. i.e.S. im engeren Sinne IFRS International Financial Reporting Standards i.H.v. in Höhe von IKB IKB Deutsche Industriebank AG insb. insbesondere
i.S.d. im Sinne des / der ISIN International Securities Identification Number i.V.m. in Verbindung mit i.w.S. im weiteren Sinne Jg. Jahrgang KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau Bankengruppe KoR Zeitschrift für internationale und kapitalmarktorientierte Rechnungslegung MBS Mortgage Backed Securities Mrd. Milliarden MTN Medium Term Notes NPL Non-Performing Loans Nr. Nummer o.J. ohne Jahrgang OTC Over-the-counter OTD Originate-to-Distribute PiR Praxis der internationalen Rechnungslegung (Zeitschrift) PwC PricewaterhouseCoopers AG (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) Q&A Questions and Answers rd. rund RIC Rechnungslegung Interpretations Committee RMBS Residental Mortgage Backed Securities RS Stellungnahmen zur Rechnungslegung (IDW) Rz. Randziffer S. Seite S&P Standard & Poor’s (Ratingagentur) SIC Standing Interpretation Committee SIV Structured Investment Vehicle sog. sogenannte SPV Special Purpose Vehicle (gleichbedeutend mit Zweckgesellschaft, Special Purpose Entity und Special Purpose Company) StuB Steuern und Bilanzen (Zeitschrift) SZ Süddeutsche Zeitung Tz. Textziffer
u.a. unter anderem UBS United Bank of Switzerland USA United States of America US-GAAP United States Generally Accepted Accounting Principles usw. und so weiter vgl. vergleiche Vol. Volume WiWo Wirtschaftswoche (Zeitschrift) WKN Wertpapierkennnummer WP Working Paper WPg Die Wirtschaftsprüfung (Zeitschrift) WpHG Wertpapierhandelsgesetz XETRA Exchange Electronic Trading z.B. zum Beispiel zfbf Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung ZfgK Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen
VI
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Zinsentwicklung Euroland / USA
Abbildung 2: Grundkonzept einer ABS-Transaktion
Abbildung 3: Subordinationsprinzip
Abbildung 4: Klassifikation von ABS nach Art der zugrunde liegenden Assets
Abbildung 5: Ausfallraten für Subprime-Hypotheken nach Ausgabejahrgängen.
Abbildung 6: Phasen der Subprime-Krise aus Sicht der Rechnungslegung.
Abbildung 7: Bewertung von Finanzinstrumenten nach IAS 39
VII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Abgrenzung von SPV, ABCP-Conduit und SIV. VIII
Tabelle 2: Kategorien finanzieller Vermögenswerte nach IAS 39 IX
1. Problemstellung
Die globalen Finanzmärkte sind im vergangenen Jahr in schwere Turbulenzen geraten. Nach einer langen Schönwetterperiode verbreitete sich im Sommer 2007 eine massive Vertrauens- und Liquiditätskrise. Die Stabilität des Finanzsystems konnte nur durch ungewöhnlich umfangreiche Interventionen der wichtigsten Notenbanken gesichert werden. 1 Die Finanzierungsrisiken privater Haushalte in den USA wurden mit Finanzinnovationen wie Verbriefungen im Rahmen von ABS-Transaktionen um den ganzen Globus verteilt. 2
Scheinbar ‚aus heiterem Himmel’ stürzten gigantische Risiken aus Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicles; SPVs) auf europäische Kreditinstitute ein, die bisher in den Jahresabschlüssen nicht deutlich abgebildet waren. Dabei sollten doch gerade IFRS-Abschlüsse i.S.d. vorrangigen Informationsfunktion über solche Sachverhalte berichten. 3 In diesem Zusammenhang beleuchtet die vorliegende Arbeit die ökonomische und bilanzielle Beziehung der Kreditinstitute zu den SPVs und geht der Frage nach, warum die SPVs trotz der jetzt offenbarten Risiken nicht zu konsolidieren waren. Die Berichterstattung nach IFRS 7 wird dabei nicht behandelt, da dieser Standard im Wesentlichen erst nach Ausbruch der Subprime 4 -Krise in Kraft trat. 5
Die Subprime-Krise hat bilanzierende Unternehmen (insb. Banken) erstmals in ihrer Geschichte vor die Aufgabe gestellt, Positionen zu Marktpreisen zu bewerten, für die es fast keinen Markt mehr gibt. 6 Das Institut der Wirtschafsprüfer (IDW) hat ein Positionspapier zu den bilanziellen Auswirkungen der Subprime-Krise vorgelegt. 7 Auf Basis der Ausführungen des IDWs werden ausgewählte Regelungen der IFRS im Hinblick auf die Subprime-Krise betrachtet und die damit einhergehenden Probleme der Bewertung und Bilanzierung erörtert. Vernachlässigt wird dabei das ebenfalls in diesem Positionspapier behandelte Thema ‚Abtrennung eingebetteter Derivate’.
1 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2007/08: Das Erreichte nicht verspielen, S. 89, abrufbar unter: www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/gutacht/ga-content.php?gaid=52, (Abruf am 14.02.2008). 2 Vgl. Kofner, Stefan: Die Hypothekenkrise: Lehrstück ohne Lehre?, in: Immobilien & Finanzierung, 58. Jg. (2007), S. 582-585, hier S. 582.
3 Vgl. Hennrichs, Joachim: Bankenkrise - versagen die Kontrollen? Oder das Bilanzrecht? Oder weder noch?, in: DB, 60. Jg. (2007), S. 312-314, hier S. 312 und 314.
4 Subprime (direkt übersetzt: „unterhalb dem erstklassigen Standard“) wird insb. als Adjektiv für Schuldner benutzt, die bereits einen Zahlungsverzug, eine Zahlungsunfähigkeit oder eine Zwangsvollstreckung in ihrer Historie aufweisen. Vgl. Sachverständigenrat, a.a.O. (Fn. 1), S. 99, Tz. 136. 5 IFRS 7 trat am 01.01.2007 in Kraft. Vgl. IFRS 7.43.
6 Vgl. Schuermann, Christof/Welp, Cornelius, WiWo Nr. 45 vom 05.11.2007, S. 88-90, hier S.88. 7 Vgl. IDW: „Positionspapier des IDW zu Bilanzierungs- und Bewertungsfragen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise“, veröffentlicht am 10.12.2007, abrufbar unter: www.idw.de/idw/ download/Subprime-Positionspapier.pdf (Abruf am 23.03.2008).
2. Die Subprime-Krise
2.1. Maßgebliche Voraussetzungen für die Krise
2.1.1. Gegebenheiten in den USA
Mit einer expansiven Zinspolitik der Federal Reserve Bank (Fed) wurde in den Jahren 2003 bis 2005 in den USA ein makroökonomisches Umfeld geschaffen, das auf der einen Seite einen Immobilienboom auslöste und auf der anderen Seite hohe Anreize für Verbraucher und Finanzmarktakteure bot sich zu verschulden. 8 Die Zinsen bewegten sich, wie in Abbildung 1 erkennbar, Anfang 2003 bis Anfang 2005 zwischen 1,25% und 2,50% auf sehr niedrigem Niveau. 9
Abbildung 1: Zinsentwicklung Euroland / USA
Quelle: EZB/Fed, abrufbar unter: www.leitzinsen.info (Abruf am 09.05.2008).
In Folge der niedrigen Zinsen herrschte auf dem Markt eine sehr hohe Liquidität. 10 Diese suchte ein Ventil und fand es auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Die amerikanischen Banken und andere Institutionen vergaben im großen Umfang Immobilienkredite an Privatpersonen. Bald standen die Kreditgeber vor dem Problem, nicht mehr ausreichend gute Schuldner (mit guter Bonität) zu finden. 11 Um die Liquidität dennoch unterzubringen, wurden die Kreditvergabestandards erheblich gelockert, so dass auch die bonitätsschwachen ‚Subprime’-Schuldner in den
8 Vgl. Sachverständigenrat, a.a.O. (Fn. 1), S. 89.
9 Vgl. www.federalreserve.gov.
10 Vgl. Sachverständigenrat, a.a.O. (Fn. 1), S. 123f., Tz. 173, Kasten 6. 11 Vgl. Bechtold, Hartmut/Renner, Matthias: Der ABS-Markt zwischen Aufschwung und Krise, in: ZfgK, 60. Jg. (2007), S. 888-889, hier S. 888.
Genuss eines Hypothekendarlehens kamen, denen unter normalen Bedingungen kein Kredit gewährt worden wäre. 12 Teilweise wurden sogar Kredite ohne Einkommensnachweis vergeben. 13
Die unverantwortliche Kreditvergabe wurde dadurch begünstigt, dass die Kredite vielfach gar nicht von Banken, sondern von unregulierten Kreditvermittlern vergeben wurden. 14 Die Kreditvermittler hielten die Darlehen nur wenige Tage in ihrer eigenen Bilanz, bevor sie die Darlehen verbrieften und weiter verkauften. 15 Somit hatten die Kreditvermittler nach Abschluss des Vertrags keinerlei geschäftliche Verbindung mehr mit den Schuldnern. Dem folgend war der Anreiz zur Manipulation in den Kreditanträgen groß, denn nur der erfolgreiche Abschluss wurde mit Provisionen belohnt. 16
Um dem Risiko schlechter Schuldner im Verbriefungsprozess Rechnung zu tragen, hatten die Investoren regelmäßig ein Rückgaberecht vereinbart. Dieses besagte, dass Kredite, deren Bedienung innerhalb der ersten Monate stockte, an den ursprünglichen Kreditgeber zurückübertragen werden konnten. 17 Durch den ‚2/28 mortgage credit’ wurde dieses Recht jedoch geschickt umgangen. Dieser Kredit sieht vor, dass über die ersten zwei Jahre ein sehr geringer Festzinssatz als Anlockzins (teaser rate) und über die restlichen 28 Jahre ein variabler Zinssatz (Leitzins + Aufschlag) verwendet wird. 18 Es war absehbar, dass diese bonitätsschwache Schuldnergruppe bei Wechsel in den variablen Zins ziemlich schnell in Zahlungsverzug kommen würden. 19
Für die Investoren und Banken musste eine Zwangsversteigerung jedoch nicht unbedingt einen Verlust bedeuten: Bei jährlichen Preissteigerungen der Immobilien in den
12 Vgl. Cerveny, Frank/Frese, Michael: „Ein deutsches Verbriefungsgesetz könnte einen neuen Impuls für eine Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens setzen“, in: ZfgK, 61. Jg. (2008), S. 154-158, hier S. 154.
13 Vgl. Biskamp, Stefan, WiWo Nr. 43 vom 22.10.2007, S. 74-48, hier S. 76. 14 Vgl. Deutsche Bundesbank: Finanzstabilitätsbericht November 2007, S. 17, abrufbar unter: www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/finanzstabilitaetsberichte/finanzstabilitaetsbericht2 007.pdf (Abruf am 08.03.2008).
15 Dieses Geschäftsmodell ist auch unter dem Namen Originate-to-Distribute (OTD) bekannt. Vgl. Klein, Dietmar: Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten - Ursachen, Auswirkungen und Lehren, in: ZfgK, 61. Jg. (2008), S. 81-85, hier S. 82.
16 Z.B. in Form von Gehaltsnachweisen. vgl. Henry, Andreas, WiWo Nr. 41 vom 08.10.2007, S. 116-119, hier S. 117f.
17 Vgl. Deutsche Bundesbank, a.a.O. (Fn. 14), S. 20.
18 Vgl. Kiff, John/Mills, Paul: Money for Nothing and Checks for Free: Recent Developments in U.S. Subprime Mortgage Markets, Arbeitspapier des International Monetary Fund, WP/07/188, Juli 2007, S. 8.
19 Vgl. Mujkanovic, Robin: Die Konsolidierung von Zweckgesellschaften nach IFRS und HGB vor dem Hintergrund der Subprime-Krise und des BilMoG, in: StuB, 10. Jg. (2008), S. 136-141, hier S. 136.
USA von durchschnittlich 10-14% in den Jahren 2002 bis 2005 20 war es nicht unwahrscheinlich, dass der Verkaufserlös der Immobilie über dem offenen Kreditbetrag nebst Zinsen lag. Diese Gewinnmöglichkeit trieb auch zahlreiche Spekulanten in den Immobilienmarkt. 21
2.1.2. Die Alchemie der Verbriefung
Die Exzesse bei der Kreditvergabe in den USA wurden erst möglich, weil die sich daraus ergebenden Risiken mit Hilfe von Finanzinnovationen wie Verbriefungen rund um den Globus verteilt werden konnten. 22 Hauptbeteiligte einer Verbriefung sind der Assetverkäufer (Originator), das eigens gegründete, nicht konsolidierungspflichtige SPV und die Investoren. 23
Abbildung 2: Grundkonzept einer ABS-Transaktion
Quelle: In Anlehnung an Rudolph, Bernd/Scholz, Julia, a.a.O. (Fn. 40), S. 539.
20 Vgl. S&P/Case-Shiller National Index, abrufbar unter: www.MacroMarkets.com. 21 Vgl. Henry, Andreas, a.a.O. (Fn. 16), S. 117. 22 Vgl. Kofner, Stefan, a.a.O. (Fn. 2), S. 582.
23 Vgl. Früh, Andreas: Asset Backed Securities / Securitization am Finanzplatz Deutschland, in: BB, 50. Jg. (1995), S. 105-109, hier S. 105.
Zwischen den Hauptbeteiligten kommt es, wie in Abbildung 2 dargestellt, zu folgenden Transaktionen: 24 Der Originator verkauft Assets (hier: einen Forderungspool) an das SPV und erhält von diesem einen Kaufpreis. Damit hat der Originator die gewünschte Liquidität erlangt und kann die Forderungen samt Risiko aus seiner Bilanz ausbuchen. Das SPV erwirbt die Forderungen des Originators einerseits und refinanziert sich durch die Emission von Wertpapieren (ABS) andererseits. Die Investoren erwerben diese Wertpapiere, wobei die von dem SPV auf die Wertpapiere zu leistenden Zins- und Tilgungszahlungen aus den Cashflows erbracht werden, die sich aus der Erfüllung der vom Originator übertragenen Forderungen ergeben. 25 Neben den Hauptbeteiligten wirken noch eine Vielzahl weiterer Akteure mit: Das sind zunächst die Schuldner, die aufgrund der Forderungen an den Originator zahlen. Weiter muss der übertragene Forderungspool verwaltet werden. Die Verwaltung umfasst u.a. Aufgaben wie die Debitorenbuchhaltung, das Mahnwesen sowie die gesamte Forderungsüberwachung. 26 Diese Rolle des sog. Servicers übernimmt regelmäßig der - naturgemäß am besten informierte - Originator. 27 Im Weiteren wirkt ein Treuhänder mit, der die ordnungsgemäße Abwicklung überprüft 28 und dem Servicer einen Geschäftsbesorgungsvertrag erteilt. 29 Dem Treuhänder käme im Falle einer Insolvenz des SPVs daher auch die Aufgabe zu, die Forderungen losgelöst vom Originator zu verwerten. 30 Zur Sicherstellung der Bedienung der emittierten Wertpapiere werden zudem verschiedene Sicherungsmechanismen (sog. Credit Enhancements) in die Struktur der ABS-Transaktion eingebaut. Je nach Transaktion übernehmen externe Sicherungsgeber einen Teil der Risiken der Forderungen und verbessern somit die Qualität der emittierten Wertpapiere. 31 Liquiditätsgeber dagegen, zumeist eine Bank oder spezialisierte Versicherung, unterlegen je nach SPV-Typ 5% bis 100% der angekauften Assets mit Liquiditätszusagen 32 , die vom SPV nur bei Refinanzierungsschwierigkeiten durch Störungen des Kapitalmarktes in Anspruch
24 Vgl. Früh, Andreas, a.a.O. (Fn. 23), S. 105.
25 Vgl. ebd., S. 105f.
26 Vgl. Bieg, Hartmut u.a.: Handbuch der Rechnungslegung nach IFRS. Grundlagen und praktische Anwendung, Düsseldorf 2005, S. 300. 27 Vgl. Früh, Andreas, a.a.O. (Fn. 23), S. 105f.
28 Vgl. Langner, Sabine: Asset Backed Securities, in: zfbf, 54. Jg. (2002), S. 656-673, hier S. 658. 29 Vgl. Ohl, Hanns-Peter: Asset-Backed Securities. Ein innovatives Instrument zur Finanzierung deutscher Unternehmen, Wiesbaden 1994, S. 42. 30 Vgl. Früh, Andreas, a.a.O. (Fn. 23), S. 106.
31 Vgl. Ricken, Stephan: Verbriefung von Krediten und Forderungen in Deutschland, in: Hans-Böckler-Stiftung: Betriebswirtschaftliche Handlungshilfen, Düsseldorf 2008, S. 24. 32 Siehe zur Abgrenzung der verschiedenen SPV-Typen Tabelle 1 im Anhang.
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Thomas Bartels, 2008, Probleme der Bilanzierung in Zeiten der Subprime-Krise, München, GRIN Verlag GmbH
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